Forum: Kultur
Diskriminierung: Sind Ossis auch nur Migranten?
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Dass du nicht richtig deutsch bist, erkennst du daran, dass deine Integrationsfähigkeit in Frage gestellt wird, wenn du einen Fehler machst. Ossis und Migranten haben deshalb viel gemein. Tun wir uns zusammen!

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fritze_bollmann 19.05.2018, 14:23
20.

Na liebe Sportsfreundin Ataman, da haben Sie aber Schwein, dass es die journalistische Rubrik "Kolumne" gibt.

Aber den kennen Sie bestimmt auch, den von den spanischen Schützengräben, oder?: bekanntlich "retten uns kein Gott und kein Ataman".
In diesem Sinne, schreiben Sie weiter solch ein Zeug, wenn Sie auch noch Geld dafür bekommen.

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dasfred 19.05.2018, 14:24
21. Schmunzel, Schmunzel

Ein netter Artikel zum Wochenende. Man sehe sich mal die alten Folgen von Polizeiruf 110, ost bis 1989 und Der Kommissar, 70er Jahre, München und Umgebung an. Die Lebensverhältnisse der kleinen Leute waren ähnlicher, als wir heute wahr haben wollen. Altbau, Klo auf halber Treppe, schwere körperliche Arbeit, Autos nur nach langem sparen. Die größeren Unterschiede fallen erst beim gehobenen Bürgertum auf. Dieses war es auch, dass nach der Wiedervereinigung die Schlüsselpositionen im Osten besetzt hat. Der Ossi wurde mangels Kreditwürdigkeit erstmal klein gehalten. Der Wessi hat die Verwaltung und das Finanzsystem dominiert. Diesen Umbruch haben im Osten viele nicht akzeptiert. Die Ossis, die nach der Wende in den Westen gekommen sind, haben sich entweder sehr schnell angepasst oder sind ebenso schnell abgestürzt. Was sie von Migranten unterscheidet, ist in erster Linie, dass sie im Westen keine abgeschlossene Gruppe gebildet haben. Die im Osten verbliebenen Mitbürger, besonders im ländlichen Raum unterscheiden sich kaum vom ländlichen Westdeutschen.

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keine-#-ahnung 19.05.2018, 14:24
22. Netter Versuch ...

... aber eben nur ein Versuch :-).
"Tatsächlich war die Ankunft der deutschen Zuwanderer aus der DDR damals für einige Miesmacher kein Grund zur Freude, sondern eine Invasion von arbeitsscheuen Wirtschaftsasylanten."
Die überwiegende Mehrzahl der damaligen Übersiedler wird heute noch in den "neuen Bezirken" leben, und die Leute aus meinem Bekanntenkreis, die um 1989 gen Westen gingen waren ... nun sagen wir einmal: verzichtbar. Insofern hat die überwiegende Mehrzahl derer, die in den "alten Bezirken" verblieben sind, "Hass" gegen sich selbst nie erfahren. Hochmut, Besserwesserei ... vielleicht. Aber da i.d.R. nur die dritte Garnitur an Westbeamten und Wirtschaftsvertretern in den Osten kamen, konnte man deren Bälle auch recht flach halten.
"Die Teutonen aus dem Deutschland der aufgehenden Sonne und die Muslime sind eine Schicksalsgemeinschaft. Das ungeliebte Volk. Die Prügelknaben der Nation. "
Nö. Weder Schicksalsgemeinschaft noch Prügelknaben. Ein wenig ungeliebt eventuell - aber das hat rational ableitbare Ursachen.
"Themen über die DDR, die immer wiederkehren: Stasi, Zwangsadoptionen, Trabbi-Knappheit. Ist in den 28 Jahren hinter der Mauer sonst gar nichts passiert? Keine kollektiven Tragödien, Freudentaumel, Fußballwunder, irgendwelche medialen Ereignisse, die nichts mit dem Regime zu tun hatten?"
Da gab es nicht viel mehr an medial wirksamen Ereignissen ... und machen wir uns ehrlich: Die Themenmelange in den heutigen Medien über die Bundesrepublik bis 1989 ist ja eher auch überschaubar: Wirtschaftswunder, Fussballweltmeisterschaft 1974 (sogar mit eingebautem Titel), VW Käfer und deutscher Herbst. Ein bisschen Anti-Atom und NATO-Doppelbeschluss. Viel mehr flimmert da auch nicht mehr über die Flatscreens der Neuzeit.
"Diese Fehlerintoleranz gilt auch für Ostdeutsche. Auch sie dürfen eigentlich nichts tun, was dem westdeutschen Empfinden von richtig und falsch widerspricht."
Besser dem Empfinden von einigen Westdeutschen. Andere werden die Wahlergebnisse eher recht erfreut registriert haben ... denn auch Wessis sind heterogen. Oder divers, wie es im Neusprech so schön heisst.
Insofern bleibt es ein Versuch, Ossis und Migranten aus nichtdeutschen Ländern in einem Topf zu garen. Wenn auch ein netter ...
Ossis und Wessis haben, und das steht dem Wunsch der Autorin antagon im Wege, die gleiche Sprache, die gleiche Kultur, die gleiche Geschichte - und sind noch dazu in nicht unerheblichen Maße verwandt und verschwägert. Und Blut ist halt dicker als Wasser ...

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dsid 19.05.2018, 14:26
23. In einem kleinen Dorf in der Oberlausitz

wurden auf einmal 50 moslemische Familien angesiedelt. So fing es in Neuköln auch an. In 20 Jahren die erste Moschee. In 30 Jahren kaum noch Deutsche im Dorf.
Lieber Spiegel, versehen sie doch einfach, die Leute wollen nicht. Und wenn die Elite die Leute noch weiter so vergewaltigt, werden Konsequenzen für alle furchtbar sein.

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jun26128 19.05.2018, 14:26
24.

Artikel nicht gelesen (erübrigt sich ja wohl bei dem Einführungstext), aber ich kann nur sagen: Was für eine Unverschämtheit (sage ich als Wessi).

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WillBill 19.05.2018, 14:28
25. Angebliche moralische Überlegenheit vs. Meinungsfreiheit

Ein Genuss, diesen ironischen (und treffenden) Beitrag zu lesen. Bemerkenswert beispielsweise der Hinweis auf die dominante Wessi-Perspektive auf Ostdeutschland. Und in der Tat ist in Deutschland die Attitüde von moralischer Überlegenheit eindeutig ein Killer von Meinungsfreiheit: es gibt "gute" und "schlechte" Ansichten; bzw. Ansichten über die Gesellschaft, die ernstzunehmen sind, und andere, die zu ignorieren (oder zu bekämpfen) sind. Sogenannte Ausländer (de facto Inländer) und 'die Ossis' (zumindest in manchen Regionen) werden von vielen als bloß schädlicher Ballast angesehen, der das sonst so perfekte Schiff Deutschland gefährdet. → Das ist nichts anderes als: Was nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, ist minderwertig.

Es ist wohl legitim, das zu bekämpfen, was anderen (oder der Gesellschaft) schadet - dazu zählt aber nicht nur jede Form von Radikalismus, sondern auch andere - subtilere - Formen der Untergrabung, z.B. Willkür in der Nichtanwendung von Gesetzen, Diskriminierung, Lächerlichmachung, Ausgrenzung, usw.

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opag78 19.05.2018, 14:28
26. Ähm nein, Ostdeutsche sind nicht die Prügelknaben der Nation

Was für ein hanebüchener Vergleich !
Ostdeutsche werden auch nach der Wiedervereinigung nicht diskriminiert, sondern wenn, dann gibt es regionale Rivalitäten, so wie in jedem Staat der Welt.
Der Grund dafür sind leichte und manchmal größere kulturelle Unterschiede zwischen der ostdeutschen Mehrheitskultur und der westdeutschen Mehrheitskultur.
Die ostdeutsche Kultur ist dabei schlicht die ältere und eigentlich die originale deutsche Kultur. Ostdeutschland ist bis heute sehr preußisch geprägt. Angefangen bei den "typisch deutschen" Tugenden, Pünktlichkeit, Ehrlichkeit, Bescheidenheit usw. bis zu einer gewissen Skepsis gegenüber der Moderne.
Im Westen hingegen gab es den wichtigen Kulturwandel der 68er Bewegung. Diese Bewegung hat es jedoch im Osten nie gegeben. Insofern ist die westdeutsche Kultur heute deutlich liberaler und "westlicher".
Dies führt dann oft zu Mißverständnissen, da beide deutschen Teile davon überzeugt sind, dass sie die bessere Kultur haben.
Irgendwann werden sich die beiden jedoch angleichen. Das passiert auch bereits jetzt und heute.
Jedoch all das hat nichts zu tun mit Türken oder anderen Migranten. Es ist ein Unterschied, ob Türken darauf beharren ihre deutlich andere Kultur nach Deutschland zu importieren, oder ob Deutsche untereinander diskutieren, wie sie die deutsche Kultur weiterentwickeln

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holger.heinreich 19.05.2018, 14:29
27. Das ist aber niedlich

und nicht mit Fakten gesegnet. Jeder, der von Ostdeutschland nach Bayern gezogen ist, schämt sich für die Wahlsiege der AFD. Während sich eine Minderheit der Muslime für die Barbarei der eigenen Religion schämt. Aber damit sind Muslime ja nicht allein und Juden und Christen wollen ja auch nicht zugeben, was für ein Monster sie da anbeten. Ja, der Islam ist primitiv, das Christentum und das Judentum sind auch nicht besser, der Westen ist besser als der Rest durch seine Distanz und Feindschaft zur Religion. Der Dame steht es frei
in Afrika oder Asien in einem richtig islamischen Staat zu leben, mal schauen, wie lange sie dort unbeschadet überlebt. So ein Leben bei den Taliban oder Boko Haram ist sicher schön als Frau. Und bitte, ein Moslem, der Bier trinkt und Bratwurst ißt, ist goldig und die beste Art von Moslem, die man um sich haben kann und die einzige Art, die man sich haben sollte, aber Moslem würde man das doch gar nicht mehr nennen. Die Schreiberin versteht auch nicht wirklich, was Ostdeutschland damals war. Die wurden nie Weltmeister, die waren nie einmal im Pakt eine große Nummer. Die durften Reparationen an die SU liefern, nach Westdeutschland exportieren und was übrig blieb selbst konsumieren. Es war ein Aufmarschgebiet für die rote Armee, wo deutsche Untermenschen davon träumten mit russischen Übermenschen Umgang zu haben. Wer das zensieren will, sollte mal die "Die Datsche" lesen, da kann man richtig was über das Leben als DDR-Bürger lernen. Stammt ja auch von einem Ex-DDR-Bürger. Und Westdeutschland ist trotz Religion, Erbschuldfantasien und co das bessere Deutschland gewesen. Die DDR brauchte eine Mauer, um die Bürger im Land zu behalten. Von germanischen Stämmen hat die Dame auch keine Ahnung. Die Leute im Osten der Republik sind keine Teutonen, denn die wurden von den Römern zum Großteil vernichtet und versklavt und kehrten nie wieder in den Norden zurück. Wenn man schon Begriffe benutzt, sollte man sie anwenden können. War übrigends ein ungemein ungelungener Versuch die Leute in Ostdeutschland gegen die Leute im Westen Deutschlands aufzuhetzen und den Westen mal wieder Schuldgefühle und Erbschuldfantasien einzureden.

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aurichter 19.05.2018, 14:30
28. Ist das so?

Ich kannte bis hierher nicht einmal Ossi:Witze. Habe jedoch auch gern als Ostfriese eben diese Witze erzählt. Sind die Ostfriesen - mit Ausnahmen - also die "besseren" Wessis? Kleine Geschichte nebenbei, habe in 92 einen Jahreswagen annonciert in einem überregionalen Blättchen, welches durch Zufall in Spremberg gelandet ist. Nach einem Anruf - Preis war angegeben - waren wir uns schnell einig über einen Kauf und vereinbarten den Treffpunkt auf halber Strecke bei Braunschweig. Ganz zum Schluß des Telefonats kam noch eine sehr zögerliche Frage " Wird das Auto jetzt teuerer?" Ich war etwas verwirrt und fragte warum "Ja weil wir doch aus dem Osten kommen!" Mir schien es, als wären sie glücklicher über die Verneinung als über den Kauf selbst. Falls die Familie Domaschke es lesen wird, schöne Grüße nach Spremberg ;-)

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m.breitkopf 19.05.2018, 14:32
29. Unbegreiflich

'Auch Ossis mussten sich jahrelang im Fernsehen von besorgten Bürgern beleidigen und beschimpfen lassen'? 'Da standen sie den Flüchtlingen von heute in nichts nach'? Die Autorin ist also allen Ernstes der Meinung, dass im Fernsehen (!) Flüchtlinge jahrelang (!) von besorgten Bürgern beschimpft und beleidigt wurden.
Was soll diese unverhohlene Feindseligkeit?

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