Forum: Kultur
Diskriminierung: Sind Ossis auch nur Migranten?
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Dass du nicht richtig deutsch bist, erkennst du daran, dass deine Integrationsfähigkeit in Frage gestellt wird, wenn du einen Fehler machst. Ossis und Migranten haben deshalb viel gemein. Tun wir uns zusammen!

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m.gkreen 20.05.2018, 04:02
170. Toll

Das wäre ja mal was!

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antandre 20.05.2018, 05:34
171.

Ich weiß nicht mehr, in welcher Gesprächsrunde im TV es war, aber es sagte ein kluger Mensch, dass Westdeutsche aus Ostdeutschland immer berichtet hätten, als sei es irgendein Ausland, und damit eben auf ihre Weise verhinderten, dass es als Gesamtdeutschland gesehen wird. So seh ich das auch und wundere mich über die Journalisten, die sich auf der einen Seite wundern, dass die Mauer in den Köpfen immer noch zu bestehen scheint, aber sich auf der anderen Seite selbst genauso verhalten. Es sind JOURNALISTEN, die sich objektiv vorkommen und nicht mitkriegen, wie sie ihrer eigenen vorurteilsbehafteten Prägung auf den Leim gehen.
Was hat man Westdeutschen vor dem Mauerfall nur über Ostdeutsche für Märchen erzählt, frage ich mich, wenn da Worte wie "bildungsfern" oder "arbeitsscheu" in Verbindung gebracht wurden. Mich hat auch irritiert, dass Westdeutsche dachten, in der DDR lebe man in Lehm- und Strohhütten. Das dachten einige tatsächlich. Und es wird auch oft der Fehler gemacht, die DDR mit HEUTIGEN Verhältnissen zu vergleichen.
Zur Frage, ob Ostdeutsche und Muslime viel gemeinsam haben könnten: Sie haben höchstens das gleiche Problem mit den Westdeutschen, die sich für was Besseres halten und denken, sie allein seien Deutschland, das Richtige. Also das Gemeinsame von Ostdeutschen und Muslimen wäre, dass sie von der gleichen Gruppe ausgegrenzt und diskrimiert werden sollen, was ich nicht als wirkliche Gemeinsamkeit sehe, weil man ja den diskriminierenden Westdeutschen dazu braucht. DER macht sie zu einer Gruppe, nicht sie untereinander sich. Ein gemeinsamer Feind verbindet zwar manchmal, aber hebt keine Differenzen auf. Ist der diskriminierende W-Deutsche als Feind weg, treten die Unterschiede wieder zu Tage, insbesondere bei der Glaubensfrage. Wenn jeder Gläubige denkt, dass seine Religion die einzig richtige sei, gibt es unüberbrückbare Differenzen. Davon abgesehen, dass es in der DDR viele Atheisten gegeben haben wird. Und auch davon abgesehen, dass Ostdeutschland eben ein Land ist, also keine Einwanderung stattgefunden hat - ganz andere Umstände.
Ich denke aber auch, der Westdeutsche, der immer noch wen zum Ausgrenzen braucht (das sind nun auf keinen Fall alle Westdeutschen, aber komischerweise gern auch mal Kabarettisten, die die Rechten nur im Osten sehen, bei AfD nur an Sachsen denken usw., dabei würde man meinen, Kabarettisten würden sich intensiver mit der Gesellschaft auseinandersetzen, statt Vorurteile zu schüren und dann darüber zu wimmern, dass es so viele böse Menschen mit Vorurteilen gibt), also dass so ein arroganter Westdeutscher durchaus integriert werden muss in das Deutschland heute, weil es ja längst nicht mehr so ist, wie er es gern hätte.
Mich nerven diese ganzen Diskriminierungen nur noch. Natürlich auch die von Ostdeutschen gegen Migranten oder Deutsche mit Migrationshintergrund, oder wie auch immer. Es löst genau gar kein Problem in der Gesellschaft, wenn man andere Menschen diskriminiert.

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mustermann76 20.05.2018, 05:38
172. Ich bin geborener wessi und finde den Artikel witzig

Ob wir nun die gemeinsame front von Ossis und Ausländern sehen, daran habe ich meine Zweifel. Viele Punkte treffen aber ziemlich gut, etwa die bornierte arroganz der westdeutschen aber auch die Bereitschaft von ostdeutschen auf die angeblich unter ihnen stehenden Ausländer zu schimpfen weil man sich an die reicheren wessis ja nicht rantraut...

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egyptwoman 20.05.2018, 06:14
173.

So muss als gebürtige Ostdeutsche jetzt auch mal meinen Senf dazugeben. Das Leben in Ost und West war unterschiedlich, logischerweise, im Westen: Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, generell die Freiheit so leben zu können wie man wollte (in gesetzlichem Rahmen sicher, aber nur geringfügig). Im Osten: Dauerkontrolle, keine Meinungs- und Pressefreiheit, keine wirkliche Reisefreiheit (außer in die sozialistischen Bruderländer). Man hatte nur sehr eingeschränkt Informationen, wurde aber in manchen Teilen vom West-TV berieselt mit dieser Sehnsucht nach Freiheit, mit dem Wunsch die Regale in den Supermärkten ebenso voll zu sehen wie im West-TV gezeigt. - Dann kam die Wende und die ehemaligen DDR-Bürger wurden förmlich überrannt mit der Freiheit, die sie sich über Jahre in ihren Köpfen ausgemalt hatten. Sie wurden in keinsterweise auf das Vorbereitet was da auf sie - neben der Reisefreiheit und Konsumbegehren - noch auf sie zukommt: Arbeitslosigkeit zb., Betriebe die von heute auf morgen schlossen weil unrentabel, DDR-Bürger waren auch nicht darauf vorbereitet auf die ganze Bürokratie, das wurde in der DDR alles geregelt und man musste sich um wenig selbst kümmern. Das alles hat die DDR-Bürger überrollt und damit werden viele auch heute noch nicht fertig. Von einem auf den anderen Tag, ohne wirklich vorbereitet zu sein, war das ganze Leben auf einmal völlig verändert. Viele sind in den Westen gegangen (viele aber nach kurzer Zeit auch wieder zurückgekehrt, weil sie enttäuscht waren). Das alles wird auch auf die neue Generation Millenium übertragen, der Frust, die Unzufriedenheit, weil es viele schlicht überfordert für sich selbst zu sorgen, der Staat tut es nicht in dem Maße wie die ehemalige DDR-Regierung. - Ich selbst bin froh, das es die Mauer nicht mehr gibt, hab den Sprung geschafft auch wenns hart war.

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johannes48 20.05.2018, 06:22
174. Wieder einmal,

so ein primitiver und vor Blödheit strozender Artikel, in "Spon"! Ich frage mich, wieso kann diese "Schreiberin", ihren geistigen Dünnschiss, auch noch veröffentlichen?

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egyptwoman 20.05.2018, 06:33
175. Post 44

Stimme zu. Im Endeffekt wollten weder die "Wessis" noch die "Ossis" die Wende so schnell. Uns Ostdeutschen ging es in erster Linie um Reisefreiheit und Meinungsfreiheit. Wir wollten nicht ständig überwacht werden (witzig weil das heute schon fast schlimmer ist wie zu DDR-Zeiten ;) ). Die Wende hätte kommen müssen, klar, aber nicht so schnell und nicht so dilettantisch. Beide Seiten hätten aufeinander vorbereitet werden müssen, was da auf sie zukommt. So gleich wie die Nationalität war, so ungleich war und ist es teilweise heute noch, die Lebensumstände und Lebenseinstellungen. Wer in ständiger Unfreiheit gelebt hat und dort aufgewachsen ist, kann sich nicht von heut auf morgen auf die "Freiheit" einstellen (insofern haben Ossis und vor allem muslimische Migranten eine Gemeinsamkeit, weil beide über Jahrzehnte oder manche auch über Jahrhunderte, in Unfreiheit aufgewachsen sind und mit dem Begriff "Freiheit" nicht viel anfangen können. Ich lebe in Ägypten seit einigen Jahren und seit 2011 nach der Revolution haben auch viele gejubelt über die sogenannte Freiheit, nur haben die Leute damals und auch heute noch eine völlig falsche Vorstellung von dem Begriff "Freiheit" und dasselbe hatten und haben viele Ostdeutschen (und ich bin auch eine) auch heute noch, nämlich das sie die Freiheit die sie gedacht haben, eben nicht bekommen und den Begriff "Freiheit" völlig falsch definieren.

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ruhrpottsonne 20.05.2018, 07:36
176. Oh je...

Zitat von widower+2
Aber auch gar nichts richtig macht, wer eine offen rechtsradikale und rassistische Partei wählt. Außer er betrachtet sich selbst als rechtsradikal und rassistisch. Aber Sie fühlen sich jetzt bestimmt zu Unrecht "in die rechte Ecke gestellt". Seien Sie gewiss: Sie haben sich selbst in diese Ecke gestellt und gehören genau dort hin.
Die AfD argumentiert, wenn überhaupt, völkisch und nicht rassentheoretisch. Darüber kann man diskutieren. Insbesondere über einen Kulturrelativismus wäre eine Diskussion ohne Schaum vor dem Mund spannend und wahrscheinlich sogar sinnvoll. Allerdings sollten dann alle Beteiligten wissen, wie man welche Begriffe benutzt.

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zweifelturm 20.05.2018, 07:48
177. Die braunen Rammler sind wieder da.

Der Beitrag der guten Ferda, mit Wirzen und Zoten zur gefälligen Begutachtung angereichert, hat den braunen Bodensatz, wie man sieht, mal wieder geistig völlig überfordert und blossgestellt ob deren glücklichen Fundes endlich geeigneter Objekte zur Treterei nach unten. Und jetzt rammeln die Braunen AfD-auftragsgemäss wieder den üblichen brunsbraunen Senf in das Forum ob des linksversifften Meinungsterrors und jammern und oinken und fiepsen und weisen mit weit aufgerissenen Augen und ganz zittrigen Händen mit ausgestrecktem Finger auf die Heerscharen krimineller Ausländer, Flüchtlinge, Asyl- und Sozialschmarotzer, diese Muselmanenflut, die alles Elend und galoppierende Not über die edlen Volksdeutschen gebracht haben und nun von der jahrtausend alten heimischen Scholle vertreiben und unser schönes deutsche Deutschland mit Moscheen zupflastern. Witze gibts übrigens noch viele: Fahren AfDler im Bus rückwärts den Berg hoch, weil sie nicht wissen, ob sie da oben auch wenden können und auch rückwärts wieder runter, weil sie da oben doch haben wenden können. Pegidas machen dasselbe übrigens zu Fuss.

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schwarzeliste 20.05.2018, 07:57
178. Vorurteile

Es gab im Westen Vorurteile über Ossis und im Osten Vorurteile über Wessis, das kann man nicht abstreiten. Die Ostdeutschen, die in Ostdeutschland geblieben sind, wurden aber nie als Migranten oder so ähnlich wie Migranten betrachtet. Daneben gab es natürlich sehr viele Ostdeutsche, die in den Westen gegangen sind und die vielleicht nicht immer mit offenen Armen empfangen worden sind. Die haben sich vielleicht schon mal wie Türken gefühlt. Sie haben aber fast alle einen Job und eine Wohnung gefunden. Meine Eltern in Westdeutschland haben zum Beispiel schon seit dreißig Jahren eine Mieterin aus Sachsen. Nachbarn meiner Eltern vermieten ihre Einliegerwohnung grundsätzlich nur an Ostdeutsche, die machen am wenigsten Probleme. Wenn man also immer liest, dass man mit ausländischem Namen keine Wohnung und keine Arbeit findet: diese Probleme gab es für Ostdeutsche in Westdeutschland nicht. Was im Westen natürlich ständig ein Thema war: die Kosten der Wiedervereinigung. Der Osten, ein Fass ohne Boden, was uns das alles kostet. Bei der Flüchtlingskrise kann man schon den Eindruck gewinnen, dass dieser Aspekt, die Kosten der Flüchtlingskrise, weitgehend tabuisiert wird

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kasper2018 20.05.2018, 08:02
179. Interview

Unabhängig von der Güte dieses Kommentars empfehle ich das verwiesene Interview zu der genannten Studie zu lesen (im Artikel verlinkt). Das fand ich sehr interessant.

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