Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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willi45 04.05.2019, 18:49
340. Wenn Sie von Dummheit sprechen, meinen Sie sich da i?

Zitat von fichtner
Die Reichen werden immer reicher, weil die Politik es seit Jahren, fast Jahrzehnten versäumt, die Steuern (Vermögens-, Erbschafts-, Einkommens - und Kapitalertragssteuern) so zu gestalten, dass die Vielverdiener und Vermögenden ihren gerechten Beitrag für die Gesellschaft leisten. Obwohl das sogar schon die liberalen Wirtschaftstheoretiker vor Jahrhunderten für notwendig erachtet haben, um eine Chancengleichheit in der Gesellschaft zu erhalten. Das ist ein drastisches und inzwischen fast kriminelles Versagen. Inzwischen muss man sich leider vorstellen, dass doch zu viele Politiker sich haben kaufen lassen. Nur mit Dummheit kann ich mir das nicht mehr erklären. Dafür wurde einfach zu viel Klares und Kluges geschrieben in den letzten Jahren zu dem Thema.
Die „Reichen“ zahlen, wenn man das 1% der Bestverdienensten nimmt, ca. 35% der gesamten Einkommensteuer. Wieso ist das kein angemessener Beitrag für die Gesellschaft? Welchen Beitrag hat Hr. Kühnert bisher für die Gesellschaft geleistet? Und Sie? Was haben Sie für die Gesellschaft geleistet, um hier so großkotzig auftreten zu dürfen?

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schwaebischehausfrau 04.05.2019, 18:49
341. @Weltbild: No Problem...

..wenn Hr. Minkmar sich (wie bei seinem Beispiel mit dem französischen Supermarkt) mehr Genossenschaften wünscht, wo Mitarbeiter und Kunden die Eigentümer sind: Was hindert irgendwen daran, Genossenschaften zu gründen? Nichts und niemand. Und es gibt tausende neue Geschäftsfelder, die noch nicht "besetzt" sind und wo man mit Intelligenz und unternehmerischem Gespür ruckzuck eine 10.000 Mann Firma mit zig Milliarden Umatz aufbauen kann. Erfordert aber eben auch Können und Mut zum Risiko.Das ist den meisten offenbar zu anstrengend. Also lässt man erst Andere ein Unternehmen aufbauen und wenn es dann richtig groß ist , schreit man : Enteignung.
Auch ansonsten lassen sich die steilen Thesen von Hr. Minkmar ganz locker entkräften und als das entlarven , was es ist: Billiger Populismus. Als wäre die Ursache für den Aufschrei, dass es in Deutschland ein Tabu oder gar "Frevel ist, ....kreativ über Geld und Besitz" zu diskutieren. Wenn morgen jemand fordert, die Sozialhilfe-Leistungen und Hartz4 ersatzlos abzuschaffen (nach dem Motto: Ohne Arbeit und Leistung eben auch kein Geld) und dass "Reiche" nicht mehr mehr Steuern zahlen, weil sie auch mehr verdienen, sondern exakt jeder den gleichen Steuerbetrag unabhängig vom Einkommen zahlt, weil auch Reiche nicht mehr Leistungen des Staates in Anspruch nehmen.....dann wäre der Aufschrei und das Gejaule bei Hr. Minkmar noch viel größer. Und niemand würde das durchgehen lassen als "mal kreativ ne Diskussion über Geld und Besitz" starten.
Und in Deutschland, von "enthemmten Kapitalismus" zu sprechen, einem Land, in dem das Sozial-Budget (und die Alimentierung von nicht Arbeitenden) einen immer größeren Anteil der Steuer-Einnahmen erreicht und dessen anstrengungs- und bedingungslose Sozialleistungen so groß sind, dass Millionen Migranten den halben Globus überqueren, um in diese Sozialsysteme aka "enthemmter Kampitalismus" einzuwandern

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MgevdM 04.05.2019, 18:50
342. Leserin

Ebenso wie die Kühnerts Thesen den Nerv der Zeit treffen, so auch dieser Artikel: Wenn man alleine eines der hier diagnostizierten Symptome - das der „Verherrlichung der Reichen“ - „behandeln“, also eben zum Beispiel bewusst machen wird, kann damit auch die Krankheit (Der zunehmende Realitätsverlust des enthemmten Kapitalismus) vielleicht nicht gleich geheilt, aber schon in ihrer Dynamik eventuell positiv beeinflusst, bzw. gebremst werden.

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baba01 04.05.2019, 18:50
343. Und die

Betriebsräte von BMW, Mercedes .... die Angst um ihre Pfründe haben blasen die Backen auf und faseln davon "diese SPD kann ein Arbeiter nicht mehr wählen". Gegen solchen Schwachsinn gibt es nur eines - jagt diese "Betriebsräte" aus Euren Betrieben.

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Freidenker10 04.05.2019, 18:51
344.

Zitat von jim.panse
Das Problem ist nur dann steht sie im Wettbwerbe zur Linken und damit macht sie gefühlt einen Schritt auf die Linke zu und räumt damit ein, dass die Linke im Prinzip ein Kern der SPD war (und ist bzw. sein sollte). Wenn die SPD versucht die zur Linken abgewanderten Wähler zurückzugewinnen ist das nachvollziehbar. In der politischen Landschaft ist es aber ein Nullsummenspiel. Und da empfiehlt sich immer noch der Spagat. Merkel bzw. die CDU machen das doch genauso. Und jetzt wo die AfD als Bedrohung rechts auftaucht wirbt man sogar mit sicheren EU-Außengrenzen. Die sind eigentlich selbstverständlich (ob das immer so ist sei dahingestellt). Aber diese Wahlwerbung ist auch ein Zugeständnis an die AfD-Wähler und stellt einen größeren Spagat als bisher da. Die SPD wiederum musste für die vielen negativen Aspekte der Agenda 2010 Prügel beziehen und die Dinge die gut sind fallen dabei unter den Tisch.
Der kurzzeitige Gerechtigkeits Wahlkampf von Martin Schulz hats doch gezeigt, da wurden die 30% kurzzeitig gerissen. Danach wurde es denen scheinbar aber zu unheimlig und die soziale Gerechtigkeit wurde beerdigt mit dem bekannten Ergebnis.

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Ezechiel 04.05.2019, 18:56
345. Warum denn ?

Zitat von 53er
auf einen, seit Jahren bereits, extremen Klotz den lange erwarteten extremen Keil. Die Vertreter des Neo/Kapitalismus haben mittlerweile extremste Positionen erreicht und auch Kühnert macht bewusst auf extrem. Dass da Nahles und Scholz die Panik bekommen ist verständlich, stehen doch Wahlen bevor. Aber heute hat eine Umfrage zum Thema bereits gezeigt, dass sich Befürworter und Gegner der Kühnertschen Thesen fast die Waage halten, nur sollten sich die Vertreter des fast schon extremen Kapitalismus klar darüber sein, dass mit jeder brutalen Mieterhöhug neue Befürworter dazukommen, Berlin lässt Grüßen. Was aufhorchen lässt, sind die Schreie der sogenannten Arbeitnehmervertreter, die Gewerkschaften müssen sich endlich fragen, ob sie tatsächlich noch die Interessen der Mehrhet der Arbeitnehmer vertreten oder eher die Interessen einiger weniger privilegierter Arbeiter und Angestellten, die noch das Glück haben, einen Betriebsrat bilden zu können. So jedenfalls steigert man nicht die Löhne der großen Masse.
Dass da Nahles und Scholz die Panik bekommen ist verständlich, stehen doch Wahlen bevor...…
Wieso denn ? Wenn Kühnerts Thesen soviel Begeisterung beim Wahlvolk hervorrufen, wird die SPD sicher zulegen und die Partei wird das Thema weiterentwickeln.

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JürgenZ 04.05.2019, 18:57
346. Selbst als Millionär

können Sie den Enteilten nur noch hinterherhecheln.
Jeden Monat müssen hunderte Millionen neu angelegt werden. Das treibt die Preise für Vermögenswerte. Von diesem Treiben profitiert wiederum wer? Und diese Umverteilung beschleunigt sich. Das wird immer schneller immer schlimmer.
Derweil hält die Politik am Wachstumsfetisch fest, während seit Jahrzehnten klar ist, der Planet hält das nicht. aus. Zudem schaffen es die oberen 10.000 immer noch, "Völker" gegeneinander aufzuhetzen. Immer noch deswegen, weil der "Erbfeind" Frankreich mittlerweile eher Freund als Feind ist und es doch klar sein sollte, dass die Menschen in einem Boot sitzen. Wer profitiert denn vom System unterschiedlicher Staaten? Der gemeine amerikanische, deutsche, chinesische und sudanesische Bürger?
ALLES muss neu gedacht werden. Der Herr Kühnert hat glücklicherweise das Gehör und ist Anbetracht der Probleme von Krieg, Umwelt und Umverteilung von Vermögen als auch von Ressourcen noch moderat.

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andre_36 04.05.2019, 18:57
347.

Zitat von jim.panse
Das Problem ist nur dann steht sie im Wettbwerbe zur Linken und damit macht sie gefühlt einen Schritt auf die Linke zu und räumt damit ein, dass die Linke im Prinzip ein Kern der SPD war (und ist bzw. sein sollte). Wenn die SPD versucht die zur Linken abgewanderten Wähler zurückzugewinnen ist das nachvollziehbar. In der politischen Landschaft ist es aber ein Nullsummenspiel. Und da empfiehlt sich immer noch der Spagat. Merkel bzw. die CDU machen das doch genauso. Und jetzt wo die AfD als Bedrohung rechts auftaucht wirbt man sogar mit sicheren EU-Außengrenzen. Die sind eigentlich selbstverständlich (ob das immer so ist sei dahingestellt). Aber diese Wahlwerbung ist auch ein Zugeständnis an die AfD-Wähler und stellt einen größeren Spagat als bisher da. Die SPD wiederum musste für die vielen negativen Aspekte der Agenda 2010 Prügel beziehen und die Dinge die gut sind fallen dabei unter den Tisch.
Zählen Sie bitte mal die guten Dinge auf, die die SPD während ihrer Regentschaft mit den Grünen auf den Weg gebracht haben! Mir sind die leider entgangen. Vielleicht liegt das daran, dass ich zur Klasse der Arbeiter und Angestellten gehöre und nicht im Vorstand von VW oder BASF sitze.

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egonv 04.05.2019, 18:58
348.

Guter Kommentar. Er trifft den Kern: Der Kapitalismus ist zur Religion aufgestiegen. Er versagt an Fragen und Problemen der Zukunft, Tatsache.
Letztlich verteidigt er sich selbst ebenso eisern und gewaltbereit wie jede Ideologie vor ihm. Wie in jeder Ideologie vor ihm merke seine Verfechter nicht, wie sie bereits gefangen sind und wie sie glauben mit aller Gewalt rechtens zu handeln.
Die nächste Generation der Wirtschaft wird nicht kapitalistisch sein, aber auch nicht planwirtschaftlich. Nich Planwirtschaft ist es, was Kühnert fordert, nur Gerechtigkeit.
Ich begreife eins nicht: Sind die Menschen zu ungebildet, zu erkennen, was ihnen hilft und was schadet? Wer verteidigt die aktuelle Wirtschaftsordnung? Viele, viele Menschen, die glauben im Hamsterrad aufzusteigen (welch abwegiges Bild) und deswegen an den Regel dessen festzuhalten, die nur denen in die Karten spielen, die es bereits geschafft haben mehr zu haben als (fast) alle anderen.

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karl-felix 04.05.2019, 18:59
349. Nun

Zitat von haarer.15
Unfug ! Als ob AGs etwas mit Vergesellschaftung gemein hätte. Sie haben was Entscheidendes nicht begriffen. Denn das gilt auch nur wieder für Wenige.
ja, zumindest ist aber eine AG eine Gesellschaftsform , die recht gut in eine soziale Marktwirtschaft passt. Dass es nur so wenige Aktionäre gibt ( ca. 1,2 Millionen Belegschaftsaktionäre in Deutschland ) halte ich für verständlich . Das Risiko ist gross, bei einer Insolvelnz nicht nur seinen Arbeitsplatz sondern auch seine Altersversorgung zu verlieren .
Sehr viele Belegschaftsaktionäre die ich kenne, verkaufen deshalb so schnell wie möglich ihre Belegschaftsaktien und streuen ihre Anlagen . Das gibt eine sehr schöne 2. Rente.

Hat allerdings mit dem Schreckgespenst der " Vergesellschaftung " das Ihnen wohl vorschwebt tatsächlich wenig zu tun , dafür ist die Mitbestimmung der Arbeitsnehmer ein wichtiges Essential .
Auch unsere Genossenschaften sind vermutlich nicht in Ihrem Sinne "vergesellschaftet ".

Aber unterm Strich haben Sie Recht. Es ist bedauerlich , aber die deutschen Arbeitnehmer nutzen die Chance ihre eigenen Unternehmen zu " vergesellschaften " schlicht zu wenig .
Ich habe bei dem Privatisierungswahn der Jahrtausendwende
den deutschen Arbeiter sehr vermisst, jetzt laufen bei uns
Hunger/Niedrigstlöhner mit Paketen horizontal von Türklinke zu Türklinke anstatt vernünftig abgesicherter beamteter Postschaffner.
Mir hat die Privatisierung der Bundesbahn nichts genutzt.

Bei Vergesellschaftung schreien alle auf, bei Privatisierung jubelt das Kapital .

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