Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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andre_36 04.05.2019, 16:32
230.

Zitat von spiegelmo
1. Herr K hat einen guten Fotografen und erinnert mich an Frau von der Leyen. Er schafft damit eine Marke, seine Marke und darum geht es in erster Linie. 2. Herr K weiss, dass es eine Vergesellschaftung großer Unternehmen in Deutschland mit der SPD nicht geben wird. Darum geht es ihm auch nicht. Er braucht für die Zukunft ein Mandat, welches er mit seinen Sprüchen auch bekommen wird. Viel vor zu weisen hat er im bürgerlichen Sinne beruflich ja nicht. 3. Die Partei, d.h. der Parteitag wird gar nicht gefragt zu seinen Ideen, die mit Marx nicht viel zu tun haben. Auch dies ist nicht das Ziel, denn er muss sich profilieren, neben und außerhalb des Parteitages. 4. Warum geht es denn nicht zu den Linken? Dann bleibt er für lange lange Zeit in der Opposition, was ja auch nicht gerade lustig ist. 5. Die großen Medien, auch der Spiegel, werden ihn fallen lassen, wenn es nicht klappt mit der Spaltung der SPD. 6. Ja, eigentlich ist es die Aufregung nicht wert, denn was hatten wir nicht schon alles an Juso-Vorsitzenden, die alles mögliche gefordert haben und dann letztlich im warmen Sessel des Bundestages gelandet sind. So wird es auch mit Herr K sein.
Ich sehe das ähnlich wie Sie. Nur zu Punkt vier möchte ich anmerken, dass die Politiker der SPD sich bald ebenso in der Opposition wiederfinden werden.

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haarer.15 04.05.2019, 16:32
231.

Zitat von Augustusrex
Sie sollten gemäß Ihres Namens handeln. Dann würden Sie erkennen, dass Sie gar nicht in "viele Länder" schauen müssen. Sehr viele große deutsche Unternehmen sind ebenfalls Aktiengesellschaften, BMW übrigens auch, und sind somit bereits jetzt vergesellschaftet. Und das sogar ohne Herrn Kühnert.
Unfug ! Als ob AGs etwas mit Vergesellschaftung gemein hätte. Sie haben was Entscheidendes nicht begriffen. Denn das gilt auch nur wieder für Wenige.

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Karlowitsch 04.05.2019, 16:35
232. Der Hausherr

Zitat von karl-felix
fallen mir spontan die Arbeiter im Weinberg ein : Schliesslich ging der Hausherr um die 11. Std aus und sprach : "Warum steht ihr den ganzen Tag unbeschäftigt da?" "Weil uns niemand eingestellt hat." Er sagte : " Geht auch ihr in den Weinberg." Am Abend gab er denen von der 11. Stunde 1 Denar . Auch die von der 1. Stunde erhielten den vereinbarten 1 Denar . Da murrten diese gegen den Hausherrn: Diese leisteten nur 1 Stunde Arbeit und du stellst sie uns gleich. Der Hausherr antwortete: " Freund, ich tue dir nicht unrecht. Nimm das was dein ist und gehe. Oder ist dein Auge neidisch , weil ich gut bin . "
kann als Privatmann machen was er will. Der Staat, der sich aus Zwangsgebühren speist, nicht. Und das Gleichnis kann man auch ganz anders interpretieren als Sie es hier tun wollen

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luciust 04.05.2019, 16:35
233. Überfällige Enttabuisierung der politischen Diskussion

Auch wenn die Vorschläge ziemlicher Unsinn sind, in Ihrer Radikalität, so lässt sich nur noch so eine Diskussion in unserer verkrusteten politischen Landschaft von links anfachen. Und tatsächlich: Es sind sehr wohl auch radikale Lösungen denkbar, um die real existierende und immer stärker zunehmende Ungleichverteilung des Wohlstands zu mildern. Und zwar auch dann, wenn dies zu einer Verringerung des Gesamtwohlstands führen würde. Den abrutschenden unteren Mittelstand und den Schichten darunter würde es aber Vorteile bringen. Und genau die Wählerschichten gehen zunehmend weniger wählen. Oder sie wählen die Bauernfänger der AfD mit ihren Latrinenparolen. Was niemand nützt, weil die mit ihrer Masche nur ihren eigenen Machtgewinn und -erhalt im Sinn haben. Wird Zeit, dass deren Wähler aus den genannten Zielgruppen das kapieren.

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Lion 04.05.2019, 16:35
234. Wunderbarer Kommentar

Mehr muss nicht gesagt werden.

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gammoncrack 04.05.2019, 16:40
235. Wäre ich Quandt's und würde die

Wahrscheinlichkeit von Kühnert als "möglich" einschätzen, stände mein Vorgehen fest.

Schnellstmöglich den Wohnsitz in die Schweiz, Luxemburg oder Liechtensten verlegen, mein Aktienpaket an eine Heuschrecke verkaufen und den lieben Gott einen guten Tag sein lassen.

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spon_4_me 04.05.2019, 16:42
236. @ vera gehlkiel (# 206):

Interessant, dass Sie me2 erwähnen. Interessant, weil ich das zunächst sowohl hier als auch in den USA als medial verspiegelte, etwas elitär/urbane Aktion erlebt habe. Die einst von Tarana Burke ausgelöste, ursprünglich für de facto weniger privilegierte Frauen bestimmte Bewegung wurde von ShowBiz-Ladies gekapert - und selbst, wenn man ihnen dabei nicht nur altruistische Motive unterstellen möchte, war das eine gute Sache für die gute Sache. Wenn man sich anschaut, was deswegen nicht nur in Vorstandsetagen und Grossraumbüros passiert, sondern welchen kontextualen Schutz heute verletzliche Frauen (nehmen Sie Hotelangestellte oder Arbeiterinnen in der Landwirtschaft) genießen, kann ich nicht umhin, me2 bei allen unvermeidlichen Übertreibungen für einen gesellschaftlichen Fortschritt zu halten. Aber auch bei me2 haben wir die schwierige Arbeit noch vor uns. Auch da müssen wir noch klären, wie wir künftig dauerhafte, erfüllende Beziehungen miteinander gestalten wollen, wie wir Attraktivität und Eros am Orten wie dem Arbeitsplatz oder öffentlichen Bereichen zulassen. Und diese Grundsatzdiskussionen, die wir (I‘m sorry to say) zwischen Männern und Frauen führen sollten, hat noch nicht ernsthaft begonnen.

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Emderfriese 04.05.2019, 16:43
237. Sozialismus und Demokratie

Zitat von lobro
Was mich an der ganzen Diskussion stört, ist der immer wiederkehrende Vergleich mit dem sogenannten Sozialismus á la Sowjetunion oder DDR. Das hatte mit Sozialismus mal gerade überhaupt nicht zu tun, sondern das waren lupenreine Diktaturen von alten verbohrten Männern. Wirklicher Sozialismus/Kommunismus ist in der Geschichte noch nie irgendwo probiert worden oder wenn, dann wurde er von unseren "Freunden" jenseits des Atlantiks schon im Keim erstickt (Chile 1973, Iran 1953). Auch in Kuba oder Venezuela gab und gibt es keinen wirklichen Sozialismus.
Man sollte den Sozialismus auch nicht als ein Fertiggericht aus der Tüte ansehen, das mit etwas Wasser zusammengemischt ein köstliches Mahl ergibt. Sozialismus ist sich entwickelnde Geschichte, soll heißen, viele Experimente über die Zeit werden das ergeben, was dann endlich wohl Sozialismus genannt werden wird - oder anders. Das Experiment läuft bereits seit ca. 200 Jahren. In dieser Zeit hat sich die Idee vom Sozialismus durchaus bewahrheitet, indem der ursprüngliche "Manchester-Kapitalismus" brutalster Art mit sozialistischen Ideen zur heutigen "Marktwirtschaft" weiterentwickelt wurde, in der viele sozialistische Grundlagen umgesetzt sind. Die russische Revolution und die DDR waren (gescheiterte) Versuche, diesen Prozess zu beschleunigen.
Dennoch - die Geschichte bleibt nicht stehen, wie ebenso wenig die Entwicklung der Gesellschaften selbst. Automatisierung, weltweiter Handel, Ökologie, viel mehr Wissen und vor allem Demokratiebewusstsein schaffen neue Spielräume, in die das alte Wirtschaftsmuster nicht mehr passt. Egal, ob man es will oder nicht, die Veränderung kommt, und die Gesellschaften entwickeln sich immer weiter hin zu immer mehr Demokratie. Nenne es Sozialismus...

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Alles happy 04.05.2019, 16:43
238. Was lernt man in der Schule über die DDR?

Nach fast 30 Jahren sind die Folgen der Kollektivierung im Osten nicht mehr zu sehen. Sozialismus ist eine nette Utopie, die jedoch nicht mit Menschen zu realisieren ist. Die Vergesellschaftung führt dazu, das Niemand ein gesteigertes Interesse daran hat, das eine Entwicklung stattfindet. Ein Unternehmen muss Gewinne generieren, will es langfristig überleben. Wohin es führt, wenn diese nicht mehr für Investitionen zur Verfügung stehen, hat die geschundene DDR Volkswirtschaft deutlich gezeigt. Jeder, der diese Zeit erlebt hat weiß, dass ist kein
erstrebenswertes Leben. Von den übrigen Represalien will ich nicht reden. Das materielle Interesse des Einzelnen bringt eine Gesellschaft insgesamt voran. Im kollektiven Einheitsbrei geht das verloren. Wie Menschen ticken, das hat das Experiment DDR gezeigt. Da gab es den Spruch „Aus unseren Betrieben ist noch viel mehr
rauszuholen!“ Das ist wörtlich zu verstehen und bezog sich nicht auf die Leistung. Warum sollten die Menschen heute ehrlicher sein.
Der enthemmte Kapitalismus ist ein Problem, das die SPD in der Ära Schröder so ermöglicht hat. Es wäre echt an der Zeit so einiges von dem, was damals an Geschenken an die Superreichen verteilt wurde, zurückzunehmen. Die Anhebung des Spitzensteuersatzes auf das alte Niveau, die Vermögenssteuer, die Eindämmung der prämieren Beschäftigung, Wiederherstellung des Kündigungsschutzes, Leiharbeit unattraktiv machen und, und und!
Statt dessen bastelt der SPD-Finanzminister an einer Grundsteuerreform, die zum einen unzählige neue Finanzbeamte benötigt und zum anderen gerade die bestrafen will, die sich über Jahrzehnte ein kleines Häuschen als Altersvorsorge vom Munde abgespart haben. Soziale Gerechtigkeit geht anders.
Die Wohnungsgesellschaften im Osten wurden gezwungen einen Teil ihrer Wohnungen zu Privatisieren. Mieter als Erwerber kamen dafür selten in Frage. Wer erhält eine Finanzierung von der Bank, wenn er keine Arbeit hat? Dazu waren das unsanierte Wohnungen, man hätte also nochmals für die Modernisierung Geld benötigt. Völlig klar, dass sich dafür Investoren gefunden haben, die am Ende des Tages eben auf den Gewinn schauen. Diese Entwicklung ist politisch so gewollt gewesen, also muss man jetzt dazu stehen! Das einzige Mittel die ausufernden Mieten in den Griff zu bekommen ist der Neubau. Der sollte dann doch wieder von kommunalen Wohnungsgesellschaften bewerkstelligt werden.
Wenn Typen wie Ackermann und Co. nicht zur Verantwortung gezogen werden für den Schaden, den sie anrichten, dann hat das was mit Versagen der Politik zu tun. Es ist eine Unkultur, dass Nichtleistung am Ende zu Millionenabfindungen führt und nicht zum Regress. Über dem Reichstag steht: „Dem Deutschen Volk“. Jeder Abgeordnete sollte das ständig vor Augen haben!

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quidquidagis1 04.05.2019, 16:43
239. Entschuldigen Sie bitte..

Zitat von helmut.alt
Wie gut, dass Sie hundert Jahre in die Zukunft schauen und die Meinung der Menschen voraussagen können.
..wenn all denen es erlaubt ist,die gescheiterte Systeme der Vergangenheit als Beispiel zu zitieren,so sei mir doch ein Blick in die Zukunft gegönnt.Auch Nikita Chruschtschow würde sich heute verwundert die Augen reiben,wie sich sein Land verändert hat.So wird es auch den Deutschen(Europäern)in 100 jahren widerfahren

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