Forum: Kultur
Deutsche Einheit : Was nach dem Woodstock-Gefühl kam
Dieter Endlicher/ stf/ FRU/ AP

Die Wende war ein romantisches Ereignis, die Einheit aber wurde für uns Ostdeutsche eine Einübung in Kälte und Entwertung - dass dieser Frust sich heute in AfD-Wahlerfolgen entlädt, ist schlimm. Aber verwundert nicht.

Seite 2 von 7
ohnefilter 03.10.2019, 18:49
10.

Thomas Brussig hat zu Beginn des Jahrhunderts einen guten Roman zu diesem Thema geschrieben: "Wie es leuchtet." Phantasievoll und satirisch, das kann er wirklich. Dann hat er für Udo Lindenberg gearbeitet und jetzt schreibt er ein Spiegel-Essay. Hoffentlich geht es irgendwann mal wieder aufwärts mit ihm.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Lion 03.10.2019, 18:52
11. Nichts nichts nichts und nochmal nichts

entschuldigt rassistisches, völkisches Denken und Wählen. Netter Versuch der Erklärung aber nicht überzeugend. Auf die einzutreten, die wie du am Boden liegen ist unentschuldbar auch wenn man Ossi ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dirkda 03.10.2019, 18:59
12. Die Katze fällt aber immer wieder auf dieselben Füße

Guter Beitrag bei dem mir zumindest mal wieder zur Erinnerung gebracht wurde, dass die Leidenszeit (wirtschaftlich und moralisch) dann doch wesentlich länger war, als man es im Westen wahrhaben möchte. Aber für mich kann man das drehen und wenden wie man möchte. Es bleibt mir einfach unverständlich, wie man 30 Jahre danach, in denen sich letztendlich vieles ja auch positiv entwickelt hat, Leute wie Kalbitz oder Höcke und ihre Entourage mit 20%+ wählen kann. Das ist ein Unvermögen, sich in einer Demokratie sinnvoll einzurichten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Die blaue Katze 03.10.2019, 19:02
13. Ja wie waren die Wahlergebnisse der Republikaner ?

Zitat von Nurnocheinekleinefrage
Warum erst wird jetzt dieser Rechtsruck in den östlichen BL thematisiert? Haben nicht schon in den frühen 90ern dort die Asylantenheime gebrannt? War da nicht mal was in Rostock? Wie waren noch mal die Wahlergebnisse der Republikaner Mitte der 90er in der ehemaligen DDR?
In BW zu Lothar Späths Zeiten waren sie eine feste Größe im BW-Landtag. Und auch die AfD hat einen ansteigenden Zuspruch und wenn mann dann problematische Wahlkreise nimmt und einen Wohlstand-Bonus abzieht, sind die Ergebnisse nicht so unterschiedlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
stelzerdd 03.10.2019, 19:04
14. Es langt wirklich

Zitat von rememberhistory
Eins vorweg. Ich bin in der ehemaligen DDR geboren und 18 Jahre dort aufgewachsen. Und ich bin glücklich in einem solchen Land hier und heute zu leben! Es muss nach 30 Jahren und ganz besonders mit der Berichterstattung und den Erklärungsversuchen insbesondere in den letzten Tagen und Monaten endlich mal Schluss sein mit dem ewig rückwärtsgewandten Reflektieren, Ursachen suchen, Erklärungen und Analysen. Es gibt mit Sicherheit Kleinigkeiten, die in diesem Land verbesserungswürdig sind. Im Großen und Ganzen leben wir in einem Land der Freiheit, ausgeprägter Demokratie, hervorragendem Sozialnetz, niedriger Arbeitslosigkeit und hohem Wohlstand. Wir sollten endlich mal nach Vorne schauen und die Chancen der Zukunft anpacken. In der Zukunft liegt unser Glück, unser Wohlstand, und alles das, was sich jeder einzelne wünscht und bereit ist dafür zu tun. Es ist genug mit der Jammerei und dem Suchen von Schuldigen und Fehlern. Wir können keine Dinge der Vergangenheit rückgängig machen, auch wenn wir hundertmal über die Treuhand diskutieren. Vorwärts!!!
Ja, ich muß dem Vorredner zustimmen. Im Augenblick übertreffen sich die Medien und manche Redner mit dem Herbeireden einer deutschen Teilung.
Ich bin in der DDR geboren, aufgewachsen und habe als Erwachsener die Wende nicht nur miterlebt sondern mitgemacht. Die Wende, die Beseitigung der SED-Herrschaft und die unerwartete Belohnung mit der deutschen Einheit - das sind die Ereignisse, an die ich heute noch mit Gänsehaut und Glücksgefühl denke.
Ja auch mir ging es damals nicht so gut, von einem Tag auf den anderen war die Sicherheit eines in festen Bahnen ablaufenden beruflichen Lebens weg. Aber nun konnte man an einem einzigen Tag eine Firma gründen. Was mit ein paar Gleichgesinnten auch gelang. Das ging damals fast ohne Geld - bei mir ist das über 10 Jahre für einen neuen Trabi angesparte draufgegangen.
Ja, auch ich hab zuvor negative Erfahrungen mit der Treuhand und einer über 12 Monate dauernden Stasi-Übreprüfung gemacht. Zugereisten "Wessis" blieb das erspart, sie wurden dank Herkunft von der Treuhand hofiert und waren ebenfalls dank Herkunft stasi-unverdächtig.
Aber das war's dann auch schon und es ist über 25 Jahre her. Ich weigere mich, das heute noch als bestimmend anzusehen.
Im übrigen wurde nach den ersten wilden Jahren niemand aus meinem gesamten Umfeld jemals "entwertet". Wer etwas gescheites gelernt hatte, konnte damit auch etwas anfangen. Und wer heute, nach 30 Jahren, als Ossi noch um Anerkennung für seine Lebensgeschichte bettelt, gehört zum Psychiater.
Ich lass es mir nicht ausreden, wir sind ein Volk und ein ungeteiltes Land. Wenn es Trennlinien gibt, verlaufen diese zwischen Demokraten und Populisten und Menschen, denen eigentlich alles zuwider ist - Hauptsache man kann sich über dieses Land erregen (Wenigstens zwischen 2 Urlaubsreisen ans Mittelmeer)
Und wer sich als Ossi von aus Hessen hergelaufenen gescheiterten Geschichtslehrern und Altpolitikern etwas von Wende 2.0 erzählen läßt,ist einfach nur dumm. Sorry.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
berther 03.10.2019, 19:07
15.

Ich, gebürtiger Wessi, habe einige "Ossis" als Freunde und weiß, es sind großartige Kerle, auf die ich mich so verlassen kann, wie sie sich auf mich.
Sie haben nach der Wende ihr Leben in die eigene Hand genommen und etwas daraus gemacht, anstatt sich auf den "Staat" zu verlassen.
Vielleicht ist das das ganze Geheimnis:
Eigeninitiative statt Lethargie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Svepos 03.10.2019, 19:07
16.

Pinon_Fijo
2 Jahre? Ich merke das Du kein Ossi bist. Das hält bis heute an.

planet335
Die langen Schlangen vor den Tafeln und Suppenküchen, Menschen ohne Zähne, die vielen Obdachlosen und die Zeltstädte

In welchem Berlin hast Du denn gelebt?
?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rolfbucher2016 03.10.2019, 19:11
17.

"Bedingt durch flächendeckende Deindustrialisierung und Institutionenabbau verloren zahllose Menschen.... ihre Arbeit"
Zitat. Schreibt Herr Brussig über das Ruhrgebiet, das Saarland, Bremen und Bremerhafen? Im Münsterland gingen zahlreiche Textilfabriken den Bach runter. Und viele Menschen verloren dort ihre Arbei. Hat die Politk geholfen? Kann mich nicht erinnern. Gab es Solidaritätsabgaben und Geldtransfers? Nicht dass ich wüßte
Und "Fidschis abklatschen"......war da nicht was in Hoyerwerda?

Ich kann verstehen, dass Menschen sich über schmerzhafte Veränderungen beklagen, wer verändert sich schon gerne. Mir ist die Retro-Verklärung der DDR unverständlich, ebenso die verbissene Opferrolle und Klagementalität. Klagen die Menschen im Ruhrgebiet oder Saarland oder an der Küste imselben Maß über die Verluste? Unverständnis vom Rest der Republik?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schulz.dennis.84 03.10.2019, 19:12
18. Feindliche Übernahme?

Mal ganz ehrlich: Für Menschen aus dem Osten hat sich alles geändert und für mich im Westen absolut nichts. Außer dem grünen Pfeil, der aber in meiner Stadt schon wieder abgebaut wurde und den Solidaritätszuschlag, der aber für andere Sachen missbraucht wird. Ich kann die Menschen im Osten versehen, wenn die massenweise AfD wählen, um gegen diese unglaubliche Arroganz anzugehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
basic11 03.10.2019, 19:15
19. Ich komme aus dem Westen und

kann mir gut vorstellen, dass es auf dem Lande frustrierend ist, wenn man das Gefühl hat die Region hat keine Zukunft, Schnurtelefon, alle Jungen weg, keine Läden, keine Ärzte und das Dorf stirbt aus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 7