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Diskussion um "Sprechverbote": Politisch korrekt - und stolz darauf!
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"Ich werd' doch wohl mein Schimpfwort-Schnitzel essen dürfen!" Der Kampf gegen politische Korrektheit erlebt gerade ein Frühlingserwachen. Doch jede Gesellschaft braucht wohltuende Tabus - sie regeln unser Zusammenleben.

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ELOquenz 20.04.2019, 15:27
160. In ihren "Kreisen" vermutlich nicht

In meinem Umfeld werden Menschen und Gruppen so bezeichnet und mit diesen kommuniziert, wie diese es selbst als angenehm und wohlwollend akzeptieren und nicht relativierend mit Begrifflichkeiten rhetorisch jongliert, um den Einsatz von eindeutig negativ diskriminiert besetzten Begriffen aus dem eigenen Wortschatz heraus, im Hier und Jetzt rechtfertigen zu können.

Frau wird als Bezeichnung weiblicher Menschen weltweit allgemeingültig akzeptiert. Eher gilt das Wort "Weib" als diskriminierend, um die FRAU abzuwerten. Und in diesem Sinne verhält es sich eben auch mit z.B. Sinti und Roma (Zigeuner) oder Schwarze (Neger/Nigger) und Amerikanische Ureinwohner (Indianer/Rothaut).

Übrigens ist es ja auch wirklich nicht so tragisch die sprachliche Weiterentwicklung zu akzeptieren und zu fördern, falls man daran interessiert ist z.B. nicht als Nazi verunglimpft zu werden, schließlich war es mal im 3.Reich salonfähig "Zigeuner", "Juden" und "Neger" als unwertes Leben zu bezeichnen...

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Senf-o-Mat 20.04.2019, 15:30
161. Dritter Anlauf

Dieses Mal direkt an die SpOn-Leute: Fragen Sie doch bitte einfach mal einen Sinto, als was er sich und seine Familie bezeichnet. Sie werden überrascht sein - falls Sie einen kennen. Ich kenne einige, darf hier aber offenbar nicht schreiben, wie sie sich selbst nennen (obwohl sie stolz darauf sind). Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ist das wirklich sinnvoll?

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secret77 20.04.2019, 15:32
162.

@weltverkehrt: Ich denke, da reden wir etwas aneinander vorbei;) Übrigens: Wenn Sie auf meinen Namen klicken, dann können Sie nicht nur sehen, was ich in den letzten 4 oder 5 Beiträgen zu dem Thema geschrieben hatte, sondern finden dabei auch die "Zitieren"-Funktion. lg

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dschmi87 20.04.2019, 15:38
163. Oh Frau Ataman sie sollen PC sein? Diese Doppelmoral ist kaum zu

Wer hat bei ihrem Auftritt an der Hamburger Uni mit verbalen Anfeindungen angefangen kaum war die Tür des Seminarraums zu... ich ertrage diese Doppelmoral nicht. Man kann nicht Wasser predigen und Wein saufen. Wie sie damals sagten auf „auf gut deutsch“ muss man die Dinge beim Namen nennen... ich muss bei Ihnen immer an Franz Josef Strauß denken, als er sagte: ich hoffe das manche von euch, wenn einmal älter werden, einmal die Augen aufgehen werden so dass sie mal ihre Dummheit begreifen. Das sie merken das wir heute mit der selben Sorge um die Freiheit kämpfen wie es unsere Väter von 1933 gegen die Nazis getan haben. Ihr wärt die besten die besten Schüler von Dr. Josef Goebbels gewesen, ihr wärt die besten Anhänger von Heinrich Himmler gewesen ihr seid die besten Nazi die es je gegeben hat

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chrima 20.04.2019, 15:38
164. Mal eine Frage:

Woher stammen Sie eigentlich?

Da wo ich aufgewachsen bin hat man mir beigebracht höflich zu sein und möglichst nicht gegen Gesetze zu verstoßen.

Ich kann es nicht als höflich bezeichnen anderen vorschreiben zu wollen wie sie zu sprechen haben.
Wenn mir der Sprachgebrauch des Gegenübers nicht passt, entscheide ich ob ich die Kommunikation abbrechen will, das Gegenüber auf seine Wortwahl anspreche oder mich über dieses Gegenüber lustig mache.

Gender- und andere pc-kompatiblen Sprachterroristen bekommen in der Regel meinen Spot ab.

Und sei es nur in dem ich sie auffordere einen Mitbürger so um die 50 Lebensjahre mal zu fragen wie viele eben noch politisch correcte nun aber verpönte Bezeichnungen er für das Wort "Neger" kennt.
So viel sei Ihnen verraten: PoC wird auch in nicht allzu ferner Zukunft dazu gehören. Irgendein überempfindlicher PC'ler wird schon einen Grund finden auch diesen Begriff als pöhse kolonialistisch, repressiv, abwertend zu brandmarken.

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Dr. Kilad 20.04.2019, 15:56
165. Die Sucht dumm zu bleiben..

Es stimmt: Als Kind dachte ich mir auch nichts beim Sarotti-Mohr und fand den süß. Doch dann wurde ich erwachsen und erfuhr einiges über den Kollonialismus. Und darum geht es wohl bei den "Das-wird-man-doch-noch sagen-dürfen". So richtig erwachsen geworden sind sie offensichtlich nie.

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archi47 20.04.2019, 15:57
166. "die Gedanken sind frei, ..."

immer noch.

Hätte nicht gedacht mal diese Zeilen mit der pc-Debatte verbinden zu müssen.
Ich hoffe aber auch, dass das Reden, genau so wie es z. B. mir in meine Gedanken kommt und dann so den Mund verläßt, nicht schon neuerdings mal justiziabel wird. Ausgenommen natürlich die aktuelle Gesetzslage, wie Volksverhetzung, Verächtlichmachung, Hetze gegen Minderheiten oder Mehrheiten, usw..

Was sollen solche Artikel bei den "Normalos" bewirken und veranlassen?
Warum finden sich immer öfter "Besorgte", meist über die (a)sozialen Netzwerke zusammen und wollen z. B. mir die Form meiner Sprache, den Inhalt meiner Sprache, "höchst vorbeugend und gutmeinend" vorschreiben???
Sollte ich jemand beleidigen, gut dann habe ich die Konsequenzen zu tragen.
Aber dieser Hype landauf, weltab, für Nichtigkeiten und absonderliche Befindlichkeiten, die der großen Mehrheit unserer Bevölkerung am Podex vorbeigeht, weil sie andere Sorgen hat ...

Schaut nach Iran oder Saudi Arabien und seht auf die Sittenwächter, auf die Religionspolizei, wollt ihr das wirklich hier auch?
Ihr nähert Euch dieser Gedanken- und Sittenpolizei immer mehr an, aber natürlich alles zum Wohle einer von Euch zu beschützenden immaginären Klientel, die ja sonst in diesem Land unter die Räder kommen würde, gar ausgerottet wird oder uns wieder davonläuft...

Ich weiss, das war wohl schon "übergriffig" im Sinne der Kampagne, aber trotzdem teste ich mein Recht hier weiterhin aus (auch wenn ich dann in die "das wird doch einmal gesagt werden dürfen" - Schublade einsortiert werde) ...

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isar56 20.04.2019, 15:58
167.

Zitat von Juro vom Koselbruch
Einige meiner Gymnasialmitschüler sprachen von der damals so genannten Hilfsschule als "Brettergymnasium". Sie waren auch noch stolz auf ihre üble Art, ihr erbärmliches "Selbstbewusstsein" aufzublasen. Aus dem sehr treffend und menschlich gemeinten Begriff Hilfsschule (Bedürftigen wird geholfen) wurde dann die Lernbehindertenschule. Der allgemeine Spott ging weiter. Dann wurde daraus die Förderschule. Der Spott ging weiter. Der Aberwitz war aber besonders deutlich, als regional vor einigen Jahren in einer anderen Sonderschulart der diagnostisch zutreffende Begriff "vehaltensgestört" allen Ernstes durch "verhaltensoriginell" ersetzt werden sollte. Aber das "Experiment" ist vorbei. Mit einem Spötter muss man keinen Wettlauf umd das "anständige" Wort machen. Er wird jedem "anständigen" Begriff ganz fix eine andere sprachliche Giftelei entgegensetzen. Das "Rennen" verliert man.
Ich bin Sozialarbeiterin seit knapp 36 Jahren und achte besonders gegenüber Minderheiten auf meine Ausdrucksweise. Gegen den Gebrauch des Begriffs verhaltensoriginell wehrte ich mich von Beginn an bis heute. Ich mache nicht jeden Schwachsinn mit.

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olli0816 20.04.2019, 16:10
168. Der Kommentar erinnert mich an meine Kindheit

Der Spruch meiner Oma aus dem Rheinland "das macht man nicht" klingt mir noch heute in den Ohren. Da wurde sogar debattiert, ob man mit Jeans in die dortige Fußgängerzone gehen kann. Der nächste Spruch war dann: "Was sollen die Leute denken?". Ehrlich gesagt: Mir absolut wurscht.

Diese Sprach- und Denkverbote bringen niemanden weiter und machen auch nicht die Kommunikation besser. Es wird einfach nur versucht, Leute angepasst und auf Linie zu bringen, auch wenn sie vielleicht ganz anders denken. Daher der starke Wiederstand.

Ich frage mich andererseits auch, ob die Frage, ob das dämliche Schnitzel jetzt Zigeunerschnitzel oder Balkanschnitzel oder irgendwie Schnitzel heißt, so etwas wahnsinnig wichtiges wäre, dass man dafür einen ganzen Artikel schreiben muß? Was sollen denn die armen Wiener sagen, die gibts als Würstl und als Schnitzel. Komischerweise fühlen die sich nicht diskriminiert. Oder wird dieses Zigeuerschnitzel als so schlecht empfunden, dass es eine Beschimpfung der Zigeuner ist? Das ist doch eher vom Koch abhängig.

Übrigens: Zigeuner ist ein alter deutscher Begriff, den es schon im 15. Jahrhundert für diese Volksgruppen gab. Es ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Volksgruppen, aus der eine Teilmenge Sinti und Roma sind.

Unabghängig davon sind Begriffsverbote Denkverbote und je kruder wir mit unseren Gedanken zum Verbieten bestimmter Bezeichnungen sind, desto totalitärer werden wir. Um auf das 3. Reich zurückzukommen (die Nazis, sie wissen schon), haben die auch versucht, alle fremden Wörter einzudeutschen. Das hat sich teilweise so urkomisch angehört, dass es nie praktiziert und angenommen wurde. Warum wollte man das machen? Um die Leute zu erziehen. Aber Frau Atamann: Sie haben kein Recht, irgendjemanden zu erziehen. Sie sind noch nicht mal meine Oma und die ist mit den ollen Sprüchen ganz oben bei mir auch nicht durchgedrungen, weil sie einfach nur einengend und affig sind. Sie müffeln so nach 50er-Jahre- Deutschland und müßten mal entlüftet werden.

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melnibone 20.04.2019, 16:16
169. Wenn die Meinungsfreiheit ...

dem Diktat von Sauberfrauen und Saubermännern ´unterstellt´ wird, kommen wir neuem unfreiheitlichen Denken deutlich näher.
Die Sauberheit der Formulierung; die Sauberheit der Geschlechteraufhebung; die Sauberheit einer stillstehenden Gesellschaft.
Alles blitzsauber mit nationalem Gedankengut.
Hatten wir schon viele male in Deutschland.
"Bitte, macht das nicht! Nehmt das nicht als billigen Wettbewerb hier", es gehe um "schreckliche Probleme".
Die Vordenker-´Dialoge´ Zizek versus Peterson ... gleich nebenan bei Spiegel-Online ... jetzt zu lesen.
Die Republik, die gute Fragen stellen sollte ...und echte Antworten auf echte Probleme liefern.
Diese Kolumme ist national gestrickt und wird nicht mal die eigene Klasse erhalten ...
Stattdessen lässt sich die sogenannte geistige Elite dieses Europas von Jugendlichen vorführen.
Und was soll ich schreiben ... Dieser Jugend sollte man mehr Aufmehrsamkeit schenken als Spiegel-MindestAugenmaß-Kolumnen.
Zuviele Schnitzel für die eigene Aufmerksamkeit.

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