Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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icebergs111 07.05.2019, 10:27
510. Wer hindert ihn ein Unternehmen zu gründen, nach seinen Maßstäben

Aber das wäre mit Arbeit verbunden, nicht nut mir Reden. Das ist nicht so nach einem Geschmack. Da ist es doch viel einfacher jemanden Erfolgreichen zu enteignen, als selber nach Erfolg zu streben, ausserhalb der künstlichen Welt der Politik.

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ProDe 07.05.2019, 10:36
511. wieso Tabu? Enteignungen gibt es in Deutschland seit Jahrzehnten

der Aufschrei ist nur so laut weil es nicht wie beim Kohleabbau um "Enteignungen" von normalen Bürgern geht sondern um Vergesellschaftung von Unternehmen und Vermögenden - und da snoch nicht einmal als Forderung sondern als Diskussion-Aspekt im Rahmen einer Gesellschafts-Diskussion

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claudio_cristinziani 07.05.2019, 10:41
512. Schön, dass diese Themen mal diskutiert werden

Es ist ein guter Anstoß von Herrn Kühnert. Das sieht man ja schon allein an den entsetzten Reaktionen einiger Leute. Wir haben uns in Deutschland spätestens seit den frühen 90igern einem unkontrollierten Kapitalismus verschrieben und die soziale Marktwirtschaft mehr und mehr in Frage gestellt. Wahrscheinlich wollten es einflussreiche, reiche Leute und namhafte Lobbyisten so. Es wird Zeit endlich darüber zu diskutieren, wie der Reichtum in Deutschland verteilt ist, welche Entwicklungen es dabei in den vergangenen Jahrzehnten gegeben hat und warum die Schere soweit auseinander geht. Deutschland geht es gut, gar keine Frage. Aber einige wenige haben sehr sehr viel mehr als andere. Und ein bedeutender Teil der Bevölkerung ist so abhängig dass zeitlebens gar kein Kapital aufgebaut werden kann.

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Kurt-C. Hose 07.05.2019, 10:46
513.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Natürlich sind Rewe und Edeka Genossenschaften. Die Genossen sind Kaufleute. Und genau deswegen kann die jeweilige Firmenleitung nicht einfach Top down entscheiden, sondern da haben die Genossen = Kaufleute ein gehöriges Wort mitzureden. Egal wie man dazu steht. es geht um Folgendes: in dem sich sich viele (kleine) Kaufleute zusammentun, können sie in der Gesamtheit ECONOMIES OF SCALE nutzen. Was sonst nur den ganz ganz großen vorbehalten bleibt. "Die REWE Group entstand 1927 durch den Zusammenschluss von 17 Einkaufsgenossenschaften und ist somit seit ihrer Entstehung eine genossenschaftliche Unternehmensgruppe. Darauf sind wir stolz." (Thomas Nonn, Bereichsvorstand bei der REWE Group). Nochmal: Konsumgenossenschaften halten nicht nur Deutschland den größten Marktanteil im Lebensmitteinzelhandel, sondern auch in vielen Ländern der Erde. Von Skandinavien bis Singapur. Der Spitzenreiter dürfte Kuweit sein, mit einem genossenschaftlichen Marktanteil von 80% im Einzelhandel. Das sind Werte, die weltweit sonst nur von landwirtschaftlichen Genossenschaften erreicht werden: in Norwegen haben landwirtschaftlichen Genossenschaften einen Marktanteil von 99 % bei er Milchproduktion. In Japan sind sind 91% aller Landwirte genossenschaftlich organisiert. Natürlich hat das was mit der "Vergesellschaftung von Profiten zu tun". Was denn sonst.
Weder EDEKA noch Rewe sind Genossenschaften im klassischen Sinn. Lediglich der Einkauf ist "genossenschaftlich" - Jeder einzelne Kaufmann macht dann aber seine eigenen Preise und natürlich ganz normal Profit - wie jeder andere Kaufmann auch und trägt das volle wirtschaftliche Risiko. Die "Genossenschaft" ist da nix anderes als eine Organisationsform. Nix "vergesellschaftet". Und die Angestellten sind ganz normale Angestellte dieses Kaufmanns und haben keine Genossenschaftsanteile.
Rewe ist im Übrigen eine ganz normale GmbH.

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Kurt-C. Hose 07.05.2019, 10:53
514. eklig

Das perfide an den "Vergesellschaftungslautsprechern" wie Kühnert ist, dass genau diese mediokren Gestalten dann die sind, die zwar ohne eigene Lebensleistung, aber dank ihres Parteibuches und des "richtigen Klassenstandpunktes" gern auf den Schalthebeln des Entscheidens, Verteilens, Gönnens und Absahnens sitzen möchten. Das sind genau die Parteisekretärsgestalten, von denen ich '89 gehofft habe, sie nie wieder sehen zu müssen. Return of the living socialism...

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kerry_von_alzendorf 07.05.2019, 10:55
515. Enteignung von Betrieben

Habt Ihr in der DDR gelebt? Nein? Dann haltet mal den Ball flach. Ein Rotzjunge, welcher zum Zeitpunkt der Wende 4 Monate jung war, drischt auf den s.g. Turbokapitalismus ein. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich darüber lachen. Natürlich sind wir im Sozialismus nicht verhungert. Natürlich gibt es auch jetzt im Turbokapitalismus in gewissen Bereichen (ÖPNV, Wohnungsbau etc.) Verbesserungsbedarf. Aber geht es uns schlecht? Nein! Also ich persönlich möchte keinen Sozialismus und Zwangsenteignungen mehr. So etwas kann nur von Leuten kommen, die entweder zu jung waren oder im "goldenen" Westen zu Hause waren, als der Sozialismus gewütet hat.

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SZAN 07.05.2019, 10:58
516. Kein Tabu

Über Alternativen zu derzeitigen falschen globalen Entwicklung (Klima, Hunger, Kriege, Ressourcenknappheit, Verkehrschaos, Lügen in der Politik, Rechtsradikalismus und Rassismus etc.) nachzudenken und Auswege zu entwickeln ist kein Tabu sondern dringend notwendig. Man kann nur hoffen, dass unser jungen Menschen nicht nur Freitags die Initiative ergreifen. Wo sind eigentlich die Ideen des "Club of Rome" von 1973 geblieben? Es ist eigentlich alles ein alter Hut. Die Verfechter des ewigen Wachstums und der Renditenjagd sollten mal auf die A2 nach Berlin während des Berufsverkehrs. Aber die fliegen ja lieber mit Privatjets und kümmern sich nicht um ihren CO2-Fußabdruck ...

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Bondurant 07.05.2019, 11:11
517.

Zitat von Aberlour A ' Bunadh
Natürlich sind Rewe und Edeka Genossenschaften. Die Genossen sind Kaufleute. ... Egal wie man dazu steht. es geht um Folgendes: in dem sich sich viele (kleine) Kaufleute zusammentun, können sie in der Gesamtheit ECONOMIES OF SCALE nutzen. Was sonst nur den ganz ganz großen vorbehalten bleibt. ... Natürlich hat das was mit der "Vergesellschaftung von Profiten zu tun". Was denn sonst.
der letzte Satz stimmt auf keinen Fall. Wenn sich viele (übrigens im einzelnen gar nicht mal so kleine Kaufleute) in Einkaufsverbänden zusammenschließen, um günstigere Lieferkonditionen zu erlangen und im Übrigen beinhart den persönlichen Gewinn kalkulieren, hat das mit einer "Vergesellschaftung von Profiten" nun gerade überhaupt nichts zu tun. Das Gegenteil wäre richtig: der Zusammenschluss der vielen einzelnen dient deren persönlicher Profitmaximierung. Und dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden.

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Mr.Arbogast 07.05.2019, 11:12
518. Die Reaktion zeigt, dass Kühnert genau die richtigen Fragen stellt!

Wäre die SPD ein bisschen mehr wie Kevin Kühnert, dann wäre sie nicht nur ungleich interessanter, sondern sogar wieder annähernd wählbar. Nicht weil ich blind jeden Gedanken des Juso-Vorsitzenden unterschreiben würde, sondern schon allein dafür dass er auf kluge Weise die eingetretenen Pfade politischen Denkens zu verlassen wagt und damit Diskussionen anregt, die gesamtgesellschaftlich weit mehr Nutzen haben als jeder pragmatische Kompromiss der Mutterpartei in der letzten Dekade.

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adspam 07.05.2019, 11:18
519. Die SPD schafft sich ab ...

Klasse die Ideen, die Herr Kühnert da hat. Satte 15% der Bevölkerung sind seiner Meinung, wobei, viele davon wählen vielleicht einfach nur SPD, weil die Eltern das auch schon taten. Ich bin sicher, wenn Herr Kühnert die selbe penetrante Beharrlichkeit an den Tag legt, wie "Pöbel Ralle", dann schaft er es souverän die SPD unter 10% zu führen. Eine Art negativer Westerwelle. *prust* Danke Kevin.

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