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Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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dieter-ploetze 04.05.2019, 14:42
140. @91 mcjoe, an dem wunsch ist nichts schlimmes

Zitat von mcjoe
Der Mann will etwas mehr Gerechtigkeit auf dieser Welt, ganz ehrlich was ist daran so schlimm?. Dieser vollständig paradoxe Zustand der Vermögensverteilung ist nunmal Realität. Die Eliten regieren diese Welt seit jeher. Wir können froh sein, dass wir mit dem was für uns abfällt noch ein erträgliches und meist glückliches Leben führen können. Das war vor Jahrhunderten weit schlimmer, als die Bauern noch die letzte Saat an ihre Fürsten abtreten mussten. Es ist vollkommen utopisch zu denken dass sich, solange die Systeme von Machtmenschen reguliert werden, sich daran irgendetwas ändert. Wir können zwar mittlerweile zum Mond fliegen und schwarze Löcher fotografieren, aber einen Kuchen gerecht aufteilen können die Schimpansen noch immer besser als wir.
es ist ein frommer wunsch, die zustaende sollten sich aendern.
so gesehen stimmt erst mal alles.
kuehnert wuenscht mehr gerechtigkeit und will dafuer enteignen.
und wie solls dann weiter gehen? so wie wir es erlebt haben im real existierenden sozialismus. also nicht sehr schoen. da loesen dann die funktionaere die ehemaligen besitzer ab und alles geht seinen gewohnten gang, nur etwas schlechter. der mensch ist fuer ideale in echtzeit nicht geschaffen. ideale sind was fuer den kopf und darin sollen sie auch bleiben.

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ntfl 04.05.2019, 14:45
141. Ohne jeden Zweifel

ist eine solche Diskussionsrichtung bei uns längst überfällig und jeder der das bestreitet und sich weiter dem frommen Ansatz unterwirft "jeder kann reich werden, er muss nur genug arbeiten und mutig sein!" befindet sich entweder weiterhin im Märchenland oder hat offensichtlich ein persönliches Interesse am Erhalt des "Status Quo". Allerdings muss man sich fragen, ob Herr Kühnert der grundsätzlich richtigen Idee durch die Radikalität seiner Ansichten/Vorschläge nicht eher einen Bärendienst erweist, da diese für viele Deutsche schon fast einer Revolution gleichkommt. Grössere Besteuerung von großen Einkommen und Vermögen bei gleichzeitiger Entlastung von mittleren Einkommen würde ja schon die richtige Richtung anzeigen. So hat das Ganze wohl eher nur Potential, um wieder mal auf die SPD eindreschen zu können.

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Zeitwesen 04.05.2019, 14:46
142.

Die Bürger sollen eine Kollektivierung der Schulden klaglos hinnehmen wie zum Beispiel bei der Bankenrettung, aber bloß nicht auf die Idee kommen, dies auch bei den Gewinnen zu fordern.
So funktioniert der Neoliberalismus.

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dislozierter 04.05.2019, 14:46
143. Wären diese Vorschläge

denn mit dem Grundgesetz vereinbar? Also auch wenn es nicht Enteignung des Betriebes, aber Umwandlung zu einer Genossenschaft meint. Ich vermute nicht.
Mir würde es schon reichen, wenn das geltende Gebot des Grundgesetzes, die Eigentümer für das Gemeinwohl in die Pflicht zu nehmen, schärfer umgesetzt werden würde. Entsprechende Gesetze, Umsetzung dieser, und harte Sanktionierung bei Missachtung. Der Vorstoß von Kühnert lässt ja die Wohnungsenteignungen, die grad noch als undenkbar galten, als milde erscheinen. Eventuell ist das ja auch sein politisches Ziel, was ich gut finden würde.

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so-long 04.05.2019, 14:47
144. Zu einfach

Zitat von Haarfoen
Sie leben sicherlich im Wohlstand und müssen sich nicht sorgen. Doch es sieht schlimm aus, sehr schlimm sogar: Kinderarmut als signifikantes Problem, kein Zugriff auf Bildung durch ärmere Schichten (UN Kritik an D), lange Schlangen vor den Tafeln, zunehmende Obdachlosigkeit, immer höhere Ausgaben für die Miete und kein Geld für eine Altersvorsoge, immer auf Kante leben, ständige Existenzängste (prekär beschäftigt - gibt es eine Verlängerung? / Miete: gibt es die x-te Mieterhöhung?), 2 Jobs gleichzeitig, Absturz durch Krankheit oder Burn-Out, usw. Genau diese Faktoren treiben die Gelbwesten auf die Straße. Und die Verkaufszahlen von Tiernahrung in Vierteln mit niedrigem Einkommen machen deutlich, dass viele Menschen (vorzugsweise Renter) Hundefutter essen, um über die Runden zu kommen. Verlassen Sie Ihre Wohlstandblase und stellen Sie sich der Realität in diesem Land, bevor Sie von "nicht so schlimm" schwafeln.
Gerade in D hat jeder Zugang zu allen Schulen. Gebührenfrei. Die Unis für kleines Geld. Kinderarmut: wenn es die Alten nicht gebacken kriegen, wird es für die Kiddies schwer. Kein Geld für Altersvorsorge? Bei vielen Menschen besteht ein geringer Wille zu Konsumverzicht (das ist sparen!). Ohne qualifizierten Beruf lebt es sich einfach vorhersagbar schlecht. Das ist in der dritten Welt nicht anders, nur dort ohne jegliches Auffangnetz. Ob das Hundefutter zum Eigenverzehr oder für den Dackel gekauft wird? Lebensmittel sind in D so günstig wie nirgendwo.

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christianus_occator 04.05.2019, 14:47
145. Gegenfrage:

Zitat von Weltbild
wird immer noch über diesen Unsinn berichtet? Denken wir doch einmal die Thesen zu Ende, dann bleibt an Wohlstand nichts mehr übrig. Warum soll man sich noch Mühe geben und wirtschaftliche Leistung erbringen wenn doch alles gleich verteilt wird usw. Ein ewig Gestriger. Man sollt endlich mit dem Unsinn aufhöhren! Der einzigste Grund warum Kühnert diese Thesen aufstellt ist um Medienaufmerksamkeit zu erreichen. Dies ist ihm gut gelungen!!
Gegenfrage: Warum soll man sich noch Mühe geben und wirtschaftliche Leistung erbringen, wenn den Großteil des Gewinns ja doch ein anderer einstreicht? Dieser "Unsinn" wird solange weiterbestehen, bis der Niedriglohnsektor endlich aufgelöst und faire und gute Löhne bezahlt werden. Ich würde wirklich gerne mal sehen, wie blöde die ganzen Firmenbesitzer aus der Wäsche schauen würden, wenn plötzlich alle Kloputzer ihre Arbeit niederlegen würden. Der Chef, der seine Toilette selber putzt? Auf den Knien die Schüssel schrubbt? Wäre ein toller Anblick...

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Paddel2 04.05.2019, 14:47
146. Kühnert und sein mediales Gefolge

Hat SPON nach den Grünen nun auch die SPD für sich entdeckt? Es ist ja nicht auszuhalten, wie einseitig über das Interview hier geschrieben wird. Allein schon die Darstellung seiner Aussagen als „harmloses Interview“ ist eine Festlegung der eigenen politischen Ansichten! Ein Interview ist niemals harmlos wenn es mit einem Politiker stattfand. Die Aussagen Kühnerts sind hochbrisant und inhaltlich ein Desaster. Wie kann man ernsthaft den Sozialismus hofieren angesichts der vielen Opfer weltweit durch dieses System und den Wohlstandsverlusten die es ausgelöst hat? Seien es die UdSSR, China, Nordkorea, die DDR oder Venezuela. In allen Ländern hat der Sozialismus Armut ausgelöst. China und Russland sind erst mit dessen Aufgabe wieder gewachsen. SPON hofiert die ekelhafte deutsche Neidkultur um Besitz und Vermögen statt die Realität zu akzeptieren, dass Ungleichheit ein Preis für Wohlstand ist. Die soziale Marktwirtschaft ist das Erolgssystem schlechthin, also diskutiert lieber über den Umgang mit Erbschaften und Steuern, statt diesen Unsinn vom Stapel zu lassen. Bei Kühnert kann man entschuldigen, dass er mangels Ausbildunsgerfolgs und mangels Berufserfahrung einfach keine Ahnung hat wie die Welt funktioniert. Bei Journalisten liegen die Probleme tiefer.

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catsair 04.05.2019, 14:48
147.

Zitat von drtreue
Der Frevel liegt in der Infragestellung der privaten Wirtschaft. Verstaatlichung oder vergesellschaften von Produktionsmitteln. Der Staat als Unternehmer. Siehe Landesbanken, Flughafen BB und all die anderen großartigen Unternehmungen.
Ich denke, man muss den wahlkampf-bedingten Anteil an dem "Frevel" erstmal rausrechnen. Was dann unterm Strich übrig bleibt, verweist m.E. weniger auf die Abschaffung der Privatwirtschaft, sondern eher auf ein Umdenken von Betriebs- nach Volkswirtschaft.

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Herr Sittich 04.05.2019, 14:49
148. Das Staatsversagen ist ein Tabu

Nachwuchspolitiker, schon jetzt mit gesicherter Laufbahn bis zur Rente, will privaten Besitz enteignen. Der Staat gibt schon jetzt mehr als 50% des Volkseinkommens aus und versagt dabei auf ganzer Linie. (Bildung, Verteidigung, Infrastruktur, Gesundheitswesen, Renten, Entwicklungshilfe...etc., etc.) Falls er durch Enteignungen noch für mehr Lebensbereiche des Lebens zuständig sein würde, wäre sein Versagen noch gigantischer, das Volkseinkommen sänke gleichzeitig rapide. Also Kevin: Erst denken, dann plappern!

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juliaz 04.05.2019, 14:53
149. Wozu dann noch überhaupt was tun?

Wenn ich nichts behalten darf, was meinen Eltern gehörte, wenn ich keine zweite Wohnung besitzen darf, ohne böser Kapitalist zu sein, wenn alle die gleichen Noten bekommen, egal ob sie gelernt haben oder nicht - wozu dann noch? Dann kann ich mich auch auf meinem bedingungslosen Grundeinkommen ausruhen, meine staatlich unterstützte Miete bezahlen und zusehen, wie das Land vor die Hunde geht, weil es keinen Grund mehr gibt, sich anzustrengen und etwas aufzubauen. Oder ich ziehe weg und suche mir ein Land, wo meine Arbeit noch etwas wert ist, ohne daß ich Angst haben muß, daß mir über 50k auf dem Konto das Einkommen gepfändet wird, weil mein Nachbar ja weniger hat.

Wenn der Staat etwas verbessern will, dann soll er 5000 neue Lehrer einstellen, Schulen renovieren, dafür sorgen, dass auch Schüler aus unterprivilegierten Familien Zugang zu den besten Bildungsmöglichkeiten haben. Der Staat sollte Minijobs subventionieren oder abschaffen, den Mindestlohn vernünftig regeln, und meinetwegen auch eine Mietpreisbremse und Verstaatlichung des Immobilienmarkts überlegen. Aber Leuten das Erbe wegzunehmen, oder die Zweitwohnung, das kuriert höchstens die Symptome und nicht die Krankheit.

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