Forum: Kultur
Deutschlands Krisenkurs: Schulmeister der Nationen

Wir erleben die Re-Nationalisierung der Politik: Statt*ihre Führungsrolle*zum Wohl Europas zu nutzen, spielen sich die Deutschen als*Oberlehrer auf. Sie verteilen Zensuren an andere Länder und ignorieren, dass es die EU morgen*vielleicht gar nicht mehr gibt.

Seite 21 von 21
c++ 04.12.2011, 19:34
200. .

Zitat von silverhair
Dann müßten sie aber auch dicke Mauern zwischen den Nationen hochziehen - und auf Gewinne verzichten , den die heißen das jemand anderes Verluste hat!
Genau, daher ist es dringend notwendig, dass wir endlich Verluste machen, damit es uns besser geht.
Staaten mit Importüberschüssen leben besser als solche mit Exportüberschüssen, denn sie konsumieren, was andere erarbeiten.

Exportland produziert in 1000 Zeiteinheiten 1000 Gütereinheiten, Importland produziert in 500 Zeiteinheiten 500 Gütereinheiten. Nun exportiert das Exportland 25o Einehiten in das Importland, dann hat das Exportland einen Exportüberschuss von 250 Gütereinheiten, das Importland 250 Gütereinheiten Importüberschuss.

Exportland hat 1000 Zeiteinheiten gearbeitet, kann aber nur 750 Gütereinheiten konsumieren. Importland konsumiert ebenso viel, hat aber nur die Hälfte der Zeit gearbeitet.

Forderungen von 250 Geldeinheiten stehen Schulden von 250 Geldeinheiten gegenüber. Dumm nur, das Importland nicht zahlen kann. Schuld ist natürlich Exportland, denn es hat Importland zum Import gezwungen, ein Akt der Aggression und Überheblichkeit. Das Mindeste ist, dass es dem Importland die 250 Geldeinheiten transferiert im Rahmen einer Transferunion und sich schämt, weil es für die Arbeitslosigkeit im Importland verantwortlich ist. Und warum, weil Exportland seine Bürger erzieht: Hauptsache Arbeit, koste es, was es wolle, und das auch zu Hungerlöhnen.
Und die Blödbürger im Exportland jubeln, wenn die Blödzeitung schreibt: wir sind Exportweltmeister.

Wir müssen unsere Wirtschaftsweise ändern, nur noch halb so viel arbeiten, doppelt so viel verbrauchen, die Differenz importieren, auf die Exporteure schimpfen, Zahlungen einstellen und durch die Exportländer finanzieren lassen und Transferleistungen beziehen.

Nur welche Partei muss ich dafür wählen, dass endlich Vernunft einzieht? Im Bett liegen und andere arbeiten lassen ist besser als arbeiten, damit andere im Bett liegen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
delinix1 05.12.2011, 20:18
201.

So schreibt jemand, der davon profitiert, das kollektive schlechte Gewissen der Deutschen auszunutzen und zu instrumentalisieren. Ich nenne das einfach nur Lobbyismus. Wer sagt denn, dass Lobbyisten immer nur von Banken und Versicherungen etc. kommen… Nein, sie können auch von bestimmten politischen Richtungen entsandt werden, um Leute mit gesundem Menschenverstand zu erpressen.
Als Druckmittel wird die deutsche Vergangenheit benutzt – niemand möchte schließlich als ein Fremdenfeind oder – neudeutsch - als ein Eurorassist bezeichnet werden.
Hat man erst einmal die Grundidee beim Leser fest verankert („die Deutschen sind an allem schuld“) und die Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist erfolgt, so dass der Leser sich so richtig schämt, dann ist der ganze Rest ein Leichtes.
Dann lässt sich alles durchpressen, was man will.
Ich schäme mich allerdings. Aber nicht für die deutsche Vergangenheit, für die ich nichts kann. Sondern dafür, dass schon es schon wieder Deutsche sind, die mich instrumentalisieren wollen. Als habe man aus den zwei unterschiedlichen Erfahrungen (der nationalsozialistischen und der kommunistischen) noch immer nichts gelernt.
Seid doch endlich mal Demokraten, zieht Eure Kanonenrohre ein und setzt Euch mit der anderen Meinung ehrlich auseinander, anstatt sie als ewig gestrig, deutsch-überheblich oder ähnlich zu diskreditieren.
Dabei könnt Ihr Euch übrigens auch eine Menge von anderen Europäern abschauen. Die gucken ganz erstaunt auf uns Deutsche und reiben sich verwundert die Augen. Es hat sich ja schon seit Jahren herumgesprochen, dass man mit uns Deutschen über bestimmte Themen nicht reden kann. Das ist auch ok so – es hat natürlich mit der deutschen Nazivergangenheit zu tun. Ich akzeptiere es als eine Art natürlicher Konsequenz.

Ich akzeptiere aber nicht, dass Menschen mit Auffassungen wie der Ihrigen die ganze Sache ins Gegenteil verkehren und andere dazu bringen wollen, sich schlecht und am besten noch als Nazi zu fühlen, weil sie in einigen Fragen von der von Ihnen vorgegebenen Meinung abweichen.
Das ist zutiefst undemokratisch und außerdem auch noch arrogant.

Es ist auch gefährlich. Wenn Sie Menschen mit abweichender Meinung abdrängen und diese Menschen sich in keiner der etablierten Parteien mehr vertreten fühlen, dann lassen Sie zu, dass sich womöglich einige von ihnen am rechten Rand ansammeln – also genau da, wo sie ursprünglich gar nicht hin wollten.
Sie als Verfasser tragen auch eine Verantwortung für das, was Sie mit so einem Artikel anrichten. Aus dieser Verantwortung können Sie sich nicht stehlen, nur weil es ein Kugelschreiber oder ein Schreibprogramm war, mit dem Sie vorgegangen sind. Sie wissen genau, dass Ihre Worte eigentlich Waffen sind.
Kommt es irgendwann zu einem Rechtsruck in Deutschland, dann haben wir dies auch Leuten wie Ihnen zu verdanken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 21 von 21