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Diskussion um "Sprechverbote": Politisch korrekt - und stolz darauf!
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"Ich werd' doch wohl mein Schimpfwort-Schnitzel essen dürfen!" Der Kampf gegen politische Korrektheit erlebt gerade ein Frühlingserwachen. Doch jede Gesellschaft braucht wohltuende Tabus - sie regeln unser Zusammenleben.

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maddin99 20.04.2019, 18:47
220. firlefanz...

Ich bin in über 190 Ländern der Erde "Ausländer" oder Tourist mit "Migrationshintergund" oder wie auch immer. Meine Mutter kommt aus der Slowakai (Vertriebene nach Adolfs Unwesen, 1945). Warum soll ich nicht "Neger" sagen dürfen. Es kommt aus dem spanischen "Negro" und bedeutet schwarz. Wenn ich "schwarzer" sage ist das OK. Aber wehe ich spreche es spanisch aus. Dann kommt die PC-Sittenpolizei. Das ganze PC geht mir auf den S.... Vor Kurzem wollte eine Abgeordnete das Deutschlandlied umgedichtet wissen, weil es darin "Vaterland" heißt. Politisch nicht korrekt. Heimatland wäre PC... Die ganzen PC Verteidiger gehen mir echt auf die Nüsse... Bleibt doch mal bitte auf dem Teppich... Morgen grille ich wieder und kaufe Zigeunersauce. Meine Kids lieben es.

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schramkl 20.04.2019, 18:47
221. Es ist nicht nur die Sprache,

es ist auch das Handeln. So ist es politisch inkorrekt, wenn eine Frau ein Kopftuch trägt, um sich von der Bevölkerungsmehrheit abzugrenzen und zu signalisieren, dass sie den männlichen Teil der hiesigen Bevölkerung für genauso mitgeliefert hält, wie sie es offensichtlich von ihrer Verwandtschaft gewöhnt ist. Also: lasst es einfach!

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behemoth 20.04.2019, 18:49
222. Der

"Zigeunerbaron" wird jetzt pc-mäßig umbenannt in Roma-und-Sinti-Baron. Und die im Text https://www.youtube.com/watch?v=_1e6YqLXPPE vorkommenden Schweine müssen zur Vermeidung von Ausgrenzung auch irgendwie ersetzt werden, vielleicht durch Gurken? Beide Worte lassen sich gleich gut singen.

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der_sinnlose 20.04.2019, 18:52
223. na ja - einfach mal die Kirche im Dorf lassen

viele, besonders älteren Menschen dreht sich die Welt aktuell deutlich zu schnell. Man möchte dann nicht auch noch die Sprache und Gewohnheiten ändern mit denen man seit 50 oder 60 Jahren lebt. Ich sehe da eigentlich kein Problem. Einfach mal machen lassen. Das ist auch eine Form von Toleranz! Ich bin deutlich jünger aber kann mit dem PC-Quark auch nichts anfangen. Man passt sich dann halt an. In der Firma vermeidet man, selbst bei privaten Gespräche viele Begriffe und Themen (die berümte Schere im Kopf). Zu hause schert man sich nicht drum. Mir geht bis heute nicht der Schokokuss über die Lippen und ein Roma- bzw Sinti- oder Balaknschnitzel habe ich ehrlich noch nie gegessen. Mich nervt es auch bis heute wenn die Zeitung einen Bewohner Anatoliens baut oder ich feststelle das der Angehörige einer afrikanischen Volksgruppe in irgendeiner Situation seine Schuldigkeit getan hat. Merkt eigentlich einer wie albern es ist mit sperrigen Begriffen uralte Redewendungen zu umschiffen? Ich vermute das ich bei der Einstellung wohl zwangsläufig ein Nazi sein muss. Wenigstens aber ein Ewiggestriger aber mindestens ein "besorgter Bürger". Wie gut das ich in diesem Irrenhaus, das sich Deutschland nennt, nicht ewig bleiben muss und noch eine nette Alternative habe.

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machinista 20.04.2019, 19:03
224.

Zitat von Hugo Rune
kann dem Autor des Artikels nur zustimmen. Obwohl, oder gerade wegen weil ich einer Generation angehöre, in dessen Schulzeit das N-Wort, der Zigeuner oder der Mohamedaner häufig von den Lehrern,und natürlich auch von uns, verwendet wurde. Als Kind fand ich das normal, heutzutage bin ich entsetzt.
Was soll jetzt an "Mohammedaner" schon wieder so schlimm sein?
Das ist schlicht und einfach ein Anhänger der Lehren Mohammeds, also ein völlig harmloses Synonym von "Muslim".

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Skalla-Grímr 20.04.2019, 19:05
225.

Zitat von
Dann brach bei rückwärtsgewandten Zeitgenossen Panik aus, weil eine Hamburger Kita die Eltern darum bat, die Kinder nicht als "Indianer" (und "Scheich") zu kostümieren. Den Nachwuchs nicht in den Federschmuck von amerikanischen Ureinwohnern zu stecken, von denen die meisten deportiert oder ermordet wurden oder an eingeschleppten Krankheiten starben, scheinen manche schon als grenzwertige Unterdrückung zu empfinden.
Aus Sicht der Autorin ist man also rückwärtsgewandt und panisch, wenn man unsinnige Verbote nicht akzeptiert. Ich habe bis jetzt keine Erklärung gefunden, warum eine solche Verkleidung beleidigend für die betreffenden Völker sein soll. Vielmehr kann sie, wenngleich auf eine sehr einfache und oberflächliche Art, dazu beitragen, dass die amerikanischen Ureinwohner nicht in Vergessenheit geraten. Außerdem brauchen diese Kulturen keine selbsternannten Fürsprecher, die sich anmaßen, in ihrem Namen Verhaltensregeln zu formulieren.

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ELOquenz 20.04.2019, 19:06
226. "Freiheit und politisch korrekte Sprache schließen sich nicht aus"

Man kann sich sicherlich über sprachliche PC beherzt streiten, dennoch hat sie ihre Berechtigung in einer offenen und friedfertigen Gesellschaft.

Zitat aus der SZ:
Dass Freiheit und politische Korrektheit sich gegenseitig ausschließen, ist wahrscheinlich eine der erfolgreichsten Sentenzen der internationalen Rechten. Sie basiert auf der Vorstellung, in den Großstädten sitze eine liberale Elite, die mit den Befindlichkeiten der Minderheiten stärker befasst ist als mit den Angelegenheiten der Allgemeinheit. Die Regulierung der Sprache ist in dieser Rechnung lediglich ein Symptom unter vielen für die Meinungsführerschaft einer entrückten Kaste, die abweichende Ansichten nicht mehr zulässt. Die politische Korrektheit ist, kurz gesagt, ein Unterdrückungsinstrument, das von den Mächtigen gegen die Machtlosen in Anschlag gebracht wird.

In diesem Sinne ist die Frage, wer straflos Gewalt ausüben und ausschließen darf, wer sein Recht auf körperliche und seelische Unversehrtheit gegen wen durchsetzen darf, natürlich auch eine Machtfrage. Die Diskussion darüber, wer über zulässige und unzulässige Ausdrücke entscheidet, lässt sich nicht zuletzt als eine Art Stellungskampf verstehen, in dem es um die Deutungshoheit im Lande geht.

Neu ist das Phänomen der politischen Korrektheit allerdings nicht, einen Zwang zur korrekten Personenbezeichnung hat es schon immer gegeben. Neu ist sie nur in jenen Milieus, die bislang jeden bezeichnen konnten, wie sie wollten, ohne dass jemand Einspruch dagegen erhoben hätte. Wenn die Macht im Lande in den Händen einer einzigen demografischen Gruppe liegt - sagen wir, versuchsweise, bei den weißen, heterosexuellen Männern -, dann sind die Bezeichnungen, die für Frauen, ethnische Minderheiten oder Homosexuelle im Umlauf sind, naturgemäß völlig unkontrovers, selbst wenn sie unverschämt sind. In die andere Richtung hingegen gilt eiserne politische Korrektheit: Wenn im 19. Jahrhundert eine Näherin ihren Leipziger Fabrikbesitzer eine "Kartoffel" nannte, musste sie mit wesentlich schwereren Konsequenzen rechnen als nur öffentlichem Widerspruch. Quelle: https://www.sueddeutsche.de/kultur/sprache-und-macht-die-politische-korrektheit-ist-kein-unterdrueckungsinstrument-1.3904425

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Rubikon_2016 20.04.2019, 19:07
227. Typisch Frau Ataman,

viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen. Völlig überflüssig, denn diejenigen, die so denken wie Frau Ataman fühlen sich bestätigt und diejenigen, die anders denken, fühlen sich bestenfalls provoziert.
Trägt mal wieder nichts zur Sache bei.
Wir essen übrigens weiterhin Zigeunerschnitzel (zumindest, solange wir keine Vegetarier sind) und Negerküsse - diese Bezeichnungen haben wir unseren Kindern bewusst beigebracht. Und der Sarottimohr ist auch okay, genauso wie die Mohren im Struwwelpeter oder das Lied von den zehn kleinen Negerlein.
Ich bin aufgrund dieser Bezeichnungen kein bisschen weniger oder mehr rassistisch als ohne.
Diese Bezeichnungen werten auch niemanden auf oder ab. Es sind über Jahrzehnte übliche Bezeichnungen gewesen, ohne, daß sich jemand daran gestört hätte. Wer hierhin kommt und sich daran stört, darf auch gerne wieder gehen...

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Thelastknight 20.04.2019, 19:07
228. Kompletter Krautsalat

Wie man so einen Unsinn daher schreiben kann in diesem Artikel ist erstaunlich.
Zur Lernhilfe mal ein paar Fakten:
1. Sprache ist grundsätzlich die Be- oder Umschreibung von Gegebenheiten
2. Wenn ein Deutscher sich z.B. in England nett verhält ist er "a German". Verhält er sich wie ein Arschloch ist er ein "fucking Kraut"
Sprache wird immer versuchen mit so wenig wie möglich Worten das Gemeinte auszudrücken. Wenn jemandem das Auto von einem Ausländer gestohlen wird ist eine Bezeichnung wie "Scheiss Kanake" keine allgemeine Ausländerfeindlichkeit da die Gegebenheit kriminell war und dies damit ausgedrückt wird.
Was sollen denn die Franzosen sagen? Jeder weiss was mit Sex "französisch" gemeint ist...

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kublaikhan2 20.04.2019, 19:08
229. Abschließend

möchte ich feststellen:
es gibt Menschen, vorwiegend Journalisten, die regelrechte Entzugserscheinungen haben, wenn sie die Begriffe, Diskriminierung, Rassismus, --phob usw nicht benutzen können.

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