Forum: Kultur
Deutsche Traditionen: Nach alter Väter Brauch und... bitte?
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Was wird aus Deutschland, wenn immer mehr Menschen einwandern? Und was aus seinen guten alten Traditionen? Bevor wir uns darüber Sorgen machen, sollten wir wissen: Deutsche Kultur ist weder besonders alt noch besonders deutsch.

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MatthiasPetersbach 06.12.2015, 18:15
60.

Zitat von vogelsberg
"Wer keine Traditionen mehr hat" verliert seine Identität. Was ich hier von einer Professorin höre ist das typische oberflächliche Geschwafel der neuen Zeit. Danke Frau Professorin. Wir brauchen einen Halt. Der liegt in unserer Tradition. Es ist sicher richtig, die sicher nicht "deutsch-national" sein muss. Es sind aber regionale Traditionen und diese sollten bestehen bleiben.
Regional ist sicher wichtiger als deutsch. Mir sagen viele deutsche Bräuche nullkommanix. Ich hab weder was am Oktoberfest, noch hab ich weder was mit Fasching noch mit Fasnacht noch mit Halloween am Hut.

In der Tat sind mir diese überregionalen Dinge, die meist aus der Verkaufsrichtung kommen, ein Graus.

Trotzdem: Es gibt unzählige -kleinen- Bräuche und Traditionen, die man erhält - und die man neu belebt - und die man selbst ERFINDET. Daß man sich dann und dann da und da trifft, daß im Dorf im Wald ein Christbaum geschmückt ist, daß am Vorabend zum 1.Mai dies und jenes passiert - alles regionale, bindende und zusammenführende Bräuche.

Halt bringt aber auch, an 1. Juliwochenende zusammen bei der türkischen Gemeinde Döner zu essen, zu spielen, sich zu unterhalten und die Kinder toben zu lassen.

Brauch ist Brauch. Der kann manchmal jünger sein als ein anderer - das ist aber nicht schlechter.

Schlimm finde ich allerdings, wenn Weihnacht nicht mehr als Weihnachten gefeiert wird - ich will ja auch nicht, daß es beim Türken Schweinesteak gibt. Authentisch muß es schon sein. Sonst bringts ja nichts. Das liegt aber nicht in der Erfordernis der Sache, sondern an ein paar Merkwürdigen und Fehlgeleiteten.

Und das fordert auch keiner aus fremden Kulturkreisen. Bzw er kann es auch nicht fordern.

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upalatus 06.12.2015, 18:17
61.

Was sagt denn die eigene Erfahrung, im eigenen Lebensbreich? Die Traditionen, die ich als Kleiner erfahren und gelebt habe, haben sich längst mehr oder weniger stark gewandelt, wenn nicht sogar aufgehört. Schon alleine die Örtlichkeiten haben sich immens verändert, auch die Menschen. Kann ich mich jetzt grummelnd und verfluchend hinstellen und einer vergangenen Zeit nachflennen, oder sogar versuchen, irgendwas wieder Energie einzuhauchen, was eh nie wieder das Alte sein kann?
Aber auch schon damals haben "die Alten" bedauert und geschimpft, dass es nicht mehr wie zu ihren Zeiten wäre und demnächst das Land und die Welt sowieso dem Untergang geweiht sei. Meine Kinder, Enkel usw. werden sich unter Garantie ebenso mal im Alter die Augen reiben. Auf welchen vergangenen Zeitraum bezogen dürfte man denn aktuell beim kommenden Weihnachstfresst von einer zu bewahrenden Tradition sprechen? Dem von 1970, 1900 oder den allerersten Anfängen? Ein unförmiger Apfel, ein paar Nuss und neue Söckla zum Feste, plus Kirchmette in der fußläufig zu erreichende bitterkalten Kirch??? Das Lustige bei dem eifrigen Beklagen von Traditionsverlusten ist, dass auch die Klagenden niemals von ihrem bis heute entwickelten Komfort abrücken.

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ulisses 06.12.2015, 18:19
62. Xmas

Ich war oder bin noch ein klein wenig ein Weihnachtshasser. Mittlerweile ist die Heimkehr zu den Eltern mit Festtagsessen und ruhiger Weihnachtsstimmung wieder sehr schön, weil erholend.
Egal, ob Christ oder Nichtchrist (Es gibt docs mehr als nur Christen und Muslime): in dieser dunklen Zeit des Jahres gibt es nix besseres als bei Kerzenschein und lecker Essen mit der Familie oder Freunden oder allein die Zeit totzuschlagen.

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hummel1 06.12.2015, 18:19
63. Open Mind! Beautiful Mind?

Zitat von mvdg
Vielleicht sollte man sich in Deutschland darüber im Klaren sein, dass der Weihnachtsbaum nichts mit dem Christentum zu tun, sondern nur ein antiker Brauch ist, sich zur dunklen Winterzeit frisches Grün in die Wohnung zu holen. Ich kann mich noch erinnern, dass wir als Kinder sogar einen Knicks vor dem Baum machen mussten und ein Gedicht auftragen. Das war ja schon fast heidnisch! Was es Tradition angeht: Ich habe sehr gute muslimische Freunde, die ihre Religion mehr als Tradition ansehen. Viele Leute können einfach nicht mit Traditionen leben, und viele Traditionen sind ja auch schön, und wahrscheinlich auch notwendig, aber man sollte doch immer einen "open mind" für Wandlungen und Änderungen haben. w
Dann haben Sie doch einmal einen "Open Mind" für den Weihnachtsbaum. Was spielt das für eine Rolle ob der Baum etwas mit Christentum zu tun hat oder nicht? Vielleicht gibt es ja Menschen die sich den Baum in die Wohnung stellen, um ein wenig Grün im Haus zu haben. Und heidnisch, hin oder her, wäre das nicht auch eine Tradition? Manchmal frage ich mich wer hier engstirnig ist? Ich sehe in unserem Land mehr Freiheiten und damit verbunden auch der Wille Neues neugierig zu begutachten und wenn es friedlich ist und für gut befunden wird wird es eben übernommen. Nur leider sehe ich das in vielen anderen Ländern nicht. Wir sind doch bald unserem Dasein Gegenüber so unnachgiebieg das man das Gefühl bekommen könnte Suizid Statitiken seien alle getürkt. Oh, darf ich das überhaupt schreiben? Und nicht immer war die Öfnnung eines Landes vom Innersten heraus ein Garant dafür weiter zu existieren als Volk, Nation oder Individuum. Was haben wir blos gegen uns das wir uns so nach dem Fremden sehnen?

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patras 06.12.2015, 18:20
64.

Zitat von wutbürger2010
Ich bin stolz darauf in Deutschland geboren zu sein, einem der friedlichsten Länder dieses Planeten. Weder meine Eltern noch ich kennen Krieg. Hier nur eine kleine Auflistung von für mich positiv besetzten Begrifflichkeiten, welche ich mit meinem Geburtsland Deutschland verbinde: Dt. Grundgesetz Dt. Asylrecht Dt. Bier- Reinheitsgebot Dt. Fußball Dt. Nationalhymne/Hymnentext Dt. Sozialsystem Dt. Schul-/ Bildungssystem Medizinische Versorgung Dt. Warenqualität Dt. Lebensmittel Dt. Dichter und Denker Dt. Feste und Lebensart wie Fasching, Kirmes, Grillen, Schrebergärten, Apfelsaftschorle, Radler, Currywurst, Oktoberfest/Bayern, christliche Feste wie Weihnachten/Ostern/St. Martin etc. Dt. Märchenkultur (Grimm) Dt. Dichter und Denker Meinungsfreiheit Rechtstaatlichkeit Pressefreiheit Religionsfreiheit Schutz von Minderheiten das Prinzip der offenen Gesellschaft Wertschätzung des Individuums Pluralität der Lebensstile Toleranz Geschlechtliche Gleichberechtigung Emanzipation der Frau sexuelle Selbstbestimmung Homo-Ehe keine religiöse Gesetzgebung keine religiöse Geschlechtertrennung ... Man sollte diese Werte und Traditionen nicht einem links-grünen Mainstream opfern. Kennt jemand ein besseres Land auf diesem Planeten ?
Frage: Wie können Sie stolz darauf sein, als Deutscher geboren worden zu sein? Stolz sein kann man auf eine Leistung, die man verbracht hat, wenn man so will, aber der Zufall einer Geburt ist ja nun wirklich keine Leistung. Und ja, es gibt mit Sicherheit bessere Länder als Deutschland und mit Sicherheit schlechtere und mit Sicherheit ähnliche Länder. Deutschland ist ein Staat unter sehr vielen, mit guten und schlechten Menschen und Situationen. Man sollte sich aufmachen, selbst etwas zu leisten, damit es besser wird, jeden Tag und in seiner persönlichen Umgebung. Alles, was Sie da aufzählen sind Allgemeinplätze au die ich als Deutsche zum großen Teil keinen Grund sehe, stolz zu sein.

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spiegelleser_wussten_mehr 06.12.2015, 18:20
65. Eine weitere überflüssige Tradition....

Ich kann auf viele alte Traditionen auch gerne verzichten.

So z.B. auch auf den heute üblichen Verhaltenskodex „Frauen und Kinder zuerst!“ (auch Birkenhead Drill genannt) demnach Frauen und Kinder in lebensgefährlichen Situationen zuerst gerettet werden sollten.

Kinder verstehe ich, aber (emanzipierte) Frauen?

Bereits 1865 betrachtete die deutsche Monatsrundschau diese seinerzeit in Amerika übliche Vorgehensweise noch als „übergroße Rücksicht gegen das schöne Geschlecht“.

Auch in den täglichen Nachrichten über Todesopfer heiß es noch immer: „Es waren auch Frauen und Kinder“ unter den Opfern.

Die toten Männer zählen offenbar weniger trotz Grundgesetzt Artikel 3

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Wir sind aber guter Dinge, dass auch diese tradierte Überlieferung bald der Geschichte angehören wird… 

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CancunMM 06.12.2015, 18:21
66.

Zitat von mvdg
Vielleicht sollte man sich in Deutschland darüber im Klaren sein, dass der Weihnachtsbaum nichts mit dem Christentum zu tun, sondern nur ein antiker Brauch ist, sich zur dunklen Winterzeit frisches Grün in die Wohnung zu holen. Ich kann mich noch erinnern, dass wir als Kinder sogar einen Knicks vor dem Baum machen mussten und ein Gedicht auftragen. Das war ja schon fast heidnisch! Was es Tradition angeht: Ich habe sehr gute muslimische Freunde, die ihre Religion mehr als Tradition ansehen. Viele Leute können einfach nicht mit Traditionen leben, und viele Traditionen sind ja auch schön, und wahrscheinlich auch notwendig, aber man sollte doch immer einen "open mind" für Wandlungen und Änderungen haben. w
Echt jetzt ? Das war mir nun aber neu. Mensch jetzt sehe ich Weihnachten ganz anders. Es lebe das Zuckerfest und der Ramadan. Nieder mit Weihnachten, diesem heidnischen Fest. Was sind wir doch schlecht. Geiselt euch.
Wenn Sie nicht mit Traditionen leben können... und ? Dann feiern Sie eben nicht. Zwingt Sie ja keiner. Aber lassen Sie uns eben unsere Traditionen bewahren. Ich verlange von Muslimen auch nicht, dass sie ihre Traditionen verleugnen.
Und wenn sie mit ,,open mind´´ offen sein meinen, dann sagen Sie es doch einfach auf deutsch, oder haben Sie mit Ihrer eigenen Identität Schwierigkeiten ?

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fliese1 06.12.2015, 18:24
67. Ich frage mich

mit was für einen Unsinn manche ihr Geld verdienen. In den 50er Jahren haben das die Kommunisten auch schon mal probiert. Da sollte Weihnachten zur Jahresendfeier werden. Zum Glück ging der Schuss nach hinten los. Die Flüchtlinge die hier zu uns kommen brauchen doch kein Weihnachten, Ostern oder sonst was zu feiern. Genau so wenig wie ich den Ramadan begehe. Mit solchen Beiträgen wird die Integration noch weniger gelingen und bei der Bevölkerung wird der Unmut nur noch weiter wachsen.

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dd1964 06.12.2015, 18:27
68.

Schlimm, das der Autorin die Traditionen des eigenen Volkes so egal sind, das man sie getrost verändern und verbiegen kann, bis man sie am Ende nicht wiedererkennt.
Sicher kann man das eine oder andere aus anderen Kulturkreisen aufgreifen, es stellt vielleicht sogar eine Bereicherung dar. Aber das darf nicht soweit gehen, das wir alles über Bord werfen, was uns "heilig" ist, nur um es politisch korrekt allen recht zu machen. Es ist ja wohl noch immer so, das diejenigen, die nach Deutschland kommen, sich nach unseren Gegebenheiten zu richten haben, nicht umgekehrt.
Wenn die Autorin es toll findet, das zu Weihnachten Kiwis und Bananen statt Maria und Joseph über die Bühne laufen, dann ist das ihre persönliche Sache. Aber wenn sie das als Beispiel hernimmt, wie sich unsere Traditionen wandeln können (sollen?) dann gute Nacht.

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SigismundRuestig 06.12.2015, 18:27
69. Keine Angst

Geistige Brandstifter haben offensichtlich mit ausländerfeindlichen, populistischen Parolen Erfolg!
Sie befürchten eine übermäßige Islamisierung unseres Landes?
Dann gehen sie wieder in die Kirchen und pflegen Sie wieder unsere christlich-abendländische Kultur!
Sie befürchten eine Überfremdung unseres Landes?
Dann setzen sie mehr Kinder in die Welt und schaffen eine kinderfreundliche Umgebung!
Sie befürchten eine Beeinträchtigung der kulturellen Statik unseres Landes?
Dann wehren sie sich gegen Auswüchse der Globalisierung (man muss nur mal mit offenen Augen durch unsere Einkaufsmeilen gehen: weitgehend durch internationale Ketten gleichgeschaltet)! Und warum sollen eigentlich nur Geldströme und Waren frei über die Grenzen fließen können, nicht aber Menschen?
Sie befürchten, dass unser Land wirtschaftlich überfordert wird?
Dann helfen Sie mit, Flüchtlinge schnell in das Arbeitsleben zu integrieren, damit sie ihren Unterhalt selbst verdienen sowie Steuern und Beiträge zahlen können!
Sie befürchten, dass es in unserem Land zu eng wird?
Dann stellen sie sich einfach mal vor, die Familienpolitik unserer Regierung wäre so erfolgreich, dass die beklagte, extrem niedrige Geburtenrate sich verdoppeln würde (das wären dann auch fast 800 Tausend zusätzliche Kinder pro Jahr), um die demografische Lücke zu schließen. Hätten sie dann auch Probleme mit einem solchen Ansturm neuer Bürger? Hätten Sie auch Angst, dass diese unserem Sozialstaat auf der Tasche liegen würden, dass diese noch weitgehend unqualifiziert für den Arbeitsmarkt wären, dass diese Ihnen oder ihren Kindern später den Arbeitsplatz wegnehmen würden, dass einige von diesen sich später zu Terroristen entwickeln könnten, dass sich darunter ca. 50% junge Männer befinden?
Sie befürchten, dass sich unter den Flüchtlingen Terroristen befinden?
Keine Sorge, dagegen hat doch die Regierung die Vorratsdatenspeicherung beschlossen!
Sie befürchten, dass Deutschland morgen nicht mehr ihr Land sein wird?
Dann machen sie es wie die Flüchtlinge: migrieren sie, gewissermaßen aus Asyl-politischen Gründen, in ein ihnen wohlgesonneneres Land!
Wie wäre es mit Ungarn? Oder Syrien? Oder nach Afrika, das voll von "wunderbaren" Negern ist?

Falls sich die Scharfmacher a la Seehofer u.a. durchsetzen befürchte ich:
Abschied von einem offenen, freizügigen Europa ("Schengen"-Europa) durch Grenzschließungen/Kontrollen.
Fehlende Erntehelfer, Krankenschwestern etc. u.a. aus Osteuropa durch Zuwanderungsstop und eingeschränkte Mobilität.
Vergrößerung der demografischen Lücke mit Überalterung der Gesellschaft.
Rechte Gewalt wird in Deutschland wieder hoffähig.
Verkehrte Welt?
http://youtu.be/QqoSPmtOYc8
Viel Spaß beim Anhören!
Im übrigen: Allein rd. ein Drittel der Kommunen in Bayern haben bisher noch keinen Flüchtling "gesehen". Von Überforderung kann daher nicht die Rede sein. Und die Politik lässt ein solch unsolidarisches Verhalten durchgehen bzw. befördert es noch!

Rock-Blogger, Blog-Rocker und Roll'n Rocker Sigismund Rüstig posted auf multimediale Weise Meinungen und Kommentare zu aktuellen Reiz-Themen in Form von Texten und Liedern.

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