Forum: Kultur
Der Fall Relotius - diskutieren Sie hier!

SPIEGEL-Reporter Claas Relotius hat in großem Umfang Artikel gefälscht. Durch Recherchen des SPIEGEL-Kollegen Juan Moreno erhärtete sich der Verdacht gegen Relotius, der Fälschungen zugegeben hat. Der Vorgang legt auch Lücken und Fehler in den Sicherungssystemen des SPIEGEL offen. Andere Medien sind ebenfalls betroffen. Was ist Ihre Meinung?

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halleluja6 21.12.2018, 18:24
10. Diejenigen Journalisten,

die mit Schaum vor dem Mund laufend einen fürchterlichen Rechtsruck sehen, sollten sich mal fragen, WARUM immer mehr Menschen so denken und nicht vom hohen Ross mit Verdrehungen und Einseitigkeiten antworten.
Aber es gibt wirklich gute Leute. Herrn Fleischhauers Kolumnen
lese ich sehr gerne, da lohnt sich sogar ein Kauf, der allerdings wieder von Frau Ataman einkassiert wird.

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martin_aston 21.12.2018, 19:14
11.

Die Art in der sie den jahrelangen Betrug an ihren Lesern aufbereitet im aktuellen Der Spiegel darstellen nährt bei mir Zweifel daran, ob es ihnen wirklich um schonungslose Aufarbeitung und Aufklärung geht.
Was interessiert in diesem Zusammenhang die Befindlichkeit von Mitarbeitern die sie plakativ wenn nicht geradezu hysterisch beschreiben: "Die meisten Kollegen reagieren erschüt-
tert. Bei einigen fließen Tränen." Oder was soll der Aufmacher mit Jetstream und Wassertemperatur zum Sturm, der über die Redaktion und den Spiegel herein gebrochen ist? Das ist genau der Schreibstil des Claas Relotius, statt Fakten werden Emotionen geschürt. Soll der über Jahre immer wieder getäuschte Leser etwa Mitleid empfinden und sein Urteil gnädiger fällen? Es geht ihnen vordergründig darum Schaden zu begrenzen aber auch davon abzulenken, dass sie auf einem Auge blind sind sofern ein Artikel, eine Reportage die linksliberale Grundhaltung des Blattes trifft.

Leider kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren Relotius bediente als Gutschreiber den Mainstream und brauchte deshalb jahrelang nichts befürchten. Stets politisch korrekt die Linie des Spiegels verfolgen und niemand in ihrer Redaktion und der Dokumentation wagt zu zweifeln.

Ich hoffe nur, dass die Causa Relotius ein Einzelfall ist und nicht noch weitere Märchenerzähler in den Reihen ihrer Reporter sitzen.

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razer 21.12.2018, 19:26
12.

Zitat von me-and-bobby
Das SYSTEM wird sich nicht ändern... Meine Meinung: Diese "Schein- Wahrheitssysteme" sind auf gefühlter Wahrheit und linken Lebenslügen gebaut. Ich bin mir sicher Class Relotius und ähnliche Schönschreiber in anderen Redaktionsstuben bei FAZ, SZ TAZ etc. werden bald wieder rehabilitiert sein, Relotius und sein SPIEGEL- Team wird die Schuld für seine Fake News irgendwie auf „die Rechten“ schieben und innerhalb kurzer Zeit wird er irgendwo Karriere als Roman-Schriftsteller machen oder seine Erfahrungen in Form eines Buches als Bestseller vermarkten. Sein „Verbrechen“ aus Sicht der Leitmedien war nicht mangelnde Linientreue, sondern... seien wir ehrlich...dass er sich erwischen ließ, und ein solches Vergehen ist ungeschickt und lästig, aber verzeihlich. Ich denke, daß erst das NACH-MERKEL- SYSTEM diese SYSTEM- Scherben zusammenkehren kann und wird…
Wenn Ihre 2 Beiträge hier irgendetwas belegen, ist es daß Sie in einer völligen Paralellwelt der "Merkel-Hasser" und "Klimaleugner" leben. Um das zu unterstreichen ist Ihnen keine Verschwörungstheorie absurd genug, um sie hier im Forum nicht auch noch dutzende Male zu wiederholen.
Sie gehen praktisch mit keinem nachvollziehbaren vernünftigen Satz auf den Fall Relotius ein, weder auf seine Ursachen, noch auf dem Umgang des Spiegel da mit.
Ich zitiere hier nur mal Ihres unglaublich dreisten Unterstellungen, die ein genaues Licht auf Ihre private Filterblase wirft, die nichts mit der Realität zu tun hat:
"Ich bin mir sicher Class Relotius und ähnliche Schönschreiber in anderen Redaktionsstuben bei FAZ, SZ TAZ etc. werden bald wieder rehabilitiert sein, Relotius und sein SPIEGEL- Team wird die Schuld für seine Fake News irgendwie auf „die Rechten“ schieben und innerhalb kurzer Zeit wird er irgendwo Karriere als Roman-Schriftsteller machen oder seine Erfahrungen in Form eines Buches als Bestseller vermarkten. Sein „Verbrechen“ aus Sicht der Leitmedien war nicht mangelnde Linientreue, sondern... seien wir ehrlich...dass er sich erwischen ließ".
Relotius und SEIN Spiegel-Team wer ist denn SEIN Spiegel-Team ?
Woran, am Verhalten des Spiegel, kann man ablesen, daß der Spiegel die Fehler außerhalb des eigenen Hauses sucht ? Wie könnte der Spiegel verhindern daß Relotius vielleicht ein Roman oder Forenbeiträge wie Sie schreibt ? Noch eine Frage, rein rhetorisch, wer hat den bitteschön Relotius erwischt und diesen Fall in extrem kurzer Zeit bekanntgemacht ?
In Grunde genommen ist es traurig hier solche Beträge, wie Ihren, lesen zu müssen, die, egal worum es geht, nur noch daraus bestehen persönliche Feindbilder zu bedienen.

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bjtimmy2 21.12.2018, 19:30
13. Das Forum kommt wirklich etwas spät

Einer der Artikel bot tatsächlich die Möglichkeit zum Kommentar. Alle anderen nicht. Dort waren schon über 65 Beiträge, also durchaus Interesse zu sehen. Leider finde ich den Artikel und die Beiträge jetzt nicht mehr (gut: Das Suchen ist mir auch nicht Lebensaufgabe).
Meine Meinung zum Thema: Relotius ist ein guter Schreiber, und dafür - nicht primär für die Wahrheit - hat er seine Preise bekommen. Die Wahrheit wurde von den Juroren nicht geprüft, und es ist doch auch ziemlich unwahrscheinlich, dass die reine Wahrheit mit literarischer Qualität daherkommt. Die wird im Regelfall durch Ergänzung, Auswahl oder Auschmückungen herbeigeschrieben - und das stört mich auch nicht besonders, solange die harten Kernfakten stimmen. Wer einem Kulturkreis einen anderen erklären will, tut oft gut daran, die Sitten des einen in den Sitten des anderen zu erklären.
Jedenfalls war manches, was zum Fall Relotius geschrieben wurde, ziemlich wohlfeil. Dort, wo er betrogen und gelogen hat, und also Geld für nicht entstandenen Aufwand genommen hat, oder harte Fakten gefälscht hat, gehört er wegen Betrugs angezeigt und der Faktencheck entlassen. Wo es dazu nicht reicht, sollte die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers greifen, und eine öffentliche Hexenjagd sollte unterbleiben. Gut, dass Spiegel die Lücken in seiner Hoffnung auf die reine Wahrheit erkannt hat, die doch in anderen Medien (Bild, Bunte und CO insbesondere) so offen zutage liegen.
"Sagen was ist" wird aber immer auch sein "Sagen, was und wie wir es für wichtig halten". Das ist die Aufgabe einer Redaktion, die Geld verdienen will, und ihr Publikum bei der Stange halten will.
Ich lese gerne den Spiegel und Spiegel Online (super schnell, wenn was passiert!). Aber ich lese auch FAZ und unsere Lokalzeitung. In der Summe bildet man sich eine halbwegs plausible Wahrheit, die aber auch ich nicht gefressen haben dürfte. Ich fand Relotius nicht schlecht, und finde, dass er (nun hoffentlich journalistisch geläutert) weiterschreiben dürfen sollte.

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dochirdes 21.12.2018, 19:56
14. USA-bashing begünstigte Versagen der Kontrollmechanismen

Bei der Mehrzahl der mit Fälschungen behafteten Relotius Artikel geht es um wohlfeiles, trendkonformes USA-bashing in der einen oder anderen Form. Nicht unwahrscheinlich, dass das so in der SPIEGEL Redaktion erwartet und gewünscht wurde, und dass deshalb die SPIEGEL Kontrollmechanismen versagten....
So ist das eben, wenn sich deutsche Mainstreammedien (einschließlich des SPIEGELs) bzw. ihre Journalisten als Influencer und nicht mehr redliche Berichterstatter der Wahrheit und der überprüfbaren Fakten verstehen. In SPIEGELonline hat sich vor einiger Zeit tatsächlich einer der dort verorteten Meinungsmacher dazu verstiegen, so etwas als "Haltung" zu bezeichnen....
Und - last not least -: Es ist davon auszugehen, dass der Fall Relotius nur die Spitze eines Eisbergs darstellt. Bin gespannt, was da in nächster Zeit noch bei anderen deutschen Mainstreammedien, bei denen data fishing schon immer an der Tagesordnung war, an die Oberfläche kommt......

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sven.kex 21.12.2018, 19:57
15. Die DOKs haben versagt, weil ..

sie z.B. nicht gefragt haben, ob Claas R. (Ich meine, dem Reporter steht das gleiche Recht zu wie einem Mörder: dass sein Name nicht in Gänze genannt wird) von dem ominösen Schild "Mexikaner raus" ein Foto hat. Wer davon schreibt, muss das belegen können. Und mit dem Smartphone ist so eine Beleg (auch als Gedankenstütze) schnell gemacht.
Sie haben nicht nach dem Ticket gefragt, das Claas R. gebucht hat, um die Hinrichtungszeugin zu begleiten.
Sie haben nicht den gesunden Menschenverstand walten lassen, als Claas R. von dem wirkmächtigen Buben in Syrien fabuliert hat. Ich habe den Artikel nach dem Teaser überschlagen und mich gefragt, warum der Spiegl nicht eine Rubrik hat: Kurzgeschichte der Woche". Einen besseren autoren als Claas R. würde der Spiegel dafür aber wohl fürs erste nicht finden
Ganz wichtig: Der Glaubens- und Gestaltungsgrundsatz des SPIEGELS ist kaputt: (Unterhaltsame) Geschichten, statt Nachrichten. Oder Geschichten als Transportmedien für Nachrichten (seit einiger Zeit eher selten) oder Meinungen (leider immer öfter).
Claas R. wird ganz groß rauskommen, als Romanautor, Drehbuchschreiber und Kolumnist. Unter anderem Namen, natürlich.
Aber unbestritten ist: der Mann kann schreiben und Fiktion so aufbereiten, dass sie wie "echt" wirkt.
Die DOK erinnert mich an die "closed Software", bei dem der Kunde still darauf hoffen muss, das da keine Fehler oder Hintertüren eingebaut sind. Die DOKs müssen künftig transparent arbeiten, und sei es, dass sie auswerfen, welchen Inhalte sie als wahr bewerten.
Ich war erschüttert über den Blog-Beitrag der Bürger, deren Stadt Claas R. so schlecht hat dastehen lassen. Da müssen bei den DOKs aber die Ohren geklingelt haben - oder Köpfe gerollt sein.
Ich sage Bye bye Spiegel. Mein Mitleidsabo werde ich auslaufen lassen. Vielleicht schau ich ab und noch mal rein.
Aber wenn der Spiegel nicht das Unterste zuoberst kehrt, wird er aus der Welt der seriösen Zeitungen verschwinden und wie der Focus oder die Bunte enden.

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mas81 21.12.2018, 20:05
16. übertrieben

ich weiß nicht was das ganze soll, wir bekommen täglich Fake-News, man muss es als Leser einzuordnen wissen...
Dass es dem Spiegel jetzt passiert hängt eher mit den Entscheidungsträgern der Redaktion zusammen... Selbstherrlich?

Was den Lügenbold betrifft, ich kann mich nicht erinnern einen beitrag von ihm gelesen zu haben...

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fkfkalle3 21.12.2018, 20:05
17. Presselandschaft in der Summe

Es gibt in allen Redaktionen ein gewünschtes Grundanliegen, eine Linie, die sich immer selbst hinterfragen muss. Ich verstehe wirtschaftliche Zwänge. Dieselbigen allerdings gestatten keinesfalls ein allzu lasches Umgehen mit schwierigen Themen. Der Russland, Ukraine Kommentator war massiv einseitig orientiert, dass es offensichtlich war, wohin die Reise geht. Im Moment scheint derselbige wohl nicht mehr an Bord. Das ist für mich erst einmal akzeptabel, weil reagiert. Ich lebe damit, dass oft Kommentare meinerseits rausfallen , weil offensichtlich nicht wunschgemäss. Kann auch sein, dass ein Klartext nicht ankommt, oder ankommen soll.
Was tun ? Es wird immer irgendwelche "Rohrkrepierer " geben. Das ist bei der Komplexität, des Zugangs an Informationen ,sicher schwer.
Was bleibt ist die Aufarbeitung nach altem Motto " Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser " . In dem Sinne frohe , gesegnete Feiertage, mal ohne Hektik, also in Frieden für uns Alle.

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steingärtner 21.12.2018, 20:16
18. Eure Kollegen sind sehr aktiv

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/spiegel-skandal-us-regierung-beschwert-sich-ueber-faelschungen-59175572.bild.html

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meneteto1 21.12.2018, 20:31
19.

Zitat von Beccaria
Der Fall zeigt die Einseitigkeit in der SPIEGEL Redaktion. Hätte Relotius eine positive Geschichte erfunden, über - nehmen wir mal ein simples Beispiel- also über Sarrazin , so wäre man ihm schnell auf die Schliche gekommen. Kehrt zurück zu neutralem Journalismus !
Das ist genau der Punkt warum ich auch meinen langjährigen Bezug des Spiegels eingestellt habe. Sagen was ist gilt nicht mehr seit 2015, Aus Berichterstattern sind weit überwiegend linksliberale Prediger geworden. Schade, Spiegel war früher das Medium meines Vertrauens was die Sauberkeit der Information betraf. Die Glaubwürdigkeit ist erstmal hin.

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