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Danke, joergimausi: Die Tollen sind selten laut
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Online-Kommentare sind wie eine Sonnenfinsternis - faszinierend, aber man sollte nicht genauer hingucken. Doch mit der hundertsten Kolumne hat sich die Autorin dem Übel gestellt.

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Dr. Kilad 23.08.2017, 15:39
150. Na, hoffentlich machen Sie weiter

Gott sei dank, gibt es bei SPON Ihre wöchentliche Beiträge. Allerdings kommentiere ich schon eine ganz Weile kaum noch. Aber das mit der Kommunikation gefällt mir und ist leider selten..

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steellynx 23.08.2017, 15:47
151. @petrapanther

Das sehe ich in der Tat ein bisschen anders als Sie. Richtig, man kann die Gedanken nicht lesen, das ist völlig klar. Aber stellt man es umgekehrt dar, wird von einer Frau dort keine Rücksichtnahme erwartet. Warum nicht? Die kann im Zweifel sogar auch stärker/gewalttätiger/krimineller sein als der Mann vor ihr. Das ist ein Punkt bei der ganzen Feminismus-Geschichte, den ich nie werde akzeptieren können. Es sollte für jeden gelten zu versuchen, für andere keine potentielle Bedrohung darzustellen, sofern man in einer entsprechenden Situation ist. Völlig unabhängig vom Geschlecht. Dann bin ich da vollkommen der selben Meinung. Die einseitige Sichtweise ist es, was mich auch an Stokowskis Beiträgen häufig stört. Natürlich wäre es Blödsinn zu behaupten, dass die Autorin folglich Männer hasst. Das ist eine extrem billige Reaktion. Aber ich glaube tatsächlich, dass es mit dem Feminismus langsam übertrieben wird. Wer konsequent für Gleichberechtigung kämpfen will, fordert die Frauenquote nicht nur für Manager, sondern auch für Müllarbeiter und Erzieher (in dem Fall wäre sie negativ).

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Christoph 23.08.2017, 15:50
152.

"Dass das Genderthema so oft vorkommt in meinen Kolumnen, ist nicht meine Schuld, also fast nicht. Die Welt ist so."

Nein, die Welt ist nicht zwangsläufig so, wie Sie sie nach meiner Auffassung beschreiben, sondern Sie geben nur Ihre persönliche Meinung wieder, bei der gesellschaftliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen Resultat einer Bevorzugung von Männern und einer Benachteiligung von Frauen sein müssen und andere mögliche Gründe für Unterschiede ignoriert werden: Dass es nachweislich von Natur aus Interessenunterschiede zwischen den (zwei) Geschlechtern gibt. Oder dass es normalerweise viele Berufserfahrung braucht, um in Führungspositionen zu gelangen und sie dann auszufüllen und dass Frauen, da sie früher - sicher auch durch Benachteiligung, was sich aber nicht mehr ändern lässt - kaum die relevanten Berufe innehatten und daher weniger Erfahrung haben als Männer, so dass die Änderung des Zustands "Zu wenig Frauen in Führungspositionen" nur langsam voran schreiten kann. Oder dass viele Frauen ganz einfach nicht die gleichen Ziele haben wie Sie und andere - manche Frauen, die es selbst in Führungspositionen geschafft haben, sagen aus eigener Erfahrung, dass mehr Frauen als Männer gar nicht bereit sind, auch die Nachteile in Kauf zu nehmen, die so eine Position mit sich bringt: Nehmen wir da mal den erwähnten Artikel über das Ehegattensplitting, einer der Sätze darin lautete sinngemäß: "Mann geht arbeiten, Frau bleibt abhängig": Ist Ihnen da überhaupt schon einmal die Möglichkeit in den Sinn gekommen, dass ein Großteil der Erwerbstätigen nicht arbeitet, um sich selbst zu verwirklichen oder weil der Arbeitgeber so lieb ist, sondern dass die Arbeit für sie ein notwendiges Übel ist, das unfrei macht und abhängig macht von Menschen, die einem oder einer alleine schon deshalb, weil sie selbst auch unter ökonomischem Druck stehen, weniger wohl gewonnen sind als die Menschen im privaten Umfeld? Und dass Frauen evtl. deswegen weniger arbeiten (z.B. Teilzeit), weil sie es sich eher als Männer erlauben können, ihre Zeit mit Privatleben statt mit Erwerbstätigkeit zu verbringen?

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doktorshivago 23.08.2017, 15:54
153. Sehr geehrte Frau Stokowski

Wenn es die Kommentare nicht gäbe, würde ich Ihre Artikel nicht mehr lesen.

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sara.ihlo 23.08.2017, 15:56
154. Danke!

Zuerst herzlichen Glückwunsch zur 100. Kolumne, die auch gleichzeitig der Anreiz für mich ist, mich das erste Mal zu Wort zu melden. Wenn ich jetzt sagen würde, ich wäre ein heimlicher Fan, dann würde ich lügen. Jedes Mal wenn ich eine Kolumne von Ihnen lese habe ich einen Grund zum innerlichen Stöhnen, aber trotzdem lese ich sie immer wieder auf ein neues. Wahrscheinlich wegen diesen bitteren Wahrheiten, die Sie meist ansprechen und die Niemand gerne hören oder gar ändern möchte. Als junge Frau die in einem Geringverdienerhaushalt mit einer allein erziehenden Mutter großgeworden ist und die es trotzdem an Universität geschafft hat, möchte ich Ihnen dafür sehr danken. Bitte schreiben Sie weiter in dieser nervigen Art über Themen, die für einige Leser einer Darmspiegelung gleichkommen.

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spon-1247816947957 23.08.2017, 16:03
155. Danke

Ich, männlich und bekennender Sexist, bedanke mich für die Kolumnen, die ich bisher immer mit Vergnügen lesen konnte. Ich war nicht immer mit einverstanden, aber es war immer ein Denkansatz. Ich habe bisher noch nie nicht darauf reagiert. Ist heute eine Premiere. Aber wenn man versprochen bekommt, gelesen zu werden.

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spon_4_me 23.08.2017, 16:05
156. Ich glaube Ihnen

liebe Margarete, keine Sekunde, dass Sie die Kommentare unter Ihren Kolumnen nicht lesen. So un-narzisstisch kann man nicht sein, wenn man einen quasi öffentlichen Beruf ausübt. Das wäre wie eine Schauspielerin, die nach dem Stück hinterm Vorhang bleibt, weil ihr Klatschen oder Buhen des Plebs egal sind. Aber interessant, dass Sie dieses coole, abgebrühte Image so zelebrieren.

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petrapanther 23.08.2017, 16:11
157.

Zitat von steellynx
Das sehe ich in der Tat ein bisschen anders als Sie. Richtig, man kann die Gedanken nicht lesen, das ist völlig klar. Aber stellt man es umgekehrt dar, wird von einer Frau dort keine Rücksichtnahme erwartet. Warum nicht? Die kann im Zweifel sogar auch stärker/gewalttätiger/krimineller sein als der Mann vor ihr. Das ist ein Punkt bei der ganzen Feminismus-Geschichte, den ich nie werde akzeptieren können. Es sollte für jeden gelten zu versuchen, für andere keine potentielle Bedrohung darzustellen, sofern man in einer entsprechenden Situation ist. Völlig unabhängig vom Geschlecht. Dann bin ich da vollkommen der selben Meinung. Die einseitige Sichtweise ist es, was mich auch an Stokowskis Beiträgen häufig stört. Natürlich wäre es Blödsinn zu behaupten, dass die Autorin folglich Männer hasst. Das ist eine extrem billige Reaktion. Aber ich glaube tatsächlich, dass es mit dem Feminismus langsam übertrieben wird. Wer konsequent für Gleichberechtigung kämpfen will, fordert die Frauenquote nicht nur für Manager, sondern auch für Müllarbeiter und Erzieher (in dem Fall wäre sie negativ).
"Aber stellt man es umgekehrt dar, wird von einer Frau dort keine Rücksichtnahme erwartet."
Augenblick - wer ist 'man'? Ich für meinen Teil erwarte von Frauen selbstverständlich dieselbe Rücksichtnahme. Allerdings (und hier sollten wir ehrlich sein) sind Szenarien, in denen Männer sich von Frauen bedroht fühlen, im Alltag eher selten.

"Das ist ein Punkt bei der ganzen Feminismus-Geschichte, den ich nie werde akzeptieren können. Es sollte für jeden gelten zu versuchen, für andere keine potentielle Bedrohung darzustellen, sofern man in einer entsprechenden Situation ist."
Klar. Aber warum glauben Sie, dass Feministen das prinzipiell anders sehen?

"Die einseitige Sichtweise ist es, was mich auch an Stokowskis Beiträgen häufig stört. Natürlich wäre es Blödsinn zu behaupten, dass die Autorin folglich Männer hasst. Das ist eine extrem billige Reaktion. Aber ich glaube tatsächlich, dass es mit dem Feminismus langsam übertrieben wird. Wer konsequent für Gleichberechtigung kämpfen will, fordert die Frauenquote nicht nur für Manager, sondern auch für Müllarbeiter und Erzieher (in dem Fall wäre sie negativ)."
Wissen Sie, ich finde die Idee einer Männerquote im Erziehungsbereich gar nicht so schlecht. Vergessen Sie aber nicht, dass wir die Tatsache, dass es heute überhaupt männliche Kindergärtner gibt, einzig dem Feminismus verdanken, der eben auch Männer von Rollenzwängen befreit. Vor ein paar Generationen wäre eine solche Berufswahl gänzlich undenkbar gewesen. Männer profitieren massiv vom Feminismus.

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petrapanther 23.08.2017, 16:17
158.

Zitat von Christoph
"Dass das Genderthema so oft vorkommt in meinen Kolumnen, ist nicht meine Schuld, also fast nicht. Die Welt ist so." Nein, die Welt ist nicht zwangsläufig so, wie Sie sie nach meiner Auffassung beschreiben, sondern Sie geben nur Ihre persönliche Meinung wieder, bei der gesellschaftliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen Resultat einer Bevorzugung von Männern und einer Benachteiligung von Frauen sein müssen und andere mögliche Gründe für Unterschiede ignoriert werden: Dass es nachweislich von Natur aus Interessenunterschiede zwischen den (zwei) Geschlechtern gibt. Oder dass es normalerweise viele Berufserfahrung braucht, um in Führungspositionen zu gelangen und sie dann auszufüllen und dass Frauen, da sie früher - sicher auch durch Benachteiligung, was sich aber nicht mehr ändern lässt - kaum die relevanten Berufe innehatten und daher weniger Erfahrung haben als Männer, so dass die Änderung des Zustands "Zu wenig Frauen in Führungspositionen" nur langsam voran schreiten kann. Oder dass viele Frauen ganz einfach nicht die gleichen Ziele haben wie Sie und andere - manche Frauen, die es selbst in Führungspositionen geschafft haben, sagen aus eigener Erfahrung, dass mehr Frauen als Männer gar nicht bereit sind, auch die Nachteile in Kauf zu nehmen, die so eine Position mit sich bringt: Nehmen wir da mal den erwähnten Artikel über das Ehegattensplitting, einer der Sätze darin lautete sinngemäß: "Mann geht arbeiten, Frau bleibt abhängig": Ist Ihnen da überhaupt schon einmal die Möglichkeit in den Sinn gekommen, dass ein Großteil der Erwerbstätigen nicht arbeitet, um sich selbst zu verwirklichen oder weil der Arbeitgeber so lieb ist, sondern dass die Arbeit für sie ein notwendiges Übel ist, das unfrei macht und abhängig macht von Menschen, die einem oder einer alleine schon deshalb, weil sie selbst auch unter ökonomischem Druck stehen, weniger wohl gewonnen sind als die Menschen im privaten Umfeld? Und dass Frauen evtl. deswegen weniger arbeiten (z.B. Teilzeit), weil sie es sich eher als Männer erlauben können, ihre Zeit mit Privatleben statt mit Erwerbstätigkeit zu verbringen?
"Dass es nachweislich von Natur aus Interessenunterschiede zwischen den (zwei) Geschlechtern gibt."

Welchen 'Nachweis' meinen Sie? Kommt jetzt wieder irgendeine alberne Schimpansenstudie?

Was allerdings tatsächlich nachgewiesen ist, ist die Existenz von Intersexualität: Es gibt Menschen, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen lassen. Wie passt das in Ihr naives, binäres Geschlechtermodell?

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Margaretefan 23.08.2017, 16:20
159. Ein Statement...

... bzw eine Kolumne zur politischen Lage in Polen, fände ich interessant.

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