Forum: Kultur
"Das TalkGespräch" von Olli Dittrich: Einer für alles
WDR/ Beba Franziska Lindhorst

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tüttel 29.12.2014, 12:08
40.

Zitat von Das Pferd
Pause, dann gequetscht "es war ein Deal" Herrlich, eben weil es nicht um Gags ging, sondern um Einfangen des typischen einer Form. Um Entkernung. Mich störten eher die offensichtlich eingestreuten Gags. Am besten war die Sendung, wenn sie genau darauf verzichtete, sondern einfach die Form ohne Inhalt replizierte. Das fand ich zum Schreien komisch.
Dumm nur, dass es in Kultur, so auch in Fernsehkultur vor allem um Inhalte, um den auch in der hiesigen Kritik angezweifelten Sinn des Ganzen geht. Eine solchermaßen um Inhalte und damit um das Wesentliche entkernte Parodie geht dann eben am Kern der Dinge vorbei.
Natürlich kann man auch Formen und Rituale verspotten und parodieren, nur trifft es das Thema dann eben nur ansatzweise. Über diesem Einwand fällt mir auch ein weiterer Einwand an der Sendung ein, der mir beim Sehen aufstieß. Die solchermaßen um Personen und Geschichten entkernten und auf formelle Stereotypen reduzierten Figuren wirkten ziemlich bis völlig überzeichnet - und damit auch irgendwie leblos, blutleer. Darin war ein genialer Loriot viel besser: Er hat ganze Figuren in ihrer Hauptsache, ihrem Wesen gezeichnet.

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Das Pferd 29.12.2014, 17:18
41.

Zitat von tüttel
Dumm nur, dass es in Kultur, so auch in Fernsehkultur vor allem um Inhalte, um den auch in der hiesigen Kritik angezweifelten Sinn des Ganzen geht.............................................. ....
Sicher? Kafkas Amerika ist keine Literatur, Kandinsky kein Künstler?
Also, ich halte wirklich auch mal eine halbe Stunde ohne Inhalt oder Message aus. Vor allem ist sich amüsieren über die Form, auch über die eingeschliffenen Sehgewohnheiten, natürlich kennt man die Vorbilder, also auch über sich selbst, ist schon ein gewisser Inhalt. Haben Sie nie eine halbe Stunde in Ihrem Leben, die nicht wenigsten unter dem Motto "Rettet die Wale" (irgendwas mit Kapitalismus, Weltfrieden oder Bäumeumarmen geht auch) steht?

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tüttel 16.01.2015, 12:43
42.

Zitat von Das Pferd
Also, ich halte wirklich auch mal eine halbe Stunde ohne Inhalt oder Message aus. Vor allem ist sich amüsieren über die Form, auch über die eingeschliffenen Sehgewohnheiten, natürlich kennt man die Vorbilder, also auch über sich selbst, ist schon ein gewisser Inhalt. Haben Sie nie eine halbe Stunde in Ihrem Leben, die nicht wenigsten unter dem Motto "Rettet die Wale" (irgendwas mit Kapitalismus, Weltfrieden oder Bäumeumarmen geht auch) steht?
Natürlich, nur lobt der Autor an dieser Comedy von Olli Dittrich die große schwerwiegende Message, dass sie die Sinnlosigkeit von Talkshows verdeutlichen würde. Dem würde ich widersprechen, und dieses Aussage verdeutlicht m.M. auch die Dittrich-Comedy nicht: Talkshows sind nur wegen ihrer Floskeln m.M. keinesfalls sinnlos. Man erfährt, wie ich schon schrieb, wegen ihrer direkten, spontanen Interaktion kaum soviel über öffentliche Personen wie in Talkshows. Denn die Floskeln können die großteils nonverbale Persönlichkeit von Menschen kaum verbergen, und auch diese Floskeln gehören ja zur Persönlichkeit öffentlicher Personen. Ich glaube, das Format der Talkshow wird mittlerweile zu sehr geringgeschätzt, weil es so viele von ihnnen gibt. Interessantes zu einzelnen Personen erfährt man in ihnen nichtsdestotrotz. Herausragendes Beispiel dafür der tägliche Lanz-Talk, den trotz Floskeln täglich Millionen Menschen sehen.

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