Forum: Kultur
Die Krux mit der Diskriminierung: Weiße und Männer können alles haben, aber das nicht
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Klar werden auch Männer gemobbt, brutal geschlagen und unfair behandelt - diskriminiert aber werden sie nicht. Dafür fehlen in dieser Welt noch immer die entsprechenden Machtstrukturen.

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jan_philip_moerbeek 07.11.2018, 15:01
130.

Was ist mit dem Sorgerecht? Es gibt genug haarsträubende Geschichten in meinem direkten Umfeld, bei denen es dem männlichen Elternteil sehr viel schwerer gemacht wurde, in Kontakt zu ihrem Kind zu kommen. Und das strukturell, die entsprechende staatliche Institution hat sich quer gestellt. Da ging es nicht um häusliche Gewalt, sexuelle Orientierung oder Religion. Ist das keine Diskriminierung? Und wenn nicht, warum nicht? Es ist strukturell, es ist auf Grund des Geschlechts, und wer die nächste Generation groß zieht hat ja auch eine gewisse Relevanz für die Machtfrage.

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Bondurant 07.11.2018, 15:25
131. Logisch problematisch

Wer zu einer Gruppe gehört, die standardmäßig in einer Gesellschaft die Macht hat - und das sind bei uns Weiße, Heterosexuelle, Männer, Menschen ohne Behinderung - kann als diese Gruppe nicht diskriminiert werden. Diskriminierung ist strukturelle Benachteiligung, das heißt, es muss eine (Macht-)Struktur geben, die sie stützt.

Beide Sätze gehen nicht nahtlos ineinander über. Nach dem 1. Satz zu urteilen, könnten weiße Männer "bei uns" (?) gar nicht diskriminiert werden. Im 2. Satz heißt es aber – richtigerweise –, dass Diskriminierung strukturelle Benachteiligung bedeutet, die von einer Machtstruktur gestützt wird. Das ist ohne weiteres der Fall bei einer bevorzugten Einstellung von Frauen oder Minderheiten auf Posten im öffentlichen Dienst. Hier haben Sie eine strukturelle Benachteiligung des "normalen" Weißen Mannes, gestützt durch die Machtstruktur der gesellschaftlich gewollten und gesetzlich unterlegten Frauen- und Minderheitenförderung. Auch dann, wenn man solche Praktiken für im Ergebnis richtig hält, wie es die Autorin vermutlich tun wird, darf man sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es gegenüber den potentiellen Bewerbern "weiße Männer" als Gruppe zu Diskriminierungen kommt, jedenfalls nach der Definition im 2. zitierten Satz. Denn Mitglieder dieser Gruppe kommen aufgrund der vorliegenden (Macht-) Strukturen von vornherein weniger für die Besetzung der genannten Positionen infrage.

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squire0815 07.11.2018, 15:29
132. Was hat das alles mit DEM WEISSEN MANN zu tun?

Frau S. hat wieder mal zum Rundschau ausgeholt und alles in einen Topf geworfen. Vor einem Monat War es noch der weiße, alte Mann. Jetzt ist es der weiße Mann.
Nächsten Monat wird es der Mann generell sein. Oder wird Frau S. ein weiteres envouges Adjektiv aus dem SJW- Jargon bemühen? Wir werden mit Spannung darauf warten. Welche Gruppe von Frau S dann am Elend der Welt schuldig ist. Seltsam, dass so viele Frauen und "nicht weiße" Männer all diese Ungerechtigkeiten unterstützen. Sollte es daran liegen das Macht generell korrumpiert und das über Geschlechtergrenzen und Ethniengrenzem hinaus?

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htoru.forum 07.11.2018, 15:30
133. Frauenlogik

Die Argumentation geht so:
Ich gehöre zu einer diskriminierten Gruppe (Opfergruppe). Du gehörst zu der Gruppe die meine Gruppe diskriminierten (Tätergruppe). Darum ist es nicht möglich das Personen meiner Gruppe, Personen deiner Gruppe diskriminieren.
Dieser Logikschluss ist natürlich totaler Blödsinn, selbst wenn die Grundannahmen stimmen würden, was sie zusätzlich nicht tut.

Noch ein paar falsche Logikschlüsse:
* Alle Vorstandsvorsitzenden der DAX Unternehmen sind Männer. Darum können alle Männer Vorstandsvorsitzende von DAX Unternehmen werden.
* Alle Massenmörder sind Männer. Darum können alle Männer auch Massenmörder sein.
* Alle Personen, die solche schrecklichen Logikfehler begehen sind Frauen. Darum ist keine Frauen in der Lage logisch zu denken.

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spon_4_me 07.11.2018, 15:31
134. @ jan_philip_moerbeek (# 130):

Ihr Beispiel finde ich ganz faszinierend. Im Grunde hindert die Betroffenen niemand daran, eine analoge Lobby-Gruppe, sagen wir #Recht4Väter zu gründen. Aber interessant ist, dass wir beim Wort Diskriminierung sofort negative Assoziationen haben, obwohl es im Falle des Sorgerechts ja durchaus Sinn haben könnte, eine Unterscheidung (mehr heißt das Wort ursprünglich glaube ich nicht) zu treffen. Natürlich gibt es schlimme Fälle von Männern, denen der Zugang zu ihren Kinder von böswilligen Ämtern und Müttern verwehrt wird; natürlich gibt es auch Mütter, die sich schlecht um ihre Kinder kümmern. Aber die überwiegende Zahl der Fälle ist, dass Väter in der Sorge für ihre Kinder nach Ende einer Beziehung zur Mutter materiell und emotional indifferent, bisweilen sogar nachlässig sind. Wie wollen wir denn so etwas qua legem regeln, wenn die betroffenen Erwachsenen selbst es nicht geregelt bekommen? Da ist doch eine Diskriminierung das kleinere Übel, weil die Alternative ein endloses Hin und Her, Gutachteristis und Ausprobieren von pädagogischen Testszenarien wäre. Ich bin da ein Verfechter des Kindeswohl, wenn es sein muss auf Kosten des Väterwohls. Und nur nebenbei: Das mit dem Kindeswohl finde ich ebenso relevant bei der neuerdings modischen Paragraph 219a StGB-Diskussion - eine Ansicht, für die ich in weiblichen Kreisen seltsamerweise deutlich weniger Applaus erhalte.

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TLB 07.11.2018, 15:34
135. Das Schönste

an den Artikeln von Frau Stokowski ist deren typisch weibliche Logik. Thesen aufstellen und im nächsten Satz wieder einreißen. Die Gültigkeit von Aussagen so lange bekräftigen wie sie einen selbst nicht betrifft. Sehr spezielle und außergewöhnliche Beispiele als Beweise für allgemeine Ableitungen nutzen. Und hier im Artikel dem BILD_Chef sagen, dass es keine Menschenrassen gibt und nur wenige Sätze später - Zitat: Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße... Das heißt nicht, dass es sie prinzipiell nicht geben kann. Zitatende. Also prinzipiell könnte es ihn doch geben. Aber egal. Ich als alter weißer Mann kann darüber hinwegsehen. Danke Frau S.

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crimadiloca 07.11.2018, 15:36
136. Diskriminierung...

...kann aber auch bedeuten, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihres Alters der Zugang zu etwas (Amt, Tätigkeit etc.) verwehrt wird. Prominenter Fall ist hier natürlich, dass Frauen keine katholischen Priesterinnen werden können. Es gibt aber auch überraschende Nischen: In Gershwins Musical „Porgy and Bess“ dürfen die Hauptrollen laut Verfügung des Komponisten nur von afro-amerikanischen Sängern besetzt werden. Gershwin hat es gut gemeint; rassistisch ist es trotzdem.

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nixproblem 07.11.2018, 15:36
137. Provokation allein ist zu dünn

Leider ist die Lektüre der Kolumnen von Frau Stokowski zumeist eine wenig erquickliche intellektuelle Herausforderung, weil sie insgesamt widersprüchlich, oberflächlich und offensichtlich nur mit dem Ziel der Provokation schreibt. Beispiel ist auch diese Kolumne und die Aussagen zum Rassismus im Zusammenhang mit Kartoffel und H. Reichelt. Diese sind bereits in sich widersprüchlich. Wenn man dann dazu noch den Vergleich zur Rassismus-Kolumne der Autorin (Spon, 31.07.2018) anstellt, kann man eigentlich die Ausführungen von Frau Stokowski nurmehr als komödiantische Unterhaltung goutieren.

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alterweissermann 07.11.2018, 15:37
138. Stokowski schafft sich ab

Als Betroffener Mann hier eine kleine Auswahl der selbst erlebten Diskriminierung:

Nach dem Abitur musste ich Wehrdienst leisten, meine Mittschülerinnen aber nicht.
Anschließend ging’s nach Tübingen zum Studieren. (Zu dieser Zeit war Frau Stokowski noch im Kindergarten). Dort habe ich es gewagt, bei der Zimmervermittlung nach einem Zimmer zu fragen. Die Mittarbeiterin dort hat mich ungläubig angesehen und gefragt: „wie, als Mann?“ Sie hat mir dann die Kartei gezeigt (damals hatten die noch keine Computer) Es gab nur Angebote für weibliche Studenten.
Als wir mal Ärger mit einer Behörde hatten:wer wurde angeschrieben und von Amt in Obligo genommen? Meine Frau oder ich der Mann? Genau, der Mann natürlich!
(Die Behörde konnte es sich aussuchen)
Ich kann mich noch erinnern,dass wir Männer früher bei uns in Baden-Württemberg jedes Jahr eine Feuerwehrabgabe (ich glaube es waren 80 DM) bezahlen mussten, Frauen aber nicht. Warum eigentlich?

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Sibylle1969 07.11.2018, 15:44
139. War ja klar...

dass hier im Forum wortreich dargelegt wird, warum weiße heterosexuelle Männer heftigst diskriminiert würden.

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