Forum: Kultur
Deutsche Traditionen: Nach alter Väter Brauch und... bitte?
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Was wird aus Deutschland, wenn immer mehr Menschen einwandern? Und was aus seinen guten alten Traditionen? Bevor wir uns darüber Sorgen machen, sollten wir wissen: Deutsche Kultur ist weder besonders alt noch besonders deutsch.

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hanse2015 06.12.2015, 17:50
40. Seien Sie doch ehrlich: Sie mögen kein Weihnachten und keine Weißwürste.

Damit ist dann die professorale Bandbreite der Einlassungen zur nicht vorhandenen Kulturnation Deutschland mit weniger Worten prägnanter beschrieben.
Verleiden Sie doch nicht den massenhaft Asylsuchenden und Zuwanderern das Vergnügen, bevorzugt nach Deutschland zu kommen. Offenbar ziehen die missliebigen Sitten und Bräuche magisch an. Eines Tages münden sie dann folgerichtig im Bekenntnis: Wo mir's gut geht, ist mein Vaterland!

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Zappa_forever 06.12.2015, 17:50
41.

...und dieser Kommentar ist in seiner Tendenz so was von typisch deutsch!!!

... typisch linksintellektuell-deutsch. ...bloß keine eigene Identität. ...bloß keine eigene Geschichte. ...weil das mündete ja alles in Adolf! ...ach Gott ach Gott!!! Deutschland ist schon schrecklich. Daher kommen ja auch so viele ;)

Irgendwie schafft es keine Nation außer Deutschland sich so in Selbstkasteiung zu üben. dabei könnte ein gesundes Selbstbewusstsein durchaus integrativ wirken, sowohl, was Neuankömmlinge angeht als auch das angestammte Prekariat.
Der Witz ist, dass die Gesellschaften, aus denen die Flüchtlinge kommen, über so viel Selbstvergessenheit bestenfalls ungläubig staunen sie aber größtenteils lächerlich finden wenn nicht verachten... ...weil zum größten Teil durch und durch patriarchalisch gestrickt. (damit hat Frau Professor aber offensichtlich nicht die Bohne ein Problem).

Aber an der Uni, im Literaturcafé und in der renovierten Altbauwohnung mit Fischgrätparkett (Wilhelm II hoch drei!!!) kommt so was nicht an. Und dann kommen solche Kommentare bei raus.

Mir kommt das vor wie ein alter Sketch von Otto Waalkes in dem er eine Putzfrau mimt, die sich schließlich aus der Küche ausschließt und dann von außen durchs Fenster schaut und sagt "Endlich wirklich sauber!".

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danenffm 06.12.2015, 17:50
42. Tradition die lang genug ist

Auch wenn das Weihnachtsfest in heutiger Ausprägung "erst" seit 150 in dieser Weise gefeiert wird, umspannt es ja bereits x - Generationen. Reicht das der Autorin nicht, um als traditionell zu gelten ? Die " deutsche " Weihnacht ist für große Teile der westlichen Welt zum Vorlage für die festliche Zeit geworden. Selbst in der UdSSR standen geschmückte Bäume, um den Jahreswechsel zu symbolisieren ! Stehen heute sogar in Dubai oder Bangkok. Ebenso werden wir um Grimms Märchen bewundert und beneidet. Über die hier geführte Diskussion würden andere Völker und Kulturen nur den Kopf schütteln. Die Selbstverleugnung und der Selbsthass treiben hier die skurrilsten Blüten. Lassen sie sich das von einem Einwanderer vom Balkan sagen ......

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kyon 06.12.2015, 17:52
43. Nicht folkloristische, sondern lebensgestalterisch ernsthafte Sitten

Es wäre alles nur halb so schlimm, wenn Traditionelles nur folkloristisch auslebt würde, wie es bei uns mehr oder weniger üblich ist. Wir bekommen es aber bei der massenhaften Zuwanderung von konservativ sozialisierten Muslimen mit einer Traditionsart zu tun, bei der die mitgebrachten rückständigen Bräuche und Sitten in aller Regel nicht folkloristisch, sondern lebensgestalterisch ernsthaft mit gesamtgesellschaftlichen konflikthaften Folgen ausgelebt werden. Das übersieht die Frau Professorin völlig.

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sterbenderpelikan 06.12.2015, 17:53
44.

Super Artikel. Deutsche Kultur hat eher weniger mit Dirndl und Sauerbraten zu tun (Gott sei dank!) als mit Dichtern und Denkern, Naturwissenschaft, Kunst und Literatur, deren Vertreter angesichts von Pegida und Co. wohl im Grab umdrehen würden.

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irobot 06.12.2015, 17:53
45. Alles ist relativ

Und das gilt auch für Traditionen. Irgendwer bemerkte mal sehr spitzfindig "Wenn man in Köln etwas zwei Mal tut, ist es Brauchtum, wenn man etwas drei Mal tut, ist es heilige Tradition".

Und glaubt mir, nirgendwo wird damit mehr Schindluder getreiben als in der Domstadt. Sich beim Rosenmontagszug zu kostümieren, gab es in den 20ern noch nicht. Kölsch ist erst seit den 60ern ein "Nationalgetränk" und von anderen Unsitten will ich erst gar nicht reden.

Echte Traditionen sind rar: Weihnachten, St. Martin, Ostereier suchen. Alles andere ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Übertrieben gesagt.

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hschmitter 06.12.2015, 17:57
46. Ach Gott wie unlogisch

Zitat von Marc Anton
Befremdlich deutlich sind Motivation und Zielrichtung des Kommentars erkennbar. Gewohnt wird über die individuelle Befindlichkeit hinweggewischt. Jeder Mensch definiert sein Brauchtum und Tradition bzw. den Raum in dem er sich wohlfühlt für sich. Und es ist sehr wohl des Deutschen berechtigtes Anliegen, sich über dessen Zukunft in Anbetracht der zu befürchtenden Veränderungen Sorgen machen zu dürfen. Da kann noch so oft versucht werden, das Gegenteil mit heimatfeindlicher Motivation herbeizuschreiben. Wer die Menschen dieses Landes nicht mitnimmt, hat sie irgendwann gegen sie. Der Willen zum Konsens ist derzeit nicht auffindbar - auf allen Seiten. Leider hilft dieser Kommentar da ebenso wenig.
Auf der einen Seite bemerken Sie, daß es jeder individuell für sich definiert, auf der anderen Seite reden Sie so als es einen deutschlandweiten Konsens gibt.

Ich als Atheist aus Berlin sehe vieles in punkto Religion und "christliches" Abendland sowieso völlig anders als katholische Kölner oder Bayern.

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Susi64 06.12.2015, 18:00
47. Vielleicht sollten wir Stadtfeste

und dergleichen auch gleich abschaffen, schliesslich können diese Städte ja niemals 800, 900 oder gar 1000 Jahre alt sein, auch der Kölner, Erfurter, ... Dom sind natürlich nur Fälschungen mit denen wir gar nichts gemein haben und im Erzgebirge ist natürlich auch nicht 800 Jahre lang Silber gefördert worden, das bilden wir uns ja mit dem Bergarchiv nur ein!

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brux 06.12.2015, 18:01
48. Tradition und Fortschritt

Es stimmt, dass viele Traditionen gar nicht so universell und tief verwurzelt sind wie viele glauben. Weihnachten ist ein gutes Beispiel in seiner wilden Mischung: das Rentier hat z.B. ein finnisch-stämmiger Mitarbeiter von Coca-Cola vor weniger als hundert Jahren beigesteuert.

Aber niemand soll glauben, dass die muslimischen Araber, die nun in grosser Zahl nach Deutschland kommen, irgendeinen kulturellen Fortschritt auslösen werden. Hier kommen sehr rückständige und unreflektierte Traditionen nach Europa. Weihnachten ist schon an sich verlogen genug, die Halal-Gans macht das wirklich nicht besser.

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thearndt 06.12.2015, 18:03
49.

Ein ausgezeichneter Artikel. Kürzlich sprach mich ein Pole auf deutsche Traditionen an, und da kam mir schon der Gedanke, dass diese (die im Ausland oft so wahrgenommen werden, als würden sie in ganz Deutschland praktiziert) meistens regionale Phänomene sind. Der Hintergrund dafür wird ja von der Autorin auch erklärt. Wie manche Kommentatoren den Artikel so interpretieren, dass man geliebte Traditionen aufgeben solle, verstehe ich allerdings nicht - wo steht das?

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