Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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steveleader 04.05.2019, 15:10
160. Gesellschaft neu denken.

Wer sich nicht permanent Weiterentwickelt, entwickelt sich zurück. Unser System wie wir es heute kennen befindet sich am Zenit.
Es wird Zeit, dass wir Anstöße bekommen wie wir unser System weiterentwickeln können. Als nichts anderes habe ich die Äußerungen des Juso-Vorsitzenden verstanden.
Schade nur das die SPD diese Steilvorlage nicht aufgenommen hat.

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liberaleroekonom 04.05.2019, 15:12
161. SPD hatte schon immer eine sehr ideologische Einstellung zu Eigentum

Zitat von dasmagazin2017
Wenn man eine Diskussion anstößt, dann sollte man dafür Tatsachen zugrundelegen und keine Unwahrheiten. Genau das hat Kühnert -und auch der Spiegel zum Teil- getan! Man darf solche Diskussionen doch nicht auf der Basis falscher Zusammenhänge nach dem Motto „wenn es bei Mondschein kalt ist, dann ist der Mond schuld“ führen. Nicht der Kapitalismus ist schuld an zu wenig Aktien- oder Immobilienbesitz, das entscheiden viele Deutsche selbst so. Und die marxistische Annahme, die einen haben Kapital (Unternehmer), das von anderen erarbeitet wird( Arbeiter) ist auch völliger Schwachsinn. Jeder Unternehmer erarbeitet das Kapital auch selbst und trägt zudem das größte Risiko. Was Kühnert von sich gibt, ist Idiologie auf Basis falscher Tatsachen!
Sie haben völlig recht. Herrn Kühnerts Ideen beruhen nicht nur auf falschen Annahmen, sondern sind auch höchst gefährlich. Seine Gedankenspiele, große Konzerne wie zum Beispiel den Autobauer BMW in Kollektiveigentum zu überführen und den Besitz von Wohnungseigentum drastisch zu beschränken halte ich für rückwärtsgewandt, abwegig und sogar verfassungsfeindlich.
Es ist doch sogar tragisch, wie viel Geschichtsvergessenheit Herr Kühnert da zeigt. Denn BMW kam einst aus Eisenach und hieß früher EMW und ist genau wegen dieser kommunistischen Vorstellungen und Enteignungen abgewandert nach Bayern.

Wer in Deutschland investiere, muss sich doch sicher sein können, dass ihm weder Wohnraum, noch sein Betrieb einfach weggenommen werden kann. Artikel 14 Grundgesetz priorisiert den Schutz von Eigentum und nicht den staatlichen Diebstahl von Privateigentum. Glaubt Herr Kühnert wirklich er könnte sich als Robin Hood der Neuzeit feiern lassen?

Statt Sozialismus-Träume wie die Kollektivierung deutscher Autobauer und den Diebstahl von Wohnungen als "notwendige Diskussion" schönzureden oder gar als "tolle Debatte" zu feiern, müsste sich zumindest Katarina Barley, die ja immerhin noch Justizministerin ist, – explizit von dem Irrläufer Kühnert distanzieren. Tut sie aber nicht.
Dass von der SPD-Parteivorsitzenden Andreas Nahles nichts Substanzielles als Gegenantwort zu erwarten ist - geschenkt.

Aber solange die SPD sich nicht von Herrn Kühnerts Aussagen deutlich distanziert, dürfte sie eigentlich für niemanden mehr in Deutschland wählbar sein.

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WolfThieme 04.05.2019, 15:12
162. Nachdenken!

Bemerkenswert, dass in diesem Forum mehr nachdenkenswerte Beiträge zu lesen sind als der Stuss, den AKK-Söder-Scheuer und der Betriebsrat von BMW lauthals von sich geben. Brauchen wir gewinnorientierte Kliniken, um nur mal einen Punkt zu nennen, wo der Chefarzt im Dezember überlegt, ob er die festgelegte Zahl von OPs noch erreicht? Wollen wir eines Tages in Zelten leben, weil wir uns Mieten nicht mehr leisten können? Brauchen wir die SUVs von BMW?

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kael 04.05.2019, 15:14
163. Deutschland in Aufregung

Betrachten wir den Vorstoß von Herrn Kühnert doch einfach mal als eine Art "Schreckschuss", um endlich das lust- und ergebnislose
Herumlavieren der Parteien um die akute Gefährdung unseres sozialen Friedens mit einem hörbaren Knall zu beenden.
Es braucht also erst einen einzelnen jungen Jungsozialisten, um für die als historisch einzustufende Gefahr des drohenden Niedergangs unserer Sozialen Marktwirtschaft eine wirkungsvolle und vor allem nachhaltige Dikussion anzustoßen. Die Parteien kämpfen stattdessen vorzugsweise an weniger gefährlichen Fronten.

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dasistzukommentieren 04.05.2019, 15:14
164. Im Gegensatz zu dem populistischen Ansatz

von Kühnert ist dieser Text m.E. eine richtige Analyse. Die Lösung nennt sich soziale Marktwirtschaft, durchaus auch verbunden mit der starken Hand des Staates. Schaffung gleicher Startbedingungen, keine Oligopole oder Monopole, Ausgleich der Verhandlungsmacht der Marktakteure (z.B. dem VVG). Hatten wir, wenn auch alles Andere als perfekt, schon mal. Funktionierte prima. Das wäre ein vernünftiger Ansatz, nicht die Schaffung von Monopolen (egal ob in privater oder öffentlicher Hand, das geht immer schief).

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bluebill 04.05.2019, 15:15
165. Endlich.

Der enthemmte Kapitalismus treibt immer neue Blüten, seit Jahren, vor aller Augen. Die Bereicherung einiger weniger auf Kosten der Mehrheit. Aber alle sehen angestrengt weg. Reden sich und anderen ein, dass das eben so sein muss, als gottgewollte Ordnung sozusagen. Denn wenn wir nicht streng nach kapitalistischen, neoliberalen Ideologien leben, verfallen wir dem bösen Kommunismus, was dem Weltuntergang gleichkommt. Dabei werden als abschreckende Beispiele gern Diktaturen hergenommen, die sich nur Sozialismus oder Kommunismus nennen, damit das eigene Volk mitzieht, zumindest anfangs, wenn es gilt, an die Macht zu kommen. Letztlich handeln sie mit ähnlichen Mitteln wie die eifernden Kapitalismusanhänger. Menschen eine goldene Zukunft vortäuschen, um sie ruhig und gleichgeschaltet zu halten. Und wenn sich später herausstellt, dass diese Visionen unerreichbar sind, ist das System schon so etabliert, dass kaum noch jemand sich auszuscheren traut. - Die Menschenwürde ist faktisch zur Handelsware verkommen, Wohlstand geht vor allem, Reichtum adelt, Armut ist eine Schande. Es wird höchste Zeit, das in Frage zu stellen. Auch ohne gleich als Verfassungsfeind verteufelt zu werden. Niemand will DDR-ähnliche Verhältnisse, aber der Heilige Markt und das Heilige Kapital scheren sich nun mal nicht um Dinge wie Menschenwürde und Gemeinschaftssinn. Deshalb muss man sie strikt regulieren.

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Thelastknight 04.05.2019, 15:17
166. E7

E7 wird kommen. Kühnert hat natürlich im weitesten recht. Die Lösung gibt es auch bereits. Mathematisch bewiesen. In 6 Wochen wird es jeder sehen.

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plutinowski 04.05.2019, 15:19
167. auf den Tisch mit unbequemen Fragen

Zitat von der_anonyme_schreiber
Er lässt keinerlei politische Phantasie walten. Seine "Phantasie" ist aus dem 19 Jhdt. Und im 20.Jhdt bis heute noch wiederholt im praktischen Experiment widerlegt worden. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
O, dazu gibt es eine ganze Menge zu sagen. Man muss kein Sozialist sein, um kritisch nachzufragen, ob denn wirklich alle Lebensbereiche dem Markt und dem Geld untergeordnet werden müssen. Und die Frage, wieso die Autoindustrie die Abwrackprämie mit Schummelsoftware gedankt hat, darf man schon auch einmal stellen. Ich finde es gut, dass diese Fragen auf den Tisch kommen.

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grabredner 04.05.2019, 15:19
168. Es geht nicht um Besitz und Geld.

Es geht um Gewalt. Es geht darum, das ich alles gebe, aber nur einen Krümel bekomme. Und es geht darum das ich inzwischen gar keinen Krümel mehr habe, wenn ich den mir angebotenen nicht nehme. Es geht darum ob wir (also Du und ich, und alle anderen) diese Gewalt weiter hinnehmen, oder ob wir etwas dagegen tun. Es geht darum das ich für meine Arbeit Steuern zahle, aber der große Arbeitgeber nicht.
Ziel des Kapitalismus ist es so viel Geld wie möglich anzuhäufen. Ein Weg dazu ist den Lohn so lange zu drücken bis die Arbeiter den Betrieb anzünden, und kurz vor diesem Moment zu stoppen. Das war schon immer so. Doch seit den 1970er Jahren helfen die Gewerkschaften den Arbeitgebern dabei. Wir werden sehen wohin das führt. Die Verleumdungsmaschine gegen Kühnert läuft jedenfalls wie von "den Märkten“ gewünscht -- Den Aktienmärkten …

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hans.lotz 04.05.2019, 15:20
169. Lichtgestalt oder vom Parteiausschluss bedroht

Angesichts der wachsenden Zustimmung in und außerhalb der SPD ist die Partei gezwungen eine klare Stellungnahme zu den mutigen Äußerungen von Kühnert abgeben zu müssen. Und das vor den anstehenden Wahlen.
Es böte sich einerseits die Chance den Vorstoß von Kühnert zum Anlass zu nehmen um verlorengegangene sozialdemokratische Programmatik wieder zu beleben und so deutlich nach links zu rücken.
Andererseits, wenn sie denn den Seeheimern folgen würde, droht das hohe Risiko dauerhaft in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Die Entscheidungsfindung sollte unter Berücksichtigung des permanenten Mangels an qualifiziertem Führungspersonal nicht allzu schwierig sein.

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