Forum: Kultur
Debatte um Kühnerts Vorschläge: Das Tabu, das er bricht
Markus Schreiber/ AP

Warum sich so viele über den Juso-Vorsitzenden aufregen? Weil es als Frevel gilt, politische Fantasie dort walten zu lassen, wo es um Besitz und Geld geht. Dabei ist es höchste Zeit genau dafür.

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worf1155 04.05.2019, 13:29
50. Die falsche Denke

Demokratie und Sozialismus? Demokratie und Enteignungen? Das passt nicht zusammen. Zu viel ist in der Vergangenheit geschehen. Bereits Walter Ulbricht sagte, “es muss demokratisch aussehen, wir müssen aber alles in der Hand behalten. Verstaatlichungen sind immer nur ein kurzfristiges Mittel. Wir haben in Deutschland einfach die falsche Denke. Während in den USA der erfolgreiche Geschäftsmann bewundert wird, wird er in unseren Gefilden angefeindet. Nur die kreativen Köpfe können ein Land voran bringen. Eigeninitiative und unternehmerische Ideen statt Verstaatlichung und Kollektivierung. Immobiliengeschäfte sind legitim. Die soziale Marktwirtschaft hat darauf zuachten, das alles fair zugeht. Noch nie hat Verstaatlichung zu etwas geführt. Nur zum Verfall der Städte. Man sollte mehr in Bildung und Startups investieren, statt längst überholte Modelle zu rezitieren.

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regnib 04.05.2019, 13:30
51.

Die Lautstärke der etwas gekünstelt wirkenden Empörung von Wirtschaftsvertretern und neoliberaler Journaille zeigt nur, das Kühnert im ZEIT-Interview einen Nerv traf. Bei der staatlich geduldeten Enteignung der nicht leistungslos sondern mit eigener Hände Arbeit erworbenen paar Kröten des Kleinsparers/Dieselfahrers blieb das Geschrei eher auf Zimmerlautstärke.
Dafür, eine längst fällige Diskussion über Gerechtigkeit und Vermögensverteilung in diesem unserem Lande angestoßen zu haben, sollten wir Kühnert dankbar sein.

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Kashmir 04.05.2019, 13:30
52.

Zitat von kroganer
die Überschüsse in großen Unternehmen auf alle Beschäftigte verteilen und nicht nur immer die Vorstände reicher machen. Ob jetzt 1,5 Millionen oder 1 Million an Boni kommt macht die ja nicht Arm. Ich könnte das gar nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, so viel Geld kassieren während Leiharbeiter für 9,65€ malochen müssen.
Wenn in so einem Konzern vielleicht 10.000 Beschäftigte gibt, dann würden TEUR 500 weniger Bonus auch nur € 0,03 pro Stunde und Arbeitnehmer ausmachen, also die wären dann auch nicht reicher.

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zzzzxy 04.05.2019, 13:30
53. hm, das leben war noch nie für alle gleich

denn die Menschen sinds auch nicht.
das Grundverständnis von Belohnungsstruktur ist nicht: du strengst dich mehr an und ich nehme dir dann so viel weg, dass der andere neben dir genausoviel hat.

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Sotnik 04.05.2019, 13:30
54. Der Autor...

...trifft den Nagel auf den Kopf!

Es ist tatsächlich NICHT Ziel staatlichen Handels, Reiche noch reicher und Arme noch ärmer zu machen - obwohl dies seit Jahren so geschieht!

Es ist NICHT das, was die Verfassung will, dass Reiche de facto mehr Einfluß auf die Politik und staatliche Entscheidungsträger haben sollen, als Arme!

Es ist - leider! - die Verfassungs-Wirklichkeit, dass bei Wahlen NICHT jede Stimme gleichviel zählt oder jeder vor dem Gesetz gleich ist!

Es entspricht NICHT der verfassungsrechtlich geschützten Menschenwürde, dass sich Menschen, die jahrelang in eine Versicherung gegen Arbeitsklosgkeit eingezahlt haben, nun von der Harz IV-Bürokratie gängeln und drangsalieren lassen und sich bis aufs letzte Hemd ausziehen müssen!

Und in welchem Grundgesetz steht eigentlich, das sich SOZIALE Einrichtungen wie Kindergärten und Krankenhäuser "rechnen müssen"?

Um den derzeit herrschenden Raubtier-Kapitalismus einzuhegen, bedarf es grundsätzlicher staatlicher Eingriffe! Mit Wahlen und Parlamentsbeschlüssen allein wird das nicht gehen, da die Reichen sich die Politik längst gekauft und Entscheidungsträger von sich abhängig gemacht haben.
Auch kontrollieren sie weitestgehend die veröffentlichte Meinung! Ihnen gehören Fernsehanstalten, Zeitungen, Radiosender und Internetportale!

Das Beharrungsvermögen der Kapitalisten und die Macht der von ihnen abhängigen (gekauften!) Entscheidungsträger in Parlament und staatlichen Organen wird man anders brechen müssen! Man muss an ihre riesigen Vermögen ran!

Insoweit sind die Vorschläge von Kevin Kühnert zwar richtig - können aber nur ein erster Schritt sein!

Ich stelle mir gerade einen Wahlkampf vor, in dem ein gemeinsamer Volksfront-Block aus einer vollkommen runderneuerten - linken! - SPD, der Linken und anderer Parteien mit einem glaubwürdigen Spitzenkandidaten (meinethalben Kühnert) mit dem Versprechen antritt, die Wohnungsfrage über Enteignungen der Groß-Besitzer zu Gunsten der Mieter zu lösen!
Entschädigungslos natürlich, denn die Miethaie à la "Vonovia" und Konsorten haben aus den Mietern in den vergangenen Jahren genug für ihre "Shareholder" herausgepresst!

Und die verspricht, innerhalb der ersten 100 Tage ihrer Regierung die Autoindustrie gesetzlich zu zwingen, den betrogenen Kunden die selben individuellen Entschädigungsleistungen zu zahlen, wie dies in den USA geschehen ist!

Der Ausgang einer solchen Wahl wäre von vorneherein glasklar...!

Die Reichen, die dies negativ betreffen würde, sind nämlich nur wenige, die Armen, die davon profitieren würden, sind die überwältigende Mehrheit.

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lautlos 04.05.2019, 13:31
55. Witz

Ihr Beitrag ist ein Witz. Die Reichen und Schönen sind schneller in der Schweiz oder in Monaco als Sie eine Mauer bauen können. Übrig bleiben Unternehmer die ihr ganzes Kapital gebunden haben und unseren Wohlstand erst ermöglichen. Beschäftigen Sie sich noch einmal mit der Geschichte der DDR und warum die Mauer gebaut werden musste...........

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Lu-tse 04.05.2019, 13:31
56. Neustart

Hoffentlich beendet die SPD bald mal ihre Nabelschau und kümmert sich um die Umsetzung sozialdemokratische Politik, statt sich weiterhin selbst zu zerlegen. Immerhin ist die SPD an der jetzigen Regierung beteiligt und auch an deren versagen. Kühnert erinnert daran, dass die SPD früher einmal eine kämpferische Arbeiterpartei war. Heute nach Ausflügen ins neoliberale scheint sie nur noch Interesse am Mandatserhalt und der Verwaltung von Missständen zu haben.Unser Außenminister mischt sich zum Beispiel völkerrechtswidrig in die inneren Angelegenheiten von Venezuela ein. Er sollte statt von Sanktionen zu reden, Wirtschaftshilfe anbieten. Damit ist den Leuten geholfen. Und auch in Deutschland gäbe es genug zu tun. Förderung von Genossenschaften, Bürokratie Abbau, sozialer Wohnungsbau, erheblich mehr Geld für die Bildung und Begabtenförderung statt Inclusion. Sicherung und Modernisierung unserer kommunale Infrastruktur, also Wasser, Strom, öffentlicher Personennahverkehr, Nahrungsmittelsicherung, Altenpflege Um nur einige zu nennen, statt diese zu privatisieren und in anonyme Konzerne auszulagern. Vielleicht gelingt es der SPD durch Kühnert wieder ihr eigenes Profil zu schärfen.

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karlo1952 04.05.2019, 13:31
57. Die Thesen von Herrn Kühnert

sollten sachlich diskutiert und kommentiert werden, ohne persönliche Angriffe. Wenn ich an anderer Stelle auf SPON lese, dass fast jeder 2. in Deutschland Immobilien- oder Grundstücksbesitzer ist, dann liegt das Problem der Besitzlosen woanders, als im reinen Besitzstreben. Es gibt auch Menschen, die wollen gar kein Eigenheim, weil sie vom Mieten mehr überzeugt sind. Genauso verhält es sich mit der Beteiligung an Unternehmen. Der Eigentümer, sprich Aktionär, investiert sein Geld und bekommt bei Erfolg eine entsprechende Dividende. Er bekommt aber bei schlechtem Geschäftsverlauf nichts, im schlimmsten Fall verliert er sein Geld. Ich bezweifle, ob dieses Risiko viele Arbeitnehmer eingehen wollen. Er erhält für seine Arbeit Lohn oder Gehalt, je nach Tarifabschluss auch einen Jahresbonus. Bei einer Firmenpleite verliert er maximal seinen Arbeitsplatz, kann sich aber einen neuen suchen, wo hingegen der Aktionär, so er will, wieder neues Geld investieren muss. Ob AN dieses Risiko eingehen wollen, bezweifle ich.

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charlybird 04.05.2019, 13:33
58. Ein wirklich

denkens-und dankenswerter Essay, der aber wahrscheinlich dem konservativen, schwarz-gelben Bodensatz wieder mal nur ein boshaftes Lächeln entlocken wird.
Allein wenn man bedenkt, was die Springer Presse dem Kühnert unterstellt, stehen Befürchtungen an, dass der Mann in Kürze verhaftet wird.
Warum reagiert das heutige Deutschland so panisch auf ein paar provokante Thesen, die im Prinzip eigentlich nicht einmal 10 Prozent der BürgerInnen in diesem Land betreffen.
Frühere Jusovorsitzende haben ähnlich Provokantes geäußert, einer wurde sogar Bundeskanzler, und man hat es, zwar auch oft kritisch in der üblichen Ecke, aber eben zur Kenntnis genommen.
Dass so etwas heute einen derartigen Entrüstungsschwall auslöst, zeigt eigentlich nur, dass entweder die politische Bildung und damit die allgemeine Bildungspolitik infrage gestellt werden muss oder dass Kühnert bei einigen ins Schwarze getroffen hat, frei nach der These von Honoré de Balzac: Hinter jedem Vermögen steckt auch ein Verbrechen :-)

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felix-schrader 04.05.2019, 13:33
59. Ganz unrecht hat er nicht...

Das etwas in puncto sozialer Frieden schiefläuft ist offentsichtlich. Der CDU / FDP fehlen eigene Ideen. Wie das mit einer Kollektivierung laufen kann, kann man an diversen Firmen in Norwegen sehen. Dort sind nicht börsennotierte Aktiengesellschaften die mehretlich und oft zu 100% in Mitarbeiterhand sind sehr verbreitet, Ich selbst arbeitete für norwegens größten Engineering-Consulter mit 3700 Mitarbeitern. Die Aktien meiner Firma sind zu 100% in der Hand von ca. 2800 der 3700 Mitarbeiter. Keiner darf mehr als 0,1% besitzen. Die Firma macht sehr gute Resultate und floriert seit Jahren. Und teilweise besser als die Konkurenz die in der Hand anderer Ivestoren sind.

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