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Doku über Superreiche: Geradezu asketisch
Arte

Schwer vor die Kamera zu bekommen: Die TV-Doku "Ganz oben" zeigt, wie Deutschlands Superreiche leben - und stellt subtil die Frage nach einer gerechteren Gesellschaft.

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christianu 22.01.2019, 19:07
1. In Deutschland leben mehr als eine Million Millionäre

Den allermeisten von ihnen kann man es auf der Straße nicht ansehen, dass sie finanziell gut dastehen. Lambo oder Maybach sind eher etwas für Emporkömmlinge mit schwachem Selbstbewusstsein, während der wirklich souveräne Reiche Fahrrad fährt. Falsch ist aber die Volksweisheit, dass Geld nicht glücklich macht. Meine Frau und ich haben sich in über 30 Ehejahren nicht einmal über Geld gestritten, obwohl wir am Anfang nichts hatten. Wir haben auch nichts geerbt, sondern das Vermögen durch Arbeit erworben. Heute ist genug Geld vorhanden, aber wir würden nie auf die Idee kommen, es auszugeben, nur weil wir es haben. Glück verschaffen uns unsere Kinder und Enkel.

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großwolke 22.01.2019, 19:08
2. Ach Blödsinn

Die paar Reichen, egal wie man sie schröpft, machen den Kohl nicht fett. Dazu kommt noch: die Vermögenslosigkeit vieler Deutscher ist eine direkte Folge davon, wie gut jahrzehntelang unser Sozialsystem funktioniert hat. Vermögen aufzubauen war einfach nicht nötig, nicht im Land der gesicherten Rente und der Wohnungsgenossenschaften. Das hat sich inzwischen geändert. Mieten steigen, also steigt der relative Wert von Wohneigentum. Die Rente ist entkernt, also muss jeder selber was beiseite legen. Und gerade Leuten wie Rossmann, die als Selfmade-Männer reich geworden sind, kann man nun wirklich nicht angehen. Das sind Anomalien. Man kann nicht das Steuer- und Sozialsystem an solchen Leuten ausrichten.

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Lütt Matten 22.01.2019, 19:39
3. Selten solchen ...sinn gelesen

Michael Otto leistet also durch seine Stiftungen einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft u.a. durch eine millionenschwere Spende für die Elbphilharmonie

1) Stiftungen enthalten dem Staat Steuern vor und entziehen sie der demokratischen Kontrolle
2) Seit wann ist die Elbphilharmonie wichtig für die Gesellschaft ?

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dasfred 22.01.2019, 19:44
4. Mir fiel ein Nebensatz ins Auge

Erben von Verwandten, die ihr Vermögen im dritten Reich gemacht haben. Wohl mit ein Grund, warum die Milliardäre bei uns wesentlich verborgener residieren, als in anderen Ländern. Auch wenn ein Rossmann sein Vermögen selbst zusammengetragen hat, das Geld ist nicht auf Bäumen gewachsen, sondern weil tausende selbständige Drogerien vom Markt verdrängt wurden und die Arbeit heute von Billiglöhnern erledigt wird. Und zum Otto Konzern gehört auch Hermes und EWE. Die einen beuten ihre Fahrer aus und die anderen zerstören mit ihren Shopping Malls die gewachsen Innenstädte. Es gibt genug Gründe, dass sich die Herrschaften lieber bedeckt halten.

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freeclimber 22.01.2019, 19:47
5. Frage!

Da wird behauptet, die deutschen Milliardäre hätten ihr Vermögen im vergangenen Jahr um 20% gemehrt. Das Vermögen dieser Milliardäre besteht überwiegend aus Unternehmensbeteiligungen oder Aktien. Genau diese Werte sind im Vergangenen Jahr im Mittel um rund 20% gefallen. Daher die Frage: sind die deutschen Milliardäre allesamt Anlagegenies? Immerhin müssten sie ihr Vermögen so gut angelegt haben, dass es die Marktentwicklung gleich um etwa 40 Prozentpunkte outperformt haben. Oder muss man eher davon ausgehen, dass hier mithilfe einer falschen „Studie“ rechtzeitig vor Davos Stimmung gemacht werden sollte?!
Dann stellt sich natürlich die Anschlussfrage, wieso so viele Medien diesen Unsinn praktisch ungeprüft in die Fläche verbreiten. Genau so spaltet man eine Gesellschaft und ebnet Populisten jeder Couleur den Weg, sehr verehrte Vertreter der Presse!

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syracusa 22.01.2019, 19:50
6. Problem: dynastische Verfestigung großer Vermögen

Ich hab nix gegen große Vermögen. Noch nicht mal was gegen obszön große Vermögen. Aber ich hab' was gegen dynastische Verfestigung von großen Vermögen, weil das die demokratischen Verhältnisse beschädigt, und weil das das Leistungsprinzip konterkariert. Deshalb darf die Einkommensteuer durchaus deutlich runter, wenn das mehr als ausgeglichen wird durch eine richtig hohe Erbschaftssteuer. Die darf dann durchaus auf Höhe der Einkommenssteuer liegen. Und sage bitte niemand, dass das den Familienbetrieben Kapital entziehe. Nein, das lässt sich problemlos durch eine kontinuierlich auf die Unternehmensgewinne erhobene Ersatzsteuer lösen.

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Paul-Merlin 22.01.2019, 19:54
7. Na ja, Otto müsste ja überhaupt nichts spenden ....

Zitat von Lütt Matten
Michael Otto leistet also durch seine Stiftungen einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft u.a. durch eine millionenschwere Spende für die Elbphilharmonie 1) Stiftungen enthalten dem Staat Steuern vor und entziehen sie der demokratischen Kontrolle 2) Seit wann ist die Elbphilharmonie wichtig für die Gesellschaft ?
Insofern tut er im Rahmen des bestehenden Systems schon etwas gutes. Als Hauptprofiteur von "Hermes", wo Zusteller und Subunternehmer für wenig Geld täglich hart ran genommen werden, ist er allerdings geradezu auch ein Ausbeuter von Menschen. Was überwiegt?

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patrick.ruediger 22.01.2019, 20:02
8. Neid als Totschlagargument

Ich kann das eweige Gerede von "Neid" nicht mehr hören. Um dem Vorwurf gleich vorzubeugen, ich bin zwar nicht Reich aber sicherlich in den obern 5% auf der Einkommensskala angesiedelt.

Neid und berechtigte Kritik an sozialer Ungleichheit schliessen sich nicht aus. Nur weil jemand die Kritik aus einem Neidgefühl heraus äussert, bedeutet das nicht, dass sie ungerecht ist. Ich gönne jedem, der sich sein Vermögen selbst erarbeitet hat jeden cent, den er hat. Das Problem ist, dass Leute in einen Reichtum hereingebohren werden, dass sie ewig ausgesorgt haben auf Kosten anderer (Angestellter, Mieter etc..). Gleichheit braucht und sollte nicht das Ziel sein, chancengleichheit hingegen schon. Von mir aus runter mit Einkommenssteuern - aber deutlich Rauf mit der Erbschaftssteuer. Wer weiss wie zahlt in der Regel so gut wie keine Steuer auf die Erbschaft, vor allem wenn diese in Form von Unternehmensanteilen anfällt. Und das ist das Problem. Denn wenn jemand beispielsweise 100 Wohnungen in München Erbt, sind das 100 Wohnungen, die nicht verkauft werden - da mangels ausreichender Erbschaftssteuer keine Veranllassung besteht. Das treibt die Immobilienpreise nach oben, so dass sich normale Menschen nix mehr leisten können. Da ist dann die nahezu steuerfreie Erbschaft des einen der Grund der aussichtslosigkeit eines Wohnungskaufs für die Mittelschicht. Neid hin oder her. Das ist schlicht unfair.

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bamesjond0070 22.01.2019, 20:02
9.

Wer von Kapital, gewonnen aus dem 3. Reich lebt, gehört sofort enteignet. Mindestens bis dieser wenigstens zur unteren Mittelschicht gehört. Vor ihren Freunden beim Staat müssen sich diese Naziprofiteure sicher nicht verstecken, aber sie sollten auch zukünftig gut daran tun, sich vor der Bevölkerung geheim zu halten.

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