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Das Internet und der Anschlag von Christchurch: Wir schauen nicht weg
Ihor Kashurin / iStockphoto / Getty Images

Was passiert, wenn ein Täter seine Morde live im Internet überträgt? Alle gucken hin. Dabei macht uns das zu Komplizen in einem Krieg, in dem die Bilder wichtiger geworden sind als die Opfer.

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cat69 15.03.2019, 22:15
1. Nein, das stimmt so nicht ganz

Es ist ein schreckliches Verbrechen am anderen Ende der Welt. Spektakulär wird es durch die Begleitumstände, etwa das Menschen glauben dort ist das Paradies, und nun feststellen müssen das ist nicht so. Schrecklich natürlich auch die hohe Anzahl der Opfer. Dennoch rutscht es auf den Titelseiten schon nach unten. Das ist auch gut so. Ich brauche es hier in Europa nicht.

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dingleberry 15.03.2019, 22:37
2. Kein Interesse am Video

Ich habe und will das Video nicht sehen. Alle Medien die es zeigen, werde ich meiden. Meine Gedanken sind bei den Opfern. Ein trauriger Tag für die Menschheit. Es scheint so, als wären alle nur noch süchtig nach Clicks und Likes ist. Lasst uns die Opfer in den Vordergrund stellen. Lasst uns Ihnen ein Gesicht geben und den Spinner nicht einmal erwähnen. Bitte! ?

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it's me 15.03.2019, 22:43
3. Ich übe da Selbstzensur

Nicht in dem was ich sage, aber in dem was ich konsumiere. Und das muss ich mir echt nicht anschauen. Eines weiß ich: ich könnte es nicht wieder ungesehen machen.

Ich habe auch nicht den geringsten inneren Drang dazu, kann die ganzen Gaffer nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt es daran, daß ich mir das schon ganz gut vorstellen kann wie das aussieht. Aber keiner hat das Recht sich am Tod anderer Menschen zu ergötzen. Das ist pervers.

Die Gefahr is halt, daß man einfach irgendwo drüber stolpert. Und da fände ich es nett, wenn das nicht in den helleren Ecken des Netzes passiert.

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RalfBukowski 15.03.2019, 22:48
4. Man kann...

...sich das tatsächlich auch gar nicht ansehen wollen. Vielleicht kommt es da auf die Entwicklungsstufe des individuellen Primaten an? Mein Impuls war jedenfalls sehr schwach. Zu schwach, um sich das ansehen zu wollen - wozu auch? Welchen Sinn sollte das haben?

Und ich gehöre auch nicht zu den Leuten, die bei einem Autobahnunfall das Smartphone rausholen (was wohl der Autor machen würde, nehme ich mal an, immerhin ist ja sein Primaten-"Impuls" stark). OMG, was muss Herr Frank für ein Schwachmat - ach nein: Primat - sein.

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celebraler_kortex 15.03.2019, 22:50
5. Wieso erst jetzt?

Kein Impuls meinerseits. Wie kann man so etwas nur sehen wollen? Wo ist der Unterschied zu Enthauptungsvideos?
Aber die Frage die sich aufdrängt ist doch: Wieso aufeinmal die Medienlandschaft davon Abstand nehmen will die bereitwillige und kostenlose Distribution der Propaganda für Terroristen zu übernehmen?

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Tömmchen 15.03.2019, 22:52
6. Genau hingeschaut

Endlich, es war überfällig! Endlich, dass mal jemand die Obzönität solcher Bilder thematisiert. Wie wir uns selbst zu Komplizen und Opfern gleichzeitig machen, indem wir solche Bilder immer wieder zeigen. Am Besten einen Brennpunkt und das ganze nochmal. Ich habe noch nie verstanden, wie die Medien z. B. immer wieder Fotos der IS-Flagge zeigen konnten, denn das war doch genau das, was der IS wollte. Und sich dann wundern, wenn man keine Nachrichten mehr schauen, oder lesen will.

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Roboutico 15.03.2019, 22:56
7. O tempora, o mores

Ein sehr guter Artikel, der den Sachverhalt auf den Punkt bringt! Mich ängstigen die Zeiten, in denen der technische Fortschritt soweit entwickelt ist, der Mensch mit seinen archaischen Neigungen aber wesentlich der gleiche geblieben ist. Die Atombombe hat mit ihrem absoluten Schrecken das kriegerische Potential des Menschen einigermaßen domestiziert bzw. eingeschränkt. Das Internet/Social Media scheint den gegenteiligen Effekt zu haben. Der menschliche Vernichtungswille kann offenbar ungehindert ausgelebt und dann weltweit live verbreitet werden. Und wir schauen gebannt auf das Grauen, das in uns resoniert. Die Büchse der Pandora ist geöffnet und scheint nicht mehr geschlossen werden zu können.

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andreas.f 15.03.2019, 22:56
8. Scharfe Analyse

Sie haben leider so recht. Auf Bild.de haben die Opfer heute keine Rolle gespielt. Stattdessen wurde die Inszenierung des Täters in jeder Form aufgegriffen. Das hat bestimmt viele Clicks gegeben. Abscheulich ist es allemal.

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Periklas 15.03.2019, 23:02
9. Erlass zur Mittäterschaft

Konsequenterweise könnte das verbreiten und veröffentlichen von Videodateien, die terroristische Mittäterschaft als Beweis der Staatsanwaltschaft vorgelegt werden.

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