Forum: Kultur
Der Fall Relotius - diskutieren Sie hier!

SPIEGEL-Reporter Claas Relotius hat in großem Umfang Artikel gefälscht. Durch Recherchen des SPIEGEL-Kollegen Juan Moreno erhärtete sich der Verdacht gegen Relotius, der Fälschungen zugegeben hat. Der Vorgang legt auch Lücken und Fehler in den Sicherungssystemen des SPIEGEL offen. Andere Medien sind ebenfalls betroffen. Was ist Ihre Meinung?

Seite 61 von 82
Thomas Schröter 28.12.2018, 18:11
600. Schon nach der letzten Bundestagswahl wurde Besserung geschworen.

Zitat von martin_aston
Die Art in der sie den jahrelangen Betrug an ihren Lesern aufbereitet im aktuellen Der Spiegel darstellen nährt bei mir Zweifel daran, ob es ihnen wirklich um schonungslose Aufarbeitung und Aufklärung geht. Was interessiert in diesem Zusammenhang die Befindlichkeit von Mitarbeitern die sie plakativ wenn nicht geradezu hysterisch beschreiben: "Die meisten Kollegen reagieren erschüt- tert. Bei einigen fließen Tränen." Oder was soll der Aufmacher mit Jetstream und Wassertemperatur zum Sturm, der über die Redaktion und den Spiegel herein gebrochen ist? Das ist genau der Schreibstil des Claas Relotius, statt Fakten werden Emotionen geschürt. Soll der über Jahre immer wieder getäuschte Leser etwa Mitleid empfinden und sein Urteil gnädiger fällen? Es geht ihnen vordergründig darum Schaden zu begrenzen aber auch davon abzulenken, dass sie auf einem Auge blind sind sofern ein Artikel, eine Reportage die linksliberale Grundhaltung des Blattes trifft. Leider kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren Relotius bediente als Gutschreiber den Mainstream und brauchte deshalb jahrelang nichts befürchten. Stets politisch korrekt die Linie des Spiegels verfolgen und niemand in ihrer Redaktion und der Dokumentation wagt zu zweifeln. Ich hoffe nur, dass die Causa Relotius ein Einzelfall ist und nicht noch weitere Märchenerzähler in den Reihen ihrer Reporter sitzen.
War da nicht im Juni die Einladung an kritische Leser (freilich auf deren Kosten) in die Redaktion zur Wiederherstellung des mutwillig verspielten Vertrauens, nachdem die komplette Spiegelredaktion im Nachgang zur Bundestagswahl verzerrende Berichterstattung zu Gunsten der Amtsinhaberin einräumen mußte?
Seit dem hat sich allerdings nicht viel an der einseitigen Ausrichtung der Berichterstattung geändert. Man muß ja kein Freund Trumps sein aber das dumm-dreiste Bashing ist auch nicht besser.
Der Fall Claas Relotius ist weniger die Schandtat eines EInzeltäters sondern wohl viel mehr Folge der Redaktionskultur.
Zeit reinen Tisch zu machen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aoxomoxoa.wondering 28.12.2018, 20:09
601. Passte in die Agenda

Wenn der Autor etwas schreibt was ins Konzept passt, ist das Bedürfniss zu überprüfen gering, sehr gering.
"Dokumentare dürfen nicht eitel sein. Großen Ruhm werden sie nicht ernten, denn sie arbeiten im Hintergrund. In keinem anderen deutschen Medienhaus arbeiten so viele hochspezialisierte Faktenchecker wie an der Ericusspitze. Unter den Dokumentationsjournalisten sind Juristen, Mediziner, Islamwissenschaftler, Physiker, Historiker. "
Leider sind die Faktenchecker blind wenn es um die "richtige Sache" geht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ifek 28.12.2018, 22:17
602. Verträge der "Spiegel"-Chefs auf Eis gelegt

https://www.tagesschau.de/inland/spiegel-faelschung-101.html
Man beachte den Namen der Seite: Spiegel-Fälschung!
Das ist m.E. schon die richtige Vorgehensweise in der Sache, ich gehe eher nicht von "Alibicharakter" aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cw88888888 28.12.2018, 23:11
603. Die beste Dokumentationsabteilung...

...ist ganz sicher nicht beim Spiegel. Wie schafft man es offensichtliche Lügen nicht(!) zu entlarven?
Beispiel Fergus Falls: jeder der einen Webbrowser bedienen kann, könnte theoretisch recherchieren wie weit Fergus Falls vom Meer entfernt ist und wieviel Prozent der Einwohner Trump gewählt hatten, aber selbst das war wohl zu viel verlangt. Wer so eine Dokumentationabteilung hat, braucht sich über die Zuschreibung Lügenpresse nicht zu wundern. Wer kann jetzt noch ohne rot zu werden behaupten, Spiegelartikel seien sauber und der Spiegel drucke keine Lügen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
k.hohl 28.12.2018, 23:34
604. Imperativ

Schon der Imperativ in der Überschrift zeugt davon, dass es bei Spiegel-Online keine Änderung der Einstellung gegenüber den Lesern (= zahlenden Kunden*) gibt.
Wahrscheinlich wird man/frau es mit den Feiertagen erklären, aber die Analyse während des 34C3 war eindeutig genug.

Will sagen: Die Einschränkungen der Kommentarfunktion, die Zensur unliebsamer Meinungen trotz strikter Befolgung der Forenregeln (und somit geltender Gesetze, plus interner 'Regeln') - - - wenn es hier keine grundlegende Änderung gibt, hat der Spiegel (und damit auch SpOn) das seit Jahren vergebene Siegel "ehemaliges Nachrichtenmagazin" verdient. Dauerhaft!


* Ja, jeder Leser zahlt.
Durch Einblendung von Werbung.
Durch die zahllosen Tracker, die durch die spiegel.de-Seite aktiviert werden [aktuell 21 Versuche bei mir - abgefangen durch interne Infrastruktur]
Durch "Plus"-Abos - zu denen ich keinen weiteren Kommentar ......

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hypnoforce 28.12.2018, 23:45
605. ... und wer steckt eigentlich hinter der ganzen Sache?

... dazu gibt es der eigentlich nur die alte Geschichte vom Sack in den die Schuldigen gesteckt werden, und wenn man auf ihn draufhaut, immer den Richtigen trifft. Ganz sicher steckt wieder Putin dahinter. Da läßt sich doch sicher wieder eine Verschwörungstheorie dazu inszenieren. Würde doch prima passen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Hibiskus 29.12.2018, 02:23
606. Fake Geschichte "Jaeger's Grenze"

Die Geschichte "Jaeger's Grenze" besteht aus zwei Geschichten.:
Relotius hat die Geschichte über Chris Jaeger erfunden. Herr Moreno's Geschichte über Flüchtlinge ist wahr. Allerdings finde ich, dass die Geschichte von Herrn Moreno sich anhört. als sei diese ebenfalls von Relotius erfunden worden! Also z.B.: ZITAT:
"Die Tante hat mit den Schleppern abgemacht, dass sie immer nur Teilbeträge anweist. Die Gesamtzahlung, 30 000 Dollar für fünf Köpfe, ist erst fällig, wenn Aleyda und Vicky eine Nachricht mit Beweisfoto schicken, dass sie am Ziel angekommen sind."

Die Tante ist ja ganz schön grosszügig, weil sie bereit ist 30.000 USD zu zahlen! Ich finde, dass es sich nicht realistisch anhört, sondern irgendwie so wie nach einem Märchen.: Die Tante ist die "gute Fee"!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pygmy-twylyte 29.12.2018, 03:27
607. Die Bekenntnisse des Hochstaplers Claas Relotius

"Man spricht von einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung, wenn das Bedürfnis nach Eitelkeit, Selbstsucht und Geltungsbedürfnis in übertriebener und krankhafter Weise ausgelebt wird. Menschen mit übertriebenem Gefühl für die eigene Person beschäftigen sich häufig mit Erfolgsphantasien. Sie haben ein Verlangen nach ständiger Bestätigung. Sie reagieren auf Kritik mit Überreaktionen oder ignorieren diese schlicht." - "Von Psychopathen sagt man, sie bringen Unglück und Leid über die Menschheit. Gerade deshalb ist es so wichtig, diese Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung zu erkennen und die eigene Situation richtig einzuschätzen. Psychopathen können durchaus charmant sein. Zudem zeigen sie oft eine verlogene, selbstherrliche und betrügerische Lebensweise." (Zitate aus: https://save-society.org/home/narzisst-und-narzissmus/?gclid=EAIaIQobChMIv5mrpPfD3wIVmeR3Ch0iqAtoEAAYASA AEgLpavD_BwE) - Wann endlich bringt der mehr der Dichtung als der Wahrheit verpflichtete junge Mann seine Autobiografie auf den Markt mit dem Titel: "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Claas Relotius"? Noch ist der Fall brandaktuell, und sein literarisches Werk wird sicherlich ein Bestseller: ohne Zweifel spannend und amüsant.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schumann.s.markus 29.12.2018, 03:46
608. Relotius: Nicht Sonderfall, sondern Symptom

Es gab ein mal ein Hamburger Magazin, das als Nachrichten-M. konzipiert war, der Regierung recht kritisch gegenüberstand und die dunklen Ecken der Realität beleuchtete (so Themen wie Strauß Starfighter ...).

Es gibt z.Zt. in Hamburg mindestens 3 (Sp., Zt., MoPo) Presse-Machwerke, die Nachrichten bestenfalls als Aufmacher für den "redaktionellen", sprich: "meinungsbildenden", d.h.: tendenziösen Gesinnungskommentar nehmen, wobei der Kommentar aber nicht als solcher gekennzeichnet ist; der Regierung Merkel wird bedingungslos zugejubelt, nicht erst, aber insbesondere in Fragen von Migration und Kriminalität; dunkle Ecken werden nur rechts gesehen (siehe Chemnitz: auch, wenn da gar nichts ist); die Realität ist letztlich irrelevant: Passt die Realität nicht zur grün-linken Überzeugung, umso schlimmer für die Realität!

Relotius passt hier genau rein, wie der überwiegende Teil der dort beschäftigten Journaille ebenfalls. Sollte man die nun alle rauswerfen? Aber wer macht Merkel dann den "Zeitgenössischen Beobachter"?
Lasst R. einfach weiter machen, belasst ihm seine "Preise" - er hat sie sich "redlich" verdient.

Interessant wird die (juristische!) Aufarbeitung aus den USA ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Paul Vesper 29.12.2018, 09:50
609. Relotiieren Sie weiter!

Liebe Spiegel-Redaktion von der 4. Gewalt!

Sie haben auch schon zu Zeiten des Gründers nie geschrieben oder gesagt, "was ist". Sondern immer das, was in sein oder Ihr Weltbild gepasst hat. Warum? Denn damit verdienen Sie Ihre Honorare. Und das, was Sie schreiben, muss gelesen werden. Deshalb bedienen Sie die überwiegende Meinung Ihrer Leser.

Da hilft kein Jammern und Klagen! In jedem von Ihnen steckt der Relotius. Mich wundern die Kommentare Ihrer enttäuschten Jünger. Wie dumm muss man sein mit oder ohnen Doktortitel, Ihre dem Mainstream angepassten Beiträge zu glauben.

Auch Korruption wird es immer geben. Also: Relotiieren Sie weiter, aber geschickter, perfekter. Ich schlage Sie insgesamt als Preisträger für den "Class-Relotius-Award 2019" vor.

Freundlichst
Paul Vesper

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 61 von 82