Forum: Kultur
Deutsch-kenianischer Musikmix: Toasten, kiffen, 50 Cent nachmachen

Was passiert, wenn deutsche Elektro-Tüftler mit kenianischen Rappern drei Wochen unter einem Dach leben? In Nairobi wagte eine Musiker-WG dieses Experiment. Disziplin traf dabei auf Laisser-faire, coole Checker bestaunten tanzende Kinder - und wenn die Drogen ausgingen, war das auch ganz gut.

saadiyah 04.05.2010, 21:30
1. sehr ärgerlich ...

...wie hier berichtet wird.
Ein so tolles Projekt und ein so schrecklicher Artikel. Herr Knaup, hätten Sie nicht noch ein paar Klischées bedienen können? Angefangen damit, dass die Kenianer "die Afrikaner" sind, die natürlich kopflos und verkifft durch ihr Leben trommeln. Wie gut, dass ihnen die deutschen Musiker mal Disziplin beigebracht haben. Der ganze Artikel strotzt nur so vor Ignoranz bezüglich der kenianischen Musikszene. Natürlich machen "die Afrikaner" auch nur "Weltmusik" - andere Konzepte scheinen unmöglich. Und wenn mal jemand Hip Hop macht, dann wollen natürlich alle nach amerikanischen Gangsterrappern klingen.

Nur um mal 2 Beispiele aus den beiteiligten MusikerInnen herauszunehmen: das Kollektiv Ukoo Flani Mau Mau ist eine Institution im kenianischen Rap, die seit Jahrzehnten hervorragende Musik mit exzellenten politschen und gesellschaftskritischen Texten machen (für diesen Genuss müsste man allerdings Kiswahili verstehen). Just A Band sind das große Ding in Kenia im Moment (ein bisschen Recherche hätte auch hier geholfen) - nicht nur weil sie eine ganz eigene Mischung aus Elektro, Funk und Pop machen, sondern auch, weil sie mit originellen Videos und viralem Marketing (Ja, in Kenia gibt es Internet!) in Eigenregie für einen Riesen-Hype sorgen (Stichwort Makmende).

Gerade in Kenia vollzieht seit ein paar Jahren -nicht nur in der Musik- eine spannende und faszinierende "kulturelle Renaissance", dank all der engagierten und guten KünstlerInnen und Kulturschaffenden. Schade, dass es diese tollen Beispiele nicht vorurteils- und klischeefrei in die deutschen Medien schaffen und damit auch ein antiquiertes "Afrikabild" ändern könnten.

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Jambo 06.05.2010, 07:49
2. Nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen

Zitat von saadiyah
... Schade, dass es diese tollen Beispiele nicht vorurteils- und klischeefrei in die deutschen Medien schaffen und damit auch ein antiquiertes "Afrikabild" ändern könnten.
Einspruch euer Ehren! Dieser Beitrag ist dies keinefalls. Es ist halt nur ein Tatsachenbericht. Tatsache ist, dass hier sehr viele Menschen ohne Gras nicht leben (können). Besonders gen Wochenende ist es auffallend. Die Mentalität ist nun mal eine ganz andere als die europäische - besonders als die deutsche. Musik und Lebenseinstellung sind 2 verschiedene paar Schuhe, die in diesem Beitrag hervorragend getrennt werden.

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