Forum: Kultur
Deutsches Nationalgericht: Donnerstag muss Dönerstag werden
iStockphoto/ Getty Images

Der Döner ist längst mehr als ein Imbiss - er ist ein demokratischer Lackmustest. Wer ihn isst, ohne sich dafür zu schämen oder um sich zu ballern, steht zum Einwanderungsland Deutschland.

Seite 14 von 23
guidomuc 17.10.2019, 19:00
130. Masterplan?

Sie fordern einen Masterplan von der Bundesregierung. Wie wäre es denn mal mit einem Vorschlag, liebe Frau Ataman! Ganz konkret! Es ist immer leicht zu fordern, dann kommt was und dann wird wieder gemeckert.

Und ja, ich esse sehr gerne Döner, lehne es aber ab, meinen Speiseplan nach politischen Motiven zusammenzustellen. Führende Ernährungswissenschaftler dürften mir recht geben.

Ach ja, und freitags oder wann auch immer dauerhaft nicht zur Schule zu gehen ist unklug.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
von kraehenburg 17.10.2019, 19:08
131. ....

Zitat von curiosus_
In der Kolumne steht zwar am Anfang "Bosporus-Burger", aber weiter hinten dann: ..wurde er in den Siebzigerjahren in Berlin erfunden. Echte Türken
naja, ein bischen Recherche hätte dem Artikel gut getan, es hätte sogar der Spiegel gereicht:

"Dann erschien auf einer hölzernen Scheibe der Kiebab oder kleine Stückchen Hammelfleisch, am Spieß gebraten und in Brotteig eingewickelt, ein sehr gutes, schmackhaftes Gericht;"

Helmuth Graf von Moltke: Unter dem Halbmond - Kapitel 15, Pera, den 16. Juni 1836.

Quelle: https://gutenberg.spiegel.de/buch/unter-dem-halbmond-3038/15

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ontwoone 17.10.2019, 19:42
132. Die Schuld der Türken

Ich kenne viele gute Menschen mit türkischen Wurzeln. Und ja, fantastisches Essen und liebevolle Dönerci. Aber ihr seid keine gute Community für die Integration. Ihr redet nicht kritisch miteinander und haltet euch selber mal vor Augen, wie sich zu viele von euch benehmen. Zu viele um noch einen Minderheitenbonus zu bekommen. Ihr seid die größte Migrationsgruppe in Deutschland und tragt sehr dazu bei, wie „Ausländer“ gesehen werden. Bitte redet miteinander über Anstand, Respekt und vornehme Zurückhaltung, die jeden Gast zum König macht. Und ja, man bleibt immer irgendwie Gast, wenn man ausländische Wurzeln hat. Ist halt so. Überall. Insbesondere in der Türkei. Die Kartoffeln mögen es gern, wenn man sich zurückhaltend einfügt. Das hat nichts mit Assimilierung zu tun. Nur mit Wohlfühlen und es weckt keine Ängste. Macht mit, es lohnt sich. Übrigens Döner war heute wieder Lecker. Nur der falsch parkende Babo in fetter Karre vor der Tür im kleinen, beschaulichen Vorort, der hat alles versaut.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
yor 17.10.2019, 19:43
133. Die Kolumnen unserer Lieblingsmigrationslobbyistin...

...wirken auf mich, könnte man sagen, manchmal ein wenig kathartisch; ihre Aussagen etwa zur deutschen Einheit haben in mir so zirka fünf Minuten derart aggressiv xenophobe Gefühle geweckt, dass ich richtiggehend von mir selber entsetzt war - ich nehme an, dass genau das beabsichtigt war und sage daher im Nachhinein Chapeau!

Wie dem auch sei, diese Kolumne hier ist eher die leichte Muse und rennt offene Türen ein, denn wer schon mal nach Schulschluss in einer Dönerbude war, erkennt, dass für die nachwachsende Generation jeden Tag Dönerstag ist. Dass der Döner mit der türkischen Küche ungefähr so viel zu tun hat wie die Tiefkühlpizza mit der italienischen, sei da nur mal ganz am Rand erwähnt. Etwas verwunderlich ist zwar, dass eine Autorin, die sich quasi hauptberuflich mit Framing beschäftigt und jegliche Art von Aussagen über Migranten nicht mit den Lupe, sondern mit dem Rasterelektronenmikroskop betrachtet, so auf das seit dem Unwort Dönermorde fast toxische Thema abfährt, aber vielleicht darf sie das; ein WASP oder seine deutsche Entsprechung hätte es sich nicht trauen dürfen. Passt aber schon so; im übrigen seien den migrantischen Mitbürgern auch die altdeutschen Klassiker empfohlen, die es meist auch halal gibt (gut, die Blutwurscht auf der Islamkonferenz war kulturell vielleicht a bisserl arg anspruchsvoll).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
vonschnitzler 17.10.2019, 19:57
134. wöchentlich muss es jetzt nicht sein...

aber einmal pro Monat schon - und natürlich heißt unser Dönermann nicht Ankara, Istanbul oder Anatolia sondern Berlin Döner. Leckere Integration...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
camilli79 17.10.2019, 19:57
135.

Zitat von von kraehenburg
naja, ein bischen Recherche hätte dem Artikel gut getan, es hätte sogar der Spiegel gereicht: "Dann erschien auf einer hölzernen Scheibe der Kiebab oder kleine Stückchen Hammelfleisch, am Spieß gebraten und in Brotteig eingewickelt, ein sehr gutes, schmackhaftes Gericht;" Helmuth Graf von Moltke: Unter dem Halbmond - Kapitel 15, Pera, den 16. Juni 1836. Quelle: https://gutenberg.spiegel.de/buch/unter-dem-halbmond-3038/15
Genau das ist es, was man meistens beim Döner vermisst : das köstliche Hammelfleisch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dummzeuch 17.10.2019, 20:13
136. Geht's auch 'ne Nummer kleiner?

Döner isst man, weil er schmeckt. Oder auch nicht, weil er nicht schmeckt. Ein politisches Statement? Ernsthaft? Müsste man da nicht eher irgendwo koscher essen? (Nicht, dass ich jetzt wüsste wo.)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
valensine 17.10.2019, 20:58
137. Döner = nix deutsch, historisch türkisch

Stimme der gesellschaftlichen Analyse im Artikel zu, muss aber bei den kulturell-kulinarischen Fehlinfos widersprechen:Döner gibt es nachweislich seit Jahrhunderten (Stadt Bursa gilt als Ursprungsort, erste osmanische Hauptstadt) und sogar vorher haben bereits turkmenische Reitervölker dieses Essen mit Brot genossen. In der Türkei gibt es heute eine Vielzahl von Variationen des Döner und wird nicht nur auf eine bestimmte Art und Weise verspeist. Dass die "Döner Tasche" eine türkisch - deutsche Erfindung sei, ist dagegen eher eine "Gastarbeiter-Romantik" und clevere Marketingstrategie von Dönerverkäufern, nix anderes. Höchstens sind einige Beilagen, wie z. B. Sauerkraut und grüner Salat, eher typisch deutsch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
artep 17.10.2019, 21:14
138. Döner

Was für ein wundervoller Artikel ! Ja, bei der Vorstellung eines Döner läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Ausnahmsweise habe ich einmal nicht viele Beiträge der Foristen gelesen, bevor ich mich selber melde. Die beiden ersten haben mir gereicht.
Da stelle man sich mal vor: Da kommt so ein kleiner "Gastarbeiter" aus Anatolien nach Deutschland, musste seine ganze Familie zu Hause lassen, wohnt hier mit acht fremden Anatoliern in einem kleinen Zimmer und macht die ganze Drecksarbeit, die Deutsche nicht machen wollen. Schließlich gelingt es ihm durch eisernes Sparen seine Familie nachzuholen. Die Frau kocht gut und deutsche Gäste sind begeistert vom Essen. Die Idee entsteht, eine kleine Bude zu mieten und türkische Spezialitäten anzubieten. Ob es so war, kann ich nicht sagen und weiß auch nicht, ob ein reicherer Vetter da reingesprungen ist.
Was ich aber sehr wohl weiß, ist, dass in den 60-ger Jahren Italiener aus dem Mezzogiorno zu uns kamen, die damals ebenso geächtet waren und Pizza und Spaghetti mitbrachten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
quark2@mailinator.com 17.10.2019, 21:41
139.

Krude Logik. Nur weil mir ein Gericht aus einer ausländischen Küche schmeckt, muß ich noch lange nicht dafür sein, daß irgendwelche Stadtviertel sich in Exklaven der Bürger jenes Landes verwandeln. Niemand hat ein Problem damit, wenn da oder dort jemand wohnt, der aus einem anderen Land kommt. Das Problem tritt dann auf, wenn bestimmte Nationen in so großem Umfang an einem Ort konzentriert sind, daß deren Sprache und Kultur der deutschen offen Konkurenz macht. Wenn man also in Berlin einen Straßenmarkt besucht und nicht mehr versteht, was die türkische Minderheit redet, oder im Zug Baden Baden - Offenburg die russische Minderheit, etc. Wenn die Diskussion aufkommt, ob wir christliche Feiertage abschaffen, um statt dessen muslimische oder jüdische zu feiern. Wenn es also darum geht, das Land wirklich in seinem Kern zu ändern. Man kann dafür sein. Man kann es aber auch nicht mögen. Das hat nichts damit zu tun, daß jeder Mensch natürlich gleich viel wert ist und gleich respektabel ist. Persönlich bin ich in dieser Frage arg zerrissen. Ich mag meine Heimat. Da sind mir mitunter schon Leute aus anderen Bundesländern zu fremd, wenn ich n schlechten Tag habe. Ich mag aber auch fremde Kulturen. Und mir ist rein praktisch klar, daß wir seit den 70ern einen gigantischen Kindermangel haben. Hinzu kommt, daß Asyl einfach ein Gebot der Nächstenliebe ist. Aber das alles hat überhaupt nichts damit zu tun, ob ich gern Döner esse. Da kommt es auf die Qualität des Fleischs an, nicht darauf, wer ihn zubereitet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 14 von 23