Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

Seite 32 von 56
böseronkel 04.05.2019, 18:02
310.

Zitat von brotherandrew
... Überlegungen des Essayisten sind ja schön und gut, aber dem Herrn Kühnert auch nur im Ansatz "Phantasie" zuzusprechen, ist verfehlt. Kühnerts Thesen sind nur alte Rezepte, die nicht funktionieren.
Die Behauptung Kühnerts Thesen seien antike nicht funktionieren Rezepte halte ich für sehr kühn, denn sie wurden noch nie erprobt..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Yoroshii 04.05.2019, 18:03
311. Es ist fürchtbar Herr Hose!

Zitat von Kurt-C. Hose
Sich Geschichtsvereinen in der ideologischen Mottenkiste des 19. Jh. zu bedienen ist also unter veträumzen Altlinken ein Zeichen „politischer Phantasie“ ... nicht zu fassen. Danke, mir reicht der nicht nicht ganz verflogene Stasialbtraum sozialistischer Staatsbeglückung.
Sie fallen immer wieder auf als Verfechter des schimmelnden Turbokapitalismus. Was Geschichte betrifft, haben Sie nur in ihrer Ideologenecke gewildert! Die DDR war nie ein sozialistischer Staat. Genausowenig wie die UdSSR. Sozialismus hat es noch nie gegeben. Bislang ist das leider nur eine Idee! Es gab und gibt aber "Kapitalisten", die sich der Tragik bewusst sind. Erinnere an Robert Bosch u.v.a.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 04.05.2019, 18:04
312. In bester Jakob-Augstein-Tradition

schreibt der Autor. Sozialismus aus dem Clubsessel.

So einfach

... schon in seinem Gestus, die Zukunft anders zu verstehen als wir es uns angewöhnt haben...

verhält es sich bei Kühnert leider nicht. Der hat es für "illegitim" (zu Deutsch: Unrecht) erklärt, seinen Lebensunterhalt mit der Vermietung von Wohnraum zu verdienen. Wohlgemerkt: er sprach nicht von Spekulanten oder den gefürchteten Neoliberalen, er meinte jeden Vermieter. Nun ja. Ein abgebrochener Student aus einem kleinen Beamtenhaushalt zeigt uns die ewige Richtigkeit der Marxschen Grundthese: das Sein bestimmt das Bewusstsein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schorri 04.05.2019, 18:04
313. Endlich

Endlich macht mal einer den Mund auf und traut sich das zu sagen, was längst überfällig ist.
Auch wenn eine große Koalition aus Industriemogulen und der Vasallen aus dem mittleren Management, der geneigten Wissenschaft und eingebetteten "Arbeitnehmervertreter" schäumen - Kühnert hat vollkommen recht.
In der Wirtschaftswelt hat sich eine Parallelgesellschaft gebildet, die mit demokratischen Strukturen nichts zu tun hat.
Dort herrscht der Totalitarismus der Besitzenden, die ungehemmt über Arbeitnehmer und deren Rechte nach Belieben verfügen.
Das System wird komplettiert durch Organisationsstrukturen, in denen der "Aufstieg" nur zu schaffen ist, wenn man sich unterwirft und den Chefs zu Willen ist.
Dazu wird der Nachwuchs dann vom ersten Tag erzogen und spurt.
Und die einfachen Leute?
Die Arbeiter, die eigentlich das Unternehmen tragen?
Für die sind ein paar Brosamen. Und das ständige totalitäre Damoklesschwert: Wenn du aufmuckst, dann bist du draußen. Sei froh und dankbar, sonst sind auch noch die Brosamen weg.
Unterstützt wird dieses System durch die Politik und die Medien, die jetzt Zeter und Mordio schreien.
War Warum?
Nun, weil die genau von dem System profitieren.
An ihren "Diskussionsbeiträge" und ihrer Sprachwahl könnt ihr sie erkennen.
Je lauter und pöbeliger, umso mehr wollen sie sich anschmeicheln.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
markus_wienken 04.05.2019, 18:04
314.

Zitat von humble_opinion
Ich bin auch kein Fanboy von Kevin Kühnert. Aber der Mann ist jung, engagiert, denkt selbständig und mag - je nach Sichtweise - auch mal übers Ziel hinausschießen. Wenn ich mir aber den politischen Gegenentwurf in Form eines Philip Amthor anschaue - mit 26 schon so rundgelutscht wie eine Billardkugel - dann weiß ich, in wen ich mehr Hoffnung setze, dass sich gesellschaftspolitisch Dinge zum Besseren entwickeln.
Ja, geht mir auch so, Philipp Amthor hat immerhin ein Studium erfolgreich beendet und keine sinnleeren Flausen im Kopf wie sein 2x gescheiterter Counterpart.
Mit Kevin würde es nur abwärts gehen, bei Phlipp besteht die Chance auf Verbesserung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hippie.jonny 04.05.2019, 18:05
315. Genau, und wenn es um das Geld anderer Leute geht..

Zitat von Yoroshii
Wir wissen nicht, ob der Knirps ein Riese ist. Wir wissen auch nicht, ob etwa der Forist an das Geld der anderen Leute will. Aber wir wissen, dass der kleine Mann Kühnert es zum Chef einer beachtlichen politischen Organisation gebracht hat. Man hat ihm zugehört und deswegen lässt er sich nicht nehmen, weiter das zu verlautbaren, was ihm notwendig erscheint. Er verdient jetzt auch ordentlich Geld und nicht das anderer Leute. Und man hört ihm weiterhin zu, denn argumentieren kann er. Die Parteienlandschaft ist voll von Leuten, die nicht in der Lage sind, Sachzusammenhänge zu kommunizieren. Denen hört wohl der Forist zu.
...das Geld anderer Leute wollen vor allem die Kapitalisten, nicht nur der Kühnert. Er will ja auch was dafür tun. Kapitalisten wollen kassieren, aus den Umsätzen mit Kunden/Menschen...dem geld anderer Leute. Blamen Sie doch nicht Kühnert nicht mit der kapitalischen gier nach Geld...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jim.panse 04.05.2019, 18:05
316.

Sicher ist jeder für seinen bzw. ihren Konsum selbst verantwortlich. Aber Kik, Aldi und Konsorten wurden doch geschaffen um den AN schön kurz halten zu können. Ich kann und will mir Bio und FT leisten, aber das können leider sehr viele nicht. Das kann ich denen doch nicht zum Vorwurf machen! Die Schieflage muss verbessert werden. Der Pakt zwischen oben und unten ist extrem in Gefahr. Wer Vollzeit arbeitet muss davon anständig leben können egal welchen Job er oder sie macht. Jede Tätigkeit ist wichtig für das Individuum und für die Gesellschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vegefranz 04.05.2019, 18:07
317. Es steht für alles, was in der Schulbildung falsch läuft

Er wird in seiner Schule nie etwas über die DDR oder die Sowjetunion gelernt haben.

99% des Geschichtsunterrrichts werden zum „Antifaschismus“ gewesen sein.

Und jetzt nach ein paar Semestern Laberstudium kommt dann eben so etwas heraus.

Er ist damit völlig typisch für viele Schüler seiner Generation ein Opfer des (schlechten) Bildungssystems.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freidenker10 04.05.2019, 18:09
318. Feudalismus

Schöne Systemkritik, sehe ich ähnlich! Vielleicht würde ich es radikaler als "Rückkehr in den Feudalismus" formulieren, denn was anderes ist es nicht. Früher haben die Adligen ihren Grund und Boden an Pächter verpachtet die ihnen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Ernte oder sonstigen Einkünfte abtreten mussten, somit konnten diese Menschen nicht mal ansatzweise durch Arbeit zu Wohlstand gelangen. Mit diesen Einnahmen suhlten sich die Feudalherren im Luxus. Wer die Abgabe nicht schaffte flog eben raus und verhungerte im Extremfall. Und damit nicht genug, auch die Feudale Kirche verlangte ihren "Zehnten" um auch ihrerseits dem Luxus frönen zu können. Kommt einem das nicht alles irgendwie aus unserer heutigen Zeit bekannt vor...?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thunderstorm305 04.05.2019, 18:10
319. Demokratischer Sozialismus ist ein Irrweg!

Man sollte nicht ganz vergessen dass es gerade die Großunternehmen sind die durch ihren Erfolg und die Steuern die die vielen Angestellten zu verrichten haben den Sozialstaat am Leben erhalten. Man kann der Meinung sein dass die Automobilindustrie derart bestraft werden müsste, dass sie alle untergehen. Aber wer zahlt dann die Steuern und wer die Arbeitslosenbeiträge? Und wenn man von zukünftigen Antrieben redet, dann ist überhaupt nicht gesagt, dass es die Batterie sein wird, die ja erhebliche Nachteile hat. Ein Unternehmen wie BMW in der Art anzugreifen ist schon unverschämt. Besonders wenn man bedenkt dass Herr Kühnert in seinem beruflichen Werdegang noch nicht viel geleistet hat. Ein Unternehmen wie BMW von innen hat er sicher noch nicht erlebt. Kein Wunder dass sich der Betriebsrat von BMW und auch von Daimler darüber aufregen. Alle diese Visionen von Vergesellschaftung der Gewinne und Verstaatlichung von Industrien hatten wir in der DDR schon einmal. Jeder soll am Ende das gleiche verdienen und es soll kein Unterschied mehr geben. Die Konsequenzen daraus blendet man aber einfach aus. Am Ende haben wir Unternehmen die am staatlichen Tropf hängen aber nicht mehr konkurrenzfähig sind.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 32 von 56