Forum: Kultur
Doku über Superreiche: Geradezu asketisch
Arte

Schwer vor die Kamera zu bekommen: Die TV-Doku "Ganz oben" zeigt, wie Deutschlands Superreiche leben - und stellt subtil die Frage nach einer gerechteren Gesellschaft.

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freeclimber 23.01.2019, 09:50
40. Auch Professoren irren hin und wieder!

Zitat von n.wemhoener
Günther Moewes, früher Professor an der Fachhochschule in Dortmund: "Wertschöpfung entsteht nur aus Arbeit. Die Milliarden der Superklasse entstanden zum größten Teil aus der Arbeit anderer. Aus Lohndumping bei ihrem eigenen Personal, aus Preisdumping bei ihren Zulieferern, aus Monopoltricks oder Finanzspekulation auf Kosten anderer. Aus Abschöpfung, nicht aus Wertschöpfung." "Richtig ist. Das Sozialprodukt ist zu jedem Zeitpunkt eine feste, endliche Größe und kann nur einmal verteilt werden. Die Superreichen konnten nur deshalb ihre Milliarden anhäufen, weil sie nicht angemessen besteuert wurden."
Wer an der Arbeit anderer verdienen will, muss die dafür notwendigen Arbeitsplätze erst einmal schaffen. Dafür muss er persönlich existenzielle Risiken eingehen, da das notwendige Kapital nicht auf Bäumen wächst. Er muss bereit sein einen grossen Teil seines Lebens praktisch Tag und Nacht zu arbeiten und er wird, sobald der Erfolg seiner Mühen sich einstellt, zu den 10% der Bundesbürger zählen, die zusammen etwa 50% des Steueraufkommens dieses Landes erwirtschaften. Um all das zu erreichen, muss er Unternehmer werden und die Werte schöpfen, die der Herr Professor in Form seines Professorengehalts dann anteilig verbrauchen konnte.

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syracusa 23.01.2019, 09:54
41. eine bessere Zukunft für alle

Zitat von Kurt-C. Hose
Was soll der Sinn dieser Propaganda sein? Dass es uns allen besser ginge, wenn alle das Gleiche hätten?
Diese Sinnverdrehungen sind schlimmer als jede Neiddebatte!

Nein, es ginge uns nicht besser, wenn alle das Gleiche hätten. Aber es ginge uns deutlich besser, wenn die Einkommens- und Vermögensunterschiede ganz deutlich geringer wären, als sie heute sind. Es sieht wohl so aus, dass der optimale Gini-Koeffizient zwischen 0,2 und 0,25 liegt. Genau dann sind die Menschen - und zwar alle Menschen! - am glücklichsten. Unterschiede sind wichtig, um Leistungsanreize zu liefern. Aber sie dürfen nicht so groß werden, dass diese Leistungsanreize wieder verschwinden, und dass der soziale Zusammenhalt zerstört wird.

Wer wie viel vom gemeinsam erwirtschafteten Wohlstand abkriegt, ist v.a. eine Frage der Politik. Kein Einkommensmillionär hat sich die Infrastruktur und Rahmenbedingungen selbst geschaffen, die Grundlage seines Einkommens sind. Diese politische Frage aufzuwerfen, ist nicht durch Neid verursacht. Sie ist ganz einfach dem Ziel geschuldet, durch Politik eine glücklichere Zukunft für alle zu gestalten.

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syracusa 23.01.2019, 09:59
42.

Zitat von freeclimber
Hermes steht in Konkurrenz zu mehreren anderen Logistik Unternehmen. Diese Konkurrenz bestimmt den Preis und damit auch die maximal tragbaren Kosten. Hermes kann daher nur versuchen mit zu halten oder den Laden dicht zu machen!
Das ist Unsinn! Ein Unternehmen soll natürlich im Wettbewerb bestehen. Das kann das Unternehmen dadurch leisten, dass es ein besseres Produkt liefert, oder dass es effektiver produziert. Lohndumping hingegen KEIN legitimes Mittel im Wettbewerb!

Hermes ist nicht in der Lage, Pakete zu meiner Postadresse zu liefern. Regelmäßig melden die Hermes Paketboten, dass meine Adresse nicht existiere, die Pakete werden dann im 20 Kilometer entfernten Paketshop eingelagert, ohne dass ich eine Benachrichtigung im Briefkasten vorfinde. Das ist nicht akzeptabel, und das liegt natürlich daran, dass Hermes wg Lohndumping die inkompetentesten Mitarbeiter hat.

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syracusa 23.01.2019, 10:03
43.

Zitat von freeclimber
Letztendlich bestimmen wir als Verbraucher auch den Verdienst eines Hermes-Paketboten. Wer sein Paket zum billigsten Versender bringt, darf sich über schlechte Bezahlung bei diesem Dienstleister nicht beschweren.
Auch das ist falsch, weil die Verbraucher nicht diejenigen sind, die den Paketdienst beauftragen. Das sind vielmehr die Unternehmen, bei denen die Verbraucher Waren bestellen. Und diese Unternehmen wählen ohne Rücksicht auf die unsäglichen Einkommen und Arbeitsverhältnisse den billigsten Paketdienst. Dass dieser billigste Paketdienst auch am schlechtesten arbeitet, interessiert die Auftraggeber nicht, denn unter der schlechten Lieferqualität leiden die Endkunden, und nicht die Auftraggeber.

Ich hab's übrigens vielfach probiert: es ist für den Verbraucher so gut wie nie möglich, beim Onlinehändler den Paketdienst vorzugeben oder auch nur einen schlechten Paketdienst auszuschließen.

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erzengel1987 23.01.2019, 10:11
44. Es Bedarf einer neuen sozialen Besteuerung

Wir haben ein größer werdendes Gefälle von Arm und Reich. Die sogenannte Schere zwischen den Beiden Gruppen wird größer. Die Mittelschicht ist teilweise bereits eher als Arm anzusehen.
Das Problem sind in dem Fall Multinationale Konzerne. Diese zahlen so gut wie keine Steuern. Hier muss eine faire Besteuerung am besten mit einer europäischen Lösung realisiert werden. Ebenso die Erbschaftssteuer. Hier sollte eine Europäische faire Lösung gefunden werden.

Andere Steuern sollte man abschaffen. Es ist beispielsweise für den einfachen Bürger eine reine Abzocke, dass dieser den Notar und noch Steuern und sonstiges zahlen muss, nur um ein Eigenheim zu erwerben. Hier sollte der Bürger eigentlich nur den reinen Kaufpreis zahlen mit der Mehrwertsteuer. Entlastung der Mittelschicht.

Vermögen hingegen ab 500.000 Euro auf Konten Besitz Aktien könnte man mit einer Vermögenssteuer belasten. Aktienhandel gehört ebenfalls direkt besteuert. Auf die Weise könnte der einfache Bürger entalstet werden und das Geld könnte fairer verteilt werden.
Durch die Aktionen bleiben die Reichen weiterhin reich haben halt etwas weniger. Der Mittelstand hat etwas mehr aber dieses etwas reicht um die Kaufkraft zu steigern und das ist wiederum sehr gut für unsere Wirtschaft.
Also eine gute faire Besteuerung der Reichen ist im endeffekt ein gutes Programm um die reichen noch reicher zu machen. Daher Vermögenssteuer jetzt am besten 45 Prozent vom Einkommen.

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Kurt-C. Hose 23.01.2019, 10:34
45.

Zitat von erzengel1987
Also eine gute faire Besteuerung der Reichen ist im endeffekt ein gutes Programm um die reichen noch reicher zu machen. Daher Vermögenssteuer jetzt am besten 45 Prozent vom Einkommen.
Allein der letzte Satz zeigt, dass Sie nicht einmal im Ansatz verstehen, wie unser Steuersystem funktioniert, geschweige denn, was eine Vermögenssteuer ist.

Eine Vermögenssteur bestuert SUBSTANZ. Vermögen ist Substanz. KEIN EINKOMMEN. Einkommen wird von der Einkommenssteuer besteuert, und die liegt im Spitzensteuersatz längst bei 45% (ab 260.000 Euro). Und weil Sie offenbar der Mär auf den Leim gehen, dass es allen besser ginge, wenn man diesen Spitzenstuersatz erhöht, empfehle ich Ihnen eine allgemein gebräuchliche Suchmaschine, um mal herauszufinden, wie viele Steuerzahler diesen Spitzenstuersatz bezahlen. Ich kann Ihnen vorweg sagen, es sind bummelige 75.000. Leute, die mehr als 1 Mio. im Jahr verdienen, gibts grad mal noch 20.000. Selbst wenn Sie den Spitzensteuersatz auf 51% erhöhen WÜRDEN, würde das die mittleren Einkommenstuergruppen geschweige denn die unteren (50% zahlen so gut wie keine Einkommensteuer) kein bisschen besser stellen. Das ist reine Symbolpolitik.

Den "normalen" Spitenstuersatz von 42% zahlen übrigens schon 2,5 Mio. Da sind Sie dann nämlich schon mit 60.000 Euro im Jahr dabei. So viel zum Thema "reich"... Das ist ein normales Akademikergehalt in einer Großstadt.

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deka88 23.01.2019, 10:39
46.

Warum kommt so eine Doku zur Unzeit im deutschen Fernsehen? Könnte man doch mal um 20:15 zeigen, wo normale Arbeiter, die gerne mal das obzöne Leben derer da "ganz Oben" sehen wollen, noch nicht im Bett liegen, weil sie früh raus müssen, um den Reichtum zu erwirtschaften oder die Gesellschaft am laufen zu halten.

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Dieter Koll 23.01.2019, 10:52
47. Eigentlich schade...

dass der Autor zwar immer wieder ironisch darauf hinweist, wie falsch Neid doch sei.... aber nicht mal danach fragt, wie denn Firmen gegründet oder geleitet werden sollen, wenn die jetzigen Eigentümer alles unter der Bevölkerung aufteilen würden. Könnten sich dann hunderte Teilhaber wirklich auf ein tragfähiges Konzept einigen können? Wenn man die Abstimmung über den Brexit heranzieht, kommen mir doch erheblich Zweifel.
Wir sollten mal akzeptieren, dass nicht jeder Mensch über die Fähigkeiten verfügt, um etwas großes zu schaffen. Das war schon immer so und es wird auch immer so bleiben. Früher waren die Reichen vielleicht nicht so reich... nur die Armen waren wirklich arm.
Die Frage nach der Fairness stellt sich sowieso nicht, denn das Leben ist nun mal nicht fair. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass auch nur ein Redakteur beim Spiegel sein halbes Gehalt stiftet, um etwas mehr Fairness zu schaffen. Darüber reden, dass andere etwas tun sollen, ist ja auch bequemer und einfacher, als selbst etwas zu tun.... das schließt mich natürlich mit ein.

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Shelly 23.01.2019, 11:02
48. Das glaube ich nicht

Zitat von crazydee
Ich kenne in meinem beruflichen Umfeld viele Menschen, die es zu großem Reichtum gebracht haben. Sie alle eint, dass sie es mit großem Fleiß und großer Anstreungen so weit gebracht haben. Der Preis, den sie dafür bezahlt haben, bestand in Verzicht auf Freizeit, Freunde und intakte Familie. Im Übrigen werden auch Vermögende nicht von persönlichen Tragödien und Krankheit verschont. Das Problem ist, dass wir Aussenstehenden immer nur den Reichtum und Erfolg sehen, aber nie den Preis erfahren werden, den diese Menschen bezahlen.
Durch großen Fleiß und großer Anstrengung kann man es durchaus zu gehobenen Wohlstand in der Mitte der Gesellschaft bringen, aber nie zu einem großen Reichtum.
Großer Reichtum ist immer verbunden mit Ausbeutung von hiesigen Arbeitnehmern und/oder in 3. Welt-Ländern. Evtl. kommen noch andere Mauscheleien dazu.
Alles andere ist ein Märchen.

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menton 23.01.2019, 11:18
49. Feudalstrukturen

Die Klasse der Superreichen-Familien sind die Adeligen von heute: Sie werden in Strukturen rein geboren, die ihr Leben als Befehlsgeber über Untertanen vorherbestimmen. Diese Leute und ihre Abkömmlinge (Kinder, Kindeskinder,...) werden niemals selbst arbeiten müssen und können sich prunkvolle Villen (Schlösser?) und jede erdenkliche Dienstleistung gönnen. Wo ist der tatsächliche Unterschied zum Adel der vergangenen Jahrhunderte?
Naja, das Recht der ersten Nacht ist wohl abgeschafft - Aber vielleicht könnten die sogar das erhalten, wenn sie ihren Arbeitnehmern nur hinreichend viel Geld dafür bieten.

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