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Deutsche mit Zonenhintergrund: Willkommen im Club
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Was haben eine Frau mit Kopftuch und ein Mann mit sächsischem Dialekt gemeinsam? Von beiden wird einer Studie zufolge oft erwartet, dass sie sich besser integrieren und von Extremisten distanzieren. Was lernen wir daraus?

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Zoroaster1981 06.04.2019, 16:15
20. Satire?

Zitat von spon-facebook-10000031099
Ach du meine Güte. Nur mal so als Denkanstoß: Wenn ein Viertel oder mehr der Ostdeutschen der Meinung sind eine Partei mit verfassungsfeindlichen Zielen zu wählen, dann sind sie offensichtlich nicht bei "unseren Werten" angekommen, denn "unsere Werte" sind in dieser Verfassung niedergeschrieben.
Ist Ihr "Denkanstoß" ernst gemeint?
Ich bin Ostbayer und defintionsgemäß damit "Westdeutscher". Und ich sage Ihnen was: ich verbünde mich nicht mit Ihnen gegen die sog. Ostdeutschen, da sie ja von "unseren Werten" reden, die die Ostdeutschen angeblich nicht annähmen. Sie haben Ihre Werte und ich meine und ich halte auch die Verfassung nicht für einen heiligen Gral. Ich wurde in das Land geboren und muss mich dran halten. Und mir ist so mancher sog. Ostdeutsche, der häufig wesentlich kritischer denken kann als so viele Westdeutsche, die ich kenne, viel lieber. Oft sind Menschen aus dem Osten auch wesentlich authentischer, ehrlicher (auch direkter) und damit auch sympathischer.

Und auch für Sie als Denkanstoß. Dieses Land gehört den Ostdeutschen genauso wie den Westdeutschen. Und wenn Sie von "integrieren" reden: Ich als Bayer muss häufig Leute aus der ganzen Republik ertragen, die die Vorzüge von Bayern gerne nutzen und aus ihren wirtschaftsschwachen Regionen auswandern, sich aber in Bayern nicht integrieren können. Und die Integrationsunwilligen sind wesentlich häufiger West- als Ostdeutsche.

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ole#frosch 06.04.2019, 16:28
21. Was ist denn ein ossi

Gibt es neben dem Gebiet der Geburt da noch weitere Kriterien?
Inzwischen sollte doch jeder gemerkt haben, dass in seiner Schulklasse ganz unterschiedliche Menschen sind und waren und manchmal schon der Nachbar ganz anders tickt oder der Partner usw.
Dieses künstliche Gruppengeschaffe ist Unsinn

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Actionscript 06.04.2019, 16:40
22. Den Deutschen geht es zu gut.

Und auch Wessis werden diskriminiert, wenn sie zB nach Berlin ziehen. Ich erinnere an die Schwaben in Berlin. Ich lebe als Deutscher in Kalifornien, und da kümmern sich die Leute einen Dreck darum, ob ich zu Hause oder mit anderen Deutschen Deutsch spreche oder deutsches Essen esse oder deutsches Fernsehen sehe. Einzig und allein ist wichtig, die Gesetze einzuhalten und wenn möglich, eine Arbeit zu haben und die dortige Sprache zu erlernen. Dann würde ich das als integriert ansehen. Alles andere deutet darauf hin, dass es den Deutschen zu gut geht, dass sie sich über solche Dinge Gedanken machen oder aufregen.

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wolfabc 06.04.2019, 16:40
23.

Ein Bayer ist vor noch gar nicht so langer Zeit in Westdeutschland genau so aufgefallen wie heutzutage ein Ossi und galt damals als nur schwer integrierbar. Und dem Bayernabitur sagte man nicht viel Gutes nach, es galt als Puddingabitur. Später waren es die Ostfriesen, die als Lachfiguren Deutschland weit herhalten mussten. Und selbst im "Dritten Reich" sollen sich die verschiedenen Landsmannschaften nicht besonders gut verstanden haben, wie die Nazis es sich gemäß der Parole "Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" gewünscht hätten. Aus dem Grunde hatte es auch die NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" als eine wichtige Aufgabe angesehen, eben diese Unarten in der angestrebten großen "Volksgemeinschaft" auszumerzen. Das scheint bis heute nicht gelungen zu sein. Also immer mal hübsch ruhig bleiben, denn das Anderssein wir nicht nur hier, sondern überall auf der Welt kritisch betrachtet, belächelt, verlacht oder auch nicht so gern gesehen. Zutiefst menschlich, wie mir schein! Mir mag der einzelne Moslem sympatisch, gleichgültig oder wie auch immer sein, in der Masse als Einwanderer kann ich gut auf Moslime verzichten. Vor deren mittelalterlichen Kultur bin ich, wie ich als Rheinländer sage, "fies vor". Das könnte ich seitenlang begründen, tu ich aber nicht, "fies vor" muss hier reichen.

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abc_bis_z 06.04.2019, 16:52
24. als was man geboren wird, entscheiden die Eltern

"Niemand wird als Muslim.geboren" ? Dann werden also die Mehrzahl der Kinder in muslimischen Familien als "Ungläubige" geboren und bleiben das auch bis die volljährig sind, um sich dann mit freiem Willen für eine Religion ihrer Wahl oder auch für gar keine Religion zu entscheiden? Die Mehrzahl der Kinder von Muslimen werden also weder von klein auf muslimisch erzogen noch geprägt? Interessant! Danke für die Aufklärung. Gilt im Übrigen auch für jede x-beliebige andere Gruppe, bei der Religion eine zentrale Rolle spielt. Mit dem Unterschied das z.B. eine Zeugin Jehovas sich durchaus als Deutsche, Französin, Schwedin, Niederländerin, Polin, usw. definiert und nicht als "stolze Zeugin Jehovas", so wie man halt ständig von "stolzen Muslimas" liest und hört, aber fast nie von Menschen muslimischen Glaubens, die sich einfach nur als Deutsche oder Franzosen oder Schweden, etc. bezeichnen und gut ist. Und die halt an Allah glauben und gut ist. Wie würde das auf Sie wirken, Frau Ataman, wenn Sie medial umgeben wären von Menschen, die sich permanent als stolze Christen oder stolze Zeugen Jehovas oder stolze Juden oder stolze Atheisten bezeichnen würden aber niemals einfach nur als Deutsche? Wie würde das auf Sie wirken, Frau Ataman, wenn sie medial von Menschen umgeben wären, die sich primär über ihre Religion oder sonstige Ideologien definieren? Würde das bei Ihnen ein Gemeinschaftsgefühl förden oder eher das trennende, abgrenzende Element? Würden Sie sich mit solchen Menschen identifizieren können, sich mit ihnen gemein machen können, wenn diese Menschen Ihnen permanent vermitteln, dass sie in erster Linie nicht als deutsche Mitbürger*innen gesehen werden wollen, sondern primär als überaus stolze Vertreter*innen ihres einzig wahren Glaubens? Und würden Sie sich als aufgeklärter Mensch nicht auch zumindest einmal die Frage stellen: aus welchem Grund sollte man eigentlich so wahnsinnig stolz sein, wenn man religiös erzogen & indoktriniert wurde? Sollte man nicht eher stolz sein, wenn man den Mut & die Kraft aufbringt, sich davon loszusagen? Und wundert es Sie, Frau Ataman, nicht manchmal auch, weshalb dieser eigenartige Stolz von großen Teilen der Medien so lobhudelnd flankiert wird und weshalb es gleichzeitig so wenig mediale Unterstützung für Menschen gibt, die versuchen von Ideologien loszukommen, die versuchen aufzuklären, zu reformieren, sich kritisch mit ihrer eigenen Religion auseinanderzusetzen? Die im Gegenteil sogar oft medial diffamiert werden. Ich sehe immer das Foto von Ihnen über Ihrer Kolumne, Frau Ataman, und blicke da jedesmal in ein offenes, sympathisches Gesicht. Ich blicke in das Gesicht eines (in meinen Augen) aufgeklärt, liberal, empathisch wirkenden Menschen. Aber ich entdecke von Ihnen keine Kolumnen, die sich für von Religion Verfolgte, Ausgerenzte, Unterdrückte, unter Druck Gesetze, Misshandelte, der Willensfreiheit Beraubte einsetzt. Und ich frage mich warum. Weil das Äußere eines Menschen täuschen kann, schon klar. Dennoch stelle ich mir die Frage. Ich weiss, ich bin jetzt ein bisschen vom Thema abgekommen, würde mich aber freuen, wenn zumindest Frau Ataman den Leserbrief zu Gesicht bekäme.

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JackGerald 06.04.2019, 16:53
25. @ Nr. 20 Zoroaster1981

"Und mir ist so mancher sog. Ostdeutsche, der häufig wesentlich kritischer denken kann als so viele Westdeutsche, die ich kenne, viel lieber. Oft sind Menschen aus dem Osten auch wesentlich authentischer, ehrlicher (auch direkter) und damit auch sympathischer." Das hätte ich ("Westdeutscher") nicht besser formulieren können. Vielen Dank.

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Iksypsilon 06.04.2019, 16:55
26. Wann hört das endlich auf?

Einige Beiträge sind an Überheblichkeit kaum zu überbieten! Meine Güte, die Wiedervereinigung ist fast 30 Jahre her, was soll das jetzt noch? Ich bin 38J. und kann mich an meine „ostdeutsche“ Kindheit kaum noch erinnern. Ich lebe ein normales, geregeltes Leben, entstamme einem „normalen“ Umfeld. Ich kaufe die gleichen Produkte in denselben Supermärkten, zahle Steuern wie alle anderen, reise gern, habe dieselben Zukunftsträume und -ziele wie viele andere Deutsche auch. Ich habe genauso „west“deutsche Bekannte, wie „ost“deutsche. Jeder Mensch ist anders, egal woher er stammt. Es gibt kein „typisch“ ost-, west-, nord- oder süddeutsch. Intolerante, verbohrte Idioten gibt es überall...

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nickleby 06.04.2019, 17:07
27. Nachdenkliches

Der Unterschied zwischen Migranten und sogenannten Ostdeutschen liegt darin, dass bei ca.85% der zwischen Harz und Oder bzw. Rügen und Erzgebirge lebenden Menschen Deutsch die Muttersprache ist. Migranten kommen dagegen aus vielen untersschiedlichen Ländeern. Viele haben ihren GLauben als gemeinsames Merkmal,z.B. Islam. Daher ist es weder eng national noch rassistisch gedacht, wenn man hier Unterschiede macht. Der Deutsche/ die Deutsche hat den Vorteil in seinem/ ihrem historsichen Umfeld aufzuwachend bzw. zu leben. Die Gleichsetzung Muslim, Migrant, Ostler ist daher falsch und irreführend. Wir Menschen sind nur vor dem Gesetz gleich, aber ungleich in den kulturellen Voraussetzungen. Die Mehrheitsgesellschaft setzt die Normen, die im Gemeinwesen gelten, sei es juristisch, politisch oder gesellschaftlich.

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Daniel Matte 06.04.2019, 17:13
28. Geliebte Vorurteil

Da sind wir also, im Jahr 2019, mit all seinen Gleichstellungsfragen, gefühlt in der Moderne angekommen, und dann strotzt es hier nur so von üblen Vorurteilen. Der Ossi ist scheinbar immer aus Sachsen ( die anderen Länder scheinen nicht zu existieren), Ossis haben auch immer die gleichen Vornamen, über die man so schön herablassend lächeln kann, und nur der Ossi ( also der Sachse namens Maik) hat AfD gewählt oder steht noch weiter rechts. Herrje, welche dumme Kolumne, die sich auf eine ziemlich dumme pseudowissenschaftliche Arbeit bezieht. Nur zur Erinnerung, die AfD sitzt in allen 16 Bundesländern und im Bundestag. Maik und Mandy leben auch in Westfalen und Nazis gibt es überall. Aber es ist natürlich einfach herrlich, als Westdeutscher den Herrenmenschen zu verkörpern.

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berggala 06.04.2019, 17:19
29. Der Grundgedanke ist falsch

Ostdeutschen gehören zu Deutschland wie Nord, Süd und Westdeutsche. Das Ost und Westdeutsche beinhaltet natürlich eine politische Komponente. Aber ich wollte das geographische Ansprechen. Ostdeutsche sind nicht ins Land gekommen, sondern waren schon immer da. Mit eigenem Land , Traditionen und ein wenig geschichtlichem Pech. Deshalb ist dieser ganze Artikel vom Denkansatz falsch. Das die Wiedervereinigung keine wahr, sondern nur eine Angliederung OSTdeutscher Gebiete und das Überstülpen WESTdeutscher Gesetze, steht ausser Frage. Auch wenn man von deutscher Geschichte nach dem 2. Weltkrieg redet, meint man in der Regel die Westdeutsche. Da wird der Osten übergangen und ansonsten auch gerne belehrt. Niemand fragt gerne, wo die armen Ossis hinziehen mussten, die vorher in den grossen Wohnungen in Berlin Mitte, Friedrichshain und dem Prenzlauer Berg gewohnt haben, die von grösstenteils WESTdeutschen gekauft wurden. Siegermentalität eben. Korrektheit nach Bedarf.

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