Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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der_anonyme_schreiber 04.05.2019, 12:43
1.

Er lässt keinerlei politische Phantasie walten.
Seine "Phantasie" ist aus dem 19 Jhdt. Und im 20.Jhdt bis heute noch wiederholt im praktischen Experiment widerlegt worden.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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grumpy53 04.05.2019, 12:44
2. die SPD will an unsre Häuser auf Mallorca

Meine Güte, diese Schnappatmung die aufkommt, wenn mal jemand anders denkt, neu diskutieren will, eigene Vorschläge einbringt - und womöglich den etablierten Kapitalismus in Frage stellt. Wohnraum wird unbezahlbar, Bildungschancen sind schon längst nicht mehr für alle "gleich", einige wenige werden immer reicher, Banken zocken uns "Kleine" ab, aber wehe, jemand bringt den bösen Begriff Sozialismus ein. Herrje. Das muss die SPD aushalten können. Bevor der Sozialismus, Enteignung und Verstaatlichung von was auch immer eingeführt wird, sind ne Menge Änderungen an Gesetzgebung, Verfassung, Rechtstaatlichkeit und was nicht immer mehrheitlich umzusetzen. Also erst mal wieder ruhiger atmen und nachdenken, das schadet nie. Und dann gucken, wo müssen denn Parteien umsteuern - vor allem die SPD, die sich vor lauter Blick nach rechts und Verteilungskämpfen in der Mitte traditionelle linke Ideen längst verraten und verkauft hat. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und wähle sie immer noch - notfalls auch aufgrund mangelnder Alternativen.

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beathovenr66 04.05.2019, 12:45
3. Neue Horizonte

Vortrefflich zusammenfassendes Essay. In der Tat ist die Politik immer kleingeistiger unterwegs. Das ständige
Raunen "Wachstum, Wachstum" greift viel zu kurz und verstellt den Ausblick auf gar nicht mal so neue Ideen.
Extremer Sozialismus ist genau so wenig die Zukunft wie der ungezähmte Raubtierkapitalismus. Die SPD Spitze
liefert wieder einmal das unsägliche Trauerspiel der von der Basis entrückten "Genossen". Union und FDP
überbieten sich in ihren Floskeln der Wirtschaftshörigkeit. Sind die Grünen in all ihrer Unfertigkeit wirklich die
einzige Hoffnung auf due verbindende und befreiende Politik von Morgen ?

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josho 04.05.2019, 12:45
4. Schon erstaunlich....

....was Kühnerts Thesen plötzlich für eine Unruhe im Land sorgen - da hat Frau Nahles recht. Die Linkspartei vertritt seit ihrer Gründung bzw. Abspaltung nichts anderes. Allerdings ist es mit Erfolg gelungen - auch mit tatkräftiger Hilfe einse Teils der Presse - die von der Linkspartei kommenden Thesen zu verunglimpfen und ad absurdum zu führen. Wenn Herr Kühnert jetzt dasselbe sagt, dann beschäftigen sich auf einmal Wissenschaftler und seriöse Kommentatoren für diesen Inhalt. Wäre Kühnert in der Linkspartei, dann fände sich über seine Ideen noch nicht einmal ein Zweizeiler.

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swarf 04.05.2019, 12:48
5. Gut!

Ich glaube nicht, dass es ein Ziel ist, alle zu enteignen. Aber mal über Alternativen zum Turbo-Kapitalismus zu reden, wird langsam Zeit. Auch dafür, langsam die Weichen zu stellen, dass mehr Menschen an einer Umverteilung teilnehmen können.
Die Schere zwischen reich und arm wird größer. Darüber wird ab und an gesprochen, aber nichts getan. Das wird sich rächen.
24 Stunden Geschäfte geöffnet haben, am besten 6 Tage die Woche arbeiten, am liebsten den Sonntag noch dazu, über die Sinnhaftigkeit von Feiertagen wird geredet, ... Hat man sich mal angesehen, für welche Menschen dies gelten wird? Es war bisher immer so, dass einige Wenige auf Kosten Vieler bereichert haben. Das wird nicht ewig gut gehen. Und amerikanische Verhältnisse finde ich alles andere als gut.
Es wird Zeit, dass man sich ernsthaft über die Aussage Hr. Kühnerts Gedanken macht.

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o.laux76 04.05.2019, 12:51
6. Sehr gelungener Artikel

Eine offene Diskussion ist in der Tat agesichts der globalen Probleme angebracht. Kaptialismus hat in vielen Zweigen sicherlich seine Berechtigung. Aber bei der Versorgung mit Energie und Wasser, dem Rohstoffrecycling oder eben auch im Gesundheitswesen ist er völlig fehl am Platz. Hier wir seit Jahren an der Utopie festgehalten, dass ein System mit Wachstum und Rendite als Ziel ökologische Lösungen hervorbringt. Es wäre sehr wünschenswert, wenn die nächste Generation dieses Thema aufnimmt und die Auswüchse des Neoliberalismus wieder zurück dreht und nachhaltige und sinnvolle Lösungen findet.

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zeisig 04.05.2019, 12:52
7. Warum hat dieser Mann so viel Gewicht?

Das Problem sind nicht die Thesen und Forderungen eines Kevin Kühnert. Das Problem ist die Beachtung, die er findet. Nahles? Oppermann? Stegner ? Nein - ein Jusovorsitzender gibt den Ton an in diesen Tagen. Wie kommt das? Kann es sein, daß die Medien es versäumt haben, die Äußerungen von Herrn Kühnert richtig einzuordne als das was sie sind: Die Ideen eine Jusovorsitzenden.

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derschmidtmitdt 04.05.2019, 12:54
8. Yeah!

Der Artikel rockt! Genau darum geht es, übrigens schon seit Jahrzehnten. Jetzt scheint sich allerdings eine Ideologie eher unverdächtige Generation allmählich auf den Weg zu machen, diese anscheinend in Stein gemeißelten Grundsätze des Kapitalismus zu hinterfragen.
Ruhig und sehr rational, das ist eher neu.
Mal sehen, wie das weitergeht....

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engelchen5711 04.05.2019, 12:55
9. Die Reichen und Schönen jaulen auf

Allein diese Reaktion zeigt mir, dass Kühnert den Nerv der Zeit getroffen hat. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. In den Großstädten beispielsweise regieren inzwischen die Miethaie, die dafür sorgen, dass sogar Normalverdiener ihre Wohnungen verlassen müssen und Besserverdienende diese übernehmen. Gentrifizierung nennt man das, eigentlich bald schon ein Schimpfwort. Man wird natürlich nicht jeden enteignen. Aber alleine die Diskussion, bzw. die gesetzliche Möglichkeit, die Maßnahme der Enteignung im Notfall anwenden zu können, zeigt, dass man eine legale Waffe gegen überbordenden Kapitalismus hat. Die Diskussion darüber muss also weitergeführt werden.

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