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Die Krux mit der Diskriminierung: Weiße und Männer können alles haben, aber das nicht
DPA

Klar werden auch Männer gemobbt, brutal geschlagen und unfair behandelt - diskriminiert aber werden sie nicht. Dafür fehlen in dieser Welt noch immer die entsprechenden Machtstrukturen.

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suedhesse 06.11.2018, 17:22
10. Kein gutes Beispiel

" Wenn man sich vorstellt, Högel hätte 100 Professorinnen umgebracht oder 100 Profi-Fußballer und nicht 100 kranke oder alte Menschen,...." Das sind doch keine Gegensatzpaare: Alte oder kranke Menschen können sehr wohl Professorinnen oder Profi-Fußballer gewesen sein. Und fast jede/r von uns hat oder hatte selbst Angehörige, die in Alters- oder Pfegeheimen leben und jede/r weiss, dass man selbst dort hinkommen kann. Also wie kommen Sie darauf, dass uns dieser Fall nicht so berührt, weil er nicht öffentlich groß diskutiert worden sei ? Es könnte ja sein, dass man - eben auch wegen der eigenen potenteillen Betroffenheit - so entsetzt über diese Tat ist, dass man gar nicht darüber diskutieren will/kann. Es greift viel zu kurz, hier einfach Desinterresse zu unterstellen.

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He081148 06.11.2018, 17:25
11. Von Zeit zu Zeit les ich Stokowski gern

Die Beiträge verströmen meistens eine Art von Heiterkeit, die ich sonst nicht finde. Sollte ich die Kolumne ernst nehmen müssen, muss ich wiederum Goethe zitieren: Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
Dr. M. Helwig

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philemajo 06.11.2018, 17:25
12. Das ist Quatsch!!!

Das Sinn des Beitrags hängt allein an dem Faden, dass Diskriminierung nur ein strukturelles Thema von Gruppierungen und gesamtgesellschaftlichen Gefügen sein könne. Das ist jedoch Blödsinn, weil Diskriminierung für die einzelne Person immer an ganz konkreten Situation ihres eigenen Lebens festmacht. Wenn Sie sich auf eine Stelle als Personalreferent/-in bewerben und ihnen gesagt, sie können die Stelle nicht bekommen, da sie eine Frau sind, hilft wohl kaum die Feststellung, dass das weibliche Geschlecht in den Personalabteilungen der Republik überrepräsentiert seien. Wenn Sie aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Aussehens abends in einen Club nicht hineinkommen, obwohl sie in einigen Stadteilen einer bisweilen dominanten Mehrheit angehören, ändert das nicht an dem diskriminierenden Charakter der Maßnahme. Wenn ein Junge auf dem Schulhof drangsaliert und als Kartoffel beschimpft wird, kann man dem ja wohl nicht mit dem Hinweis auf Hautfarbe und Geschlecht des "Opfers" die diskriminierende Wirkung absprechen!! Ich mag Herrn Reichelt nicht und sein Kartoffelspruch ist ein pseudowitziger Rohrkrepierer, aber das hier ist an den Haaren herbeigezogen ...

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Nicolai 06.11.2018, 17:27
13. Aha....

....? Dass Vätern früher strukturell öfter das Sorgerecht abgesprochen wurde als den Müttern, da dies auf einem falschen Geschlechtsbild beruht, ist also keine strukturelle Diskriminierung von Männern? Dass Über Vergewaltigung von Männern kaum gesprochen wird, weil es strukturell gefestigt ist, dass Männer fast nie Opfer sein können, ist also keine strukturelle Diskriminierung? Dass Männer sich bis heute fast kaum gegen weibliche Gewalt zur Wehr setzen können ist also keine Diskriminierung? Dass Männer seit Jahrtausenden als Soldaten von irgendwelchen machtgierigen Despoten in den Krieg geschickt werden, weil ihr Leben strukturell bedingt nicht als so wertvoll wie das der Frauen angesehen wird (keine Frauen schlagen!!! auch nicht in den Krieg schicken!!), ist keine strukturelle Diskriminierung, die seit Jahrtausenden in Millionenhöhe zu Toten führt? Dass Männer öfters als Frauen in den Krieg geschickt werden, dann Dinge erleben, die absolut unmenschlich sind, um als psychisch Kranke dann emotional verstört nach Hause zu kommen, weil man es als Mann ja aushalten können muss, und sowieso Emotionen von Männern nur in die Kategorie "butthurt" fallen dürfen, ist also keine Diskriminierung? Dass Schülerinnen von der Grundschule bis zum Abitur für gleiche Arbeit grundsätzlich bessere Noten als männliche Schüler bekommen, weil Jungs nunmal Jungs sind und anstrengend sein können, ist also keine Diskriminierung?
Die Autorin dieses Artikels sollte sich wirklich mal Gedanken darum machen, wie Machtstrukturen wirklich aussehen und wie die sich auch verstecken können, ohne gleich super offensichtlich zu sein, wie z.B. häusliche weibliche Gewalt gegen Männer, wo Männern mit blauen Augen immer noch eher die Täterrolle zugesprochen wird als Frauen, die dann gleichzeitig auch noch das Sorgerecht miterhalten (früher zum Glück häufiger als heute).

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spon-1300107429234 06.11.2018, 17:32
14. Definitionskrieger

An 4.:
Einfach mal genauer lesen, was Diskriminierung genau bedeutet. Es ist empfehlenswert, überhaupt die Grundbegriffe zu lernen, bevor mitdiskutiert wird. Die Autorin hat versucht, das Wort "Diskriminierung" genau zu definieren. Mit dieser Definition sollten Sie arbeiten, bevor es ans persönliche Diskreditieren geht, was bekanntlich von Menschen eingesetzt wird, die inhaltlich nichts beizutragen haben.

Klar, wir können uns auch alle unsere Definition selbst ausdenken und dann behaupten, die Definition der anderen wäre falsch und die Meinung der anderen daher "subjektiv" und voller Hass.
Bringt nur nichts außer Streit.

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Motorpsycho 06.11.2018, 17:33
15.

Faszinierend. Verstehe ich das richtig? Männer werden durch Dinge wie etwa Wehrpflicht, §1631d BGB vs §226a StGB etc. nicht diskriminiert, weil der Anteil von Männern in Vorstandsetagen noch zu hoch ist? Wer als einzelner aufgrund seines Geschlechts diskriminiert wird, wird gar nicht diskriminiert, auch wenn er ein arbeitsloser Tagelöhner mit der Macht und dem Einfluss eines Regenwurms ist? Frau Stockowski, deren Macht und Reichweite sicher über das des typischen hier mitlesenden Mannes hingegen weit hinausgeht, kann und wird als Frau natürlich selbstredend diskriminiert? Darf ich das absurd nennen, ohne der Diskriminierung bezichtigt zu werden?

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miklerk 06.11.2018, 17:37
16. Jenseits der Fakten

Die Autorin sollte sich mal mit unverheirateten Vätern unterhalten.
Wenn hier keine Diskriminierung stattfindet, was ist das dann?
Von Gleichstellung, Gleichbehandlung und Berücksichtigung der Interessen keine Spur.

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tschoe 06.11.2018, 17:39
17. So, so,

wenn...Männer gemobbt, brutal geschlagen und unfair behandelt werden...werden sie nicht diskriminiert. Und wenn das Frauen passiert, dann ist es natürlich Diskriminierung. Das heißt also, eine Frau, die einen Mann mobbt, handelt nur aufgrund einer guten Sache, der Einführung des Matriachats. Das ist die Welt der Autorin.

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MAK158 06.11.2018, 17:45
18. Strukturdeterminismus

In dieser Kolumne offenbart sich das ganze Elend im Denken von Stockowski: Strukturdeterminismus. Das Patriachat ist eine soziale Superstruktur und sie ist daher überall. Bei den Linken ist es der Kapitalismus. Bei den neuen Rechten ist es die links-grüne Leitkultur. Die moderne Gesellschaft ist aber viel zu komplex um sie noch auf einen gemeinsamen Nenner runterbrechen oder von irgendwelchen Superstukturen ableiten zu können. Wer das immer noch glaubt wird paranoid.

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Atheist_Crusader 06.11.2018, 17:46
19.

Es gibt keine strukturelle Benachteiligung von Männern als Männer? Sorry, das ist Blödsinn. Männer bekommen längere Gefängnisstrafen als Frauen, Männer bekommen seltener Sorgerecht als Frauen, gibt es eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen Mann und Frau wird automatisch davon ausgegangen dass der Mann für die Eskalation verantwortlich ist, etc.
All das bestraft Männer als Männer und basiert nicht nur auf persönlichen Einstellungen sondern auf tief verwurzelten kulturellen Vorstellungen die sich tief in Institutionen und Rechtssprechung eingegraben haben (ergo: ist strukturell).
Das festzustellen ist keine Herabwürdigung der Opfer von anderen Formen der Diskriminierung. Aber das zu bestreiten ist eine Beleidigung all jener die mal Opfer von Diskriminierung wurden.

Ähnliches gilt für Rassismus. Wer nur Gesellschaften und (Sub-)Kulturen kennt in denen Weiße die Mehrheit sind, der glaubt natürlich dass diese nicht auf Basis ihrer Hautfarbe diskriminiert würden. Wer allerdings mal über den Tellerrand schaut, der mekrt dass die Dinge etwas anders liegen.

Nebenbei bemerkt gehen mir diese tendenziösen Artikel in letzter Zeit ziemlich auf den Keks. Ich habe grundsätzlich viel Sympathie für feministische Perspektiven und Ideen, aber dieses ewige "Frauen leiden! Immer! Und am meisten!" ist entnervend und ermüdend.
Gute feministische Autoren beschränken sich nicht darauf am laufenden Band ihre Opferrole zu unterstreichen und zu bejammern, sondern werfen mal einen genaueren Blick wie Sexismus funktioniert, wie er sich auf beide Geschlechter auswirkt, wer davon wo profitiert und benachteiligt wird und argumentieren dann warum es im Eigeninteresse aller Beteiligten liegt damit aufzuräumen. Artikel wie dieser gehen eher in Richtung Selbsterhöhung bzw. Herabwürdigung dessen was Andere zu erdulden hätten, wohl in der irregeleiteten Befürchtung dass das Anerkennen des Leides der ach so bösen Unterdrücker irgendwie das eigene Leid weniger wertvoll machen würde. Hier wird keine Gleichberechtigung gefördert, sondern Opferstatus zelebriert.

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