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Deutscher Neokolonialismus: Afrika ist kein Land!
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Frankreich muss sich den Vorwurf gefallen lassen, afrikanische Staaten wie Kolonien zu behandeln. Aber was ist mit uns: Wie viel koloniale Haltung steckt noch in Deutschland?

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gersois 26.01.2019, 16:22
1. Späte Erkenntnisse

Da wird nichts Neues berichtet. Die Schandtaten der Kolonialmächte (u.a.Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Belgien ...) sind längst bekannt, auch Frankreichs Post-Kolonialismus. Viel zu wenig wird davor gewarnt, dass sich z.B. die Bundeswehr wegen angeblicher Terroristenbekämpfung da rein ziehen lässt.

Dass Afrika viele Völker und Ethnien mit sehr unterschiedlicher Geschichte beherbergt, wird meist nur oberflächlich gesehen, mit seiner vor-kolonialen Geschichte sich kaum beschäftigt. Wenn z.B. das ÖR Fernsehen eine(n) farbige(n) DarstellerIn benötigt, wird geradezu beliebig besetzt, ohne im geringsten zu beachten, ob die jeweilige Person ethnisch zur Rolle passt (gilt auch für Asiaten). Motto: "Hauptsache schwarz bzw. Schlitzaugen" Das kann man auch als eine Form des Rassismus ansehen!

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enzio 26.01.2019, 16:33
2. Abenteuerlich

Den vermeintlichen deutschen Neokolonialismus nur mit einem 1998 erschienenen sächsischen Schulbuch, das auch noch zurückgezogen wurde, begründen zu wollen, ist schon abenteuerlich.

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isar56 26.01.2019, 16:37
3. So dachte

ich viele Jahre auch, Frau Atamann und zum Teil immer noch.
Aufschlussreich war allerdings ein intensives Gespräch mit einem nigerianischen Agrarwissenschafter vor einigen Jahren. Der erklärte mir fast verächtlich, wir Deutschen mögen aufhören uns für jeden Scheiß selbst zu kasteien und uns nicht so wichtig zu nehmen. *Wir Afrikaner sind einfach oftmals zu träge, um in die Puschen zu kommen.*

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oldman2016 26.01.2019, 16:40
4. Der Mensch lernt das ganze Leben

Mit Ausnahme von Lesen, Schreiben Rechnen und den Grundkenntnissen in den Naturwissenschaften ist jeder Mensch zeitlebens aufgefordert sich fortzubilden und seinen persönlichen Wissenstand in Naturwissenschaften, , in der Geschichte und auch bei Sprachen zu aktualisieren.
Damit innerhalb einer Familie zumindest während der Schulzeit alle Miglieder auf dem gleichen Wissenstand sind, ist es unabdingbar, die Schulbücher turnusmäßig in kurzen zeitlichen Abständen zu aktualisieren.

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Msc 26.01.2019, 16:48
5.

Zitat von gersois
Dass Afrika viele Völker und Ethnien mit sehr unterschiedlicher Geschichte beherbergt, wird meist nur oberflächlich gesehen, mit seiner vor-kolonialen Geschichte sich kaum beschäftigt. Wenn z.B. das ÖR Fernsehen eine(n) farbige(n) DarstellerIn benötigt, wird geradezu beliebig besetzt, ohne im geringsten zu beachten, ob die jeweilige Person ethnisch zur Rolle passt (gilt auch für Asiaten). Motto: "Hauptsache schwarz bzw. Schlitzaugen" Das kann man auch als eine Form des Rassismus ansehen!
Was sie da implizieren, ist völlig absurd. Das Handwerk eines Schauspielers ist es doch gerade die Rolle eines anderen Menschen zu spielen. Wenn sie ihren Gedanken zu Ende denken, dann dürften amerikanische Schauspieler (ob schwarz oder weiß oder asiatisch aussehend) auch nur noch amerikanische Personen spielen. Und deutsche Schauspieler deutsche Personen. Wollen SIE wirklich einem Schauspieler, dessen Elternteil z.B. aus dem Gabun stammt, verbieten eine ivorische Person zu spielen, weil er dann rassistisch gegen sich selbst wäre?

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moritz27 26.01.2019, 16:53
6. Aber klar war das

vor 20 Jahren alles noch okay. Das war die damalige ganz normale Praxis. Und zwar ganz ohne bösartige Hintergedanken. Da war das Wort "Neger" für einen Dunkelhäutigen noch kein Verbrechen, sondern gängig. Meine Eltern und Schweigereltern hätten auch gar keinen anderen Begriff dafür gefunden. Man konnte ohne des Ladens verwiesen zu werden Negerküsse kaufen, laut Speisekarte Zigeuernschnitzel bestellen und es stand sogar die Operette "Der Zigeunerbaron" noch regelmäßig auf dem Spielplan der Opernhäuser. Dann kamen Menschen, die behaupteten, dass diese Bezeichnungen natürlich von jeher nur mit bösen Hintergedanken von den bösen Deutschen verwendet wurden und werden. Und da offizieller Widerspruch (bis auf Peter Hahne, der sich nicht verbiegen lassen will) erschrocken ausblieb, haben wir jetzt das schon immer verbotenen Nazivokabular um weitere Begriffe erweitert. Natürlich darf heute kein Schulbuch mehr erkennbare äußere Unterschiede von Menschen thematisiseren, weil es jetzt um das Gemeinsame und Verbindende geht. Warum jemand eine dunkle oder helle Haut hat oder eine schmale oder breite Nase? Ey, sollen das doch die Kinder selbst rausfinden. Welcher Lehrer will sich denn zu solchen Nebensächlichkeiten noch äußern - wenn ihm sein Job was wert ist?

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curiosus_ 26.01.2019, 16:54
7. Nun ja, Fakt ist, dass...

...(Schwarz- (darf man das sagen?)) Afrika (ich weiß, viele unterschiedliche Volksgruppen. Was es aber auch nicht besser macht) schon seit Jahrzehnten auf keinen grünen Zweig kommt. Weder ökonomisch noch demokratisch.

Spätestens seit 1974 gibt es in Afrika keine Kolonien mehr. Vielleicht mal abgesehen von den französischen Übersehgebieten rings um Madagaskar. Die dortigen Einwohner sind aber wohl gottfroh Kolonie zu sein.

Wer es nach über 40 Jahren Selbstständigkeit noch nicht geschafft hat sich sinnvoll zu entwickeln hat ein Problem. Aber das auf die bösen ehemaligen Kolonialisten zurückzuführen ist wohl etwas zu simpel. Da sollte man sich doch eher an die eigene Nase packen.

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sufou 26.01.2019, 16:56
8. sehr gut

Ich bin wirklich überrascht von SPON und zwar postiv! Hier wird die Wirtschafts Politik der EU gegenüber Afrika ziemlich deutlich. Auch wenn es uns nicht gefällt die grössten Ausbeuter in Afrika sind die ehemalige Kolonialmächte. Die wiederrum werden von China abgelöst. Ich glaube nicht das die Afrikaner einen Tausch von Kolonialherrn für vorteilhaft halten. Die Flüchtlingsströme aus Afrika südlich der Sahara haben WIR mitzuverantworten

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dasfred 26.01.2019, 17:06
9. Afrika, vom Mittelmeer bis zur Südspitze

Wann taucht Afrika in den Medien auf? Wenn irgendwo Krieg ist. Oder früher bei Sielmann und Grzimek. Da waren aber die Einheimischen nur Staffage. Mit Südafrika und Mandela kamen auch endlich Politiker vor die Kamera. Welche Afrikaner treffen wir in Hamburg? Zuerst früh Morgens die Putzkräfte ohne die hier kaum noch etwas läuft. Dann die Afro Shops. Und dann trifft man auf Afrikaner in Berufen, wo man sie nicht erwartet hat. Kaum einer kann sich vorstellen, dass viele Afrikanische Staaten heute ähnlich gut funktionieren, wie europäische Länder. Einiges kenn man schon aus dem Urlaub, aber wenn man nicht selbst forscht, hat Afrika immer noch viele weiße Flecken auf der Karte, zu denen wir uns kein Bild über die Lebensumständen machen können.

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