Forum: Kultur
Digitale Etikette: Netzpöbelei elegant überleben. Teil eins

Vor allem Frauen müssen sich im Netz wegen ihres Aussehens von Idioten anpöbeln lassen. Dabei sehen doch wohl auch die Herren der Schöpfung stulle aus. Die Spezies ist ein Schuss in den Ästhetikofen.

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Taiga_Wutz 28.08.2016, 09:55
100. Nur eines...

Zitat: "...Dass Frauen öfter als Männer Ziel von verbalem Gekote werden,..."
Bezweifel' ich...

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arturbader2 28.08.2016, 10:14
101. Sehr geehrte/r 90 Grad

Dünnschiss benutze ich doch selten in Kommentaren, aber Texte, die nur so strotzen von Begrifflichkeiten wie "Kot", "Vagina" usw. schien mir das Wort angebracht. "Cool" ist für mich auch kein Qualitätsmerkmal.

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evilynnigirlie 28.08.2016, 10:14
102.

Ich habe leider meine eigenen Erfahrungen gemacht, was online-Pöbeleien angeht. Als ich noch Shootergames gespielt habe, wurden mir täglich uebelste Beleidigungen entweder via Chat mitgeteilt, oder via mail. Manche extrem "Mutige" gingen sogar so weit, mir das ins Voice zu sagen. "Fett und hässlich" war da noch eher harmlos. Ich bekam Morddrohungen, mir wurden ueble Krankheiten gewuenscht, und einige drohten mir auch mit "Mitleidsvergewaltigungen" - weil ich ja sonst keinen abkriegen wuerde. Und das alles nur, weil ich nicht dem Magerwahn entspreche. Dass die Beleidigungen an mir nicht einfach abprallten, vor allem nach gewisser Zeit, ist leider Fakt. Nach einiger Zeit fing ich selbst an, das zu glauben und es dauerte einige Jahre, eine SChwangerschaft und eine Krebserkrankung bis ich das wieder abschuetteln konnte. Ich bekam oft den Ratschlag, es einfach zu ignorieren - was ich versucht habe, aber es machte alles nur noch viel schlimmer. Ironischerweise hat mir vor allem die Krebserkrankung dabei geholfen - ich kann meinen eigenen Körper jetzt viel mehr als das Wunder sehen, der er ist. Mittlerweile kann ich auch akzeptieren, dass ich nicht die Schlankste bin und es auch gar nicht will. Sicher, paar Kilo weniger wären schön und ich betätige mich mittlerweile auch sportlich um das irgendwann zu erreichen - in meinem eigenen Tempo - aber stressen lasse ich mich wegen meiner Figur nicht mehr. Wenn jemand meint, einen Kommentar zu meiner Figur ablassen zu muessen, dann zucke ich nur noch mit den Schultern. Ich antworte dann, dass ich ihm gegenueber nicht verpflichtet bin, zu gefallen (es sind fast ausnahmslos Männer), und dann ist meist Ruhe. Der Umgang mit solchen Trollen erfordert Selbstbewusstsein. Ich rate davon ab, solche Leute zu ignorieren, sondern ich rate dazu zur Polizei zu gehen (mittlerweile sehen die das wohl nicht mehr so entspannt wie zu meiner Zeit damals, als ich noch mit dem Kommentar "was'n, ist doch nur Internet" abgespeist wurde), sich Verbuendete zu suchen, und denen deutlich zu zeigen, dass solch ein Verhalten asozial ist. Nur dann hören sie vielleicht auf.

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fuffel 28.08.2016, 11:13
103. wir

Zitat von vera gehlkiel
[...] Allerdings wird sozusagen (jedenfalls, wenn ich Judith Butler et al richtig verstanden habe) eine dominante Handlung, vielleicht eine Usurpation, daraus, indem sie eine solche Frage an eine einzelne Frau, stellvertretend für "die Frau an sich" richten.[...]
überfordern uns in unserer Urteilsfähigkeit doch ständig.

Schreiben leichthin Zuschreibung über ganze Gruppen oder mal locker flockig eigenschaftlich, wahrhaftig über 51% der gesamten Spezies.

Die Flüchtlinge, die Frauen, die Autofahrer müssen (entgegen unserer Erfahrung mit einzelnen Menschen) griffige label erhalten.

Lustigerweise echauffieren sich eben die Deutschen über eine Rekapitulation des 20. Jahrdts. - die nun jedem Muslim, nach ner 12h Schicht bei Opel, eine Haltung zum IS abverlangen.

So funktionieren wir nun einmal. Und ganz in Echt: bin ich froh, über jede disqualifizierende Äußerung, die mir erlaubt dem Gegenüber etwas von "dem Kosmos in uns" abzusprechen. (bisserl verkürzt, diesem Format geschuldet).

Vielleicht vergessen wir auch nicht, warum diese Disziplinen den Roman erfunden haben - weil, sich sehr viel tiefere Wahrheiten kaum in Statistiken verbergen könnten.

100% aller Menschen machen in 92% aller Fälle dumme Dinge, wenn man ihnen den nur die Freiheiten gewährt.

Aber - es sind halt auch zu 7% erstaunliche, wunderschöne Entwicklungen dabei. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Darüber lohnt es sich zu berichten

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suelzer 28.08.2016, 13:01
104.

Ich habe mal mit meinen Töchtern, alle drei in sozialen Netzwerken äußerst aktiv, darüber geredet. Sie bewiesen mir mit Beispielen, dass am meisten von Frauen bzw Mädchen gepöbelt wird.

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fuffel 28.08.2016, 13:26
105.

Zitat von vera gehlkiel
[...] müsste, sich ein Kleid, Kunstbrüste, eine Federboa und Stöckelschuhe zu besorgen; und sich damit, ganz ernsthaft gemeint, mitten in eine Fussgängerzone in der Provinz zu begeben! Sprich: erwecken und entdecken sie ihr Bedürfnis, geliebt zu werden! Und zugleich die leicht erzeugbare Verunsicherung, man könnte doch aussehen, als hätte einen schon der frühe Morgen nur verächtlich ausgespien, etc.pp. Auch die Macht oder Ohnmacht, die es bedeuten kann, ziemlich im Mittelpunkt zu stehen! Entdecken sie die ambivalenten Gefühle einer Frau in sich selbst! [...]
Und wir hätten diese Unsicherheiten nicht durchstanden? Mit dem Irokesen auf dem Kopf, Tatoos auf dem Arm, nem dickem "A" auf der Weste?

Klar, wollen wir geliebt werden.

Aber die Gruppenzugehörigkeit ändert sich doch.

All diese Institutionen Institutionen irren sich massiv in ihrer Wirkung. Eltern, Schule...und der Staat.

Natürlich ist es verboten bei Rot über die Ampel zu gehen. Aber wir wollen auch wahrgenommen werden. Wir wollen einen Eindruck, eine Reaktion, einen Zuspruch erzeugen.

Es gibt doch kaum etwas Schlimmeres, als keinerlei Wierderhall zu erfahren. Warum rennen all die Leute in die D. Trump-shows? Singen und tanzen sich ihre Seele aus dem Leib?

Beschimpft zu werden ist immer noch besser, als ignoriert zu bleiben. Ein "Du siehst scheisse aus!" ist mehr als ein: "Ich kenne Dich gar nicht!"

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GinaBe 28.08.2016, 14:22
106.

Zitat von nobody_incognito
Wir leben halt noch im animalischen Paradigma von Macht und Stärke und daran ist dann die Wahrnehmung von Perspektive gekoppelt, welche entsprechende Entscheidungen und den Geschmack beeinflusst. Ein Paradigmenwechsel hin zu Vernunft wäre eigentlich angezeigt, das dominierende Paradigma erweist sich auf Dauer als nicht besonders nachhaltig. Wo man in alledem den Begriff der Liebe verorten könnte, bleibt dem Auge des Betrachters und der Betrachterin überlassen. Auf die Gnade weiblicher Hormone angewiesen zu sein, ist übrigens auch kein besonders erfreuliches los - vllt. eine gute Gelegenheit sich spirituell zu emanzipieren. Immer schön positiv denken. ;-)
Nicht um die Gnade von Östrogenen und Testasteron geht es, sondern um die Gnade des gewollten Einkommensunterschiedes und der Kindererziehung, die eben aus ersteren Gründen zumeist den Frauen auch in diesen Konstellationen zufällt.

Meinen sie DIESEN Paradigmenwechsel, endlich ideologische Übel aus Tradition auszmerzen und tatsächlich einen Gleichberechtigung einzuführen?

WENN dann die Kindergärtnerin vielleicht mehr verdienen würde, als der Vater des gemeinsamen Kindes, verbleibt vielleicht er lieber im Vaterschaftsurlaub und arbeitet dann halbtags, wenn er einen kaufmännischen Beruf ausübt und dann- angemessen - weniger verdient?

Doch nein! Es möge doch bitte hübsch alles so bleiben, wie es ist...Was daran spirituell sein soll, möchten sie mir erklären.

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grashalm 28.08.2016, 14:38
107. bitte umdenken

Zitat von vulcan
Was für einen Unsinn haben Sie sich denn da zusammengebastelt? Warum sind Frauen näher bei der Natur, weil sie gebären? Könnte man auch anders sehen, wenn sich mal kurz fragt, wie es zu einer Geburt kommt... Wieso sind Frauen stärker? In welcher Hinsicht? Männer haben in den letzten Jahrtausenden mehr für das Fortkommen der Menschheit getan, als es bei Frauen jemals der Fall sein wird. Simples Beispiel: Frauen könnten auch heute noch keine Bus- oder LKW-Fahrerinnen sein, wenn Männer nicht die Lenkhilfe und den Bremskraftverstärker erfunden hätten. Und kommen Sie mir bloß nicht mit dem Quatsch, Frauen würden keine Kriege beginnen. Diesen "Männer-sind-so-schlecht" und "Frauen-sind-so-toll" Blödsinn musste ich mir in der 80ern schon zur Genüge anhören - und das ohne internet.
bei fast allen Männern die wirklich was sagen wollten, hatte die Frau die Hosen an, von Kennedy bis Merkel wenigstens.

Was machen Männer ? Kurzsichtig dominieren, weitsichtig zerstören. Teilen, vergiss es. Waffen verkaufen, Kriege schüren, Volk blöde halten, das ist Männerwelt, inkl. Frauen degradieren, mit Minderenlöhnung. Fürs Stimmrecht wurde man noch geschlagen. Wo steht ihr denn heute, mit euren Krisen.

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grashalm 28.08.2016, 15:18
108. Faustmephisto ist ein Nichts gegen Gretchen

Zitat von merkurlino
„Seht, diese vielen hübschen jungen Dinger! Wo kommen nur die hässlichen alten Weiber her?“ Mephisto's Antwort: Und doch gelingt's ihm (dem Licht) nicht, da es, soviel es strebt, verhaftet an den Körpern klebt. Von Körpern strömt's, die Körper macht es schön, ein Körper hemmt's auf seinem Gange, so hoff' ich, dauert es nicht lange, und mit den Körpern wird’s zugrunde gehen! (Goethe) Damit ist alles gesagt, oder?
abgesehen von seiner Physis, ist der Mensch weiblich und männlich beseelt, also sind sie gleichberechtigt für einander geschaffen, damit sie sich alles sagen können.

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io_gbg 28.08.2016, 15:19
109.

Zitat von suelzer
Ich habe mal mit meinen Töchtern, alle drei in sozialen Netzwerken äußerst aktiv, darüber geredet. Sie bewiesen mir mit Beispielen, dass am meisten von Frauen bzw Mädchen gepöbelt wird.
Einzelne Berichte und Auffassungen ersetzen halt keine wissenschaftliche Analyse.
Während die Beispiele, die Ihre Töchter Ihnen zeigten, interessant sein mögen und einer persönlichen Wahrnehmung entsprechen mögen, so ist es kein Beweis für irgendetwas. Dazu müsste man ein sehr großes Textkorpus untersuchen, um zu generellen Aussagen kommen zu können.

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