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Deutsche Oscar-Anwärter Bertelmann und Mettelsiefen: Die Nominierung ihres Lebens
[M] DPA

Deutschlands Oscar-Hoffnungen: Neben Maren Ade ("Toni Erdmann") sind auch der Dokumentarfilmer Marcel Mettelsiefen und der Komponist Volker Bertelmann alias Hauschka nominiert. Wie stehen ihre Chancen?

GyrosPita 24.02.2017, 18:59
1.

Spätestens seit ich "Toni Erdmann" gesehen habe ist mir klar das eine Oscar-Nominierung wohl mit allem zu tun hat, nur nicht mit der Qualität eines Films. Und was in den Gehirnwindungen von Kritikern vorgeht die eine epische Zeitverschwendung wie "Toni" auch noch in den höchsten Tönen loben wird sich mir wohl nie erschließen. Entweder sind die gekauft, oder die haben genau so eine Ecke ab wie Regisseurin und Drehbuchautor.

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Gauswadl 24.02.2017, 19:07
2. ZEN-Musik

Die Filmindustrie lebt in einer abgeschiedenen Traumwelt ohne Prostata und ohne Zahnschmerz.

Dazu passt die ZEN-Musik des Hauschka gut. Ohne dass sie gut ist.

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Micirio 24.02.2017, 20:19
3. Zeitenwende verschlafen

Hollywood und die Oscars haben die Zeitenwende verschlafen. Vermutlich hatten sie aber sowieso nie eine Chance. Netflix und Amazon gehören mit Ihren Produktionen die Zukunft. Begonnen hat m. M. n. alles mit Serien wie "Breaking Bad" und "The Wire". Dann kamen "True Detective (1. Staffel)" und "Game of Thrones". Derzeitiger Höhepunkt ist für mich "The Man in the High Castle (Amazon)" bzw. "Orange is the New Black" und "Narcos" von Netflix. Warum? Bei solchen Serien kann sich die Story Zeit nehmen, Charaktere können sich entwicklen und über Cliffhanger wird ein Suchtfaktor produziert. Wie soll Hollywood mit seinen 2-Stunden-Filmen dagegen angehen? Zu Hause kann man jederzeit die Serie fortsetzen, pausieren, abbrechen. Aber Filme wie den grauenhaften "Toni Erdmann", den überschätzten "La La Land" oder den einfach nur dämlichen Möchtegern-Skandalfilm "Fifty Shades of Grey" und ähnliche Pseudo-Kunstfilme sich zwei Stunden im Kino (aus Geiz) komplett anzuschauen, ist eine Zumutung. Das Kino ist nur noch für zwei Dinge geeignet: Ein zweites Date oder einen gigantischen Blockbuster mit enormen Schauwert wie "Herr der Ringe", "Star Wars" oder "Marvel". Für was anderes sollte man kein Geld mehr ausgegeben. Und dies sag ich als Sohn eines Kinobesitzer, der mit Kino aufgewachsen ist. Zum ersten Mal in meinem Leben werde ich mir diese Oscar-Nacht nicht anschauen. Tragisch aber leider ist es die Realtität: Das Autorenkino von Hollywood feiert sich nur noch selbst ohne zu bemerken, dass seine (Kino)Zeit abgelaufen ist.

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derjoey 24.02.2017, 20:22
4.

Zitat von GyrosPita
Spätestens seit ich "Toni Erdmann" gesehen habe ist mir klar das eine Oscar-Nominierung wohl mit allem zu tun hat, nur nicht mit der Qualität eines Films. Und was in den Gehirnwindungen von Kritikern vorgeht die eine epische Zeitverschwendung wie "Toni" auch noch in den höchsten Tönen loben wird sich mir wohl nie erschließen. Entweder sind die gekauft, oder die haben genau so eine Ecke ab wie Regisseurin und Drehbuchautor.
Das Beste, was man über den Film sagen kann (neben der Oscar-Nominierung selbst), ist, dass er ein absoluter Nicht-Hollywood-Streifen ist, in jeglicher Beziehung. Ich verstehe, dass ihn viele auch deswegen gut finden. Ich selbst war nicht so begeistert, für eine Tragikomödie fand ich ihn nicht lustig genug, und die Tragik selbst bestand streckenweise mehr aus Fremdschämen.

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wallererc 24.02.2017, 21:03
5.

Schade dass das viele wie meine Vorredner sehen. Geschmack ist Geschmack. Aber wie der Mainstream sich gerade gegen künstlerischen Anspruch wehrt, ist von geradezu historischem Ausmaß. Während Blockbuster ohne Innovation wie die Marvels und Transformers dieses Jahrzehnts am Box Office Rekordzahlen einspielen, müssen talentierte Regisseure enorme Risiken eingehen um überhaupt was drehen zu können.
Toni Erdmann ist übrigens wenig überraschend bei genau der Gruppe unpopulär die sie anspricht.

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