Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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hippie.jonny 04.05.2019, 16:54
250. Sie sind...

Zitat von gammoncrack
Wahrscheinlichkeit von Kühnert als "möglich" einschätzen, stände mein Vorgehen fest. Schnellstmöglich den Wohnsitz in die Schweiz, Luxemburg oder Liechtensten verlegen, mein Aktienpaket an eine Heuschrecke verkaufen und den lieben Gott einen guten Tag sein lassen.
...offensichtlich ein Kapitalist. der sich und seine Knete sieht, und dem sonst alles egal ist.
Das ist ok, aber andere müssen das nicht zulassen. Sie sind nicht allein...

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Little_Nemo 04.05.2019, 16:55
251. Rosinenpicken im Grundgesetz

Zitat von Erythronium2
Nochmals eine unendlich lange und verworrene Kolumne, um den "Hoffnungsträger" Kühnert zu rechtfertigen. Wer die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes kippen will, fordert Grundgesetzwidriges. Ohne das ergeben die Äußerungen von Herrn Kühnert aber keinen Sinn. Also handelt es sich entweder um verfassungsfeindliche oder sinnlose Äußerungen. Ich tippe auf eine Kombination von beiden. Mit Fantasie hat das alles nichts zu tun; eher schon mit uralten Alpträumen aus dem Zeitalter des Totalitarismus.
Laut Grundgesetz, Artikel 14, Abs. 2, verpflichtet Eigentum aber gegenüber der Allgemeinheit, deren Wohl es laut GG zu dienen hat. Das gilt natürlich ganz besonders für Produktionskapital. Wer das tätig ignoriert und dem nicht Genüge tut handelt ebenso grundgesetzwidrig. Also wenn schon mit dem Vorwurf der Grundgesetzwidrigkeit wedeln, dann doch bitte mit dem ganzen Artikel, und nicht nur mit dem, der einem gerade in den Kram passt. Das Grundgesetz ist ja kein Selbstbedienungsladen.

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skell100 04.05.2019, 16:57
252.

Zitat von gammoncrack
Wäre ich Quandt's und würde dieWahrscheinlichkeit von Kühnert als "möglich" einschätzen, stände mein Vorgehen fest. Schnellstmöglich den Wohnsitz in die Schweiz, Luxemburg oder Liechtensten verlegen, mein Aktienpaket an eine Heuschrecke verkaufen und den lieben Gott einen guten Tag sein lassen.
Tja, stattdessen kommt nun die Enteignung. Macht rund 250 Euro pro Bundesbürger. Auch nicht schlecht. ;)

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brunator 04.05.2019, 17:00
253. Sozialistische Gängelung und Bevormundung

Das Marxismus, Leninismus, Stalinismus, auch in der DDR nicht funktioniert haben sollte dem letzten Depp einleuchten. Wer das nicht versteht ist einfach dumm, weil er die Geschichte nicht studiert hat.
Die wirtschaftliche Freiheit ist Grundlage des Wohlstands. Punkt! Aus!
ABER, das Rezept gegen hohe Mieten sieht anders aus:
1.) Wenn die Kommunen/Gemeinden/Städte vor 20 Jahren ihre Wohnungen verkauft haben und es jetzt auf dem Markt überteuerte Wohnungen gibt dann sollten die Kommunen ENDLICH anfangen, günstigen Wohnraum wieder selber zu schaffen.
2.) Die Wohnungspreise werden durch die Spekulanten der Globalisierung angeheizt. Irrsinn, dass Wohnungen in Metropolen leer stehen, weil man nach 2-3 Jahren Leerstand einer Wohnung beim Verkauf bis zu 50% mehr erzielt. Das muß unterbunden werden. Keine Spekulationen mit Schwarzgeld aus Russland oder China in Berlin oder Düsseldorf. Das ist das eigentliche Problem.

Flugzeuge, Autos, Medizingeräte, Brücken, Archäologie, Forschung, usw. wären ohne große Konzerne nicht möglich. Denn unser Alltagskram wird in diesen Fabriken produziert. Oder wie kommen die Archäologen an den Fundort, wie kann der Chirurg den die Hightech Säge benutzen, warum können wir im winter Früchte essen? Nicht ohne Hightech Wirtschaft im Hintergrund. Hightech Wirtschaft bildet sich nur durch bestimmte engagierte Personen, die ohne entsprechende Entlohnung keinen Finger krümmen würden. Würde es Enteignungen geben würde ich mich lieber unter die Palme legen und chillen. Und viele Familien hätten kein Einkommen mehr.

Die Zukunft muss diskutiert werden. Aber nicht, indem man neidisch andere einschränkt und ihnen das hart erarbeitete wegnimmt. Erst sollte man verstehen wieder das aktuelle funktioniert und dann in die richtige Richtung unterstützen.

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Karlowitsch 04.05.2019, 17:01
254. Nicht der Kapitalismus oder die Marktwirtschaft wird sich als Irrweg

herausstellen, sondern das Experiment lebenslanger Sozialstaat. Der rasiert nämlich die Mittelschicht und lähmt diese und die Unterschicht gewaltig. Und Marktwirtschaft und Kapitalismus haben wir (auch deshalb) ja auch nicht.
Markteingriffe (EZB-Niedrigzins) und wenig Netto vom Brutto (viel Staat) will man uns aber gern als Kapitalismus und Marktwirtschaft verkaufen.

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jim.panse 04.05.2019, 17:01
255. Optional

So charmant und romantisch die Vorstellung auch sein mag der Faktor Mensch dürfte ihr jederzeit und überall einen Strich durch die Rechnung machen. Es gibt vermutlich keine Gesellschaft von relevanter Größe, die dies umsetzen konnte. Nicht mal kleine Kommunen haben diese Modelle dauerhaft betrieben.
Für Fortschritt ist Engagement und Privatinitiative erforderlich. Aber ohne Druck und ohne Spannung zwischen oben und unten wird dieses Engagement abgewürgt. Der Mensch ist ein Egoist. Wenn man ihn unter Druck setzt und sich abstrampeln lässt (in jeder Hinsicht) werden einige Großes leisten und die Masse wird versuchen mitzuhalten.
Wenn diese Motivation fehlt wird niemand mehr bereit sein Außergewöhnliches zu leisten, oder die Extra-Meile zu gehen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen würde langfristig auch genau an dieser menschlichen Komponente scheitern. Es mag hart klingen, aber jene die es nicht nach ganz oben geschafft haben beklagen das ganz besonders und fliehen sich dann in solche Modelle, die praktisch nicht funktionieren würden. So kann man auch das eigene Scheitern relativieren und anderen die Schuld geben.
Das äußere Faktoren aber eine Rolle spielen ist damit nicht in Abrede gestellt. Die soziale Ausgewogenheit ist extrem wichtig und soziale Absicherung für mich unabdingbar. Nur die Vorstellungen von Herrn Kühnert teile ich nicht. Die ist unausgegoren und sogar gefährlich. Wir sollten mehr auf Naturwissenschaften und Förderung sowie endlich mal gezielte und hilfreiche Zuwanderung setzen. So können wir den Wohlstand halten und mit den neuen Global Playern auch weiterhin mithalten. Und das geht auch sozial und ökologisch.
P.S. Wir zeichnen jeden erfolglosen Versuch auf und werden Ihren Vorgesetzten das Ergebnis präsentieren und dem www sowieso. Eine sehr gute Vorgehensweise um SPON selbst unglaubwürdig zu machen. So sieht also Diskussionskultur 2.0 im Sinne von Herrn Theurich immer noch in Ihrem Haus aus. Sachlich starke Beiträge, die nicht genehm sind werden geblockt. Wir sind gespannt auf die Ausreden. Wenn Sie ein persönliches Gespräch wünschen wie sieht es nächste Woche aus?

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Padme_G 04.05.2019, 17:02
256. Noch geht es der Mehrheit zu gut zur Kapitalismuskritik

Erstaunlich, wie Martin Schulz an der SPD scheiterte und nur ein paar Jahre zuvor es jemand wie der bürgerliche und satte Peer Steinbrück zum Kanzlerkandidaten der Arbeiterpartei schaffen konnte... Es geht eben zu vielen in Deutschland noch zu gut, um überhaupt über den Kapitalismus nachzudenken. Bei Wahlen bloß nichts riskieren, bin zwar nicht reich, aber habe einen Job und ein Haus, also lieber die wählen, ¨die von Wirtschaft was verstehen.¨ Komisch auch, dass hierzulande es als zwielichtig angesehen wird, Privatunis und Privatschulen zu betreiben, zumindest denkt man hier immer daran, dass dort das wirtschaftliche Eigeninteresse der Bildungseinrichtung die Noten beeinflusst -- wohl nicht ganz zu unrecht. Aber im Gesundheitswesen wird es als ok angesehen, dass die Radiolonkologie mit ihren Palliativbestrahlungen noch mal ordentlich an den Todgeweihten verdient... Der ¨Arzt, der sich über die Krebsdiagnose eines Patienten freut, weil die Behandlung ihm etwas einbringt ¨, wird das sicher nicht offen tun. Wäre es nicht besser, die Ärzte vom Wettbewerb eines Unternehmers zu befreien? Nur das wollen die Ärzte auch nicht, denn als Staatsbedienstete wie Lehrer würden sie auch kaum mehr als ein Schulleiter verdienen... Der Juso-Vorsitzende hat auch mit den Mieten etwas Wichtiges angesprochen. Ein hoher Anteil der arbeitenden Bevölkerung hat am Ende des Monats nichts über und konnte die Miete nur dank staatlicher Subventionierungen (Wohngeld und sozialer Wohnungsbau) bezahlen. So wird er immer schön unten bleiben, am Tropf des Staates, damit der kleine habende Teil der Bevölkerung an ihm verdienen kann. Mit etwas mehr als einer Million auf der hohen Kante ¨verdient¨ man mehr als der Durchschnittsverdiener an der Rendite. Ist das gerecht? Ist der Durchschnittverdiener weniger Wert als eine Million? So bewertet ihn der Kapitalismus. Auch unsere soziale Marktwirtschaft. Soll das immer so bleiben? Ist das nicht am Ende verschleierte Sklaverei? Legale Bereicherung auf Kosten der Gesellschaft? Kühnert hat die richtigen Fragen gestellt.

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helmut.alt 04.05.2019, 17:03
257.

Zitat von spiegerlguckerl
die sonst niemand hören will und schon garnicht auszusprechen wagt. Der heute Real Existierende Kapitalismus ist wie einst der Real Existierende Sozialismus: Organisierte Verantwortungslosigkeit (Rudolf Bahro), in der wenige gleicher sind als alle anderen (George Orwell's Schweine). Und dann ist da noch die Natur: wenn nötig, wird sie sich um ihres eigenen Überlebens willen des Homo Sapiens mittels Klimaschock entledigen. Damir ist dann auch der heutige, als Gott verehrte, Real Existierende Kapitalismus erledigt.
Kevin stellt schon die richtigen Fragen, aber seine Lösungsvorschläge empören die Mehrzahl der Betroffenen.

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BertieBallermann 04.05.2019, 17:04
258. Soziale Marktwirtschaft JA

Enteignungen NEIN. Was hat der Autor hier jetzt nicht verstanden? Wenn der sich für das erste aus dem Fenster gelehnt hätte, wären die Umfragewerte der SPD vielleicht sogar etwas raufgegangen. So hat er auch die letzten rationalen Wähler verschreckt. Ich freue mich schon auf die nächste Sonntagsumfrage.

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oranje-web 04.05.2019, 17:06
259. mal einwenig hintergrund dazu

https://www.nachdenkseiten.de/?p=51416

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