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Die Krux mit der Diskriminierung: Weiße und Männer können alles haben, aber das nicht
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Klar werden auch Männer gemobbt, brutal geschlagen und unfair behandelt - diskriminiert aber werden sie nicht. Dafür fehlen in dieser Welt noch immer die entsprechenden Machtstrukturen.

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Morten Hammerdahl 07.11.2018, 11:30
110.

Bei der häuslichen Gewalt gegen Männer vs. gegen Frauen kennen Sie aber schon die Probleme bei den Statistiken oder? Die Unterscheidung zwischen physischer und psychischer Gewalt ist zunächst das eine. Gepaart mit der Problematik der sogenannten "Dunkelziffer" insbesondere bei häuslicher Gewalt gegen Männer kommt es zu sehr verzerrten Zahlen in den bisherigen offiziellen Statistiken, die lediglich die Hellfelddaten abbilden. Neuere Studien gehen davon aus, dass sowohl Männer wie auch Frauen in gleichen Anteilen Opfer von häuslicher Gewalt werden. Definitorische Probleme verhindert dabei zusätzlich die genaue Erhebung von Fallzahlen.

Ich selber habe in einer Partnerschaft gesehen, wie eine Frau nicht nur psychische Gewalt anwendet ("Du siehts Dein Kind nie wieder wenn ich es nicht will") sondern auch körperliche Gewalt eingesetzt hat ("Du hast es ja nicht anders verdient." und "Du darfst mich nicht schlagen, ich bin eine Frau."). Meine damalige Anwältin sagte mir zu den körperlichen Angriffen, ich dürfte mich ja nicht wehren denn ich sei der Stärkere. Ich muss hierbei nicht erwähnen, dass ich daraufhin sofort den Anwalt gewechselt habe. Es spricht aber für die weiter bestehende Stigmatisierung von Männern, die in Partnerschaften Opfer von Gewalt werden.

Insofern sollten Sie den ersten Teil ihres Beitrages ernsthaft überdenken bzw. sich gerne auch mal mit der aktuellen Forschung im Bereicht häuslicher Gewalt auseinandersetzen. Ihre gefühlte Zahl von unter 10% ist völlig falsch. Eine Studie aus 2004 beziffert die Zahl der Männer, die in der Partnerschaft körperliche Gewalt erleben erstmals mit ca. 26.8%. Wohlgemerkt dies ist der Anteil der befragten Männer.

Aber hey - Männer können ja gar nicht Opfer in einer heterosexuellen Beziehung sein. Oder es sind eben Weicheier, die es nicht besser verdient haben, gell?

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wolle0601 07.11.2018, 11:40
111. Jadarna Nr 1 hat es

eigentlich schon sehr schön formuliert - man muß das Ganze milieuweise betrachten, ein globaler Mittelwert hilft da nicht weiter. Und daher ist, bedaure, Frau Stokowskis These, irgendwer könne per Definition nie Opfer sein, auch Unfug. Wobei ich nicht sagen will, daß ich den Opferstatus für irgendwie erstrebenswert halte. Auch wenn er sich, wie man sieht, für Gruppen, die ganz banal nach mehr Einfluß und Vorteilen für sich streben, als sehr nützlich erweist.

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resto 07.11.2018, 11:56
112. Ökonomie

Bei dieser Reduzierung von Machtstrukturen auf Identitäten werden die ökonomischen Verhältnisse völlig außer Acht gelassen. Angenommen, wir überwinden rassistische und sexistische Gesellschaftsstrukturen mit der Folge, dass dann auch mehr Frauen und PoC auf Vorstandsebene etc. anzutreffen sind, an der Macht durch Eigentum hat sich damit überhaupt nichts verändert. Es wird weiterhin Reiche und Arme geben. Es scheint, als wären Arme einfach nicht wichtig genug, um den ökonomischen Herrschaftsaspekt in die hier vorgetragenen Theorien einzubeziehen.

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felix.milla 07.11.2018, 12:01
113.

Zitat von Boltar Cavanaugh
Diese Kolumnen verfügen fraglos immer über einen großen Unterhaltungswert (....) Wer anderen Menschen abspricht, was sie haben können oder nicht, entlarvt sich als Sexhate-Kriegerin mit gewaltigem Kompensationsbedarf. Die privaten Fehlschläge dieser hassgetriebenen Person möchte man sich gar nicht vorstellen, es sind die Zutaten, dass in Deutschland der Hass erneut blüht. Natürlich im Namen der Gerechtigkeit - auch wenn die ihren Namen nie irgendwem verliehen hat, so treffen wir eben immer wieder auf Menschen, die ihn missbrauchen. So wie im Falle von Frau Stokowski, deren Kolumnen eine psychische Offenbarung und als solche ein Hilfeschrei sind. Linderung ist bei so viel Enthusiasmus in Kampf und Hass nicht in Sicht.
Ich finde es langsam ziemlich enervierend, wenn man Menschen, die sich eindeutig und zugespitzt äußern, immer gleich "Hass" unterstellt, und damit den Meinungswettbewerb, die eine Demokratie braucht, wie die Luft zum Atmen, mit solchen haltlosen Vorwürfen ersticken will.

Haben Sie eigentlich schon mal was von Streitkultur gehört?

Allerdings hat Frau Stokowski diese leider auch vermissen lassen, als sie ihre Lesung in der linksliberalen Buchhandlung Lehmkuhl absagte, weil diese "Primätexte" aus dem Antois-Verlag zum Verkauf anbieten. Das finde ich, als leidenschaftlicher Verteidiger der Grundrechte gegenüber den völkischen Rechten, nicht nur schädlich für die eigene Glaubwürdigkeit eben als Verteidiger der Grundrechtre auch auf Meinungsfreiheit; nicht auch entmündigend gegen über Menschen, die sich eben mit dieser Denkwelt auch auseinandersetzen wollen, sondern auch irgendwie auch ein bißchen feige und überhaupt ziemlich blöd.

Hier die Stellungnahmen dazu:

https://lehmkuhl.buchhandlung.de/shop/
https://www.rowohlt.de/news/stellungname-margarete-stokowski

Denn Demokratie lebt nicht von Ausschluss mit Meinungen, sondern von der Auseinandersetzung mit ihnen, und seien diese noch so abscheulich und menschenfeindlich, die man ja auch so benennen kann. Ob, wie Margarete Stokowski ihre Absage begründet, sich ein rechtes, faschistisches Denken "normalisiert", hängt nicht davon ab, ob die Bücher in den Regalen zum Verkauf stehen, sondern daran, ob es genügend Demokraten gibt, die sich diesem Denken entgegenstellen.

Aber dazu muss man es eben auch kennen. Auch das gehört zur Aufklärung. Ausgrenzung und Ausblendung - das ist der verordnete Rückfall in die selbstverschuldete Unmündigkeit.

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zeisig 07.11.2018, 12:06
114. Absurd.

Diskriminierung oder gemobbt zu werden kann jeder Ethnie und jedem Geschlecht passiern. Das ist nicht das Kriterium, weshalb ich die Haltung von Frau Stokowski in keiner Weise teile. Es kommt einzig und allein auf die Umstände bzw. die soziale Umgebung des Einzelnen an. In der Regel werden enweder Mindeheiten diskriminiert, dazu gehören dann zum Beispiel Frauen ganz bestimmt nicht. Oder man wird gemobbt, weil man zum Beispiel immer alles besser weiß. Oder weil man eben gar nichts weiß aber immer so tut, als wisse man alles besser. Gerade am Arbeitsplatz ist das ein Grund, jemanden nicht zu mögen. Alles unabhängig von Geschlecht oder Hautfarbe.

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Ayelet Haschachar 07.11.2018, 12:16
115. Frauen duften bei der Armee nur Spritzen geben und Flöte spielen.

# 87: "Also mir fällt dazu ein, dass ich als Mann Wehrdienst leisten musste, meine Kolleginnen im Büro jedoch nicht. Ich finde schon, dass das eine Form von Diskriminierung war. "

Aber nicht der Männer: Bis 2001 war dies durch Artikel 12a des Grundgesetzes, sowie verschiedene Gesetzesparagraphen, schlicht verboten (der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes benutzte 2000 in der Diskussion darüber sogar das Wort "Berufsverbot"):
"Frauen dürfen nicht zu einer Dienstleistung im Verband der Streitkräfte durch Gesetz verpflichtet werden. Zu einem Dienst mit der Waffe dürfen sie in keinem Fall verwendet werden." (Letzter Satz gültig bis zur Änderung infolge des Urteils des EuGH 2000) . Selbst wer wollte, durfte nicht.

Mit den tradierten Wertvorstellungen haben Sie recht, die haben ja dazu geführt, dass die Frauen hier ausgeschlossen blieben (obwohl kurz zuvor im 2. WK reichlich Frauen gekämpft haben, und nicht in den Lazaretten).

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neue_perspektiven 07.11.2018, 12:26
116. Widerspruch

Leider spaltet dieser neue Beitrag mehr als er zu einem Überwinden diskriminierender Zustände beiträgt. Wenn sich der von Ihnen beschriebene weiße Mann in einer fremden Kultur befindet, kann er sich ebenso durch die ihm fremden Menschen diskrimiert fühlen. Schicken Sie beispielsweise einen weißen männlichen Freund ohne Japanischkenntnisse in einen japanischen Club - ihm wird keinen Zutritt gewährt werden, wenn er nicht in Begleitung von Einheimischen ist. Das ist natürlich nur ein banales Beispiel, aber ein anschauliches. Ich würde mir wünschen, Sie schreiben in Zukunft wieder lösungsorientierter.

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ohjeee 07.11.2018, 12:29
117. wtf - 3 @admin, warum geht der Kommentar nicht durch?

Was für ein hanebüchener Unsinn.
Natürlich kann auch ein weißer Mann diskriminiert werden!
Beispielsweise immer dann, wenn es Quoten zuungunsten weißter Männer gibt. Angefangen mit der Frauenquote oder Migrantenquote. Bei gleicher Eignung werden Frauen/Migranten bevorzugt.
In Österreich wurden für die Aufnahme in Medizin-Studiengängen einheimische Männer systematisch benachteilt, indem sie in den Aufnahmetests besser abschneiden mussten! Für Frauen galt ein geringerer NC, für Migranten auch.
Ich kenne viele weiße Männer, die weder im Aufsichtsrat, noch im Chefsessel sitzen, sondern ganz normale AN sind. Die können also nicht diskriminiert werden, weil weiße Geschlechtsgenossen im Aufsichtsrat sitzen?

Und was zur Hölle ist der alberne Einwand mit dem Rassismus? Wenn ich "sch*** Deutscher" sage, ist das kein Rassismus, weil es keine Rassen gibt. Wenn ich aber "sch*** N*g*r" sage oder "sch*** [Nationalität, bestenfalls naher Osten]" sage, bin ich ein Rassist! Da zieht Ihr abstruses Rassen-Argument plötzlich nicht mehr!?
Warum kann ein Deutscher Junge an den angesprochenen Problemschulen nicht diskriminiert oder rassistisch beleidigt werden? Wie kommen Sie auf das schmale Brett, dass Rassismus und Sexismus eine Einbahnstraße ist?
Ihre Kommentare sind bspw. zutiefst sexistisch. Sie scheren alle weißen Männer über einen Kamm. Sie stilisieren alle Frauen entsprechend positiv. Das nennt man dann positiven Sexismus.
Frau Stokowski, Sie sind eine Sexistin und keinen Deut besser, als die bösen Männer, die Sie in vermeintlich guter Absicht bekämpfen.

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gaovi 07.11.2018, 12:52
118. Selten so einen Schwachsinn gelesen

Sie schaffen es immer wieder auf's neue mich mit ihren Ansichten und Meinungen zu überraschen. Aber mit der Aussage "Weiße können nicht diskriminiert werden" haben Sie den Vogel abgeschossen. Natürlich geht das, Weiße sind keine gesonderte Gruppe, dir unantastbar ist, wir sind den Aussagen anderer Menschen genauso ausgesetzt, wie "die anderen" auch. Und wenn eine Beleidigung oder ein Angriff auf die Hautfarbe oder Nationalität zielt, ist das Diskriminierung.
Zu ihrer Vorstellung, es gäbe keine Menschenrassen bitte ich sie doch ein Anthropologie-Lehrbuch in die Hand zu nehmen. Sie werden feststellen, dass man aufgrund der Skelett-, vor allem aber der Schädelform gut ausmachen kann, welcher ethnischen Abstammung, also quasi Rasse, der betrachtete Mensch angehört. Das ist ein Fakt, genauso wie man weibliche von männlichen Skeletten voneinander unterscheiden kann. Dass eine jedoch besser oder den anderen überlegen sei, ist bullsh*t.

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michaelhohberg 07.11.2018, 13:05
119. Rassismus oder Diskriminierung oder Sexismus

Wie im Kommentar richtig festgestellt wird, gibt es keine menschlichen Rassen, daher kann es auch keinen Rassismus (weder gegen Weiße noch gegen andere) geben. Besser wäre also von Diskriminierung zu reden. Auch wenn (wahrscheinlich auch empirisch feststellbar) weiße oder Männer (oder eben beides in Kombination) bei diskriminierendem Verhalten überrepräsentiert sind, sollte es dann andere Diskriminierung nicht geben? Beispielhaft sei auf 2 Artikel verwiesen: https://www.zeit.de/arbeit/2018-11/mobbing-arbeitsplatz-uebergewicht-rechtsanwaeltin oder http://taz.de/Ethnologe-ueber-Schueler-in-Neukoelln/!5545182/ . Diskriminierungserfahrungen werden hier offenbar als nicht existent erachtet, oder wahrscheinlicher, letztlich ist doch der weiße Mann (oder das System oder der für das System verantwortliche weiße Mann) an allem Schuld.

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