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DDR-Drama "Masserberg": Ost in Translation

Schwer krank und schwer verliebt: So ganz geht im ARD-Film "Masserberg" der Adaption von Else Buschheuers gleichnamigen Roman, die Mischung zwischen Liebes- und Krankendrama nicht auf. Dafür entwickelt er einen sehenswerten Zugriff auf die DDR-Vergangenheit.

immediator 19.05.2010, 22:36
1. Schwer krank - schwer verkitscht

Eigentlich mag ich sie alle nicht, die Leute in diesem Film. Am nächsten fühle ich mich den Alten, die die Wahl zwischen dem Abflug ins sozialverträgliche Frühableben oder in die Klapse haben - oder die sich einfach zusammentun, um das Elend im Osten auszuhalten. Die auf Nina Hagen gebürstete Hauptdarstellerin sammelt anstrengungslos Nina-Hagen-Punkte, weil die Gegenspieler Gartenzwerge sind. Schwere Symbolik: am Ende ist sie blind. Sie muss es die ganze Zeit gewesen sein, um nicht zu sehen, dass der Herr Doktor aus Kuba physisch so miserabel konditioniert ist wie mental und - naja - moralisch. Was bleibt, um den Typ zu lieben? Kleinmädchenphantasie aus dem Poesiealbum. Dass das schon reichte, um die gnadenlose Stasimaschinerie in Gang zu setzen, wusste ich schon. Aber für die Anstalts- und Quotenpädagogik reichen Schmonzetten aus dem Thüringer Wald anno 1984.

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Lysas 17.01.2011, 16:17
2. Wie bitte?

Der Film steht bei mir ganz oben auf der Liste, und ist wahrscheinlich nur auf tiefmenschlicher Ebene erfassbar, anders kann ich mir die Rezension hier nicht erklären, als dass man sezieren muss was man nicht gleich greifen kann.

Homoerotik als Anspielung unter den Frauen wird zudem genannt? Wo bitte ist diese denn... keinen schimmer oder was.. *kopfschüttel*

total verkopfte Rezension. Da wird sich über Mangel an Emotion und Tiefe beschwert, dabei sind Filme doch nichts anderes als eine Projektionsfläche fürs Eigene.
Schade, so können auch Zuschauer abseits des Mainstream verschreckt werden.

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Brand-Redner 17.01.2011, 17:05
3. Filme über die DDR

Zitat von Lysas
Der Film steht bei mir ganz oben auf der Liste, und ist wahrscheinlich nur auf tiefmenschlicher Ebene erfassbar, anders kann ich mir die Rezension hier nicht erklären, als dass man sezieren muss was man nicht gleich greifen kann.
Abgesehen von der Rezension (die ja nun schon einige Monate alt ist): Filme über die DDR gibt's inzwischen jede Menge, darunter auch viele, die (im Unterschied zu Goodbye Lenin" und "Sonnenallee") ausdrücklichen Anspruch auf Ernsthaftigkeit erheben.

Dennoch finde (nicht nur) ich: Der vorliegende Streifen kann, genauso wie "Die Frau vom Checkpoint Charlie", dem Donnersmarck-Film "Das Leben der Anderen" nicht das Wasser reichen!

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