Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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so-long 04.05.2019, 14:15
110. Neid?

Zitat von k-20
Halte ich für Sinnvoller. Gerade im Management fließt viel zu viel Geld. Besser Verdienen ist ja ok aber die Relation stimmt einfach nicht. Leider sind viele wichtige Berufe in Branchen wo nicht viel Geld fließt. Deshalb sind sie nicht weniger wichtig für das ganze. Es gibt Spitzenverdiener und ich meine richtige spitzenverdiener wo es genug Potential geben...
Ich persönlich gehöre nicht zu diesen, neide es denen jedoch nicht; diese zahlen dafür auch ordentlich Lohn-/Einkommensteuer.
Setzen Sie doch die Löhne zB in Pflegeberufen um 30% nach oben, aber ohne sich über die dann anstehenden Pflegebeitragserhöhung zu lamentieren. Der ewige Selbstvergleich mit "reicheren" Leuten ist der sichere Weg zum Selbstverdruß und Griesgrämertum.

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rugall70 04.05.2019, 14:15
111. Uralt-Kamellen - zigfach gescheitert

Der Autor spricht sich für politische Fantasie aus. Schön. Gut. Unbedingt! - Aber was hat das mit den Uralt-Kamellen von Kevin Kühnert zu tun?

Kühnerts Rezepte sind zigfach versucht worden. Überall auf der Welt. Nirgends haben sie funktioniert.

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slowboarder 04.05.2019, 14:18
112. Kaptialismus vs Kommuninsmus

Wir haben seit über 500 Kapitialismus in all seinen Ausprägungen seit über 500 und industrialisierung seit 300 Jahren, beides stellte sich als Problem für die Menschheit heraus, deswegen wurde vor über 150 Jahren der Kommunismus als mögliche Lösung konzipiert.
Ok dieser Lösungsversuch ist gescheitert. Daber daraus zu schließen, dass wenn ein Lösungsversuch gescheitert ist, damit das Problem gelöst wäre, wäre fatal!

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claus7447 04.05.2019, 14:19
113. Anonymer Schreiber! 17 Beiträge - aber nicht verstanden!

Zitat von der_anonyme_schreiber
Er lässt keinerlei politische Phantasie walten. Seine "Phantasie" ist aus dem 19 Jhdt. Und im 20.Jhdt bis heute noch wiederholt im praktischen Experiment widerlegt worden. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Um offen zu sein - beim ersten mal hatte ich auch den Gedanken: hat der einen an der Klatsche? Das Problem war - man wusste einfach mal weiterdenken - das System des Turbokapitalismus sich noch einmal vor Augen führen. Und das werter Forist haben Sie wohl nicht getan - oder was meine zweite wohl nahe liegender Vermutung ist: er passt nicht in ihr Parteidenken!

Wenn Sie a. das Interview mit KK lesen würden, hätten Sie bemerkt, das BMW durch den Interviewer ihm hingelegt wurde - als Beispiel. Zum anderen, Sie leben vermutlich in einer wohl isolierten Blase und bekommen nicht mit was gerade in unserem so beschaulichem Deutschland abgeht.

- Die Gehälter der Manager steigen weit überproportional zum Rest - wobei die Verantwortung der (angestellten) Unternehmens-Steuerer hat sich in den letzten 70 Jahren nicht geändert. Ich erinnere mich noch wie das ganze begann. Da gab es den Super CEO bei Mercedes namens Schrempp - das war der der Chrysler sich einverleibte und seit dem die Aktie den Arsch nicht mehr hochbekommt. Der ließ sein Gehalt deutlich steigern mit der Drohung: sonst wandern die Guten nach USA ab. Der Einzige der dann abhaute war ein Herr Apotheker (so hieß der wirklich) der zu H+P ging und dort nach kurzer Zeit rausflog.

- Die Mieten in den Großstädten werden für Otto-Normalverbrauchen insb. bei Alleinverdienern langsam so hoch, dass am Leben schon eingespart werden muss. Was macht denn eine Großstadt, wenn die notwendige Infrastruktur nicht mehr läuft (d.h. keine Krankenschwester, kein Feuerwehrmann kein Polizist). Sie können das schon mal ein wenig sehen - denn das läuft gerade in London ab, weil kam noch Bewerber für diese Jobs kommen.

Es gab mal in D eine "soziale Marktwirtschaft". Das war L. Erhard übrigens CDU. da war der Spitzensteuersatz bei 48%. Da gab es noch Vermögenssteuer. Sprich da war ein gewisser Ausgleich. Da sollte ein CEO das ca. 40-fache des Durchschnittsgehalt verdienen - heute ist es das 400 fache.

Ich möchte mal in die Zukunft sehen: Wenn es so ungehindert weiter geht - gibt es Gelbwesten in D, oder eine Revolution oder Bürgerkrieg oder Generalstreik - auch das deutsche Gemüht wird an seine Grenzen stoßen. Daher - ob die Idee von KK 1:1 umzusetzen ist - ist sekundär - es wird von Leuten wie Ihnen und den C-Parteien (+ FDP) jetzt nur vorgeschoben. Aber man kann ja mal über alternative Formen und gerechtere Steuer- und Abgabesystem nachdenken. Oder ist Denken nicht mehr erlaubt.

Übrigens: haben Sie eine Dr. Arbeit? man braucht sich nicht so aufregen. Kennen Sie noch die Namen Gutenberg, Schavan? So wie ich jetzt bei Vroniplag lese - es sind nachrangige "Schludrigkeiten" aber kein Abschreiben wie bei den Vorgenannten!

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Erythronium2 04.05.2019, 14:19
114.

Zitat von Giancarlo
deshalb spielt Sie keine Rolle im gegenwärtigen Kapitalismusmodell des Neoliberalismus. Diese vermeintliche wissenschaftliche Theorie ist keine Wissenschaft sondern reine Idelogie. Leider hat sie es geschafft die Politik und andere relevante sozialpolitische Entscheidungsträger hinters Licht zu führen und ihr Kapitalismusmodell als alternativlos zu vermarkten.
Was die Wissenschaftlichkeit in den Wirtschaftswissenschaften betrifft, so habe ich auch manchmal meine Bedenken. Aber man sollte doch nicht so tun, als ob wir hier im wildgewordenen Raubtierkapitalismus lebten. In Deutschland gibt es einen sehr teuren Sozialstaat, vgl. https://tinyurl.com/sozialausgaben . Und Artikel 1 GG schreibt schon vor, dass die Menschenwürde unantastbar ist. Ich sage nicht, dass es noch etliche Dinge gibt, die man anders und womöglich besser lösen könnte, womöglich unter weiterem Anstieg der Sozialkosten. Aber so schlimm sieht es denn doch auch nicht aus.

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Haarfoen 04.05.2019, 14:20
115. Phantasie?

Es ist ja neoliberale Sitte, den Kritikern Raum zu schenken: Mitten in der Nacht kommt mal ein kritische Dokumentation und ansonsten dürfen wir selbstverständlich unsere freie Meinung äußern. Weitere Beachtung oder politische Konsequenzen gibt oder gab es nicht. So ist es jetzt selbstverständlich auch legitim, dass Herr Kühnert eine "Phantasie" vortragen darf und natürlich läuft nicht alles optimal ... klar doch ...
Nein hier geht es nicht um eine "Phantasie": Hier geht es darum, dass sich endlich konkret etwas ändern muss. Ohne Rücksicht auf die traumatisierten Bevölkerungsteile, die geistig über das Argument "DDR" nicht hinausgekommen sind und paranoid ihre Ängste ventilieren. Ohne Rücksicht auf irgendwelche Milliardäre, die ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht nachkommen und unserer Gesellschaft und unserer Umwelt durch Unterlassung und Gier täglich schaden. Ohne Rücksicht auf Erben, die Mieter auspressen und sich einen schönen Lenz machen, einzig privilegiert durch die Geburt und nicht durch eine Lebensleistung. Inwieweit wird hier sklavisch einer Lehre folgen müssen, die aus dem 19. Jahrhundert stammt, ist eine andere Frage. Wir dem Kapitalismus eine evolutionäre Weiterentwicklung zugestanden, so gilt dies auch für den Sozialismus. Wenn beide Doktrinen nicht wandlungsfähig sind, brauchen wir eine dritte Idee. Es kann nicht angehen, dass unsere Umwelt zerstört wird und Menschen unwürdig leben müssen. Dies muss JETZT beendet werden. Die Enteignung der großen Immobilienkonzerne und die Transformation dieses Eigentums in die Hände von Wohngenossenschaften wäre ein guter Anfang - JETZT!

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dasmagazin2017 04.05.2019, 14:21
116. Entschiedenes Nein!

Wenn man eine Diskussion anstößt, dann sollte man dafür Tatsachen zugrundelegen und keine Unwahrheiten. Genau das hat Kühnert -und auch der Spiegel zum Teil- getan! Man darf solche Diskussionen doch nicht auf der Basis falscher Zusammenhänge nach dem Motto „wenn es bei Mondschein kalt ist, dann ist der Mond schuld“ führen. Nicht der Kapitalismus ist schuld an zu wenig Aktien- oder Immobilienbesitz, das entscheiden viele Deutsche selbst so. Und die marxistische Annahme, die einen haben Kapital (Unternehmer), das von anderen erarbeitet wird( Arbeiter) ist auch völliger Schwachsinn. Jeder Unternehmer erarbeitet das Kapital auch selbst und trägt zudem das größte Risiko. Was Kühnert von sich gibt, ist Idiologie auf Basis falscher Tatsachen!

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trippi111 04.05.2019, 14:21
117. Ich verstehe Sie nicht

Zitat von Peer Pfeffer
Ich würde Jusos wählen, wären sie eine eigenständige Partei! Und so es nur, um Kevins Impuls zu verstärken. Bei der Spd sieht's anders aus. Was im Parteiprogramm steht, ist leider nur noch wenig relevant.
Sie finden Kühnerts Gedanken gut und würden die Partei wählen, die dies verfolgen. Ist ja ok, Sie fänden sicherlich Mitstreiter.
Aber sind das nicht Gedanken, die z.B. die Linke geradezu in ihren Genen hat? Die SPD würde sicherlich Wähler dazu bekommen. Aber durch eine solche Polarisierung würde sie auch Wähler verlieren.
Es ist Kaffeesatz Leserei, hier Vorstellungen zu entwickeln, wobei ein "Mehr" herauskommt.

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Karlowitsch 04.05.2019, 14:22
118. Ach so

Zitat von Giancarlo
deshalb spielt Sie keine Rolle im gegenwärtigen Kapitalismusmodell des Neoliberalismus. Diese vermeintliche wissenschaftliche Theorie ist keine Wissenschaft sondern reine Idelogie. Leider hat sie es geschafft die Politik und andere relevante sozialpolitische Entscheidungsträger hinters Licht zu führen und ihr Kapitalismusmodell als alternativlos zu vermarkten.
"Die Menschenwürde ist nicht in Geld bewertbar".
Und deshalb rufen immer alle nach mehr Geld, oder wie?
Nach mehr vom materiellen Kuchen. Arbeit ist doch Ausbeutung, außer es ist der Vater innerhalb der Familie, dann wiederum darf sich der beruflich ganz toll verwirklichen und nur die Frau leidet, weil sie nicht arbeiten darf - für Geld. Allen Kapitalismuskritikern geht es einzig um mehr Geld und Wohlstand für sich selber, mit Menschenwürde begründen sie den Anspruch auf Sozialleistungen. Die eigene Gier ist es, die sie antreibt, den anderen Gier vorzuwerfen.

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ah-ist-wahr? 04.05.2019, 14:24
119. Danke dafür.

Der Raubtier-Kapitalismus, der hier so fleissig verteidigt wird, ist 2008 in Insolvenz gegangen..und wurde gerettet durch..Verstaatlichung.

Es wird Zeit, dass Menschen verstehen, dass nichts mehr undenkbar ist, was in erster Linie als Warnung verstanden werden sollte..und damit meine ich nicht Kühnert, der im Grunde nicht mehr will als einen Staatsfond.
Es gibt keine vergleichbaren historischen Episoden:
Es gibt nur noch die Zeit vor und nach dem Internet.

Aufwachen, liebe Erwachsene.

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