Forum: Kultur
Deutschland im Wandel: Für die offene Gesellschaft
DPA

Viele halfen, als die Geflüchteten kamen. Jetzt wird der Sommer 2015 von rechts als Staatsversagen verunglimpft - dabei war ein das Gegenteil: ein Staatsgelingen, findet SPIEGEL-Autor Georg Diez. Hier ein Auszug aus seinem neuen Buch.

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syracusa 17.09.2018, 14:25
100.

Zitat von annika hansen
Warum sollte ich nur einen einzigen Finger für einen Migranten krumm machen? Ich habe keinen Grund dazu.
Naja, das kommt logischerweise auf den Grund der Migration an. Einem Menschen, der vor Krieg und/oder Naturkatastrophen flieht, oder der vor persönlicher Verfolgung mit Menschenrechtsverletzungen flieht, müssen Sie im Prinzip genau so helfen, wie dem Opfer eines Verkehrsunfalls. Bei letzterem ist die Verweigerung von Hilfe strafbar. Und da gibt es übrigens auch keine Obergrenze, selbst wenn Sie noch so laut lamentieren, dass Sie alleine unmöglich allen Verkehrunfallopfern dieser Welt helfen können.

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fatherted98 17.09.2018, 14:25
101. Wer sind denn?

Zitat von Nachtsegler
Deutschland, so wie es ist, möchten es die meisten Deutschen haben.
...bitte die "meisten Deutschen"?
Vielleicht haben Sie in Ihrem Umfeld viele die das Deutschland seit 2015 so haben wollen....in meinem Umfeld wollen und wollten es 90% nicht so haben. Von 500 Jublern am Münchner Bahnhof und von irgendwelchen Umfragen irgendwelcher Institute ausgehend, nimmt man an, dass DIE DEUTSCHEN es so haben wollten und noch immer haben wollen....an der Wahlurne sieht das schon ganz anders aus.

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Föniks 17.09.2018, 14:28
102. Schön und klar

Verwegener Gedanke:
'Scheitern als Form der Veränderung‘, sowie ‚eine Politik, die nicht auf des Gelingen setzt‘.

Naja, sowas stand hier ja schon zur Julikrise 1914 im Raum, danach noch mehrmals wiederholt, u.a. 1939 und von 1949 - 1990.
Warum immer wieder neue Anläufe des laufenden Schwachsinns?
Interessant wäre mal eine Politik, die realpolitisch das Gelingen fokussiert.

Ansonsten mal die SPD fragen, wie man Scheitern etablieren könnte.

Und warum eigentlich sollte das, was John F. Kennedy so schön und klar formuliert hatte:
"Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, fragt, was ihr für euer Land tun könnt.“
nicht genausogut gelten für Syrer, Afghanen, Iraker, Lybier, Ghanaer, Somalis, Marokkaner?

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Muttersprachler 17.09.2018, 14:33
103. Bürgerpflicht

Es war August 2015. Ob gewünscht oder nicht gewünscht, es kamen eine Vielzahl an Kriegsflüchtlingen nach Deutschland. Es war abzusehen, dass diese aufgrund des Krieges erst mal bleiben würden. Um Fehler aus früheren Zeiten zu vermeiden (Türkische und russische Parallelgesellschaften) entschloss ich mich, einen Syrer an die Hand zu nehmen und zu integrieren. Ich sah es als meine Bürgerpflicht an, damit Deutschland diese Ausnahmesituation bewältigen kann. Im ersten Jahr kostete mich die Integration ca. 100 Stunden Zeit. Überwiegend ging die Zeit durch eine überforderte/veraltete Bürokratie drauf. Im zweiten Jahr habe ich nur noch ca. 50 Stunden aufgewendet, um den weiteren Werdegang des Syrers zu unterstützen. Angekommen im dritten Jahr sieht die Situation wie folgt aus: Ab und zu gebe ich noch ein paar Tipps und ansonsten lebt er sein Leben: Er verdient sein eigenes Geld als Aushilfslehrer und Fußballschiedsrichter und ist sehr aktiv als ehrenamtlicher Sporttrainer.
So unkompliziert kann Integration sein.

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Schnaeppchenkoenig 17.09.2018, 14:40
104. Herr Seehofer bitte lesen Sie das!

Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel den mein schöner nicht hätte schreiben können...
Vielleicht trägt er ja ein bisschen dazu bei, Herrn Seehofer und die CSU von ihrer AFD light Welle herunter zu bringen.
oder falls bei Herrn Seehofer tatsächlich Hopfen und Malz verloren sein sollte, vielleicht zumindest seinen Nachfolger..

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bs2509 17.09.2018, 14:43
105. Es ist natürlich immer gut

auf der Seite der "Guten" zu stehen bzw. über sie zu berichten.
Es ändert sich aber nichts an der Grundhaltung weiter Bevölkerungskreise, die anderer Ansicht sind.
Und das ein Spiegel-Autor ein Buch schreibt und These aufstellt ist in Ordnung, nur ob es sich auch so verhält, wie darin dargestellt, darf bezweifelt werden.
Und wie es politisch gesehen beim Spiegel / Spon ausschaut, ist hinlänglich bekannt.
Aber vielleicht lassen sich ja einige Leser davon beeinflussen.

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wahrsager26 17.09.2018, 14:44
106. An Muttersprachler. Nr105

Es war sehr interessant von Ihnen zu lesen,wie Sie einem Flüchtling geholfen haben.Es wäre ja auch geradezu unvernünftig zu glauben,das es so etwas nicht gäbe! Aber genauso naiv wäre es zu denken,das es nichts gegenteiliges zu vermelden gäbe .Hier höre ich mal auf! Danke

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Indiana.Jones 17.09.2018, 14:48
107. Grotesker Unfug?

Zitat von .patou
Was für ein grotesker Unfug. In Syrien gibt es eine neunjährige Schulpflicht, die zumindest in den Vorkriegsjahren funktioniert hat. Bei den unter 25-Jährigen .......
Also hier steht etwas anderes: https://www.dw.com/de/asylbehörde-bamf-besorgt-über-zahl-der-analphabeten-unter-den-flüchtlingen/a-42053563
Danach ergibt sich, dass 80 % der Flüchtlinge nicht das Sprachniveau B1 erreichen, das als Mindestanforderung für einen Helfer-Job oder eine Ausbildung bezeichnet wird.

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Kleinunternehmer 17.09.2018, 14:54
108. Schönes Beispiel :-)

Zitat von Muttersprachler
Es war August 2015. Ob gewünscht oder nicht gewünscht, es kamen eine Vielzahl an Kriegsflüchtlingen nach Deutschland. Es war abzusehen, dass diese aufgrund des Krieges erst mal bleiben würden. Um Fehler aus früheren Zeiten zu vermeiden (Türkische und russische Parallelgesellschaften) entschloss ich mich, einen Syrer an die Hand zu nehmen und zu .....
Das meine ich.
Anstatt zu lamentieren und zu befürchten und zu verteufeln ist es viel sinnvoller, einfach mal zu *machen*.

Wir alle sind der Staat und mir ist es vollkommen egal, ob ich mit meiner Tätigkeit bei der Tafel einem Syrer helfe oder einem Deutschen.
Im GG kann man es nachlesen: "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Da steht nichts von Deutschen, oder Syrern, oder Somaliern, sondern nur ein Wort: MENSCH

Und wenn einige wenige meinen das ausnutzen zu müssen, dann ist es halt so. Das kann man nie verhindern, weder bei H4-Bezügen noch bei ehrenamtlicher Tätigkeit. Der Großteil ist sehr dankbar und wird die Erfahrungen hier mitnehmen.
Wie arm ist es doch, wenn man solche Hilfe davon abhängig machte, ob man dafür etwas zurück erhält.
Vielen Dank für Ihr Engagement!
Und: es zeigt auch, dass viele der Flüchtlinge hier ankommen, Jobs erhalten, sich ein Leben aufbauen - und so uns allen helfen.

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g_bec 17.09.2018, 14:57
109. Und?

Zitat von wahrsager26
Es war sehr interessant von Ihnen zu lesen,wie Sie einem Flüchtling geholfen haben.Es wäre ja auch geradezu unvernünftig zu glauben,das es so etwas nicht gäbe! Aber genauso naiv wäre es zu denken,das es nichts gegenteiliges zu vermelden gäbe .Hier höre ich mal auf! Danke
Und? Wer hat je behauptet, dass es anders wäre? Abgesehen von den Altennaiven und deren besorgter Anhängerschaft, die ausschließlich das Letztgenannte als gegeben ansehen.

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