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Demokratie in Gefahr: Bewegt euch!
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Viele Menschen leben gerne in einer Demokratie. Sie sitzen aber nur zu Hause rum, gucken Serien und twittern ab und zu was Kritisches. Ob das reicht?

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frytom 29.01.2017, 07:16
120. Schön gebrüllt Löwe Berg...

Der Artikel hätte so auch von mir sein können. Ich für meinen Teil hätte gern hier in D die schweizer Direktdemokratie-Verhältnisse.
Als ich schon vor 10 Jahren bei SPON für mehr direkte Demokratie-Elemente für D warb, wurde ich abgewatscht mit Verweis auf die Deutsche Geschichte. Komischerweise gibt es knapp 140 Staaten rund um den Globus, von denen genau nur ein Staat (nämlich die Schweiz) eine echte direkte Demokratie hat.
Der Verweis auf die Deutsche Geschichte ist also eine reine Alibi-Veranstaltung (Sorry J. Augstein...).
Weltweit schützen die Eliten (in Form der Repräsentanten) eines, nämlich den Besitz. Bisher waren es immer nur Kriege, die dieses Schema lediglich für kurze Zeit außer Kraft setzten.
Unser Problem ist das Elitenproblem. Die Elite selbst stellt das Problem dar, sie löst keine bisher. Die Elite muss zwar auch Wasser trinken und Nahrung essen, aber ob das ganze noch gesundheitsfördernd ist, ist bisher vernachlässigt worden. Ein Großer Irrtum, der noch immer nicht von der Elite erkannt worden ist. Die Elite besteht auch nur Menschen, tut aber alles was gegen die Menschheit arbeitet. Das ist paradox, aber Tatsache.

Und wenn die Bildung bei uns auch immer zielgerichteter auf die Wirtschaft zugeschnitten wird, wie z.B. in BW mit Pflichtfach Ökonomie, dann brauchen wir uns nicht über verblödete oder desillusionierte Schulabgänger wundern, die nicht mehr partizipieren können oder wollen.

Aber was kann ein kleiner Berg bei SPON für Glauben versetzten? Jede Woche aufs Neue kann man bei SPON bewundern, welche tollen neuen SUVs oder rassige Sportwagen für tolle Neuerungen bringen. Da passen Hand und Fuß eben nicht zueinander.

Wir Europäer verprassen die 4fache Menge an Ressourcen im Schnitt, die unser Planet nicht hat. Und das ganze nennen wir zynisch Wohlstand. Es wird uns nur gelingen zu überleben, wenn wir nur nich die einfache Menge an Ressourcen verbrauchen - weltweit, d.h. es muss zwigend eine Angleichung der Lebensstandards geben. Wir müssen als Europäer lernen und bereit sein, sehr viel abzugeben (an "Wohlstand"), damit andere etwas mehr bekommen. Es können nicht mehr alle immer mehr bekommen. Das funktioniert nicht in einer endlichen Welt mit endlichen Ressourcen.
Und das muss vor allem die ELITE lernen - und zwar schnell.

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carnall 29.01.2017, 07:34
121. Die Überschrift reicht

um folgendes festzustellen. Nein! Es reicht nicht. Notfalls muss die Demokratie mit angemessenen Mitteln verteidigt werden. Nur rumsitzen bedeutet den Populisten vorfahrt zu gewähren.

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frankfurtbeat 29.01.2017, 07:50
122. so ist es ...

Zitat von dietmarcill
hat aber nichts gebracht. Vielleicht können Sie, Frau Berg, mir ja einen Tipp geben wie man sich bewegen soll, wenn : einem alle bestehenden Parteien Brechreiz bereiten, unsere dümmlich und überheblich agierenden Politiker es einem auch nicht leichter machen. Bin jetzt alt aber habe in jüngeren Jahren immer versucht etwas zu verändern oder zu bewegen, in Gorleben : auf die Fresse bekommen, in Hamburg : auf die Fresse bekommen, in Madrid : richtig auf die Fresse bekommen. Hab es dann mit Parteiarbeit probiert und musste leider wiedermal wegen Brechreiz aufgeben. Mein Fazit : dieses System zu ändern bedeutet Bürgerkrieg oder schlimmeres und das wissen die etablierten Parteien auch und hoffen auf die Vernunft der Protestler.
so ist es - auf den Punkt gebracht ist dieses System nur mittels neuer Parteien oder Revolution zu ändern. Das was in den etablierten Parteien hinterher kommt sind Abnicker und Bücklinge alles andere wird ausgegrenzt. Weder das eine noch das andere ist förderlich - ich fange es erst gar nicht erst an mich mit den Genossen auseinanderzusetzen um mich dann mit einer Depression vom politischen Alltag zu verabschieden.
Fazit: Das Land braucht kluge Köpfe, Macher und keine Bücklinge. Die BRD braucht Demokratie in Form von Volksabstimmungen anstatt unwiderrufliche Vorgaben durch die mittels Steuergeldern durchgepäppelten Politnasen als Befehlsempfänger wahrzunehmen.

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kestrel2 29.01.2017, 08:00
123. Die Couch ist sicher nicht die Lösung - Parteipolitik aber sicher auch nicht

Ich schätze die Artikel von Sibylle Berg wirklich sehr. - Aber hier liegt sie ausnahmsweise voll daneben. Die Antwort auf die aktuelle politische Krise kann nicht sein, sich jetzt massenweise in politischen Parteien zu engagieren. Und es ist auch keineswegs die einzige Möglichkeit politischer Aktivität. M.E. haben wir ein neues politisches Stadium erreicht, in dem ganz anderes möglich ist als die frustrierenden und in immer neue und unproduktive Auseinandersetzungen führenden Parteiarbeit. Ja, "wir sind Politik". Aber wir sind es im Alltag. Unsere heutige Gesellschaft ist voller Spannungen und Trennungen - Das wurde viel zu lange ignoriert und spült nun die Rechtspopulisten in vielen Ländern nach oben. Wer als Reaktion darauf "den politischen Kampf" sucht, hat m.E. immer schon verloren. Denn den "Kampf", den gewinnen immer jene Rechtspopulisten. Man kann das z.B. sehr gut in Ungarn sehen, wenn man die Entwicklung dort seit länger als ein paar Jahren hautnah mitkriegt. Auch dort standen sich vor Orbans "Sieg" nahezu ein Jahrzehnt lang zwei politische Lager unversöhnlich als "Feinde" gegenüber, die versuchten, mit allen Mitteln den Sieg übereinander zu erringen. Das Ergebnis ist bekannt.
Was wir heute als ganz normale, vermeintlich "unpolitische" Bürger tun können, ist: Die Gräben im Alltag schließen helfen, aus dem der Rechtspopulismus seine Kraft bezieht. Anständiger und Kontaktsuchender zu sein als wir das bisher waren. Mit Menschen offen sprechen, mit denen wir das bisher nicht getan haben, weil wir ja als Privatleute nebeneinander herleben und uns das alles nichts angeht. Mein persönlicher Superheld in dieser politischen Strategie ist der Pianist Daryl Davis. Denn an seinem Beispiel kann man sehen, wie erfolgreich so ein Vorgehen sein kann, wie viel ein Mensch in unserer Gesellschaft bewirken kann: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/45368/Ein-schwarzer-Pianist-entmachtet-den-Ku-Klux-Klan

Und wer auch nach der Kenntnisnahme dieses Beispiels immer noch große Lust auf Parteipolitik verspürt oder glaubt, dass es nun seine Pflicht sei, seine Kräfte dort einzubringen, sollte sich vielleicht einmal das hier anschauen: https://www.youtube.com/watch?v=_1vjQgPjPaE

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fördeanwohner 29.01.2017, 08:22
124. -

Zitat von keine-#-ahnung
Wir (die forschenden und lehrenden Ärzte, Ingenieure, Physiker, Chemiker, Biologen, Mathematiker etc.pp.) haben es schlicht nicht auf den Schirm bekommen, das sich Sozialpädagogen, Soziologen, Genderforscher, Politikwissenschaftler und Journalisten qua Amt zur Elite befördert haben. Unser Fehler - Gott sei Dank sind wir mittlerweile alt genug, um die Auswirkungen dieses Versäumnisses nicht mehr allzu lange live erleben zu müssen.
Dr. Angela Merkel - Physikerin
Dr. Ursula von der Leyen - Medizinerin
Dr. Thomas de Maiziere - Jurist
Horst Seehofer - Betriebswirt
Manuela Schwesig - Diplom-Finanzwirtin (Steuerprüferin)
...
Das muss ich wohl nicht kommentieren?
Weshalb meinen Einige eigentlich immer, dass MINTler die besseren Menschen, Politiker usw. seien?

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Hank Hill 29.01.2017, 08:26
125. Für die Zustände

in Deutschland ist nicht die AfD verantwortlich. So hat das Modell der Schröder SPD, den Angestellten minimale Löhne zu zahlen bei denen der Rest zum Leben von den Steuerzahlern finanziert wird, auch "Aufstocken" bzw. Hartz4 genannt, die Altersarmut programmiert. Dagegen sollten wir massiv protestieren, die AfD erledigt sich dann von selbst. Gegen "rechts" zu sein ist nur eine Nebelkerze wenn die Ursachen der aktuellen Lage von den Regierenden verursacht werden.

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fuffel 29.01.2017, 08:28
126. ist

Zitat von Stephan09
...dass jeder auf Kosten von anderen leben kann, wenn er nur die Macht mit Hilfe das demokratischen Prozesses erlangt. Das heißt wenn man nicht möchte, dass andere auf Kosten der eigenen Person leben, muss man selbst nach der Macht greifen. Egal wer gewinnt, ein anderer muss dran glauben. Die einzige Lösung ist die Einschränkung der Macht des Staates. Wenn niemand auf Kosten niemandes leben kann, gibt es keine Gefahr durch die Gegner, und insgesamt auch weniger Machtstreben.
ist eher das Vokabular des Kapitalismus, oder?

Wir haben zwar die (seltene) Kombination von Demokratie und Kapitalismus, aber so untrennbar gehören die kaum zusammen.

In vielen Bereichen erlangt man doch nicht "die Macht mit Hilfe des demokratischen Prozesses" oder stimmen Sie, in Ihrem Unternehmen darüber ab, wer die nächsten Jahre Ihr Vorgesetzter wird?

Der andere Punkt, den Sie aufwerfen ist allerdings sehr interessant:

Die Kosten.

Darum geht es ja wohl!

Die Kosten der Flüchtlingshilfe. Die Kosten unseres Lebensstils. Die gerechte Verteilung der Kosten.

Monetär, sicherheitstechnisch, ethisch, nachhaltig.

Zumindest sind Sie ehrlicher, was die Argumentation angeht und sprechen von der "eigenen Person". Nicht in so Wischi-Waschi Begriffen wie "das Volk".

Leider haben wir schlechte Nachrichten zu verkünden: Es geht offenbar nicht so weiter wie bisher!

Die Geschichte, die wir uns erzählten: "Damit es unseren Kinder mal besser geht." stößt an die Decke - gleich in mehrfacher Hinsicht.

a.) Wir müssen uns offensichtlich über Qualität unterhalten (und wer könnte diesen Anstoß besser liefern als wir Deutschen, die wir genau darüber unsere einzigartige Stellung in der Welt behaupten?)

b.) Wir müssen an die "ungesunden" Auswüchse heran. Weder der Zirkus (Sport/Pop/TV) noch das Brot (fairer Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit) funktionieren gerade sonderlich gut

c.) Müssten wir mal die öffentlichen Mittel, weg von den Senioren in Richtung Zukunft verschieben (Schulen, Universitäten). Wird aber schwierig, weil die erstere Gruppe wählt.

Es gibt also sehr viele Politikfelder. Keines davon böte Ihnen die Reduktion Ihrer Kosten an.

Liegt aber auch daran, dass Ihr/Unser Anteil eh schon unverschämt hoch ist und es die Welt nicht hergibt den Luxus noch zu steigern

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neptun680 29.01.2017, 08:38
127. Weise

Meine Großvater sagte mal: wenn dich eine Gruppe wütender Kinder bedrängt, dich unter Druck setzt, unter Androhung von Schlägen, bei ihrer kleinen, dummen Sache mitzumachen und du es dann schaffst einfach wegzugehen, bist du ein großen Stück weiter.

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herr wal 29.01.2017, 08:58
128.

Zitat von fördeanwohner
Dr. Angela Merkel - Physikerin Dr. Ursula von der Leyen - Medizinerin Dr. Thomas de Maiziere - Jurist Horst Seehofer - Betriebswirt Manuela Schwesig - Diplom-Finanzwirtin (Steuerprüferin) ... Das muss ich wohl nicht kommentieren? Weshalb meinen Einige eigentlich immer, dass MINTler die besseren Menschen, Politiker usw. seien?
Um mal nur den zweiten von unten in der Liste herauszugreifen: Der ist laut parallelem SPON-Artikel ja durchaus beeindruckt von Herrn Trump's energischer und zupackender Art und Weise. Aber wir wissen ja nun auch, dass Zupackend-Sein eine Sekundärtugend ist, mit der man auch erfolgreich eine Diktatur leiten kann.

PS. Hinsichtlich des heraufziehenden Faschismus habe ich noch gestern abend mit meiner Tochter konferiert, um die weitere Vorgehensweise wenigstens hausintern abzustimmen. Sie meinte, ich solle einfach alle Handlungsoptionen so, wie sie mir einfallen, auf ein DIN-A-4-Blatt schreiben und dann die einundzwanzigste nehmen. Junge Frauen können echt manchmal so was von kindisch sein.

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fredddyy 29.01.2017, 09:12
129. Ja, wir bewegen uns.

Wir werden jetzt genau hinschauen und aufzeigen, wo Bundes - und vor allem Landesregierungen uns Steuerzahlern seit Monaten betrügen, um den armen "Flüchtlingen"für zig Idenditäten wissenlich Geld bezahlen.Wir werden genau hinsehen, wo RotGrüne Landesregierungen bewußt und willentlich abgelehnte Asylbewerber nicht abschieben. Wir werden ihnen die Staatsanwaltschaft (so es denn in diesen rotgrünen Ländern noch welche gibt?) in die Büros schicken. Wir Bürger schaffen das dieses Jahr,verlassen sie sich darauf!

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