Forum: Kultur
Deutsche Traditionen: Nach alter Väter Brauch und... bitte?
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Was wird aus Deutschland, wenn immer mehr Menschen einwandern? Und was aus seinen guten alten Traditionen? Bevor wir uns darüber Sorgen machen, sollten wir wissen: Deutsche Kultur ist weder besonders alt noch besonders deutsch.

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Schalk 06.12.2015, 19:07
110.

Kulturwissenschaftliche Analysen wie diese hier lassen mich immer etwas ratlos zurück. Es ist ja alles ganz nett beschrieben, mit den niedlichen Kindern in ihren fruchtigen Kostümchen, mit der weihnachtlichen Atmosphäre oder den Lederhosen. Aber dann einfach nur zu sagen: es ändert sich halt alles? Ja, aber was folgt denn daraus? Was steht hinter diesen äußerlichen Ausprägungen von Kultur? Was bringen diese zum Ausdruck? Das scheint ja völlig gleichgültig zu sein. Und Konflikte oder Bruchlinien gibt es offenbar auch nicht. Es wird einfach nur beschrieben.

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managerbraut 06.12.2015, 19:07
111. In unserer Familie

werden Deutsche Traditionen gepflegt die dem Familienstammbaum bis 1873 zurückreichen.
Deutsche Traditionen sind mit der Besiedlung - Völkerwanderung über die Jahrhunderte bis heute je nach Region gewachsen und das nicht nur in Deutschland sondern ganz Europa, in jedem europäischem Kulturkreis. Jeder europäische Staat - Kulturkreis hat seine eigenen Traditionen über Jahrhunderte entwickelt.
Einige unzeitgemäße, von den entwicklungen überholte Traditionen hat man abgeschafft, vergessen und andere Traditionen hinzu gewonnen.
Traditionen - Sitten - Bräuche eines Kulturkreises eines Lebensraum gehört fest zur Identität der dort lebenden Menschen.
Wo immer man sich auf der Welt befindet über die eigenen fest verankerten, verwurzelten Traditionen weiß man stets woher man stamm, zu welchem Kulturkreis man gehört, wo die eigene Heimat liegt.
Uns sind und werden immer gewisse Traditionen wichtig, wie wertvoll bleiben sie als festen Bestandteil unseres Lebens zu pflegen.

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zeisig 06.12.2015, 19:09
112. Nein, es braucht keine geistigen Brandstifter.

Meine Angst gründet sich auf das, was ich über die Medien höre, sehe und lese. Daraus bilde ich mir ein Urteil und ja, das erzeugt bei mir auch Emotionen wie zum Beispiel Angst um den sozialen Frieden in unserem Land. Ich ärgere mich maßlos über Leute wie Sie, die mir unterstellen, ich sei Opfer von geistigen Brandstiftern. Ich verwahre mich gegen derartige Geringschätzung und Abqualifizierung von Mitbürgern, die eine andere Meinung haben als die Ihrige.

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Kurs 06.12.2015, 19:09
113. Kultur ist Summe von Kulturgut

Kulturen und Kulturnationen sind bestimmbar durch ihre "symbolischen Formen" (Begriff von Ernst Cassirer), der spezifischen Ausprägung von Ideen, Werkschaffen, Organisationsformen - zu denen auch Traditionen zählen. Diese sind als sinnstiftende und identitätsprägende Prozesse wirksam. Es gibt ein eigenes, über Jahrtausende entstandenes Kulturgut des deutschen Kulturraums und der deutschsprachigen Kulturnationen, das selbstverständlich gerade auch die Summe regionaler Traditionen ist. Hierin ist in erster Linie das Eigene zu sehen - und nicht, wie es Frau Götz fordert, eine Grundlage für Kulturrelativismus.

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zeisig 06.12.2015, 19:09
114. Nein, es braucht keine geistigen Brandstifter.

Meine Angst gründet sich auf das, was ich über die Medien höre, sehe und lese. Daraus bilde ich mir ein Urteil und ja, das erzeugt bei mir auch Emotionen wie zum Beispiel Angst um den sozialen Frieden in unserem Land. Ich ärgere mich maßlos über Leute wie Sie, die mir unterstellen, ich sei Opfer von geistigen Brandstiftern. Ich verwahre mich gegen derartige Geringschätzung und Abqualifizierung von Mitbürgern, die eine andere Meinung haben als die Ihrige.

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Heinrich_Hoert 06.12.2015, 19:09
115. Geht es noch eine Nr. Kleiner?

Zitat von poetnix
Der zu beobachtende Rückzug europäischer Staaten auf kleinnationalistische Strukturen, ist ein provinzieller Offenbarungseid in der Globalisierung. Er schadet den europäischen Völker in der immer dichter werdenden Vernetzug der Welt und ist ein Rückfall auf Provinztraditionen, wie "Eichenwald, Liedgut, Trachten etc.", was man heute kleingeistig als Kulturgut bezeichnet. Vergessen scheint, dass es wesentlich mehr auf gemeinsame Denkstrukturen ankommt, die sich besonders für Europäer aus dem Denken der griechischen Philosophie ergeben. Daneben könnte jeder im engen Europa 100 Km weiter ein "Ausländer" sein, wenn mit den Tausend Kriegen andere Grenzen festgelgt worden wären.
Der europäische Gedanken ist gerade der Gedanken an das regionale statt an das nationale.

Die grossen gelehrten waren Württemberger, Preussen, Badner, Kurtriersch oder Westfalen.

Keiner dieser Denker wäre auf die Idee gekommen das regionale und die regionalen Besonderheiten dem vermeindlichen Appel an die Nation zu opfern.

Der Nationalstaat ist überholt, er war für Millionen tote verantwortlich und ist in sich ein Rückschritt für die Völker.

Der Nationalstaat ist die Ursache für die Unterdrückung der Regionen und die überhöhung des banalen, das dann gerne auch mal verbrecherisch wird und andersdenkende ausgrenzt bzw. auch gernemal ausrottet (Indianer USA)

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secret.007 06.12.2015, 19:10
116. Das ist ...

... ja wohl der primitivste Versuch uns einreden zu wollen "alles wird gut" auch die "Veränderungen". Ich will keine Veränderungen in unserem Brauchtum, Millionen andere wollen das auch nicht. Wann begreifen das endlich die "hausierenden Gutmenschen"?

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philbird 06.12.2015, 19:10
117.

und da kommen sie alle hervor, die Bewahrer deutscher Kultur, gleichzeitig auch die nichtleser des Artikels, die Professoren des Stammtischs. Wissenschaft wird einfach von Ihnen nicht anerkannt, da sie ja auch nur eine Meinung ist...Aber eben nicht ihre Meinung und warum sollte ihre Meinung nicht gleich viel wert sein? Nur weil sie hunderte Bücher weniger gelesen haben? Oder nur weil sie einfach keine Bildung abbekommen haben? Da können Sie ja schließlich nix für. hören Sie sich Döschen mal den Song Professoren von Adam angst an. Ja damit sind sie gemeint, Bewahrer der deutschen Kultur.

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MatthiasPetersbach 06.12.2015, 19:12
118.

Zitat von vox veritas
Glaubt die Professorin tatsächlich, daß heutzutage viel Bereitschaft besteht, Traditionen zu überdenken, zu modifizieren oder abzuschaffen??
Ähhhh….jetzt mal langsam. Welche Traditionen sind denn noch da? Und welche haben wir im Laufe der letzten 30 Jahre aber mal ganz locker SELBST über Bord geworfen?

Oktoberfest - ein Besäufnis von C-Promis
Fußball - vom Volkssport zum Millionärskick
Weihnachten - LED-Fest, CocaCola-Nikolaus
Weihnachten - alle rennen zum Mediamarkt
Weihnachtsmärkte - alle rennen zum Glühweinstand, derweil endlos Dschingel-Bells aus dem Lautsprecher tönt
Fasnacht - überall Kölle alaaf
Rübegeist - heißt heute Halloween und ist ein Umsatzschlager

Nöh, Traditionen sind das, was wir LEBEN, nicht was "ist". Und da hat jeder Ort, jede Familie und jeder Landstrich seine ganz eigenen. Und wenn die nicht mehr ausgeübt werden, weil kein Interesse mehr dran besteht bzw. keine Aktiven mitmachen, dann ist das eben rum. Aber dann gibts halt was anderes. Die allermeisten Traditionen halten selten mehr als ne Generation.

Früher haben wir uns als Heranwachsende an Nikolaus auf dem Dorfplatz zum Spielen getroffen. Ist dann eingeschlafen. Die heutigen Heranwachsenden machen jetzt ein Wintergrillen. Ist auch gut.

Zumindest, solange sie nicht von den Anwohnern am Festplatz davongejagt werden. Die haben auch die Sängerfeste geblockt.

Soweit zum Bedürfnis der Leute zu Traditionen.

Aber egal, WAS man tut - man darf es. niemand schreibt einem vor, an was man sich im Kreise der Freunde, Familie, des Dorfes so regelmäßig freuen darf.

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auslaender101 06.12.2015, 19:14
119.

"Schließlich ist Weihnachten, ein vom Ursprung her christliches Fest"
Mein Gott, das sagt eine "Professorin". Die Dame sollte wissen, dass das Weihnachtsfest eine Fortführung der Saturnalien ist. Erst im 4 Jh. wird es von den Christen für sich in dieser Form vereinnahmt.

Die Integration wird nie und nimmer klappen so, wie sich das die relativ dummen deutschen Eliten vorstellen. Anstatt herumzutrompeten, dass sich alle der jüdisch-christlichen Tradition unterzuordnen haben (welche genau, by the way), sollte man die gemeinsame Basis dort suchen, wo sie zu finden ist: im griechisch-römischen Erbe. Denn: auf Wissen kann man sich einigen, auf Glauben - eher nicht.

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