Forum: Kultur
Deutsche Traditionen: Nach alter Väter Brauch und... bitte?
DPA

Was wird aus Deutschland, wenn immer mehr Menschen einwandern? Und was aus seinen guten alten Traditionen? Bevor wir uns darüber Sorgen machen, sollten wir wissen: Deutsche Kultur ist weder besonders alt noch besonders deutsch.

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syracusa 06.12.2015, 18:48
90.

Zitat von postit2012
Es gibt KEINE EINZIGE Tradition auf dem ganzen Erdball, die nicht erfunden wurde. Alle gehen nur auf Narrative zurück, die in ihrer Zielgruppe eben akzeptiert werden oder akzeptiert werden sollen.
Das ist falsch. Traditionen unterscheidet man von willkürlichen Ereignissen gerade dadurch, dass Traditionen sich entwickelt haben, und dass sie ihren mehr oder weniger langen Entwicklungsprozess auch abbilden. Das Weihnachtsfest ist ein sehr gutes Beispiel dafür.

Unternehmen wären über alle Maßen heilfroh, wenn sie in der Lage wären, so etwas wie Weihnachten zu erfinden. Dabei ist die Tradition von Weihnachten als ein Konsumfest nicht älter als wirklich "erfundene", d.h. willkürlich und planmäßig eingeführte Feiertage wie Valentinstag oder Mutter- und Vatertag.

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storchentante 06.12.2015, 18:48
91. Wertschätzung der Traditionen

Als Kreißsaalhebamme beobachte ich immer wieder, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturen ihre Traditionen zu Beginn des Lebens pflegen. Häufig noch bekommen z. B. Kinder italienischer Eltern ein rotes Hemdchen als erstes Kleidungsstück an, Kinder muslimischer Eltern wird etwas auf Arabisch ins Ohr geflüstert. Asiatische Mütter erhalten noch im Kreißsaal eine frische Hühnerbrühe gereicht (wenn die neue Großmutter zur Geburt noch Deutschland gereist ist.) All das wird in unserem Kreißsaal wertschätzend begleitet und unterstützt. Ich verstehe nicht, warum deutsche Traditionen, auch wenn sie vielleicht noch jung sein mögen in eine rechte Ecke gestellt werden, warum sie bestenfalls noch als Folklore gelten, die man ja auch abschaffen kann. Ich bin der Auffassung, daß jede dieser Traditionen es wert ist, geschützt und gepflegt zu werden und wünsche mir für deutsche (auch manchmal nur regionale) Traditionen die gleiche Wertschätzung auch wen ich nicht alles immer verstehe.Tradition besteht aus mehr als nur Weihnachtsgans und Bierzelt. Es sind die Dinge, die schon unsere Eltern mit uns getan haben, die wir jetzt mit unseren Kindern tun. Das sind 3 Generationen. Weniger als 150 Jahre. Und es muß nicht jede Tradition allgemeingültig für die gesamte Population sein. Wer seine Traditionen abschafft, löscht einen Teil seiner familiären Identität.

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toralf2010 06.12.2015, 18:50
92. ich bin stolz in Deutschland geboren zu sein!

Zitat von patras
Frage: Wie können Sie stolz darauf sein, als Deutscher geboren worden zu sein? Stolz sein kann man auf eine Leistung, die man verbracht hat, wenn man so will, aber der Zufall einer Geburt ist ja nun wirklich keine Leistung. Und ja, es gibt mit Sicherheit bessere Länder als Deutschland und mit Sicherheit schlechtere und mit Sicherheit ähnliche Länder. Deutschland ist ein Staat unter sehr vielen, mit guten und schlechten Menschen und Situationen. Man sollte sich aufmachen, selbst etwas zu leisten, damit es besser wird, jeden Tag und in seiner persönlichen Umgebung. Alles, was Sie da aufzählen sind Allgemeinplätze au die ich als Deutsche zum großen Teil keinen Grund sehe, stolz zu sein.
Ca. 95% der Menschen auf der Welt geht es schlechter als den Mensche die hier geboren sind! Welche Länder sind denn ähnlich? Vielleicht gibt es eine Handvoll Länder denen es besser geht, mehr aber auch nicht.
In welchem Land ist es denn gelungen das die Menschen nach der totalen Zerstörung innerhalb von 50 Jahren eine Wirtschaft aufgebaut hab n die Weltweit ihres gleichen sucht?
Es sind Leute wie Sie die alles nieder reden nur um sich wichtig zu tun.

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lagoya 06.12.2015, 18:50
93. danke für den post

Zitat von sean100
Traditionen die in Wirklichkeit keine sind? Wie weit sollen wir denn noch gehen? Ich bin Jahrgang `62 und mit Traditionen aufgewachsen. Gerade die Festtage empfand ich als Warm und geborgen! Als Freude, die Jahr für Jahr statt gefunden hat! Mir ist es egal, was hier irgend jemand schreibt! Für mich ist es Tradition. Und es war für meine Eltern und Großeltern Tradition! Und jetzt soll ich meinen Kindern oder meinem Kind beibringen, das es nicht so ist? Aus reiner Rücksicht, nicht Menschen zu verletzen die einen anderen Glauben haben? Wo bitte bleibt der Respekt? Wenn ich in einem anderen Land leben möchte und selbst dort nur meinen Urlaub verbringen will, so muss ich doch die dortige Lebensgewohnheit und Religion respektieren!!! Ich kann doch nicht erwarten, das sich alles mir anpasst! Wir wollen niemanden verletzen. Geht das soweit das wir uns selbst verletzen? Uns und unsere Traditionen aufgeben? Wenn hier z. B. ein St. Martins Tag gefeiert wird, dann ist es der ST. Martins Tag und kein Sternnudelsuppentag! Es wird niemand gezwungen mit zu feiern! Genauso wenig wie ich gezwungen werde, den Ramadan einzuhalten! Jedem das seine, sage ich! Punkt!
mit Menschen Weihnachten verbieten zu wollen war schon dabei sämtliche Illusionen und Hoffnungen zu verlieren wenn man hier von Nazi- Weihnachten oder zukünftigen Sommersonnenwendefeste spricht, dann glaube ich, dass viele der Foristen nicht in einer Familie aufgewachsen sind, wo Weihnachten noch ein Familienfest war , wo man sich traf, um zusammen zu sein, zu essen, Lieder zu singen, wo man Heiligabend zusammen in die Christmette ging und in der Nacht unruhig schlief voller Vorfreude auf den nächsten Morgen wenn das Christkind gekommen war, wo man Wochen vorher einen Baum besorgte und schmückte, oder die krippen aufbaute, heimlich an Geschenken für Eltern u. Geschwister bastelte. Schade, arme Menschen, sie wissen nicht ,was sie verpasst haben,aber es ist doch kein Grund jetzt den anderen diese schönen Erlebnisse verbieten zu wollen.

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thelix 06.12.2015, 18:50
94.

Zitat von robert,haube
Aus beruflichen Gründen habe ich viel mit der Begutachtung von Häusern in meiner Region (SW-D)zu tun. Es ist zu beobachten, dass durchaus schützenswerte Gebäude für Zuwanderern günstig zu haben sind, aber ohnehin schon bröckelnde Bausubstanz wird oft nur auf Verschleiß genutzt, mit Trockenbau wird alles zugebastelt, dann ist gut. In zwanzig Jahren wird da nicht mehr viel zu retten sein. Ich frage mich dann ab und zu, warum ich ein Vermögen in den Erhalt und in die Sanierung alter Fachwerkgebäude stecke, die gern mal dreihundert Jahre auf dem Buckel haben, eigentlich doch um unsere Tradition zu retten, es folgenden Generationen zu überliefern. Ich will nur dieses kleine Beispiel nennen, um zu belegen, dass Tradition sich nicht nur um die Weihnachtsgans dreht, da gibt es noch jede Menge anderer Punkte. Warum sollten Zuwanderer ihr Geld z.B. in die Sanierung alter Bauwerke stecken, sie werden sich nur schwer damit identifizieren. Es ist billiger, den Bagger zu holen. Das wäre dann, auch übertragen, die Zukunft unserer Tradition.
Es ist stark zu bezweifeln, daß Zuwanderer bzw- Flüchtlinge unsere historische Bausubstanz schädigen. ;)

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MatthiasPetersbach 06.12.2015, 18:50
95.

Zitat von wutbürger2010
Ich bin stolz darauf in Deutschland geboren zu sein, einem der friedlichsten Länder dieses Planeten. Weder meine Eltern noch ich kennen Krieg. Hier nur eine kleine Auflistung von für mich positiv besetzten Begrifflichkeiten, welche ich mit meinem Geburtsland Deutschland verbinde: ... Man sollte diese Werte und Traditionen nicht einem links-grünen Mainstream opfern. Kennt jemand ein besseres Land auf diesem Planeten ?
Ja.

Aber ich bin eben HIER. Und ja, ich finde so ziemlich alles, was Sie da aufzählen, auch Klasse. Oktoberfest und Deutsche Nationalmannschaft vielleicht ausgenommen.

Stolz ein Deutscher zu sein, bin ich allerdings nicht. Ich kann nix dafür, daß meine Eltern nicht 10 km westlicher oder 3000 km südlicher wohnten.

Was ich spüre, ist die Verpflichtung, diese schönen Dinge zu erhalten. Und da bin ich zwar guter, kämpferischer Zuversicht, aber schwer wirds schon.

NUR - bei diesen Bedenken spielen ausländische Mitbürger und Flüchtlinge so garkeine Rolle. Eher Leute aus Berlin, Frankfurt, Brüssel, Washington. Und keine Sorge - das mit dem Krieg nicht kennen wird sich geben. Auch wegen diesen Gesagten.

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gonzo60 06.12.2015, 18:51
96. Na klar..

..die eigene Kultur als unwichtig und irgendwie überflüssig darzustellen ist ja in Deutschland sehr beliebt. Ich glaube nicht das es in anderen Ländern so beliebt ist die eigene Kultur und Traditionen als eigentlich unwichtig darzustellen. Ich stell mir mal vor in islamischen Ländern würde jemand so mit abwertendem Ton über die islamische Kultur schreiben. Es ist ja schön das man in unserer noch funktionierenden Demokratie kritisch sein darf, aber manchmal frage ich mich schon wieso es bei uns so beliebt ist die eigene kulturelle Identität in Frage zu stellen, bei gleichzeitigem Hinweis gegenüber anderen Kulturen aber bitte 100% Tolerant zu sein.

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Shismar 06.12.2015, 18:52
97. Wer Traditionen pflegen will

soll das gerne tun. Aber mich bitte mit dumpfer Deutschtümelei verschonen. Ich bin Kölner und Europäer. Ca. 10 Jahre in verschiedenen Ländern studiert, gearbeitet, gelebt und nochmal 10 Jahre im deutschen Norden und Osten verbracht.


Mit einem Oktoberfest kann ich nichts anfangen und als Vegetarier kann ich mit den angeblichen Nationalgerichten seit 25 Jahren nichts mehr abgewinnen.

Auch unsere Einwanderer bringen Traditionen mit, die eventuell im öffentliche Leben sichtbar werden. Das führt dazu, sich mit diesen Traditionen und den eigenen auseinander zu setzten. Üblicherweise führt das zu einer Stärkung der jeweiligen Tradition die hervorragend nebeneinander existieren können.

Grenzen setzt unser Rechtsstaat. Und nein, Flüchtlingsheime anzuzünden ist weder eine Tradition, noch legitim.

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goodand 06.12.2015, 18:53
98.

Zitat von Wetterumschwung
Nicht alt? Mir hat es die letzten 50 Jahre so gefallen. Deutschland ist trotz zweier verlorener Kriege ein gut funktionierendes christliches Land. Das ist mir Tradition genug. Da woher die Menschen jetzt zu uns kommen liegt alles in Trümmern, herrscht Not. Was sollen wir also gegen was tauschen oder ändern, weil diese Menschen uns kommen? Aber wie die Vorredner schon festgestellt haben. Tendenziöser Artikel. Immer weiter immer wieder.
Deutschland ist kein christliches Land. Es ist ein Land mit mehrheitlich christlicher Bevölkerung - von der zum Glück der Großteil nicht all zu viel mit Religion zu tun hat.

Religion ist Privatsache - basta!

Wenn wir von muslimischen Flüchtlingen/Migranten zu Recht verlangen, ihr mitunter vorgestriges Gedankengut in ihrer Heimat oder zumindest in ihrem Wohnzimmer zu lassen, sollten wir hier mit Gutem Beispiel voran gehen und das selbst so praktizieren.

Gemäß der Aufklärung sollten diskutierbare und objektiv nachvollziehbare Regeln das Zusammenleben bestimmen - und nicht willkürliche und dogmatisch festgelegte Absolutismen aus Bibel oder Koran (u.v.a.m.)!

goodand

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MatthiasPetersbach 06.12.2015, 18:53
99.

Zitat von CancunMM
Echt jetzt ? Das war mir nun aber neu. Mensch jetzt sehe ich Weihnachten ganz anders. Es lebe das Zuckerfest und der Ramadan. Nieder mit Weihnachten, diesem heidnischen Fest. Was sind wir doch schlecht. Geiselt euch. Wenn Sie nicht mit Traditionen leben können... und ? Dann feiern Sie eben nicht. Zwingt Sie ja keiner. Aber lassen Sie uns eben unsere Traditionen bewahren. Ich verlange von Muslimen auch nicht, dass sie ihre Traditionen verleugnen. Und wenn sie mit ,,open mind´´ offen sein meinen, dann sagen Sie es doch einfach auf deutsch, oder haben Sie mit Ihrer eigenen Identität Schwierigkeiten ?
Haben Sie IRGENDWAS von dem von Ihnen zitierten Post verstanden?
Oder "antworten" Sie jetzt Ihrer Hineininterpretation?
Nix von dem stand nämlich im Text.

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