Forum: Kultur
Deutschland im Wandel: Für die offene Gesellschaft
DPA

Viele halfen, als die Geflüchteten kamen. Jetzt wird der Sommer 2015 von rechts als Staatsversagen verunglimpft - dabei war ein das Gegenteil: ein Staatsgelingen, findet SPIEGEL-Autor Georg Diez. Hier ein Auszug aus seinem neuen Buch.

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isar56 17.09.2018, 13:05
40.

Zitat von vulcan
In der Tat sehen es buchstäblich alle meine Freunde und engeren Bekannten so oder ganz ähnlich - und niemanden davon halte ich auch nur ansatzweise für einen AfD-Wähler/in. Die ständigen, nahezu unreflektierten .......
Danke für Ihren Beitrag, Sie sprechen mir aus dem Herzen.
Die Erörterungen um das Thema grenzen tatsächlich an Dümmlichkeit.
Ich arbeite hauptberuflich mit einem Integrationsteam zusammen.

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Franziskus 17.09.2018, 13:05
41. Realitätsverweigerung

Es gibt ein todsicheres Verhalten, wenn man scheitern will. Das gilt für den einzelnen Menschen, für eine Firma oder einen Staat. Die Realität ignorieren und mit Scheuklappen durch die Welt laufen. Es kommen Migranten aus unterschiedlichen Motiven nach Deutschland. Sie kommen verschiedenen Kulturkreisen und Staatsformen. Es ist keine bunte Gesellschaft, sondern ein hochexplosives Gemisch. Die Kurden können nicht mit den Türken, die Schiiten können nicht mit den Sunniten, die Serben können nicht mit den Albanern, die Kroaten nicht mit den Bosniern usw. Die Christen müssen von den sonstigen Migranten getrennt werden. Ganz zu schweigen von den arabischen Großclans. Das ist die Realität und nicht das Wunschdenken von alle Menschen werden Brüder. Bis dahin werden sich noch viele die Köpfe einschlagen. So lange Religionen beteiligt sind ist ein friedliches Zusammenleben ausgeschlossen. Die Mutter allen Übels sind die Religionen. Dafür kann aber Gott, Allah oder Jehova nichts dafür, falls es ihn gibt. .

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im_ernst_56 17.09.2018, 13:05
42.

Zitat von christa.hans
Natürlich müssen wir und sollten wir Menschen in Not aufnehmen. Es stellt sich aber die Frage; Warum ein Dauerbleiberecht? Ist zB. der Krieg in Syrien beendet müssten die Menschen zurückkehren, allein aus dem Grund ihre Heimat aufzubauen. Es sind.....
Sie sprechen die richtigen Fragen an, nämlich wieviel Einwanderung verträgt eine Gesellschaft, die keine klassische Einwanderungsgesellschaft wie die USA, Kanada und Australien ist, und wer soll kommen dürfen. Diese Fragen stellt Herr Diez nicht und vermutlich will er nicht, dass diesen Fragen überhaupt gestellt werden. Herr Diez macht sich wohl auch keine Vorstellungen darüber, wie sich die Arbeitswelt und Arbeitsmarkt durch die fortschreitende Digitalisierung verändern werden und was das für Auswirkungen auf den Jobchancen von Migranten hat, die hier sind und noch kommen sollen. Er stellt auch nicht die Frage, ob tatsächlich die Kultur der Migranten immer mit der westeuropäischen Kultur harmoniert und wie man verhindert, dass sich Entwicklungen wie bei den arabisch-kurdischen Großfamilien, die in den 1980er Jahren aus dem Libanon kamen, wiederholen. Wie bereits jemand in diesem Forum titelte: Herr Diez ist ein Träumer. Er ist kein Mensch, der politische Perspektiven aufgrund harter Fakten und der Analyse derselben entwickelt.

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Katzenfritz 17.09.2018, 13:06
43. Wie blöd muss man sein?

Zitat von Barças Superstar
... oder Geschlossene Anstalt. Wir haben die Wahl. Jedem AfD-Wähler sollte man Zugang zu Leistungen verwehren, die die Menschen mit Migrationshintergrund habebn, erbringen. Dann stünde für die Chauvinisten aber viel still, bzw. nicht zur Verfügung. Ich würde den Politikern raten, nicht die AfD Politiker im Parlament anzugreifen (das ist nur Futter für die) sondern deren Unterstützer und Wähler bloßzustellen. Einleitender Satz jeweil: " Wie blöd muss man eigentlich sein, um ....". Das wirkt.
Und Sie meinen das wirkt?
Selbst wenn Sie wie die Königin einen Spiegel befragen?
Provokative Rückfrage an sich: Wie blöd muss man dann sein um nicht zu begreifen, wovor renomierte (Gesellschafts)Wissenschaft und Sozialforscher weltweit warnen?
Eine friedliche, bunt durchmischte bzw gewürfelte Gesellschaft ist eine Fiktion der nichtlesenden Realitätsverweigerer (die es, ganz wie den realen Sozialismus, nirgendwo gibt)

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wannbrach 17.09.2018, 13:14
44.

Wer wissen will wie Integration in Deutschland funktioniert braucht sich doch nur die türkische Gesellschaft anzuschauen. Ungefähr 4 Millionen Türken leben in Deutschland und nach über 50 Jahren haben sie sich kaum integriert. Sie leben in einer Parallel- Gesellschaft. Viele von ihnen haben Geschäfte gegründet und leben in ihren eigenen Kreisen, aber integriert in der Gesellschaft sind sie weiß Gott nicht. Wer glaubt dass sich dies bei den neuen Migranten ändern wird sich schwer enttäuscht sein. Das wirft dann die Frage auf: Wollen wir wirklich eine noch größere Parallel -Gesellschaft die wir nicht wirklich kennen und noch viel weniger kondolieren können?

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dannyinabox 17.09.2018, 13:16
45. Ich habe es satt.

Praktisch nur noch Artikel wo versucht wird die Situation schön zu reden. Auch SPON schaut nicht auf die wirklichen Probleme. Alles unter den Teppich kehren, verschweigen und andersdenkende mit Spott und Häme überziehen. Lösungen? Keine.

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.patou 17.09.2018, 13:16
46.

Zitat von pseudomonas58
Wer braucht diese verklärten und verklärenden, von Ideologie getränkten Geschichten aus dem Kopfkino des Herrn Diez? Das sind doch reine Durchhalteparolen für die, die nicht wahrhaben wollen, das die "offene Gesellschaft" den Zerfall dieses Staates, des Systems von Recht und Ordnung und nicht zuletzt auch der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands zur Folge haben wird.
Die einzige Gefahr für den Staat, die ich im Moment ausmachen kann, sind AfD und andere Rechtsextreme, die in jeder Rede den erreichten Zivilisationsstand unterminieren. Und das System von Recht und Ordnung sehe ich vor allem dann bedroht, wenn wieder einmal Neonazis zur Jagd auf Unschuldige blasen, auf diese Weise ganze Städte im Osten zu No-Go-Areas machen und gerade so der wirtschaftlichen Stärke dieser Region schaden.

Wie eine sich panisch und völlig paranoid gegen alles Neue und Fremde wehrende Gesellschaft aussieht, konnte man ja in den letzten beiden Wochen auf den Transparenten und in den Gesichtern und Parolen der entsprechenden "Demonstrationsteilnehmer" sehen und hören. Ein Bild zum Gruseln. Mit diesen Leuten ist ganz gewiss weder ein lebenswerter Staat noch wirtschaftliche Prosperität zu erreichen.

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sonnemond 17.09.2018, 13:17
47. Sie leben in einer Traumwelt, Herr Diez

Nicht ein "Wir schaffen das", sondern ein "Wollen wir das" ist die entscheidende Frage. "Wollen wir das?" Wenn dem so wäre, warum ist das Migrationsthema dann seit über drei Jahren das entscheidende Thema in Deutschland, das dieses Land gespalten hat und zu einem Streit ohne Ende führt? Von "politischer Schönheit" sehe ich nichts, nur endlose Probleme. Von den Dax-Konzernen wurden bisher nur 800 Flüchtlinge eingestellt, davon die meisten bei der Deutschen Post. Und etwa ebenso viele Lehrstellen. Die meisten Flüchtlinge rangeln sich im Niedriglohnsektor mit etwa einer Million Deutschen um ca. 150.000 Jobs. 1 : 10. Wie viel Hunderttausende Zuwanderer aus Osteuropa seit 2011 mit dazu kommen, weiß keiner so genau. Wo ist da Schönheit? Armut und Wohnungsnot nehmen in beängstigendem Maße zu. Und wie der Journalist Robin Alexander in seinem Buch „Die Getriebenen“ nachzeichnete, war auch die ganze Flüchtlingspolitik passiv-permissive damaliger und heutiger GroKos weniger durch grundlegende Überzeugungen, als vielmehr durch taktische Erwägungen – vor allem: Vermeidung „hässlicher Bilder“ – motiviert. Sorry, Herr Diez, politische Schönheit sieht anders aus.

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Little_Nemo 17.09.2018, 13:19
48. Stolz ohne Würde

Ich erinnere mich noch gut an die öffentlichen Diskussionen darüber, ob man stolz sein könne Deutscher zu sein, insbesondere angesichts der Nazi-Vergangenheit unseres Landes. Da hieß es dann von manchen, dass man mit der Nazi-Zeit doch gar nichts zu tun habe, weil man damals ja noch gar nicht gelebt habe, und insofern doch stolz sein könne. Hier hätten wir nun endlich mal etwas worauf man wirklich stolz sein könnte, aber manche, und gerade viele von denen die damals schon am lautesten stolz sein wollten, wollen nun offenbar doch lieber mehr mit Nazi-Zeit zu tun haben.

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kajoter 17.09.2018, 13:22
49. Mein Standpunkt

Ich habe die Flüchtlingsaufnahme sofort begrüßt und tue das immer noch und zwar aus folgenden zwei Gründen:
Zum ersten war sie ein Inbegriff einer humanistischen Tat. Ich empfand es als äußerst positiv, dass sich ein großer Teil eines Landes nicht um Egoismen, um Wirtschaft, um Gewinne und vergleichbare Themen kümmerte, sondern der ideellen Denkweise des Humanismus in einer praktischen Umsetzung folgen wollte. Fantastisch!
Zum zweiten dachte ich an all diejenigen, die im letzten Jahrhundert vor oder aus Deutschland flüchten mussten oder auch Opfer wurden. War die Flüchtlingsaufnahme nicht auch ein Stück weit Wiedergutmachung für all diese Menschen? Wer hätte vor 70 Jahren gedacht, dass Deutschland einmal das Ziel- und Hoffnungsland von Tausenden von Flüchtlingen sein würde? Wer hätte damals gedacht, dass Deutschland jemal wieder derartig viel Vertrauen geschenkt werden würde?
Ein schöner Gedanke!
Aber wird daraus nun ein besseres Land - sofern man so etwas überhaupt benennen kann?´Ich weiß es nicht, Herr Diez und die Grünen wissen es auch nicht, niemand kann es wissen. Das Land verändert sich, so viel steht fest und Veränderung ist prinzipiell gut, weil das Gegenteil Stillstand bedeutet. Aber bitte seien wir ehrlich: Der Spruch mit dem bunteren und schöneren Deutschland ist eine hohle Phrase, da durch nichts bewiesen oder einer sehr subjektiven Sichtweise untergeordnet. Ich möchte dagegenhalten, dass uns diese Sache eine Menge Fatalismus, Optimismus und Initiative abverlangt. Wir werden sehen, ob bunter auch besser heißt. Aber - und das ist das Schöne daran - wir können uns selbst darum bemühen, dass es besser werden wird.

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