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Demokratie in Gefahr: Bewegt euch!
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Viele Menschen leben gerne in einer Demokratie. Sie sitzen aber nur zu Hause rum, gucken Serien und twittern ab und zu was Kritisches. Ob das reicht?

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ansv 29.01.2017, 12:08
150.

Zitat von scottbreed
oder mit anderen Worten wie zeige ich dem System das ich bestimmte Dinge nicht will.. Und das ohne mich strafbar zu machen? Ich mag das meldewesen nicht weil ich nicht will das der Staat zuviel weiß.. Also wenn ich was verändern möchte dann müßte ich mich eigentlich abmelden in meiner Stadt ... alleine aus Datenschutz Gründen weil ja das Einwohnermeldeamt ja auch die Daten an Dritte verkauft oder eben an die GEZ die aber keine Behörde rechtlich gesehen darstellt.. Und nu? Als welche Lösungen gibt es ( um sich zu bewegen)?
Schließen Sie sich einer Initiative an. Oder, wenn Sie keine finden, gründen Sie eine. Und bevor Sie sich beklagen wie viel Mühe das ist, überlegen Sie wie schlimm die Welt wäre, wenn jeder alles per Mausklick beeinflussen könnte.

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Tolotos 29.01.2017, 12:13
151. Frau Berg, Sie haben es gut und können mehr machen, in der Schweizerischen direkten Demokratie!

Wir in Deutschland leben leider in einer Parteiendemokratie, in der selbst die Freiheit der Abgeordneten durch den Fraktionszwang eingeschränkt ist. Zumindest die Abgeordneten, die auf den Listenplatz angewiesen sind, der von den Parteien und nicht von den Wählern vergeben wird, können sich diesem Zwang nicht entziehen.

Dies macht es nicht unbedingt leicht, sich über das Wählen hinaus politisch zu engagieren, - wenn man das nicht beruflich macht, und deshalb noch andere Verpflichtungen hat. Aber in Deutschland gilt ja ohnehin jeder als Populist, der politisch selbst denkt, und zu anderen Schlüssen als unser Spitzenpolitiker kommt.

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arnesaknussem 29.01.2017, 12:18
152. Liebe Frau Berg

das haben Sie schön und sauber auf den Punkt gebracht. Und jeder sollte sich dabei an die eigene Nase greifen (der Schreiber dieser Zeilen nimmt sich da nicht aus). Ist echt kein Spaß mehr. Wie sagte schon vor Jahren Wolfgang Niedecken: "Arsch huh, Zäng ussenander"

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thelix 29.01.2017, 12:46
153.

Zitat von WolfThieme
Deutschland am Abgrund! Ich sehe nur überfüllte Flughäfen mit Durchschnittsbürgern, die um die halbe Welt fliegen, gut gebuchte Kreuzfahrtschiffe, schmucke Häuser, schöne Autos.
Dann sollten Sie mal in die andere Richtung blicken.

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citizen_k 29.01.2017, 12:47
154. Widerspruch, Frau Berg!

Die Agenda 2010 wurde von Parteibuchsozialdemokraten in machiavellistischer Manier organisiert. Innerhalb der SPD (ich bin ausgetreten), war es nicht möglich, die Agenda 2010 zu verhindern. Weichgespülte, karriereorientierte Funktionäre haben überzeuggungswidrig (falls sie denn überhaupt Überzeugungen haben) die Agenda 2010 mitgetragen. Zur Wahrheit gehört auch, dass fast alle Medien dem Neoliberalismus huldigten und die SPD jeweils die zeigefreudigsten Naturneoliberalen als Kandidaten ins aussichtslose Rennen schickte. Artig wiederholten sie die Botschaft: An der Agenda 2010 wird nicht gerüttelt.
Aus dieser bewussten Botschaft der Hardliner an (zig) Millionen Wähler: "Ihr habt keine politische Vertretung mehr, und wenn ihr links von uns wählt (kein Kunststück) , seid ihr unanständig, rechts von uns (wirtschaftspolitisch kaum möglich) erst recht.
Sollte es in Deutschland zu sozial motivierten Unruhen kommen, hat diese Partei mit der Schröder Agenda 2010 und der SPD4-Gesetzgebung von anderthalb Jahrzehnten eine lange Lunte gezündet. Nachfolgende Links lohnen sich, sich zu Gemüte zu führen:
http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Kontrovers/HartzIV/seeheimer_kreis.pdf
http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/Bissinger-Volk.pdf
Und fünf Minuten des hochanständigen Rudolph Dressler:
http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-monitor-interview-mit-rudolf-dressler-spd-100.html
Gibt es keine Zartrosa(SPD)-Rot(Linke)-Grüne Mehrheit, bleibt alles so, wie die Herren Schröder, Steinbrück, Steinmeier, Riester, Müntefering und Clement sich eine "Gesellschaft" der an Teilhabe weitgehend Ausgeschlossenen vorstellen.

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tippfehler 29.01.2017, 12:47
155. Ach

Frau Berg. Ich würde mir an Ihrer Stelle nicht wünschen dass sich zu viele passive Sofasitzer plötzlich engagieren. Da wird sicherlich genau das Gegenteil von dem passieren was Sie sich so als "Wünschenswert" erhoffen.
Als vor ein paar Jahren Bestebungen von der CDU im Gange waren uns Auslandsdeutsche öfter zum Wählen zu motivieren, ging das auch voll in die Hose. Da würde ich ganz schnell die Hände von lassen. Die erzkonsrvative Haltung von den Meisten "Ausgewanderten" können Sie gerne in den einschlägigen Zeitungen in den jeweiligen neuen Heimatsländer nachlesen.

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kestrel2 29.01.2017, 12:50
156. Alltagspolitik statt Parteipolitik

Das empfinde ich ganz genauso. - Ich glaube auch nicht, dass man heute in und mit Parteien viel bewegen kann. Aber ich glaube auch nicht, dass wir deswegen ohnmächtig und ohne Einfluss sind. Mein Eindruck ist eher: In unserem stinknormalen Alltag, im Unternehmen, in der Familie, mit Freunden und in der Nachbarschaft gibt es sehr viele (auch von mir selber) bisher ungenutzte Möglichkeiten, sehr positiv Einfluss zu nehmen auf unsere Gesellschaft. - Nicht in dem Sinne, dass ich jetzt mit jedem plötzlich über Politik rede. Das wär wohl ziemlich kontraproduktiv, weil es da dann es immer nur ums Recht haben gehen kann und Gewinner und Verlierer produziert. Ganz genauso wie derzeit auch schon in unserer kranken Ökonomie und unserer kranken Politik, wo es nur noch darum geht, "auf der Gewinnerseite zu stehen" (Trump lässt schön grüßen). Aber ich hab mir vorgenommen, noch viel mehr als bisher in Kontakt zu gehen. Zuzuhören. Mitzukriegen, was bei den Menschen, die mich umgeben, emotional läuft. Was die Bedürfnisse sind. Und weniger ein unverbundenes Leben zu leben, bei dem ich "vor allem auf mich schaue", weil man ja "schauen muss, wo man selber bleibt". - "Wenn jeder für sich sorgt, dann ist für alle gesorgt" ist glaube ich einer der folgenreichsten Irrtümer, die derzeit in unserer Gesellschaft grassieren. Und darum mach ich in meinem Umfeld jetzt auch mehr den Mund auf, wenn ich was von anderen brauche. Sonst kommt der schöne Tag, an dem ich selber vor lauter Lebensfrust mein Kreuzchen bei der AfD mache.

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women_1900 29.01.2017, 13:19
157. die politische

Verantwortung kann nicht mit der Abgabe eines Wahlscheins enden und auch nicht mit Tweets, Posts in Foren etc.
Allerdings ist mir auch gut in Erinnerung,daß verhältnismäßig viele Menschen gegen TTIP, Ceta demonstrierten und dies Politiker nicht interessierte. Auch in so manchem Pressemedium wurden diese Menschen still geschiwegen. Da waren berichte über Pegida Demos mehr im Vordergrund.

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divStar 29.01.2017, 13:20
158. Mich interessiert Politik nicht...

Ich hatte Politik Leistungskurs in der Schule - und bin nach all dem zum Entschluss gekommen, dass es egal ist was man selbst macht. Es wird stets über meinen Kopf hinweg entschieden und ich habe nur die Wahl es zu akzeptieren, dagegen zu demonstrieren (:D der war gut) oder auszuwandern.

Da ich im Hamsterrad "Arbeit" eingespannt bin, habe ich keine Zeit zum Demonstrieren und mir ist Politik nicht wichtig genug, um dafür meinen Samstag und Sonntag oder den Urlaub draufgehen zu lassen. Dass auch die AfD oder gar die NPD keine echte Lösung anbieten, ist mir klar. Allerdings tun das die "etablierten" Parteien schon sehr lange nicht mehr. Da insbesondere diese am Kapitalismus verdienen, werden sie an diesem auch nichts ändern wollen - dabei ist dieser der Ursprung allen Übels. Oder wie kann es sein, dass ein einziger Mensch so viel verdient wie Hunderttausende andere? Oder woher kommen wohl die Steinreichen? Dass sie so viel geschuftet haben, dass das Geld angemessen wäre, glaube ich nicht. Insofern ... der Kapitalismus ist das Problem - allerdings müsste man sich überlegen was eben besser (also gerechter) ist. Es ist nicht gerechter die Steuergelder ins Ausland als Bankrettungsfonds zu schicken.

Für mich ist die Demokratie nichts was ich auf biegen und brechen (er)retten müsste. Es geht mir zwar gut - aber wer sagt, dass es mir unter anderen Umständen nicht noch besser gehen würde?

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fördeanwohner 29.01.2017, 13:36
159. -

Zitat von divStar
... Für mich ist die Demokratie nichts was ich auf biegen und brechen (er)retten müsste. Es geht mir zwar gut - aber wer sagt, dass es mir unter anderen Umständen nicht noch besser gehen würde?
Das könnte stimmen. Falls Sie in die Familie des jeweiligen Machthabers in einer Diktatur hineingeboren wären, ginge es ihnen wahrscheinlich besser.
Allerdings wäre es in einer Diktatur ein Problem, eine andere Meinung zu haben. Oder falls Sie einer gewissen Minderheit angehörten, wären Sie höchstwahrscheinlich benachteiligt, was die Berufswahl und somit Ihren Lebensstandard anginge. ...
So ganz allgemein, in welcher Diktatur geht es denn der Mehrheit der Bevölkerung denn wirklich besser als Menschen in den sog. westlichen Demokratien?

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