Forum: Kultur
Deutschlands Krisenkurs: Schulmeister der Nationen

Wir erleben die Re-Nationalisierung der Politik: Statt*ihre Führungsrolle*zum Wohl Europas zu nutzen, spielen sich die Deutschen als*Oberlehrer auf. Sie verteilen Zensuren an andere Länder und ignorieren, dass es die EU morgen*vielleicht gar nicht mehr gibt.

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czarpeter 03.12.2011, 00:12
170. Schon wieder so ein Stuss

Zitat von karjo
Ich kann diesen Unsinn nicht mehr hören. Ursache der gegenwärtigen Krise war die Verantwortungslosigkeit der politischen Klasse. Wenn es den Fleiß und die Disziplin der Deutschen und die rot/grüne Agenda 2010 nicht gegeben hätte, wäre Deutschland heute in der gleichen Lage wie die PIIGS. Dann hätte der Club Med seine Luxuswagen eben aus Japan oder Korea importiert. Ginge es dann den Griechen heute besser? Was wir auf längere Sicht versuchen müssen, ist Europa von der angloamerikanischen Finanzökonomie abzukoppeln und unabhängiger zu werden. Die USA sind ohnehin am Ende mit ihrer Schuldenmacherei! Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Stimmungsmache gegen D nur von den gigantischen US- Problemen ablenken soll.
Sehen und hier haben wir mal wieder das Problem, das Menschen wie Sie keine Ahnung haben. Aber nehmen wir einmal an, Deutschland haette sich aehnlich entwickelt wie Griechenland und so weiter. Keinesfalls, haetten Sie genauso Autos in Japan und Korea gekauft, das waere ihnen garnicht gelungen, da sich der Wechselkurs des EUR gegenueber dem Yen und Won, so verschlechtert haette, dass die Handelsbilanz der PIIGS wieder ausgeglichen gewesen waere. Aber koreanische und japanische Auto waeren viel teurer gewesen. So und nun sollen die Deutschen mal schoen fuer 5 EUR die Stunde weitermalochen und Zeugs produzieren, auf die erhoffte Rueckkehr der DM pochen und nach der Einfuehrung derselben direkt in die Pleite rutschen und hoffen Sie nicht, dass die deutschen Kapitalisten Ihnen die Arbeit danken, die werden dann eilligst ihre Produktion in Laender verlagern, deren Waehrung schwaecher ist. Dann aber nicht schreien, der Markt kennt keinen Dank.

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kritischer.blick 03.12.2011, 00:32
171. Wie meinen?

Zitat von karjo
Also mir erschließt sich der Sinngehalt nicht so recht. Sollten Sie "abgekoppelt" gemeint haben? Dann deckt sich Ihre Wahrnehmung aber nicht mit den aktuellen Wirtschaftsdaten, die keineswegs schlecht sind. Auf jeden Fall ist die Gesamtsituation der Menschen in diesem nach Ihrer Meinung von der Agenda 2010 schwer getroffenen Land deutlich besser als z.B. in Griechenland, wo wenig exportiert wird und wo es keine Reformen gab. Wie erklären Sie das? Übrigens ist Ihr Ansatz identisch mit einer Krisenursache z.B. in GR: Sie sind ebenso unsolidarisch mit unserem Staat wie viele Einwohner der Krisenländer mit ihrigem.
Ja, ich meinte abgekoppelt. Zum Rest: Sie erzählen etwas von Sinn in Beiträgen? Wissen Sie, Menschen, die den arbeitgeberfinanzierten Jubelmeldungen der Zeitungen blind Glauben schenken, kann ich auch nicht helfen.
Ich frage also zurück:
Wie erklären Sie, dass wir angeblich Aufschwung haben, aber 8 Millionen Aufstocker? Wie kann es sein, dass trotz "guter wirtschaftlicher Situation" 20% der Deutschen im Niedriglohnsektor arbeiten (Der höchste Anteil in Europa übrigends)?
Ihren letzten Absatz verstehe ich überhaupt nicht.
Wo bin ich unsolidarisch? Ich bin kein fanatischer Steuersenkungsbefürworter wir die meisten im Spon.
Ich bin kein faschistoider Griechenlandhasser, der Hass auf ein Volk pflegt, welches nicht so dämlich ist, Arbeitgebern in die Tasche zu wirtschaften, ohne dafür anständig entlohnt zu werden.

Ihr Geschwurbel ergäbe nur Sinn, wenn für Sie "der Staat" die Exportwirtschaft wäre. "Die Leute" gibt es nämlich nicht.Sollten Sie das so sehen, hätte es keinen Sinn mit Ihnen zu diskutieren, da Sie von der Demokratie dann nichts verstanden hätten und in der Tat im falschen Land leben würden.

Merke also: Die Interessen des Arbeitnehmers und die "der Wirtschaft" können maximal kollidieren.
Wenn dann die auf Niediglöhnen basierenden Unternehmergewinne als "gute Wirtschaftsdaten" bezeichnet werden, bedeutet dies, dass unsere Journaille ausschließlich aus Arbeitgebersicht schreibt. Schlimm genug.

Ich hoffe also, dass Ihre Frage nicht ernst gemeint war.
Unsere Situation freut Arbeitgeber natürlich, ist aber eine Katastrophe für den Rest der Bevölkerung.
Ein "unser" gibt es in Deutschland nicht, die Situation ist ein Desaster für Arbeitnehmer. Sollten Sie zu den Arbeitgebern gehören, herzlichen Glückwunsch.
Sollten Sie ernsthaft Arbeitnehmer sein und trotzdem den Unsinn von "wir stehen gut da" nachbeten, haben Sie, freundlich ausgedrückt, etwas informationellen Nachholebedarf.
BILD bildet nicht. Der Spiegel auch schon lange nicht mehr.

P.S. Ich hoffe, Sie erinnern unsere Gutverdiener mit einem flammenden Appell an die Solidarität, wenn mal wieder über die hohe Unternehmensbesteuerung und die angeblich zu hohen Arbeitgeberbeiträge geklagt wird.

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lohnsklave123 03.12.2011, 00:41
172. ?

Zitat von settembrini.
Verzeihung, das ist einfach nur dirigistischer Unfug und in keinem Modell bezüglich seiner Wirksamkeit je bewiesen worden. Freilich können Sie Vergleichbares in vielen Arbeitnehmer-orientierten Publikationen nachlesen, verbessert allerdings nicht den Realitätsbezug.
Sie scheinen ja vom Arbeitnehmer an sich nicht viel zu halten.

Nennen Sie doch mal Ihr nicht-Arbeitnehmer-orientiertes Modell und belegen Sie den Beweis seiner Wirksamkeit.

Was ist an Eurobonds und Geldmarkttpolitik der EZB weniger dirigistisch? Wenn man gegen Merkel und ihre Politik ist, dann folgt man doch wohl eher der SPD und den Grünen?

Legen Sie doch mal klar ihren Standpunkt dar anstatt immer nur pauschal alles abzuwerten.

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maulkorb 03.12.2011, 01:17
173. Dominante Schulmeisterinnen

Meine Mutter war auch so eine dominante Schulmeisterin, richtige Schulmeisterin im Range einer Oberlehrerin. Wer sich ihr in den Weg stellte wurde platt gemacht. Das hat mir 10 Jahre Psychotherapie eingebracht.

Aufgrund meiner persönlchen Erfahrung kann ich nur sagen: Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf.

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Schelm 03.12.2011, 04:52
174. Als Deutscher der in Amerika lebt, kann ich dem

Verfasser des Artikels nicht zustimmen. Mag die New York Times schreiben was sie will, ich bin in den letzten Tagen von mehreren Kollegen und Kunden angesprochen worden, die ueberaus der Meinung waren, dass die Angie standhaft bleiben soll.

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famulus 03.12.2011, 07:18
175. Immer mal wieder schön,

den Schwachsinn von Diez zu lesen. Im Gegensatz zu seinen Ergüssen wollen die Deutschen einfach nuir das, was sie sich erarbeitet haben schützen und sehen gar keinen Grund den Retter Europas zu spielen. Der Oberlehrer ist Diez.

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DMenakker 03.12.2011, 09:13
176. Kein Titel

Zitat von garfield
Ich wäre dafür, dass diese Entscheidungen wieder die Politik in die Hände nimmt.
Ned nur dumme Phrasen dreschen, auch konkret werden. Was bedeutet das denn, dass die Politik wieder die Entscheidungen in die Hand nimmt? Geld drucken heisst das, sonst nix. Denn es ist eben KEINE Entscheidung der Politik, ob eine Bank ihr Geld leiht oder nicht. Da können Sie ( um mal bei dem Phrasengedresche zu bleiben ) noch so sehr den Primat der Politik festlegen, Spekulation verbieten, Finanzmärkte regulieren und weiss der Geier was noch alles. Wenn eine Bank / Finanzinstitution "Njet" sagt, gibts nix. Eine reichlich simple Tatsache, welche die allermeisten Foristen wohl vergessen haben.

Und Merkelchen macht ALLES richtig. Sie gibt nicht den lezten deutschen Heller aus, um die anderen nochmal 6 Monate vor dem Chrash zu bewahren und dann mit unterzugehen, sondern sie sorgt dafür, dass zuerst Strukturen geschaffen werden, um ein Desaster wie das Augenblickliche gar nicht erst wieder zu ermöglichen, bevor sie die Kasse ( oder zumindest Staatshaftung ) aufmacht.

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Das Grauen 03.12.2011, 09:16
177. Blah, Führungsrolle! Oberzahlmeister sind wir.

Die Führungsrolle wollen wir nicht. Aber wenn andere Staaten auf unsere Kredite angewiesen sind, dann können wir mit Recht erwarten, daß dort alle Anstrengungen unternommen werden, das Defizit zu reduzieren. Darüber hinaus ein großes Stimulusprogramm kann Deutschland nicht finanzieren. Wir sind auch nur 80 Millionen, die GIPSI's 140 Millionen. Die ganze Meckerei kommt nur daher, daß die Bittsteller das Sparprogramm nicht mögen. Aber wir werden uns von denen aus berechtigtem Selbstinteresse nicht in den Abgrund ziehen lassen. Wem's nicht passt, austreten!

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mwroer 03.12.2011, 09:25
178. Ich habe es satt ...

Zitat von Oskar ist der Beste
...es geht darum, dass man nicht auf Kosten anderer Staaten seine Volkswirtschaft gesunden kann. Alle Exporterfolge Deutschlands konnten nur deshalb sein, weil Laender wie Griechenland sich zum Kauf "Deutscher" Produkte verschulden mussten.
Griechenland MUSSTE keine deutschen Produkte kaufen.
Griechenland MUSSTE nicht bei jeder Wahl Stimmen kaufen und 5000 neue Beamtenstellen versprechen.
Griechenland MUSSTE keine Olympiade ausrichten.

Griechenland HAT. Das ist genau so wenig Schuld des Verkäufers wie es die Schuld des Verkäufers wäre, wenn ich einen Bentley auf Kredit kaufe den ich ich dann nicht mehr bedienen kann.

Dem Verkäufer hinterher zu sagen 'Hör mal Kollege, Du musst jetzt meine Miete zahlen damit ich weiter den Bentley fahren kann' ist einfach absurd.

Und nichts anderes ist es mit anderen Wackelkandidaten.

Aber wenn Sie als Deutscher unbedingt auf den 'wir bösen Deutschen' Zug aufspringen müssen dann erklären Sie doch wenigstens mir, als blödem Niederländer, wo genau der Grund liegt das wir in den Niederlanden für den ganzen Mist auch bezahlen sollen.

Oder musste Griechenland auch niederländische Produkte kaufen? Und wenn die armen Griechen das mussten - dann sollten Sie persönlich sich vielleicht mal anfangen zu fragen warum die Griechen ganz offensichtlich keine griechischen Produkte gekauft haben.

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toskana2 03.12.2011, 09:30
179. Oberlehrer

Zitat von sysop
Wir erleben die Re-Nationalisierung der Politik: Statt*ihre Führungsrolle*zum Wohl Europas zu nutzen, spielen sich die Deutschen als*Oberlehrer auf. Sie verteilen Zensuren an andere Länder und ignorieren, dass es die EU morgen*vielleicht gar nicht mehr gibt.

Es scheint nicht verkehrt, wenn in einer Chaos-Lage
ein Oberlehrer vorprescht.
Dass der Oberlehrer ein Deutscher ist,
lässt Hoffnung zu,
zumal er sein eigenes Haus gut in Ordnung hält.

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