Forum: Kultur
Die irre Welt der Reaktionäre: Ein Typ will dir an die T...? Mach doch die Bluse zu!

Der Klimawandel? Erfunden. Die Evolution? Eine Lüge. Gleichberechtigung von Mann und Frau? Emanzen-Quatsch. Reaktionäre ignorieren alle Fakten. Applaus ist ihnen dennoch sicher.

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lock_vogell 07.03.2015, 10:30
90.

Zitat von wolfdieter
Herr Diez, zwischen Ihren verschiedenen wahren und falschen Aussagen fällt mir eine besonders auf: -- Zitat -- Frauen werden diskriminiert? Lüge! -- Zitat Ende -- Der Rhetorische-Frage-Satz "Frauen werden diskriminiert?" impliziert, dass Diskriminierung der Frau als Fakt fest steht wie die vier Grundrechenarten. Der Rhetorische-Antwort-Satz "Lüge!" impliziert Charakterschwäche des Gegenübers, denn er sagt aus, dass das Gegenüber in Kenntnis der Wahrheit die Unwahrheit sagt (die Definition von Lüge). Das ist ein argumentum ad hominem (das Gegenüber ist ein Bösewicht, er kann darum nicht recht haben). Und Ihr Schlusssatz ist ja wohl das Sahnehäubchen! Was ich dagegen vermisse, ist ein ernstes Argument. Sie können gerne die Auffassung vertreten, die Frau werde diskriminiert. Aber bitte begründen. Argumente! Wenn Sie es gerade nicht auf die Reihe bringen, von mir aus auch Verweis auf ein solches. Herr Diez: schlechter Text!
Schlechter scherz?

Das ist so einfach zu beweisen:
Frauen bekommen in Deutschland ca. 30% weniger Gehalt für die gleiche Arbeit, bei gleicher Leistung...
Dass es ausnahmen gibt, widerspricht dem nicht, es zeigt lediglich, dass es besser laufen kann.

Jetzt kann man die Liste sicher noch erweitern, aber alleine dieser fakt ist schon eine diskriminierung sondergleichen.

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Troll-Oberkommando 07.03.2015, 10:32
91.

Nach dieser hart-aber-fair-sendung ist wizorek in meinem Ansehen enorm gestiegen. Diese dümmliche Grimassen-Schneiderei von Thomalla und die offene, argumentfreie Aggressivität der Reaktionäre hat Wizorek charmant und gekonnt umschifft. Ich persönlich wäre wahrscheinlich ausfällig geworden. Sowohl Kelle als auch Thomalla sind nichts und stellen nichts dar. Kelle hat weder studiert noch eine Ausbildung, was man auch merkt. Sophia Thomalla ist nur eine Schauspielerin. Deren Meinungen zu dem Thema sind völlig irrelevant, dennoch kriegen die ein Forum geboten. Um eine glaubwürdige Debatte draus zu machen, müsste man erst einmal klarstellen, was mit diesem ominösen "Genderwahn" überhaupt konkret gemeint sein soll und zweitens müssten sich dann auch leute dazu äussern, die nicht ganz dämlich sind und deren meinung schlicht in dümmlicher diffuser aggressiver Abwehr besteht.

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Peletua 07.03.2015, 10:33
92. Punktlandung

Ein großartiger Artikel - mehr braucht man dazu nicht zu sagen. Diez bringt die Sache besser auf den Punkt als jeder Forums-Kommentator es könnte.

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hikaru 07.03.2015, 10:37
93. Das Problem ist

dass Linke dass nicht viel anders machen als die Rechten. Die Vernünftigen, die vorziehen, selber zu denken, und sich das Leben nicht einfach machen wollen, gucken in die Röhre.

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petrapanther 07.03.2015, 11:13
94.

Zitat von sokrates21
Herr Diez, das war ganz schwach. Wollen Sie mit der Zusammenstellung dieser Themen lediglich provozieren und Ihre Klickzahlen hochtreiben oder geht es Ihnen wirklich um die Vernunft?? "Nimm das Offensichtliche und behaupte, dass es nicht stimmt" - das öffnet doch dem Missbrauch Tür und Tor. Was glauben Sie denn hat die deutsche Mehrheitsgesellschaft im 20. Jahrhundert so alles für offensichtlich gehalten? Schauen Sie sich die deutsche Geschichte an, und wenn Sie dann diesen Satz nicht überdenken, weiß ich auch nicht mehr, was dann noch hilft.
Jetzt fehlt nur noch, dass Sie Kreationisten, Klimawandel-Leugner und geifernde Antifeministen mit den Widerstandskämpfern des Dritten Reiches gleichsetzen!

Der Unterschied ist folgender: Die Irrlehren des Nationalsozialismus wurden zwar ab 1933 mit brutalen Mitteln durchgesetzt - auf Fakten beruhten sie aber nie.

Wer sich gegen die Mehrheitsmeinung stellt, der ist nicht immer ein Held. Manchmal ist er einfach nur ein Idiot.

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Reziprozität 07.03.2015, 11:21
95.

Zitat von petrapanther
... Wer sich gegen die Mehrheitsmeinung stellt, der ist nicht immer ein Held. Manchmal ist er einfach nur ein Idiot.
Vollkommen korrekt!

Sie differenzieren das, der Herr Diez tut es leider nicht. Und das sollte man schon so sagen nach der Lektüre seines Blogbeitrages ...

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ancoats 07.03.2015, 11:33
96. Glückwunsch

Zitat von geando
Nun, wer ist denn im Besitz der einzigen Wahrheit? Der Aktionär oder der Reaktionär? Ich würde meinen, in den meisten Fällen weder der eine, noch der andere. Herr Diez macht es sich doch genauso einfach wie die "Reaktionäre", nicht wahr?
Das Prinzip, das Herr Diez hier beschreibt, haben Sie damit sehr schön selbst angewendet: dazu gehört nämlich nach meiner Beobachtung auch die Argumentationsfigur, dass eh "alles das Gleiche" und damit auch Positionen grundsätzlich austauschbar sind. Und natürlich "die Wahrheit"...

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Rain In The Face 07.03.2015, 11:36
97.

Es ist ja schön, wenn Sie sich zum Anwalt all derer machen, die in der Diskussion alle Argumente für und wider sauber abwägen und sich um eine faire Analyse bemühen. Genau diejenigen meint Herr Dietz aber nicht. Beispiel Klimawandel: Der wird von den "Reaktionären" - im Sinne von Herrn Dietz - besser sollte man von Ignoranten sprechen - als Hirngespinst abgetan, dabei kann man noch nicht mal Klima und Wetter analytisch trennen, geschweige denn das man je ein Buch über die Thematik auch nur in der Hand gehalten, geschweige denn gelesen hätte. Beispiel Gesundheitsgefährdung durch Feinstaub: Kaum erscheint ein wirklich ausgewogener Artikel über Erfolge und Schwachstellen der Luftreinhaltungspolitik auf SPON, bricht sogleich ein Sturm der Entrüstung eben dieser "Reaktionäre" los. "Alles Schwachsinn", es geht nur darum das "Umweltspinner Gesetze erlassen wollen", "wie konnten die Leute nur die 50er und 60er Jahre überleben" etc. Dabei hat man dann im Verlauf der "Diskussion" dann den Eindruck, als würden die "Reaktionäre" umweltpolitisch wirklich in eine Zeit zurück wollen (Anfang der 1960er Jahre), in der z.B. das durch Renaturierungsmaßnahmen heute so ansehnliche Flüsschen Emscher im Ruhrgebiet das war was es war - eine Klo-Rinne. So gesehen ist der Ausdruck "Reaktionär" doch nicht so verkehrt oder sollte man lieber sagen: "Unwissenheit schützt vor Vorurteilen nicht." So war der große Leitspruch der europäischen Aufklärung im Sinne Immanuel Kants - sapere aude -"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" - nicht gemeint. P.S zum "Mainstream". Es ist immer zu begrüßen und es ist ja ach ein Anliegen von Ihnen, wenn man - sachlich fundiert natürlich - eine Minderheitenposition gegen den "Mainstream" vertritt oder sollte? Ironischerweise vertreten Sie selbst dann, z.B. bezüglich Griechenlands, genau diesen "Mainstream."

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begeka 07.03.2015, 11:37
98. Herr Diez, stellen Sie bitte erst einmal Ihre Satisfaktionsfähigkeit her,

indem sie Namen nennen. Sagen Sie offen und ehrlich: „Frau Kelle, Sie opportunistisches Arschloch“, statt dies nur „mitgemeint“ (Erzübel beim generischen Maskulinum) im Plural Ihrer Schlussbeschimpfung der „Reaktionäre“ zu verstecken. Dann konstruieren Sie ruhig essenzialisierend – mit dem pathologisch guten Gewissen des Besserfühlenden – diese schlimme Spezies. Doch bleiben Sie logisch, sonst riskieren Sie Missverständnisse.

„Das Prinzip des Reaktionärs“ sei: „Sag einfach, dass etwas weiß ist, obwohl alle anderen sagen, dass es schwarz ist.“ Er „verachtet“ „Vernunft“, „Wirklichkeit“, „Empirie“, das „Offensichtliche“.

Das ist doch eigentlich eine gute Nachricht, dass „alle anderen“, also die unermesslich große Mehrheit, dies erkennt, der „Reaktionär“ also in einer Außenseiterposition ist unter fortschrittlichen Menschen. Reaktionäre: Eine böse Minderheit gegen die Mehrheit der Guten?

Das kann natürlich nicht stimmen, deshalb wird der Mehrheit wegen „allgemeiner [wohl intellektueller] Überforderung“ nun umgekehrt eine falsche Sicht der Wirklichkeit zugeschrieben. Da diese ihr andererseits „schlechte Laune“ macht, kann der Reaktionär diese kritische Gefühlslage „zu einer Waffe gegen die, die die Welt besser und gerechter machen wollen“ umschmieden. Er hetzt die frustrierte Mehrheit gegen die guten Menschen auf, die als Avantgarde (durch Minderheitenvertretung) die schlimme Welt besser machen wollen. Es ist jetzt natürlich die im Internet hetzende (sonst aber schweigende) dumpfe Mehrheit, deren Beifall der Reaktionär gewinnt. Denn offensichtlich erfasst er ihre Bedürfnisse genauer und erfolgreicher - „opportunistisch“ - als andere, weshalb seine Spezies am Ende des Artikels auch als „opportunistische Arschlöcher“ beschimpft wird.

Man versteht natürlich den Ärger sogenannter fortschrittlicher Menschen, wenn sie sehen, dass sogenannte Reaktionäre einen besseren Draht zu den Massen haben als sie selbst. Ich finde hier die Frustration der Marxisten früherer Jahrzehnte wieder, als sie erkennen mussten, dass sich das Proletariat keinesfalls seines kapitalistischen Elends entledigen und das System stürzen wollte. Da musste man neue fortschrittsversessene, aber eher randständige Gruppen finden, die als Avantgarde in der (vergeblichen) Hoffnung auf Nachfolge der Massen den Aufstand probten, Studenten, bald auch Terroristen, die das falsche Bewusstsein aus den Massen gewaltsam herauszuzwingen suchten., um die „Welt besser und gerechter“ zu machen.

Und tatsächlich lese ich bei Diez ja auch folgendes: „Reaktionäre wollen ja Widerstand, das ist geradezu ihre Berufsbezeichnung. Sie definieren sich durch die Wand, gegen die sie rennen.“ Wären das dann nicht doch eher Nonkonformisten, Widerständler, Systemveränderer, ja Revolutionäre? Vielleicht wollte Diez ja diese beschimpfen., hat es aber nur "irre" hingekriegt. Ich bin verwirrt.

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Olligigagags 07.03.2015, 11:47
99. Zuviel...

...mediale Reaktion auf all die Reaktionäre, da liegt der Hase im Pfeffer, meiner Meinung nach.
Da sollte vielleicht wirklich mal die kritische Selbstreflexion des Journalismus ansetzen ( denn hier wäre sie angebracht, und nicht bei dem dämlichen Pegida-Vorwurf der "Lügenpresse"), denn muss über jeden kleinen Wichtigtuer berichtet werden, der irgendwas behauptet?
In den Talkshows dienen die Krawallniks ja ohnehin nur der Einschaltquote, aber der Journalismus sollte sich auch mal wieder mehr einer seiner wirksamsten Waffen bedienen, einer Waffe, auf die schon Tucholsky in der Weltbühne hingewiesen hat: auf die Macht des Totschweigens.

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