Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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drtreue 04.05.2019, 14:32
130. es geht doch gar nicht um den Besitz an sich

Der Frevel liegt in der Infragestellung der privaten Wirtschaft. Verstaatlichung oder vergesellschaften von Produktionsmitteln. Der Staat als Unternehmer. Siehe Landesbanken, Flughafen BB und all die anderen großartigen Unternehmungen.

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Karlowitsch 04.05.2019, 14:33
131. Ernsthaft?

Zitat von beckerchristian498
...hat sich nur den falschen verein gesucht! ich persoenlich bin auch ein befuerworter, dass sich ein arbeiter das produkt, dass er mitherstellt auch von seinem gehalt leisten kann!
Wer an einer Mondrakete oder einem Linienbus Hand anlegt muss sich auch solch ein Produkt leisten können?
Und wer bestimmt, wieviele Stunden oder Jahre man bei BMW arbeiten muss, bis man sich auch einen leisten kann, übrigens nach Abzug von Steuern und Abgaben plus wiederum Steuern bei Kauf?

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analyst_hamburg 04.05.2019, 14:33
132. Debattenkultur in einer offenen Gesellschaft

Selbstredend kann in einer offenen Gesellschaft eine Debatte über vermeintliche Tabus geführt werden.
Selbstverständlich können Jusos wie Kühnert ihre alten sozialistischen Thesen immer wieder neu zur Diskussion stellen. Natürlich können ihn Alt-Jusos, wie Herr Minkmar, die ihren Marsch durch die Institutionen bis hin zu meinungsbildenden Medien geschafft haben, flankierend unterstützen.

Allerdings dürfen dieses Recht auch Rechtsintellektuelle für sich beanspruchen, die den „gesunden deutschen Volkskörper“ von „Spekulanten“ befreien wollen.

Beide eint der Hass auf unsere Gesellschaft, unsere Werteordnung und den Erfolg, den nach wie vor die Allermeisten In unserer Gesellschaft haben, wenn man diese unsere Gesellschaft mit den konkurrierenden Systemen in der Welt vergleicht.

So unterschiedlich die Denkrichtungen aus der Richtung von Kühnert und Höcke/Kubitschek auch sind: Sie eint der Wille, unser System abschaffen zu wollen. Da kann ein Herr Kühnert noch so harmlos ins Mikro lächeln und ein Höcke noch so sorgenvoll die Stimme vibrieren lassen. Sie sind am Ende Brüder im Geiste.

Ja - und auch das gehört zu einer offenen Gesellschaft; das man darüber besorgt sein darf und bald die Koffer packt, wenn es so weiter geht.

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Haarfoen 04.05.2019, 14:33
133.

Zitat von Erythronium2
Was die Wissenschaftlichkeit in den Wirtschaftswissenschaften betrifft, so habe ich auch manchmal meine Bedenken. Aber man sollte doch nicht so tun, als ob wir hier im wildgewordenen Raubtierkapitalismus lebten. In Deutschland gibt es einen sehr teuren Sozialstaat, vgl. https://tinyurl.com/sozialausgaben . Und Artikel 1 GG schreibt schon vor, dass die Menschenwürde unantastbar ist. Ich sage nicht, dass es noch etliche Dinge gibt, die man anders und womöglich besser lösen könnte, womöglich unter weiterem Anstieg der Sozialkosten. Aber so schlimm sieht es denn doch auch nicht aus.
Sie leben sicherlich im Wohlstand und müssen sich nicht sorgen. Doch es sieht schlimm aus, sehr schlimm sogar:
Kinderarmut als signifikantes Problem, kein Zugriff auf Bildung durch ärmere Schichten (UN Kritik an D), lange Schlangen vor den Tafeln, zunehmende Obdachlosigkeit, immer höhere Ausgaben für die Miete und kein Geld für eine Altersvorsoge, immer auf Kante leben, ständige Existenzängste (prekär beschäftigt - gibt es eine Verlängerung? / Miete: gibt es die x-te Mieterhöhung?), 2 Jobs gleichzeitig, Absturz durch Krankheit oder Burn-Out, usw. Genau diese Faktoren treiben die Gelbwesten auf die Straße. Und die Verkaufszahlen von Tiernahrung in Vierteln mit niedrigem Einkommen machen deutlich, dass viele Menschen (vorzugsweise Renter) Hundefutter essen, um über die Runden zu kommen. Verlassen Sie Ihre Wohlstandblase und stellen Sie sich der Realität in diesem Land, bevor Sie von "nicht so schlimm" schwafeln.

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catsair 04.05.2019, 14:34
134.

Zitat von slowboarder
Wir haben seit über 500 Kapitialismus in all seinen Ausprägungen seit über 500 und industrialisierung seit 300 Jahren, beides stellte sich als Problem für die Menschheit heraus, deswegen wurde vor über 150 Jahren der Kommunismus als mögliche Lösung konzipiert. Ok dieser Lösungsversuch ist gescheitert. Daber daraus zu schließen, dass wenn ein Lösungsversuch gescheitert ist, damit das Problem gelöst wäre, wäre fatal!
Nicht der Kommunismus/Sozialismus ist gescheitert, sondern die meisten diktatorisch-autokratischen politischen Strukturen, die sich so nannten. ;o)

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acroflyer 04.05.2019, 14:35
135. Kühnerts Ideen

die Provokation ist ihm gelungen und auch die Aufmerksamkeit. Das Gefasel aller SPD-Granden kann man nicht mehr hören. Es gäbe durchaus Ansätze, die Mieteinnahmen erträglicher zu machen. Warum denkt keiner darüber nach, daß man die privaten Mietausgaben von der Steuer absetzen kann?? Das wäre die schnellste Hilfe, alles andere dauert Jahre und Jahrzehnte...

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holger.becker 04.05.2019, 14:35
136. Hört auf zu verunglimpfen

Als im vereinten Deutschland die Kitas eingeführt wurden hörte man Land auf Land ab das Gejammer, dass wir nicht wieder Mechanismen der DDR aus der Mottenkiste holen müssen. Heute kann sich keiner die Kitas mehr wegdenken.
Diese Verunglimpfung aller Aspekte der ehemaligen DDR wird vielen Menschen nicht gerecht. Was soll das? Etwas pauschal abzulehnen, und das in Bezug auf eine ganze Bevölkerungsgruppe, führt nur zum Erstarken der Exteme. Locker bleiben, diskutieren, nachdenken, entscheiden. Bitte nicht gleich Vorschläge stigmatisierend ablehnen. Beste Grüße von einem (ex)-Wessi.

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tschains 04.05.2019, 14:37
137.

@zeisig Müssen Ideen denn danach beurteilt werden, welche Stellung und welchen Status derjenige besitzt, der sie hat?

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Hexavalentes Chrom 04.05.2019, 14:39
138. Gg

Wenn das GG an Artikel 1 scheitert, kann man es in in toto zur Disposition stellen. Der Autor impliziert die alles entscheidende Auseinandersetzung zwischen dem GG und der turbokapitalistischen Wirklichkeit. Wenn die etablierte Politik hier nicht befriedend und korrigierend eingreift, wird das Nicht-Etablierte gewinnen. Und dann gibt es bald ein anderes GG. Wir sollten also verteidigen, was wir uns schuldig sind. Als Gesellschaft und als eines der reichsten Länder der Welt.

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catsair 04.05.2019, 14:41
139.

Zitat von dasmagazin2017
Nicht der Kapitalismus ist schuld an zu wenig Aktien- oder Immobilienbesitz, das entscheiden viele Deutsche selbst so. [...] Was Kühnert von sich gibt, ist Idiologie auf Basis falscher Tatsachen!
Ihre Behauptungen stützen sich aber auch nicht gerade auf "vollständige" Tatsachen. Man könnte sie sogar als zynisch bezeichnen, denn eine Vielzahl unserer Mitbürgerinnen und Mitbürgern dürfte es schlichtweg am notwendigen Kapital fehlen, um sich frei zu entscheiden.

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