Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

Seite 5 von 57
friedrich_eckard 04.05.2019, 13:23
40.

Zitat von josho
Schon erstaunlich....was Kühnerts Thesen plötzlich für eine Unruhe im Land sorgen - da hat Frau Nahles recht. Die Linkspartei vertritt seit ihrer Gründung bzw. Abspaltung nichts anderes. Allerdings ist es mit Erfolg gelungen - auch mit tatkräftiger Hilfe einse Teils der Presse - die von der Linkspartei kommenden Thesen zu verunglimpfen und ad absurdum zu führen. Wenn Herr Kühnert jetzt dasselbe sagt, dann beschäftigen sich auf einmal Wissenschaftler und seriöse Kommentatoren für diesen Inhalt. Wäre Kühnert in der Linkspartei, dann fände sich über seine Ideen noch nicht einmal ein Zweizeiler.
Sie haben ja leider Recht, was mich als Parteigänger der LINKEN überhaupt nicht freut, aber wenigstens werden Kühnerts Thesen diskutiert, und wenn das sein persönlicher Erfolg ist, dann sei er ihm um der Sache willen von Herzen gegönnt. Aber wie werden sie diskutiert? Ich weiss ja nicht, ob das am lesenden und schreibenden Publikum liegt oder ob es ein Verdienst der Moderation ist, aber hier finden sich immerhin viele Diskussionsbeiträge, die der Bedeutung des Themas jedenfalls angemessen sind - sie müssen gar nicht unbedingt zustimmend sein. Anderswo? DDR 2.0... Äusserungen des Neides eines, der keine Berufsausbildung und nie richtig gearbeitet hat... "Kevin Kühnert wirbt offen für Kommunismus und Enteignung"... die Dosis Bösartigkeit, Dummheit und Mietmaulerei, die das Nervenkostüm da zu verkraften bekommt, geht mir jedenfalls an die Belastbarkeitsgrenze, und ich wünsche manchen Zeitgenossen... nicht gerade den GULAG, aber ein paar Jahre Hartz-IV wären schon "tat- und schuldangemessen".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vera gehlkiel 04.05.2019, 13:24
41.

Kühnert hat schon mal erreicht, dass Nils Minkmar diesen Artikel schreibt, in dem trotz Ökonomie auch Kultur vorkommen darf und muss. Kultur, ob ziemlich sperrig als "erweiterter Kunstbegriff" im Sinn von Joseph Beuys, oder ziemlich dauerwellig als "kein Kind zurücklassen" einer mittlerweile leider abgeschafften Ministerpräsidentin, bemisst sich nicht nach der Anzahl von Lloyd-Webber-Musentempeln in malerischen Ex-Industrie-Gebieten, sondern nach Flachsein von Hierarchie, zuverlässig gedimmt seiendem Machismo, möglichst stabil hoher Lebensqualität für viele im Sinn von möglichst geringer materieller Vernichtungsangst. "Kultur" ist einfach das Gegenteil von "Gewalt", so wie "Demokratie" das Gegenteil von "Diktatur" ist. Globaler Feldversuch gefällig? Bitteschön, wir sind mitten darin! Aber, auf nichts anderes hat Kühnert (man mag ihn mögen oder nicht, mein persönlicher Lieblingspolitiker wird er sicher nie, allerdings ist das denkbar unwichtig) je hinzuweisen versucht: das ist keine Maybrit-Illner-Talkshow, die nachher noch von einem passablen Krimi für Spaetgucker gefolgt wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
heinrich-wilhelm 04.05.2019, 13:24
42. Mottenkiste

Natürlich sollte und muss man über viele dieser Fragen diskutieren und für die teils dramatischen Ungleichheiten inunserer Gesellschaft Antworten finden. Aber diese liegen ganzsicher nicht in der in der Mottenkiste des dramatisch gescheiterten demokratischen Sozialismus. Gerade wir Deutschen sollten das immer gegenwärtig haben und nicht vergessen. Für Kevin mag das alles ferne Vergangenheit sein ,für die meisten von uns ist das alles noch sehr präsent. Auch aufstrebende Jungpolitiker sollten erst mal trocken hinter den Ohren werden ,um nicht als Grünschnäbel angesehen zu werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peter-11 04.05.2019, 13:24
43. So sind wir

Ich sehe gerade die Werbung der Deutschen Bank und denke an die Volksbanken und Sparkassen. Die eine ist genossenschaftlich und die andere öffentlich rechtlich angelegt. Diese kleineren, regional aktiven Institute hätten mit der Verursachung der Finanzkrise so gut wie nichts zu tun, werden aber in einen Topf geworfen. Sie statteten z.B. in erster Linie die Regionen mit Geldautomaten aus, wurden aber für die höheren Gebühren für sogenannte Nichtkunden sofort in die Pfanne gehauen. Die Lobbybemühungen hat funktioniert. Die Folge, der Ausbau würde zurückgefahren. Aber würde auch gleich wieder geklagt, wegen den Älteren usw. Tja, so sind wir nun mal... wir bleiben lieber bei den großen Instituten oder fast anonymen Onlinebanken, statt die eigene Region mit zu stärken. Klar, auch bei den Regionalen ist nicht immer alles o.k., aber sie sind allemal näher an der Bevölkerung als die Systemrelevanten. Tja, so sind wir nun mal .... alles egoistidch billig und immer nur kritisierend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
simi94fgh 04.05.2019, 13:24
44. Einer der komischsten und falschesten Kommentare

So falsch das man dem widersprechen muss.

"Die deutsche Gesellschaft...unser aller Glück."
In diesem Absatz sind sie schlicht besserwisserisch. Warum auch immer der Diplomat zu einer anderen Meinung kommt als Sie, das heißt nicht das er falsch liegt. Wenn er weiß das diese Entscheidungen politischen Schaden anrichtet, dann hält er diesen möglicherweise einfach für "das kleinere Übel". Aber das Sie es als aus seiner Sicht zu einem "Dogma" erheben, das um jeden Preis verteidigt werden muss ist schlicht Blödsinn. "Dennoch kannte er kein Einsehen, wir wurden nicht einig." der Satz mutet ja schon fast "pervers"(entschuldigung) an das er seine Meinung unter ihre stellen soll, weil Sie recht haben.

Die nachfolgende Systemkritik: "Dabei ist auch unser gegenwärtiges System...die Genies der freien Marktwirtschaft vor den Folgen ihrer Handlungen zu retten. Und tun es auch."
Ist ebenso falsch. Das System hat hier und da schlechte Auswüchse, aber im Gegensatz zu allen anderen funktioniert es seit Jahrzehnten. Dann als Beispiele Winterkorn und Ghosn zu nehmen ist extrem schwach. Wie viele Unternehmen werden bitte von "schlechten" oder "gierigen" Managern geleitet ? Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist der Mittelständler.... diese Menschen kommen nur nicht in den Nachrichten. Könnte man drüber nachdenken. Bund, Länder und Kommunen helfen auch nicht deswegen weil es so schön ist große Unternehmen zu retten... sondern weil es in Anbetracht der Lage alternativlos ist. In Summe zahlen diese Unternehmen immer noch sehr viel mehr Steuern und stellen Arbeitsplätze als sie hin und wieder in Schieflage geraten.

Zum Rest:
"Die Würde des Menschen ist unantastbar." - Richtig, "jeder hat ein Recht auf Leben" - auch richtig, allerdings hat keiner das Recht auf ein gutes Leben nur weil er geboren wird.... sondern er muss was daraus machen. Nicht was man hat ist das was zählt, sondern das was man daraus macht. Sozialismus hat noch nie funktioniert. Soziale Geschenke zu verteilen auch nicht. Wer etwas haben will, muss es sich erarbeiten. Man kann nicht sagen das andere Schuld sind nur weil sie etwas hochziehen, was man selber nicht macht und dann aber den Lohn anderer einfordern. Grundlegende Bedürfnisse wie Wasser, Bildung, Strom und wohnen werden erst durch den Einsatz von Geld möglich. Dieses muss allerdings erstmal verdient werden, dazu sind Investitionen nötig. Nichts kommt von selbst zu einem... und die die es machen wollen auch entlohnt werden für ihre Arbeit. Der Staat hat die Pflicht dort zu helfen wo es nötig ist. Allerdings auch nur dort und nur wenn es nötig ist. Alles andere ist im höchsten Maße asozial.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
von_oz 04.05.2019, 13:24
45. von_Oz

Wow, ich bin überrascht, wie differenziert die von Kühnert eröffnete Diskussion von manchen Medien begleitet und in womöglich fruchtbare Bahnen gebracht wird.
Ich habe zu diesem Thema viele Postings von Menschen gelesen, die solche Ihrer Ansicht nach „sozialistischen Thesen“ in der Mottenkiste gut aufbewahrt glauben. Mit großer Sicherheit wird man dasselbe eines Tages allerdings auch über den Kapitalismus sagen. Deshalb ist es allemal besser Visionen zu erarbeiten und zu diskutieren, als ein fehlerhaftes System wider besseren Wissens unkorrigiert zu lassen, wie das viele der hier Schreibenden aus mangelnder Vorstellungskraft und aus tiefer Angst, ihre gemütlichen Komfortzonen verlassen zu müssen, gerne täten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Karlowitsch 04.05.2019, 13:24
46. Bestandsschutz, zu wessen Vorteil?

Zitat von engelchen5711
In den Großstädten beispielsweise regieren inzwischen die Miethaie, die dafür sorgen, dass sogar Normalverdiener ihre Wohnungen verlassen müssen und Besserverdienende diese übernehmen. Gentrifizierung nennt man das, eigentlich bald schon ein Schimpfwort. .
Warum sollen einige Bestandsschutz zu Lasten der Allgemeinheit bekommen, wo doch qualifizierte Leute Wohnraum zu suchen scheinen? Wer zuerst da war hat gewonnen? Warum dann nicht das Recht des (finanziell) Stärkeren?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
J_A_P 04.05.2019, 13:26
47. Offenbar braucht es

Eine Juso um zu erkennen was falsch bei der SPD ist. Grundsätzlich war Hartz 4 ja gar nicht so schlecht... aber die Genossen haben, als die Wirtschaft die Arbeitnehmer nicht freiwillig am Erfolg teilhaben ließ, versäumt zu handeln. Und das ist ein Problem im Kapitalismus. Die Politik geht immer davon aus, dass der Unternehmer, wenn alles gut läuft, freiwillig etwas an den Arbeitnehmer zurück gibt. Aber so ist es nicht. Dort gilt es zu raffen, wo es nur geht. Erleichterungen durch die Politik werden gern eingesackt... aber wenn es dann darum geht den Gewinn gerecht zu verteilen... nix nada nothing. Dafür leistet man sicher lieber Lobbyisten... die noch mehr fordern. So geht es nicht weiter. Wie bei der Klima Politik haben die Politiker weltweit gepennt. Der Kevin hat mit BMW vielleicht ein extremes Beispiel genommen. Verstaatlichung der Banken, der Wasser und Stromversorgung....fänd ich besser. Bei BMW und Co ließe sich sicherlich steuerlich was machen. Ach was schreibe ich... es ist doch hinlänglich bekannt wie die Reichen sich drücken wenn es um Solidarität geht.. Steuerhinterziehung bzw Vermeidung. Man kann denen nicht mal einen Vorwurf machen. Unsere Politiker bzw das System spinnt. Politiker, die Ihre Gehaltserhöhung selbst beschließen... Wahnsinn mit System. Also Kevin.. Entweder den Laden revolutionieren oder eine eigene Partei gründen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
normalversiffter 04.05.2019, 13:26
48. Umverteilung nach Oben übertrifft Vorstellungskraft

Die extreme Konzentration des Vermögens auf eine kleine Clique Superreichen jenseits der 100 Millionen bis in die Milliarden ist keinem normal Denkenden gegenüber zu rechtfertigen. Das hier die extreme Umverteilung nach oben nicht nur ausgebremst gehört, sondern auch zu einem gewissen Grad umgekehrt gehört, sehen auch immer mehr Millonare und Milliardäre so. Warum sich so manche darüber empören, sollte die Wähler wachrütteln, ob sie wirklich bei der CDU/CSU/FDP/AfD richtig aufgehoben sind. Wenn ejne einprozentige Zahl an superreichen mehr als alle anderen besitzen, dann stimmt etwas nicht ... und gerade CDU/CSU/FDP/AfD forcieren die geradezu perverse Diskrepanz in.unendliche. ... Und die AfD lässt sich von diesen extrem Reichen illegal schmieren und versucht von ihren verlogen-betrügerischen Hintergehen der eigenen Wähler mit Hilfe ihrer verfassungsfeindlichen Identitären überall im Internet und den Medien abzulenken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Karlowitsch 04.05.2019, 13:27
49. Nein, die BMWler

Zitat von tulius-rex
Endlich kommt eine Diskussion in Gang, die mit Sozialismus oder Kommunismus nichts zu tun hat sondern mit der ungeheuerlichen Tatsache, Gewinne werden privatisiert und Verluste und Schäden zahlt die Gemeinschaft. Wenn ein Mensch über 35 Milliarden und der damit einhergehenden Macht verfügt ist das unanständig und unmoralisch. Deshalb spinnt der BMW-Betriebsrat auch (wahrscheinlich alles CSUler)
wissen halt, dass sie ebenfalls super verdienen und das nur dem Kapital zu verdanken ist, das hier in die Firma investiert ist.
In einer kleinen Klitsche in St. Kleckersdorf verdient man halt nicht so gut. Wer würde nicht gerne bei den Großen arbeiten? Wohl die meisten derer, die hier dem Kevin Beifall schenken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 5 von 57