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Deutscher Buchpreis: It's a book!

Ein Wirbel wie um das Royal Baby: Der Deutsche Buchpreis steht für die Boulevardisierung des Literaturbetriebs. Doch der beste Roman des Jahres lässt sich nicht nach dem Castingshow-Prinzip ermitteln.

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badbartboy 08.09.2013, 11:55
20. Der Leser ersäuft im Buchmorast

Wie bekomme ich ein gutes Buch?! Ich kann nicht kaufen, von dem ich nichts weiß.
Die Autoren und Verlage furzen wie irre die Regale voll und erwarten selbstgerecht vom Leser, dass er Stunden damit zubringt, in einem Berg von Geschmiere etwas lesbares zu finden. Logisch, dass man sich an den Strohhalm klammert. Ein gefundenes Fressen für elitäre Schnellkolumnisten. Gell, Frau Sibylle?

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Emphyrio 08.09.2013, 20:30
21.

Zitat von Spiegelkritikus
Sie unterschätzen die Synergie- und Multiplikatoreffekte, die bei preisgekrönten Schriftstellern, die dadurch zu Bestseller-Autoren werden, hinzukommen. Wie auch Frau Berg richtig schreibt, sind diese Autoren fortan privilegiert, sie haben einen Bonus bei der Leserschaft und es werden weitere "grandiose" Werke von ihnen erwartet. Hat ein Autor mal die oberste Stufe des Literaturbetriebs gepackt, hat er es anschliessend leichter, weil erfolgreich und bekannt. Dieses Prinzip gilt übrigens auch in der Wissenschaft und anderen Bereichen: nichts macht erfolgreicher als der Erfolg!
Wenn wirklich "grandiose" Werke geliefert werden, wäre das ja noch nichtmal zu kritisieren... die sollten doch tatsächlich erfolgreicher und bekannter sein als die anderen, warum nicht. Wenn die Qualität allerdings zu wünschen übrig lässt, was es auch öfter geben mag als man so meint, ist die Frage, wie lange dann solche Preise alleine den Konsumenten bei der Stange halten... ich denke, viele werden doch dann beim nächsten Buch sagen: Preis hin oder her, solchen Mist kauf ich nicht nochmal.

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volker_morales 09.09.2013, 11:27
22. Promotion

Jeder Auszeichnung dient letztlich auch der Promotion. Wenn der Autor eines guten Buches auch wirtschaftlich von seinem Werk profitiert, ist das doch keine schlechte Sache. Und der Leser hat zumindest eine Anregung, wlche Lektüre sich lohnen könnte. Nicht umsonst gibt es neben derAuszeichnung auch noch sog. Listen, in denen nominierte Titel geführt werden. Auch diese Titel profitieren von ihre Nominierung.

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datomat 10.09.2013, 10:11
23. Bestseller!

Eigentlich ist doch mit dem Begriff "Bestseller" (das am besten Verkäufliche) schon alles gesagt, oder? Der Bestseller ist das beste Buch - aus Sicht der Buchindustrie und aller ihrer Nebengewerbe: des Verkäufers liebste Ware ist die Ware, die sich gut verkauft. Und am allerbesten ist der "Schnelldreher" (auch FMCP: Fast Moving Consumer Product, früher "Renner" genannt): hohe Stückzahl, kurze Verweildauer, kurzer Zyklus.

Der Begriff "Bestseller" wurde über die Jahre so etabliert, dass ihn der Leser nun fast als Synonym für "bestes Buch" (muss man haben, weil es alle haben) versteht. Der Stolz des Bestsellerlesers: ich lese, was derzeit alle lesen. Liegt auf meiner Couchtisch ein Bestseller, bin ich erkennbar nicht altmodisch, sondern auf der Höhe der Zeit.

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sixtymirror 10.09.2013, 12:29
24. Vorschlag

Ich habe eine Idee, die ich ernst meine: Die Verlage schlagen jeder ein oder 2 Bücher vor, und dann entscheidet das Los.

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volker_morales 10.09.2013, 15:05
25.

Zitat von lydisch
Abverkauf ist für mich ein Synonym für Verramschen, billiger raushauen, ein "Supersonderangebot".
Im Übrigen müsste es wohl eher "ankaufen" oder "aufkaufen" heißen.

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sitiwati 13.09.2013, 09:28
26. aus der

ZEIT
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2013-09/buchpreis-notwendigkeit-buchhaendler

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