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Debatte um Rechtsruck: Wir sind's, die Mehrheit
DPA

Ob CSU oder SPD, die etablierten Parteien nehmen die Argumente einer lauten, rechten Minderheit auf. Der Großteil der Bevölkerung jedoch steht für Offenheit und demokratische Werte. Er sollte seine Stimme erheben.

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Mara Cash 22.09.2016, 14:56
20. Demokratische Akzeptanz rechter Parteien in Deutschland

Die Akzeptanz rechter Parteien ist in Resteuropa größer als in Deutschland. Die AfD in Deutschland ist eine demokratische Partei, auch wenn viele Andersdenkende dies nicht akzeptieren wollen und in Deutschland seit 1945 kein Umgang mit rechten Parteien demokratisch geübt wurde. Das müssen seitdem gleich alles Nazis sein, wenn diese Parteien z.B. einen funktionierenden Grenzschutz und zeitgemäße Einwanderungsgesetze und konsequente Abschiebung fordern - wie es eben das deutsche Grundgesetz und die europäische Gesetzgebung vorsieht. Wenn man sieht, wie z.B. NRW bei Abschiebungen die bestehende Gesetzeslage nicht konsequent anwendet, sagt das eigentlich alles. Voll Banane - das hat nichts mit Rechtsstaatlichkeit oder geordneter Einwanderungspolitik eines demokratischen Staates zu tun - das ist vollkommene Inkompetenz, staatliche Trägheit - ein Selbstdienungs-Saftladen für jeden, der es irgendwie nach Deutschland geschafft hat (=einziges Auswahlkriterium) und nichts weiter!

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joey55 22.09.2016, 14:59
21.

Ja, auch ich bin gegen rechtsradikales und rechtsextremistisches Gedankengut. Dagegen würde ich auch auf die Straße gehen, wenn solche Demos nicht generell unter Beteiligung von Linksradikalen und Linksextremisten (z. B. die Damen und Herren der AntiFa) abgehalten würden.
Ich wehre mich jedoch deutlich gegen die Diffamierung von "rechts". Wenn die Sozialdemokratie "links" von der politischen Mitte liegt, dann lag, zumindest im bisherigen Parteienkosmos, der konservative Flügel der CDU/CSU (z. B. im Gegensatz zum "linken" CDA) "rechts" der politischen Mitte.

Diffamiert man jetzt konservatives Gedankengut als "rechts", nimmt man diesen Konservativen, die Familie und Ehe geschützt sehen wollen, patriotisch und für eine Wehrpflicht sind etc., die politische Heimat bzw. die Hemmungen Parteien "rechts" der Union zu wählen.
Denn Parteien wie die AfD leben davon, dass sie alte "konservative" Werte mit rechtsradikalen Themen verbinden und so als nicht ganz so schlimm wahrgenommen werden.

Sind diese Hemmungen erstmal gefallen, wird immer ein Teil der "alten" Unions-Wähler rechts der Union verbleiben und nicht zurück in das sog. "demokratische Spektrum" zurückkehren. "Sog." dehalb weil ich die AfD zwar ablehne, aber nicht als durchgehend "undemokratisch" ansehe und daher eine Unterteilung in "demokratisch/undemokratisch" zumindest in Bezug auf die AfD nicht vornehmen will.

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g_bec 22.09.2016, 15:00
22. Entschuldigung.

Zitat von Leser161
Wer den Begriff Demokratie nicht verstanden hat und den Begriff Demokratie auf diejenigen reduzieren möchte, die seiner Meinung, sollte mal ganz kleine Brötchen backen, wenn es um die sogenannte Verteidigung der Demokratie geht. Ansonsten wie immer, jedem seine Meinung. Man denke an Rosa Luxemburg. In diesem Sinne.
Ja und? Wer hindert die R.-Luxemburg-Zitierer eigentlich daran, hier in DEU ihre Freiheit zu genießen? Wo in DEU kommt das Überfallkommando in der Stunde der toten Augen und lässt Menschen verschwinden, weil sie unliebsame Meinungen vertreten?

PS: 20% sind NICHT das Volk!

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plutinowski 22.09.2016, 15:03
23. unterscheiden

Zitat von balu2016
Sieht sich selbst als Demokrat und will 20% der Leute bewusst ignorieren, weil sie nicht die gewünschte Meinung haben. Und ich weiß ja nicht welche Statistiken der Autor gelesen hat, aber es gibt Umfragen die zeigen, dass es bestimmt keine 80 Prozent sind, die die derzeitige Politik gutheißen.
Was heißt denn das genau - man muss das m.E. unterscheiden.
1. Eine große Mehrheit ist dafür, dass Menschen, die Schutz brauchen, gehofen wird, dass sie also Asyl erhalten.*
2. Eine große Mehrheit ist dafür, dass Menschen, die dieses Schutzes nicht bedürfen, auch abgeschoben werden können.
3. Eine große Mehrheit ist dafür, dass Menchen, die hier Schutz erhalten, sich an hier geltende Gesetze halten.

Diese 3 Punkte stehen überhaupt nicht im Widerspruch zueinander. Asyl ja - für die, die Schutz benötigen. Ein Problem besteht allerdings darin, diejenigen,. die Schutz benötigen, von denen, die ihn nicht benötigen, unterscheiden zu können. Das ist aber ein praktisches und kein grundsätzliches Problem.
(*Zu Punkt 1: Bitte nicht mit Dublin kommen. Dass die Auslagerung des Flüchtlingsproblems auf geografische Zufälligkeiten nicht funktioniert, hat die jetzige Flüchtlingskrise mehrmals klar gezeigt.)

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g_bec 22.09.2016, 15:05
24. Quark.

Zitat von artivo
bis vor kurzem war eine nicht zu vernachlässigende Anzahl der Bevölkerung Nichtwähler. Erst wenn man eine wirkliche Mehrheit (mind 2/3) einer Bevölkerung ihre Stimme abgibt, kann ich auch von einer Mehrheit sprechen. Alles andere ist .....
So'n Quatsch. Wer nicht wählt, erklärt sich mit den von den Wählern herbeigeführten Parlamenten einverstanden. Möglicherweise ist er es ja auch? Könnte ja sein.

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mxmchn 22.09.2016, 15:08
25. Hallo Nr.5!

Sie schreiben, über 80 Prozent seien für einen "Kurswechsel" in der Flüchtlingspolitik. Damit suggerieren Sie zum einen, dass es einen klar definierten "Kurs" gibt - wovon keineswegs alle überzeugt sind - und zum anderen, dass diese - angeblichen - 80 Prozent sich darüber einig seien, worin dieser Kurswechsel jetzt genau bestehen solle, welche Art von Maßnahmen ergriffen werden sollten usw. Letzteres dürfte mindestens so fragwürdig sein wie das erste; "Kurswechsel" lassen sich in höchst unterschiedliche Richtungen vornehmen. Abgesehen davon, dass Ihre Zahl bestenfalls das Ergebnis einer einzelnen Umfrage (Welche Fragen? Welches Panel?Welcher Zeitpunkt?) widerspiegeln dürfte.

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Pless1 22.09.2016, 15:09
26. Mehrheiten

Keine Frage, die Mehrheit sieht sich nicht "rechts", da hat der Autor sicher Recht. Im Grunde wendet er aber ein ähnliches Werkzeug an wie Petry und Co, in dem er sich eine eigene Mehrheit herbeirechnet. Stark vereinfacht ist seine Argumentationskette:
1) nur die wenigsten Menschen sind rassistisch oder fremdenfeindlich
2) diese wenigen sind die "Rechten" - da sie eine Minderheit sind, ist die Mehrheit die der "Nichtrechten"
3) Kritik beispielsweise an der Flüchtlingspolitik oder Sorge um die eigene kulturelle Identität wird mit Rassistismus oder Fremdenfeindlichkeit gleichgesetzt

4) da die Rassisten und Fremdenfeinde aber bekanntlich in der Minderheit sind, gehören alle Kritiker zu eben dieser vermeintlichen lauten Minderheit und die Position des Autors ist mithin die Mehrheitsmeinung

Die AfD und andere argumentieren im Prinzip gleich - nur anders herum. So einfach ist die Welt aber nicht. Weder in die eine noch in die andere Richtung.

Ich glaube: die Mehrheit will Kriegsflüchtlingen und politisch verfolgten Schutz gewähren. Ich glaube aber auch, dass eine Mehrheit möchte, dass der Großteil dieser Menschen wieder zurückkehrt, sobald dies möglich ist. Und ich glaube auch, dass die Mehrheit möchte, dass Menschen, die eben keine Kriegsflüchtlinge oder politisch Verfolgte sind, nicht hierher kommen sollen und dass der Staat hier die Übersicht und die Kontrolle behält oder besser zurückerlangt.

Man ist nicht "rechts" nur weil man nicht für "no border" ist.

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mauerfall 22.09.2016, 15:09
27.

Zitat von bruderlaurentius
einen Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik, um ganz genau zu sein 82%.
Die vergangenen Monate im Tiefschlaf gewesen?
Merkel hat doch längst um 180 Grad gedreht.
Aber ist das Blut erstmal in Wallung, gibt es bei Vielen kein Durchkommen mehr mit Fakten...

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paulaschwarz 22.09.2016, 15:10
28. Hervorragender Satz

Zitat - Jede offene Gesellschaft hat Probleme, Ralf Dahrendorf hat das in aller Lakonie so formuliert: "Wir leben in einer Welt der Ungewissheit. Niemand weiß genau, was wahr und was gut ist. Darum müssen wir immer neue und bessere Antworten suchen." Und dann die entscheidende Konsequenz benannt: "Das geht aber nur, wenn Versuch und Irrtum erlaubt sind, ja, ermutigt werden, also in einer offenen Gesellschaft. Sie, wenn nötig zu verteidigen und sie jederzeit zu entwickeln, ist daher die erste Aufgabe." Wie wahr. Zitatende. Wäre doch nur nicht die political correctness, die jegliches 'anders sein, anders denken' sofort als "rechts" diffamiert.

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g_bec 22.09.2016, 15:12
29. Nö.

Zitat von Mara Cash
Die Akzeptanz rechter Parteien ist in Resteuropa größer als in Deutschland. Die AfD in Deutschland ist eine demokratische Partei, auch wenn viele Andersdenkende dies nicht akzeptieren wollen und in Deutschland seit 1945 kein Umgang mit rechten.....
Gerade das ist der Rechtsstaat. Jeder hat das Recht, sich mit den Instrumenten der Justiz zu wehren. Auch der abgelehnte Asylbewerber.
PS: Schon mal 'ne afd-Demo gesehen? Das SIND Nazis.

PPS: Im Übrigen gibt es im Osten noch einen ganz anderen Denkansatz, zumindest bei den altennaiven für D: Erst kommen die Rechten an die Macht, dann knallts und dann ham die Ossis ihre DDR wieder;-))))

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