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Deutsche Ausgrabung von Babylon: Wer's findet, darf's behalten
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Ein Roman über einen Archäologen - staubtrocken, was? Nein! Mit Witz erzählt Kenah Cusanit in ihrem Debüt "Babel" von Robert Koldewey und dem Grabungswahn - und kommentiert die Museumspolitik von heute.

bestaf 31.01.2019, 17:26
1. Sehr guter Vorschlag,

aber falls man das vor über 100 Jahren so gemacht hätte, würden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit heute wriklich nur noch die Fotos von der früheren Existenz des Ischtartores zeugen.

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rwachsmu 31.01.2019, 18:05
2. Zeitgeist

Hier gehts doch um Moral, oder?
Bis vor einigen Jahren sah man den hier sogenannten Grabungswahn als Teil eines überheblichen Kolonialismus, zumindest eines Kulturchauvinismus. Die Konsequenz; diese ausgebudelten Kulturgüter, die oft gestohlen, erschwindelt oder in anderer Weise ergaunert waren, hätte man gerechterweise in vielen Fällen zurückgeben können oder müssen.

Seit dem IS und der Zerstörung von Palmyra, al Qaida und der Sprengung der Monumentalbuddahs, etc., kann man das auch anders sehen.

Ich denke, dass jeder Fall einzeln zu bewerten ist. Wenn über Jahrtausende Völkerwanderungen über Gebiete und Kulturschätze hinweggefegt sind und sich Kulturen dort befinden, die weniger mit dem antiken Kulturgut zu tun haben als Andere, dann darf man auch einmal nein zu solchen Restitutionswünschen sagen. Anders gewiss der Fall des Akropolisfrieses in englischer Hand.

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sven.kex 31.01.2019, 18:15
3. Vor 10 Jahren gab es in Berlin eine sehenswerte Ausstellung

wer sucht der findet: hier den Bericht http://exhibs.info/display/Berlin/Pergamon-Museum_Babylon-Mythos_und_Wahrheit/
und da paar Bilder von Exponaten und Ausstellung http://exhibs.info/display/Berlin/Pergamon-Museum_Babylon-Mythos_und_Wahrheit/bilder.html
Das Tor wurde übrigens in Form von schutt nach angeliefert. Das war ein Riesen 3D-Puzzle.

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MatthiasPetersbach 01.02.2019, 09:38
4. ob "behalten"....

...sei mal dahingestellt. Es gibt ja auch "Leihgaben". Könnte man umwidmen.......

Aber viele der Dinge wären heute nicht mehr da, viele der Dinge hätten nicht dazu beigetragen, daß wir die Welt heute so sehen, wie wir sie sehen, wenn die Archäologen damals nicht gewesen wären.

Man wuste es damals wohl nicht besser - im Rückblick veilleicht sogar ein Fehler. Aber wieviele Fehler zeigt die Geschichte im Nachhinein auf , wievieles Agieren von Völkern, Personen, Staaten ist - bis heute noch - völliger Blödsinn, schadet anderen?

Aufrechnen ist ziemlicher (undurchführbarer) Unfug - und EINSEITIG aufrechnen ist doppelt banane. Mit Aufrechnen würden wir heute noch mit Frankreich im Krieg leben.

Es wird eigentlich Zeit, daß dieser "zu erstrebende Heiligenschein in Moralbelangen" endlich einen Namen und den Status einer Religion erhält. MEHR ist es nämlich nicht.

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dunnhaupt 01.02.2019, 13:33
5. Historische Fakten nicht vergessen!

Die Einheimischen waren damals gerade dabei, die Tempel von Pergamon zu Schotter und Baumaterial zu verwandeln, als die Deutschen eintrafen.

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