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Deutsche Sprache: Multikulti im Endstadium
DPA

Politiker und Medien streiten noch immer, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist - unsere Sprache ist da schon weiter. Das wird um Silvester besonders deutlich.

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oliver61 29.12.2018, 16:18
1. Thema verfehlt!

Richtig ist, daß die deutsche Sprache zahlreiche Begriffe enthält, deren Ursprung sich in anderen Sprachen findet. Zum Teil werden sogar Begriffe in Anlehnung an andere Sprachen in Deutschland erfunden (z. B. "Handy" für Mobiltelefon. Der Begriff "Handy" wird von Engländern nicht benutzt). Das alles hat nichts, aber auch gar nichts mit der Frage zu tun, ob Deutschland ein Einwanderungsland ist. Ist es natürlich nicht. Ein Einwanderungsland ist ein dünnbesiedeltes Land, daß zum Zwecke seiner wirtschaftlichen Entwicklung auf Zuzug angewiesen ist und aufgrund der dünnen Besiedlung auch die Möglichkeit der Zuwanderung bietet. Deutschland ist sehr dicht besieselt. Die Infrastruktur (Straßen, Schienenverkehr) kann die Mobilitätsansprüche von Wirtschaft und Gesellschaft kaum noch bewerkstelligen. Wohnraum- und Grundstücke sind knapp, die Mieten und Grundstückspreise explodieren. Durch Zuzug verschärft sich diese Situation, da hierdurch die Nachfrage steigt. Ein Verdrängungswettbewerb findet statt. Auf dem Arbeitsmarkt besteht ebenfalls kein Bedarf. Wir haben einen Sockel von über 2 Milliionen Arbeitslosen. Soweit diese nicht ausgebildet sind, liegt dies daran, daß zu wenig Geld in die Bildung der einheimischen Bevölkerung gesteckt wird. Das alles sind die Kriterien, nach denen die Frage beurteilt wird, ob ein Land ein Einwanderungsland ist. Nicht nach der Sprache.

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afropower 29.12.2018, 16:20
2. Englisch und Deutsch

Ich habe Englisch mit der deutschen Sprache verglichen und tausende Wörter gefunden die in etwa gleich geschrieben/ausgesprochen werden. Manche Wörter sind sogar identisch und werden exact gleich geschrieben.

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ubd57 29.12.2018, 16:27
3. Schlimme, entsetzliche und traurige Entwicklung

Goethe und Schiller würden sich im Grabe umdrehen. Kein Wunder, wenn sich die Zugezogenen, Immigranten und Asylanten keine Mühe machen müssen, um im Land der ehemaligen Dichter und Denker sich irgendwie durchs Leben zu schlagen. Ich halte nichts von Multikulti. Bestimmte Entwicklungen in vielen Städten Westdeutschlands und meiner Heimatstadt Berlin bestätigen mich immer wieder in meiner Haltung.

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intercooler61 29.12.2018, 16:29
4. Deutsch ist per definitionem eine "Straßensprache"

Das Adjektiv "deutsch" gab der Sprache ihren Namen und diese wiederum unserem Land. Es bedeutet soviel wie "volkstümlich" oder (Sprache) "der einfachen Leute", in Abgrenzung zum Latein der Kleriker und zum Französisch der Adligen.

Etymologisch korrekt sind wir also "das Land der einfachen Leute" (oder, genauer: das Land das deren Sprache spricht).

Nun muss man das als "einfacher Mensch" nicht unbedingt wissen und kann gleichwohl großartiger Leistungen fähig sein. Aber den Einfluss des Straßenslangs auf die deutsche Sprache zu beklagen, zeugt von fehlender Bildung in diesem Metier. Es ist ähnlich verräterisch wie die (in Foren oft anzutreffende) Großschreibung beim Gebrauch als Adjektiv.

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Datenscheich 29.12.2018, 16:29
5. Argument

Bei meinen Besuchen in Schulen, die hier in Berlin manchmal nur nur noch ein einziges 'rein-deutsches' Kind aufweisen, ist das beste Argument gegenüber den Klassen, sich beim Deutschunterricht den A**** aufzureißen, die exzellenten Stundensätze, die ich als Simultandolmetscher (Arabisch-Deutsch) verdiene. Da klappt den Jungs der Unterkiefer runter - und die Mädchen vergessen gar, ihre Kaugummis weiter zu malträtieren. Erfolg!!

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Oliver Sprenger de Montes 29.12.2018, 16:30
6. Was für ein Bullshit wieder …

Zitat: "Insgesamt schätzen Experten unsere Sprache auf mindestens 300.000 Grundwörter und weit über fünf Millionen Begriffe. […] Selbst die Intellektuelleren unter uns beherrschen nur einen Bruchteil davon. Der Durchschnittsdeutsche kennt etwa 12.000 bis 16.000 Wörter. Das heißt: Zwei Leute können Deutsch reden und trotzdem nur eine winzige Schnittmenge haben."

Oh nein, dass heißt es eben nicht! Warum? Weil der Wortschatz des Einzelnen nicht nur eine willkürliche Zufallsauswahl aus allen existierenden Wörtern darstellt. Ein gewisser Grundkanon ist allein gemein. Also nix mit "winziger Schnittmenge". Facepalm pur.

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competa1 29.12.2018, 16:33
7. Natürlich kann..

..der Durchschnittsdeutsche nur 12.000-16.000 Wörter.Wenn er diese aber in gramatikalisch einwandfreien Satzstellungen verwendet ist doch alles gut.Schwieriger wird es wohl mit der Einwanderung und der Integraton,wenn schon bei der Jobbewerbung das "Kiezdeutsch"zu Tage tritt."Hey Alder,hier hasu Blatt mit Bewerbung,lies!"wird dabei nicht sehr hilfreich sein.Ich befürchte aber,dass das in 20 Jhren Standard sein wird.In diesem Sinne:isch jetzt geh voll krasse Böller holen.Is Silvester Alder,weisssu!

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mwroer 29.12.2018, 16:37
8.

Also ganz ehrlich mal aus niederländischer Sicht: Zwischen der langsamen Übernahme von Worten aus anderen Sprachen und 'alles Rabatt, ischschwöre Alter' besteht ein riesiger Unterschied. Wer sich mit 'Kiezdeutsch' bei uns bewirbt oder so mit Kunden redet wird nicht eingestellt.

Jede Sprache ändert sich im Laufe der Jahre. Das ist völlig normal. Auch im niederländischen. Unser lokaler Dialekt, Limburg, nimmt auch Worte aus dem Deutschen auf und aus dem Niederlándischen. Dies wiederum nimmt Worte auf aus dem französischen und geht es rund um die Welt.

Ich denke nicht dass jemand damit ein Problem hat.

Womit ich persönlich ein Problem habe (und das habe ich gemeinsam mit einigen meiner deutschen Bekannten) ist die gewollte und völlig verkrampfte Benutzung von Worten aus anderen Sprachen bei jeder Gelegenheit wie 'Prime-Time', 'Pre-Sales', 'X-Mas', 'Jallah' und und und

Das ist keine natürliche Entwicklung sondern der alberne Versuch irgendwie abgehoben zu wirken. Das muss man wirklich nicht mögen - und kann trotzdem ein ganz normaler Mensch sein der keinerlei Phobien gegenüber anderen Sprachen hat :)

Über den Ursprung des Wortes Hurra gibt es übrigens noch ganz andere Theorien aber wissen Sie was? Es ist völlig egal woher das Wort kommt :)

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Actionscript 29.12.2018, 16:45
9. Was soll der Versuch,....

...Multikulti aufgrund der Herkunft der Sprache zu verteidigen? Hier wird versucht, Multikulti zu rechtfertigen, indem die Sprache auseinandergenommen wird und gezeigt wird, dass die deutsche Sprache vielfältig ist. Wen soll der Artikel hiermit überzeugen, AFDler und Leute, die gegen Multikulti sind?

Wen ein Arbeitgeber einstellt, richtet sich danach, ob der Arbeitgeber mit den beruflichen Voraussetzungen eines Kandidaten, Einwanderer oder nicht zufrieden ist. Welche Sprache gesprochen wird, spielt dabei keine Rolle. Als Wissenschaftler musste ich auch in Deutschland Englisch sprechen können, um beruflich weiter zu kommen.

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