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Die Krux mit der Diskriminierung: Weiße und Männer können alles haben, aber das nicht
DPA

Klar werden auch Männer gemobbt, brutal geschlagen und unfair behandelt - diskriminiert aber werden sie nicht. Dafür fehlen in dieser Welt noch immer die entsprechenden Machtstrukturen.

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Bondurant 07.11.2018, 13:07
120. Nun ja

Zitat von vera gehlkiel
Die von ihnen zu Recht thematisierten Problemschulen sind dann das Resultat. Dass "Deutsch-Deutsche", was immer dieser Neologismus uns genau sagen soll, dort in der Tat "gedisst" werden, ist traurig. Es liegt aber leider an der chronischen Furchtkultivierung unserer konsumistischen Mittelschichten. ... Ich wurde unter anderem wegen meiner angeblich hexerisch obskur changierenden grünbräunlichen Augen gemobbt, wegen meinen hellblonden Naturlöckchen, weil ich klein und zart war und leicht "slawische" Gesichtszüge hatte, wegen meinem eigentlich sehr apartem kleinem Überbiss, mein Vater ein armer Künstler war statt Arbeiter, etc.pp.
"chronische Furchtkultivierung" ... Ich glaube, Ihr Debatten Problem ist, dass Sie zu gerne über sich schreiben (wollen). Da geraten manchmal die Maßstäbe ein bisschen durcheinander. Die von Ihnen geschilderten Erfahrungen (wann soll das denn eigentlich gewesen sein und was heißt in diesem Falle "gemobbt") sollten Sie nicht ernsthaft vergleichen wollen mit der Situation eines Schülers, der aufgrund mangelnder familiärer handfester Unterstützung von einem Mitschüler nicht nur verprügelt, sondern auch noch abgezogen und mit glaubhaftem Hinweis auf die jederzeit herstellbare Präsenz von älteren Brüdern und Cousins des Täters zum Schweigen verpflichtet wird. Solche Situationen gibt es öfter, als den meisten lieb ist und die Wohlgesinnten fliehen mit ihren Kindern solche Orte zugunsten gehobener Privatschulen, ohne jedoch den wahren Grund für solch' kostspieliges Verhalten zuzugeben. Wäre es doch mit dem eigenem Weltbild nur schwer vereinbar.

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inkognito2010 07.11.2018, 13:07
121. Vater.

Zitat von tom_holger
Versuchen Sie mal als Vater in Deutschland nach einer Trennung das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Ihre Kinder zu bekommen. Das Jugendamt hält die Mutter stets für die beste Wahl, da haben Sie selbst als ausgebildeter Pädagoge keine Chance ...
Allerdings. Wenn man als Vater seine kleinen Kinder liebt, ist man nach einer Trennung schlicht ausgeliefert. Der unaufhörliche Kummer, den es mit sich bringt, wenn einem die Kinder genommen werden, ist kaum zu beschreiben. Ich habe das erlebt. Und man hat als Vater so gut wie keine Chance, unabhängig davon, wer oder wie man ist, sich verhält, wie geeignet man ist oder was die Kinder sagen.
Mein Anwalt hat mir ohne jede Kenntnis der Vorgeschichte als erstes gesagt: "Wenn sie Ihnen was anbietet, nehmen sie das. Mehr kriegen Sie vor Gericht sowieso nicht."

Es ist völlig ausreichend für die Mutter, zu behaupten, man hätte seine Kinder mißbraucht. Dann sind sie erstmal ein Jahr weg, und wenn der Gutachter das dann aufgeklärt hat, bedeutet das mitnichten, daß man die Kinder dann wiederbekäme. Man kenne sie dann ja kaum noch. Notfalls schiebt die Mutter dann halt einen Vergewaltigungsvorwurf nach oder sonstirgendwas.

Ich bin absolut für Gleichberechtigung und froh über die entsprechenden Entwicklungen, aber dieser Aspekt fällt meistens völlig unter den Tisch, obwohl er viel lebensbestimmender ist als die -natürlich trotzdem anzuprangernden und abzuschaffenden- Gehälter- und Postenungerechtigkeiten. Das ist ein riesiges gesellschaftliches Übel. Damit will ich das Leid, das Frauen von Männern erfahren, nicht kleinreden, aber für diesen Aspekt bekommt man keine breite #Debatte angeschoben und es ändert sich sehr wenig.

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walligundlach 07.11.2018, 13:22
122. Ja, die Macht der weißen Männer UND FRAUEN

Macht ist sowohl für Männer als auch Frauen eine Verführung zum Mißbrauch! Frau Clinton ist nicht besser als Herr Clinton. Und Frau Thatcher nicht besser als Herr Obama. Die Macht der Frauen ist ebenso auf Egoismus und Beherrschung anderer zugeschnitten wie die der Männer. Ob nun Frau v.d. Leyen die Rüstungsideen der NATO ans Volk bringt, indem sie Gefahren herbei redet. Die Führerinner großer Unternehmen sind nicht sozialer als andere. Gewiss: Man kann hier "Gerechtigkeit" fordern. Aberdann sollte man auch dazu stehen, daß die Welt dadurch keineswegs besser wird. Ohnehin geht es nur um MÄCHTIGE FRAUEN. Die Geringverdiener sind sowohl männlich aus auch weiblich diejenigen, die man als "angeblich" oder "gefühlt" benachteiligt bezeichnet. Auf die hat ein solcher Artikel ohnhin keinerlei positive Auswirkung.

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unky 07.11.2018, 13:32
123. Was haben denn Sie für ein Problem?

Zitat von Boltar Cavanaugh
Diese Kolumnen verfügen fraglos immer über einen großen Unterhaltungswert. Ebenso aber auch über extrem einseitige und zutiefst subjektive Beobachtungen, man gewinnt gar den Eindruck, dass eine gesamtheitlich- differenzierte Betrachtung bewusst abgelehnt wird. Hinzu kommt eine gefährliche Deutungshoheit, mit der sich Frau Stokowski selbst gekrönt hat, man möchte ihr dazu nicht unbedingt gratulieren. Wer als wohlsituierte Europäerin, mit dem Privileg des Studiums und der weitreichenden Meinungsmache gesegnet, absolute Wahrheiten verzapft entfernt sich von der Realität. Wer anderen Menschen abspricht, was sie haben können oder nicht, entlarvt sich als Sexhate-Kriegerin mit gewaltigem Kompensationsbedarf. Die privaten Fehlschläge dieser hassgetriebenen Person möchte man sich gar nicht vorstellen, es sind die Zutaten, dass in Deutschland der Hass erneut blüht. Natürlich im Namen der Gerechtigkeit - auch wenn die ihren Namen nie irgendwem verliehen hat, so treffen wir eben immer wieder auf Menschen, die ihn missbrauchen. So wie im Falle von Frau Stokowski, deren Kolumnen eine psychische Offenbarung und als solche ein Hilfeschrei sind. Linderung ist bei so viel Enthusiasmus in Kampf und Hass nicht in Sicht.
Frau Stokowski legt in ihren Kolumnen ihre Sicht auf die Welt dar - die muss man sicher nicht teilen (ich tue es jedoch), aber mit soviel Hass einer Kolumnistin Hass vorzuwerfen, ist schon seltsam. Vielleicht fühlen Sie sich einfach auch nur getroffen? Sehen Ihr Weltbild und Dasein in Gefahr? Wie auch immer, Stokowski hat Diskriminierung sehr gut definiert. Und ich finde, dass sie den Nagel wieder einmal auf den Kopf getroffen hat.

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chuwie 07.11.2018, 13:58
124. Puuhhh:

"Wenn man aber Diskriminierung als einen Mechanismus versteht, der unterdrückte Gruppen oder Minderheiten von gesellschaftlicher Teilhabe und Gleichberechtigung fernhält, dann ist das eine Erfahrung, die Weiße und Männer als solche in dieser Welt nicht machen können."
Da wird mir aber jetzt ganz schwindelig! Unabhängig von der (denklogischen) Frage, wie es GLEICHberechtigung geben kann, wenn man eine (unterdrückte) Gruppe von eben dieser Gleichberechtigung fernzuhalten im Stande ist, wiederlegt Frau Stokowskis Definition ihre eigene These, denn sie spricht ja der Gruppe der "Weißen Männer" die Fähigkeit ab, diskriminiert werden zu können. Damit aber hält sie diese Gruppe von der Gleichberechtigung (nämlich der Möglichkeit diskriminiert zu werden) fern. Ich kann mir vorstellen, dass Frau Stokowski das auch aufgefallen ist, weshalb sie noch schnell innerhalb ihrer Definition dass Adjektiv "unterdrückt" vor Gruppe gestellt hat. Doch wie kann man "unterdrückt" anders verstehen, als (zumindest auch) diskriminiert? Ihre Definition kann damit also nicht anders verstanden werden, als diskriminiert ist wer diskriminiert (fernhalten von Teilhabe und Gleichberechtigung) wird, nur eben nicht die "Weißen Männer".

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Vex 07.11.2018, 14:13
125.

Zitat von NauMax
Hier soll es eine erschreckend hohe Dunkelziffer geben - nicht zuletzt auch, weil diese Männer von anderen Männern ähnlich wie bei sexuellen Missbrauch nicht ernst genommen werden. Rechnet man zusätzlich auch noch psychische Gewalt mit ein, dann begehen Frauen sogar häufiger häusliche Gewaltdelikte als Männer. Das ist bei der Kindererziehung nicht anders: Taucht das Kind grün und blau geprügelt in der Schule auf, dann hat der Vater meist völlig zurecht Polizei und Jugendamt an der Hacke. Ist das Kind aber aufgrund jahrelangen gut organisierten und verschleierten Psychoterrors durch die Mutter ein seelisches Wrack, dann wird an allen Ecken und Enden nach Gründen gesucht - der Erziehungsstil der Mutter allerdings niemals hinterfragt.
Sie behaupten einfach das es das geben soll das ist vermutlich mehr Wunschdenken als Realität.
Wenn man das weltweit betrachtet dann sind Frauen eher deutlich über 90% Opfer häuslicher Gewalt.
In Deutschland mag es durchaus sein das die Zahl niedriger ist hier findet körperliche Gewalt eher in bildungsfernen Familien und/oder in Verbindung mit Alkohol statt.
Überhaupt sind Alkohol und Testosteron die Hauptursachen körperlicher Gewalt in Deutschland.

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Pickle__Rick 07.11.2018, 14:14
126.

Zitat von Ayelet Haschachar
# 87: "Also mir fällt dazu ein, dass ich als Mann Wehrdienst leisten musste, meine Kolleginnen im Büro jedoch nicht. Ich finde schon, dass das eine Form von Diskriminierung war. " Aber nicht der Männer: Bis 2001 war dies durch Artikel 12a des Grundgesetzes, sowie verschiedene Gesetzesparagraphen, schlicht verboten (der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes benutzte 2000 in der Diskussion darüber sogar das Wort "Berufsverbot"): "Frauen dürfen nicht zu einer Dienstleistung im Verband der Streitkräfte durch Gesetz verpflichtet werden. Zu einem Dienst mit der Waffe dürfen sie in keinem Fall verwendet werden." (Letzter Satz gültig bis zur Änderung infolge des Urteils des EuGH 2000) . Selbst wer wollte, durfte nicht. Mit den tradierten Wertvorstellungen haben Sie recht, die haben ja dazu geführt, dass die Frauen hier ausgeschlossen blieben (obwohl kurz zuvor im 2. WK reichlich Frauen gekämpft haben, und nicht in den Lazaretten).
Eigentlich haben Sie jetzt nur erklärt wie die Diskriminierung gesetzlich geregelt wurde. In dem Fall wurden aber sowohl Männer als auch Frauen diskriminiert. Man sollte zwar mit Wertung vorsichtig sein aber ich würde mal vorsichtig behaupten, dass die Regelung eher von größerem Nachteil für die Männer war. Selbst wer nicht wollte, musste. Die Alternative zum Zwangsdienst waren Geldstrafen und Knast. Es gab außerdem durchaus eine Phase in der man als Mann noch musste und als Frau durchaus konnte, wenn man wollte.
An diesem Beispiel sieht man allerdings, warum auch Männer ein Interesse daran haben sollten veraltete Rollenbilder und das Patriarchat umzukrempeln.

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daNick73 07.11.2018, 14:22
127. Ist "diskrimiert" eigentlich ein Titel?

Der ganze Artikel müht sich ab, zu definieren, dass bestimmte Gruppen nicht diskriminiert werden können. Sei es drum! Auch Mitglieder dieser Gruppe können "schlecht behandelt" werden oder Probleme haben, auch ausgelöst durch andere. Ist das Ziel wirklich, allen Menschen, die nicht "diskriminiert" werden, klar zu machen, dass es ihnen prima geht und nur "Diskriminierte" Mißstände aufzeigen können/dürfen? "Du wirst nicht diskriminiert, also halte den Mund?". Ohne den Ehrentitel "diskriminiert" hat man also zu schweigen?

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Barbaras Rhabarberbar 07.11.2018, 14:22
128. sehr schön geschrieben

Zitat von Igelnatz
schreibt die Autorin. Nein, Diskriminierung kann auch wertneutral Trennung oder Unterscheidung bedeuten - so gibt es die statistische Methode der Diskriminanzanalyse. Man versteht darunter allgemein die Herabsetzung bzw. Benachteiligung von Personen oder Gruppen - aber strukturell im Besonderen nicht! Ich möchte betonen, dass ich den im Artikel bescholtenen Preisträger nicht besonders schätze und dass der Preis Kartoffel wohl nicht diskriminierend auf weisser Mann, sondern auf eine unansehnliche Feldfrucht zurück geht. Gut, kann man so interpretieren. Trotzdem muss ich der. Autorin widersprechen! Es ist ziemlich ignorant zu meinen, weisser Männer können nicht diskriminiert werden . JEDER kann aus den verschiedensten Gründen diskriminiert werden. Und kein Fall ist berechtigt! Ich finde es von der Autorin ignorant, inhuman, von wenig Herzensbildung und Mitgefühl zeigend, es anders zu sehen! Ich halte kein Plädoyer für den weissen Mann, sondern für jeden Menschen! Jeder Mensch muss respektiert werden. Das soll nicht heißen, das jedes Verhalten respektiert werden muss - auch nicht verkrustete Strukturen. Aber ein gutes Menschenbild ist trotzdem wichtig!
ich zitiere den post, weil ich finde, dass er den kern der schwachen argumentation von Frau S. perfekt zusammenfasst.

Weisse hetro-Männer können sehr wohl diskrimiert werden (Wehrpflicht, Männer in Erziehungsberufen,...), allenfalls könnte man darüber diskutieren, ob männer auch strukturell diskrimiert werden können. Ich denke ja. Mein persöntliches, konkretes Beispiel:
Ich, Uniabsolvent im MINT Bereich, arbeitssuchend seit 18 Monaten. Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten/Beratung um im Arbeitsleben zu starten. Meine Vermutung warum das so ist: keine so gute Selbstvermarktung, keine Große Fresse bei zeitgleicher völliger Ahnungslosigkeit, ein sich "unter den Scheffel stellen". Also Attribute, die erfolgreichen Männern nachgesagt werden, die trotz geringerer Qualifikation weiter als Frauen in der Karriere kommen. Das Gleichstellungsbüro unserer Uni hat tolle angebote, die mir dabei vielleicht helfen könnten, endlich einen Job oder zumindest "connections" zu bekommen. Wurde aber von denen Weggeschickt, weil ich nicht das Zielklientel bin. Denn dort geht es um Nachteilsausgleich für Frauen durch gezielte Förderungen, so wurde mir gesagt. Auf den Hinweis, dass meine Kommilitoninnen mittlerweile ALLE einen Job haben, wurde mir gesagt, dass man mir nicht helfen könne, weil ich als Mann halt nur ein Einzellschicksal wäre, und es geht halt um die bekämpfung der strukturellen Benachteiligung der Frau. Ich empfinde, dieses Verhalten mir gegenüber war strukturelle Diskriminierung. Ich wäre mal gespannt, was Frau S. zu meinem Fall sagen könnte. Wird sie wohl nicht, denn, im Gegensatz zu beispielsweise Thomas Fischer, ist sie nicht willens/fähig? auf Gegenpositionen argumentativ einzugehen.

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PTerGun 07.11.2018, 14:25
129. Diskriminierung vs. Sexismus

Bzgl. Diskriminierung als strukturelle Benachteiligung gebe ich der Autorin recht. Was aber das Thema Sexismus und Rassimsus betrifft, so ist die Definition hier falsch gesteckt. Ich als weißer Heteromann habe gelernt, dass Sexismus auch darin besteht zu sagen "tyisch Frau" und "Frauen sind halt so und so". Das ist Sexismus in Reinform. Das gleiche bei Rassismus. "Typisch Araber". "Schwarze sind so und so". Das ist Rassismus. Es geht dabei darum, dass nur aufgrund der Herkunft oder des Geschlechts Rückschlüsse und Annahmen auf die Persönlichkeit genommen wird.
Daher sehe ich nicht ein, inwiefern dieses ständige "Typisch weiße Männer" und "weiße Männer sind halt so und so nicht sexistisch und rassistisch sein soll. Aber ich lasse mich gerne eines anderen belehren.
Wenn oben genanntes nur Rassimus oder Sexismus ist, wenn es gegenüber Angehörigen potentiell strukturiert diskriminierter Gruppen erfolgt, ansonsten Pauschalverurteilungen und Unterstellungen aufgrund der Zugehörigkeit zu einer Gruppe, zumindest bei der einen Gruppe "weiße unbehinderte Heteromänner" in Ordnung ist, dnan habe ich das endlich verstanden. Glaube aber, so wird das nichts mit der Gleichberechtigung.

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